Gesundheitswesen Prothesen als MassenwareSeite 2/2

Nein, in Rationierungsdebatten à la Missfelder will sich Schlenker keinesfalls begeben. Stattdessen lobt er die Tatsache, dass die Endoprothetik hierzulande "allen Versicherten ohne Altersbegrenzung" zur Verfügung stehe, und dass es eine flächendeckende Versorgung "fast ohne Wartezeiten" gebe. Und die Wissenschaftlerin Bitzer betont, dass Menschen jeden Alters von Hüft- oder Kniegelenkseingriffen profitierten – durch weniger Schmerzen oder mehr Mobilität. Und durch Operationen aufgrund von Arthrose sei auch bei Älteren keine höhere Sterblichkeit nachweisbar.

Gleichzeitig warnt der Kassenvize davor, dass Steigerungsraten wie in der Endoprothetik die GKV "auf Dauer an ihre Belastungsgrenzen" führten. Wie man aus dieser Klemme kommt? Man müsse die individuellen Kriterien für solche Eingriffe überprüfen, fordert Schlenker. Außerdem Vergütungshöhe und Qualität. Im Laufe der Jahre werde jedes siebte Hüftgelenk und jedes achte Knie wieder ausgewechselt, so der Kassenvize. "Wir brauchen hier klare Gewährleistungsregeln und eine erfolgsorientierte Vergütung."

Und dann gäbe es ja noch das Allheilmittel Prävention. Schließlich litten Knie und Hüfte nicht nur wegen des Alters, sondern auch bei besonderer Belastung, sagt der Gesundheitssystemforscher Friedrich-Wilhelm Schwartz aus Hannover. Die Steigerungsraten bei Hüft- und Knieoperationen seien auch "eine Quittung" dafür, dass man präventiv zu wenig gegen Fettleibigkeit und Bewegungsarmut unternehme.

Zuerst erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 28.07.2010 um 12:49 Uhr

    ... diese Argumentation zur Preis-Steigerung!

    Je mehr Leute operiert werden, desto kleiner müsste doch die Kosten für eine einzelne Operation werden? Wenn Sie 1.000.000 Autos bauen, ist das ja "pro Stück" auch billiger als bei 100.000? Gerade, wenn die Prothesen Massenware sind?

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    auch wenn sie sie zur totalen Routine geworden sind,billiger werden??
    Die Anzahl der Mäuler und deren Ansprüche, die gestopft werden wollen,ist eben auch gestiegen. Ich kann mich erinnern ,zu DM Zeiten wars noch,Zuzahlung für 2 Paar lächerliche Trombosestrümfe 21 DM.
    Im Klartext: Die Barmer musste dafür über utopische 200 DM
    zahlen. Mein Gott,wozu haben wir diesen Selbstbedienungsladen dann??

    auch wenn sie sie zur totalen Routine geworden sind,billiger werden??
    Die Anzahl der Mäuler und deren Ansprüche, die gestopft werden wollen,ist eben auch gestiegen. Ich kann mich erinnern ,zu DM Zeiten wars noch,Zuzahlung für 2 Paar lächerliche Trombosestrümfe 21 DM.
    Im Klartext: Die Barmer musste dafür über utopische 200 DM
    zahlen. Mein Gott,wozu haben wir diesen Selbstbedienungsladen dann??

  1. ... das dieses Problem auf einen in 15 -20 Jahren zukommt, dann sollte man meinen das die Verantwortlichen so klug sind und schon jetzt mit dem Sparen anfangen damit man sich das dann auch leisten kann. Das Problem behebt sich ja Dank der vielgerühmten Bevölkerungsdemografik ja auch wieder von selbst in 40 – 50 Jahren.
    Laut schreien und dann den Kopf in den Sand stecken bringt jedenfalls nichts.

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    "Wenn man heute schon weis...

    ... das dieses Problem auf einen in 15 -20 Jahren zukommt, dann sollte man meinen das die Verantwortlichen so klug sind und schon jetzt mit dem Sparen anfangen damit man sich das dann auch leisten kann."

    Nein! Besser ist es sleber jetzt mit dem Training anzufangen. In jeder Stadt gibt es einen Physioterapeuten, der einem gute Übungen zeigen kann. Außerdem sind viel Bewegung und gesund Essen wichtig. Dann braucht man auch nicht später rumzulaufen wie Robocop oder Papa und Sohn Vader.

    Die Verantwortlichen sind Sie und ich.

    "Wenn man heute schon weis...

    ... das dieses Problem auf einen in 15 -20 Jahren zukommt, dann sollte man meinen das die Verantwortlichen so klug sind und schon jetzt mit dem Sparen anfangen damit man sich das dann auch leisten kann."

    Nein! Besser ist es sleber jetzt mit dem Training anzufangen. In jeder Stadt gibt es einen Physioterapeuten, der einem gute Übungen zeigen kann. Außerdem sind viel Bewegung und gesund Essen wichtig. Dann braucht man auch nicht später rumzulaufen wie Robocop oder Papa und Sohn Vader.

    Die Verantwortlichen sind Sie und ich.

  2. Eventuell könnte die Regierung überlegen, wie man die Leute gesund den Arbeitsalltag überstehen lässt, denn gesundes altern ist günstig und erhöht die Lebensqualität

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    Auch wenn es sicherlich einige Arbeitsbedingte Verschleißerscheinungen gibt, ist der menschlicher Körper an sich - unabhängig von der Belastung im Arbeitsalltag - schlicht und ergreifend nicht dafür konzipiert so lange, wie unser Leben heute dauert, durchzuhalten... Und die Evolution wird noch einige Jährchen brauchen, bis sie sich darauf eingestellt hat...

    Auch wenn es sicherlich einige Arbeitsbedingte Verschleißerscheinungen gibt, ist der menschlicher Körper an sich - unabhängig von der Belastung im Arbeitsalltag - schlicht und ergreifend nicht dafür konzipiert so lange, wie unser Leben heute dauert, durchzuhalten... Und die Evolution wird noch einige Jährchen brauchen, bis sie sich darauf eingestellt hat...

  3. Da hat man wohl sonst kein richtig aktues Problem mit den Gesundheitskosten?

  4. Beispiel: Ein Patient bekommt nach der Blutabnahme beim Urologen den Befund "ihr PSA-Wert beträgt 16" mitgeteilt und den dringenden Hinweis: "Lassen Sie sich von der Arzthelferin einen Termin geben, an dem wir ihrer Prostata eine Gewebeprobe entnehmen." (Ambulant, der Anästhesist hat seine Praxis im selben Haus). Auf den Hinweis des Patienten, dass diese Prozedur vor einem Jahr schon einmal durchgeführt wurde, kommt die Antwort "dann ist es auch wieder Zeit".

    Der Patient bekommt den Termin, der 2 Monate später ist und wundert sich über die Wartezeit, weil es doch so dringend gemacht wurde.

    Nach einer Woche Zweifel geht der Patient zum Hausarzt und lässt eine Blutentnahme für einen (natürlich kostenpflichtigen) PSA-Test machen, ohne den Hausarzt über die Vorgeschichte zu informieren. Das Ergebnis: Der PSA-Wert beträgt 6.

  5. Auch wenn es sicherlich einige Arbeitsbedingte Verschleißerscheinungen gibt, ist der menschlicher Körper an sich - unabhängig von der Belastung im Arbeitsalltag - schlicht und ergreifend nicht dafür konzipiert so lange, wie unser Leben heute dauert, durchzuhalten... Und die Evolution wird noch einige Jährchen brauchen, bis sie sich darauf eingestellt hat...

    Antwort auf "Prävention?"
  6. haben Kriegs- und Hungerzeiten erlebt. Das sollte bei einer Ursachenforschung nicht vergessen werden, auch nicht die lange schon veränderten Lebensmittel, die zu Nahrungsmitteln degradiert wurden, um dann mit Nahrungsergänzungsmitteln das Geschäft zu machen, ganz abgesehen von künstlichen Zusatzstoffen, mit denen unser Körper sich abplagen muß. - Wenn unsere Alten nur zwei Prozente der Kosten der Krankenkasse für solche Operationen in Anspruch nehmen, so haben sie sich diese Erleichterung ihres täglichen Lebens redlich verdient. - Herrn Mißfelders Auslassungen waren und sind einfach menschenverachtend. -

  7. auch wenn sie sie zur totalen Routine geworden sind,billiger werden??
    Die Anzahl der Mäuler und deren Ansprüche, die gestopft werden wollen,ist eben auch gestiegen. Ich kann mich erinnern ,zu DM Zeiten wars noch,Zuzahlung für 2 Paar lächerliche Trombosestrümfe 21 DM.
    Im Klartext: Die Barmer musste dafür über utopische 200 DM
    zahlen. Mein Gott,wozu haben wir diesen Selbstbedienungsladen dann??

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