Merkel in China Offener Dialog zum Kanzlerinnen-Geburtstag

Diese Offenheit ist in China selten: Ministerpräsident Wen Jiabao und Kanzlerin Merkel tauschten sich kritisch mit deutschen und chinesischen Unternehmern aus.

Angela Merkel kann an ihrem 56. Geburtstag mit ihrer Reise nach China zufrieden sein. "In unseren Gesprächen reden wir nicht um den heißen Brei herum", sagte sie nach einem Treffen mit Ministerpräsident Wen Jiabao , bei dem auch deutsche und chinesische Unternehmer dabei waren. Dabei bemängelten die deutschen Unternehmer Zugangsbeschränkungen für den chinesischen Markt, ihre chinesischen Kollegen forderten unter anderem eine Elbvertiefung und kritisierten die deutschen Visa-Bestimmungen. 

BASF-Chef Jürgen Hambrecht pochte auf einen freien Zugang zu Chinas Märkten . Er sprach von einer "erzwungenen Offenlegung von Know-how im Gegenzug für Investitionsentscheidungen. Das entspricht nicht ganz unseren partnerschaftlichen Vorstellungen." Wen versprach, "gute Bedingungen für den Eintritt in den chinesischen Markt" zu schaffen. "Ich begrüße die deutschen Investitionen in China und bitte Sie, sich zu beruhigen. Die Unterlagen von BASF prüfen wir gewissenhaft." China arbeite mit BASF sehr gut zusammen. Dabei geht es um ein Projekt in Chongping, wo BASF Vorprodukte für Kunststoffe herstellen wolle. Das Investitionsvolumen betrage eine Milliarde US-Dollar, sagte der BASF-Chef.

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Der Chef von Chinas größten Reederei COSCO, Wei Jiafa, beklagte, dass die Elbe vor dem Hamburger Hafen für die großen chinesischen Schiffe nicht tief genug und auch die Kapazitäten des Hafens für die Löschung der Ladung nicht ausreichend sei. Merkel machte ihm wenig Hoffnung auf eine Elbvertiefung.

Siemens-Chef Peter Löscher sagte, chinesische Unternehmen müssten in Deutschland und Europa fair behandelt werden. "Wir erwarten, dass wir gleiche Bedingungen vorfinden im Bereich der öffentlichen Ausschreibung" in China. Die noch bestehenden Beschränkungen für Handel und Investitionen, etwa in der Automobilindustrie und im Bereich der Finanzdienstleistung, müssten zügig abgebaut werden.

Merkel und Wen warben bei dem Treffen um Verständnis für die Position der eigenen Länder und betonten zugleich, dass sich die Beziehungen verbessert hätten. Merkel sprach von einer "neuen Etappe" und neuer Offenheit. Wen begleitete Merkel während ihres China-Besuchs auch im nordwestchinesischen Xi'an und schenkte der Kanzlerin zu ihrem heutigen Geburtstag die Nachbildung einer silbernen Weinkaraffe aus der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.). Das Original steht in einem Museum in der Stadt. 

Am Vormittag wollte Merkel noch die weltberühmte Terrakotta-Armee nahe Xi'an besuchen. Die etwa 7600 Figuren waren 1974 bei Brunnenbohrungen entdeckt worden. Sie stammen aus der Zeit des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi, der von 221 bis 210 vor Christus regierte.

 
Leser-Kommentare
  1. [entfernt. Bitte verzichten Sie auf Hetze und grobe Unterstellungen. Bleiben Sie bitte sachlich und bemuehen Sie sich um eine differenzierte Argumentation. Danke. Die Redaktion/ew]

  2. Urlaub auf kosten vom Steuerzahler! Kommt diese zurück, dann bitte alles durchsuchen. Mein Vertrauen!

  3. Ihre Weltuntergangsbeschwörungen tun ja fast weh beim Lesen.
    Bleiben sie auf dem Teppich. Niemand wird hier eine Diktatur erschaffen, und erst recht nicht Frau Merkel.

  4. Wie ist es auf dem Teppich?

  5. Große Töne hört man da von unserer Kanzlerin. Während sie warnend und mahnend - wie es ihre Art ist - den Zeigefinger hebt und die Verwirklichung der Menschenrechte in China einfordert, hat die Bundesregierung endlich, endlich nach 18 Jahren Kampf und Streit mit der UNO ein Dekret unterschrieben, in dem die Rechte der unter 16jährigen Asylbewerber (Kinder!!!) mit denen der anderen gleichgesetzt werden. Ich kann mich noch gut an das Gezeter erinnern, als es um eine Ächtung der Streubomben ging und die Bundesregierung nur unter vielen Auflagen unterschrieben hat - mit dem Resultat, daß heute noch deutsche Streubomben exportiert werden - solche, die treffen. Wer das glaubt, dem ist auch nicht zu helfen. Und schließlich war zwar viel von den Hemmnissen der deutschen Wirtschaft in China die Rede, von den Arbeitsbedingungen der chinesischen Wander- und anderer Arbeiter dagegen kein Wort. Also vergessen wir die Menschenrechte ganz schnell und nennen die Reise beim Namen: Türöffner für die deutsche Wirtschaft. Da hat der Dalai Lama wenig zu bieten.

  6. Nicht immer ganz sauber aber dennoch Lebenswert.

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