Nahost Ein neuer Anlauf für Frieden in Nahost
Israelis und Palästinenser verhandeln wieder. Es sind die ersten Gespräche seit dem Gaza-Krieg.
© MENAHEM KAHANA/ABBAS MOMANI/AFP/Getty Images

Kommen auf Drängen der Amerikaner wieder an den Verhandlungstisch: Palästinenserpräsident Abbas (l.) und Israels Premier Netanjahu
Erstmals seit fast zwei Jahren wollen Israelis und Palästinenser wieder direkt über einen Nahostfrieden verhandeln. Das sogenannte Nahost-Quartett (USA, Russland, Europäische Union, Vereinte Nationen) lud dazu nach Angaben von US-Außenministerin Hillary Clinton beide Seiten für den 2. September zu einem Gipfel in Washington ein. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sollen dort unter dem Patronat des US-Präsidenten Barack Obama den Auftakt der Gespräche einläuten.
Nach Informationen der New York Times sollen sich beide Seiten bereits darauf verständigt haben, die Verhandlungen innerhalb eines Jahres zu beenden. Noch im Juni hatte das Nahost-Quartett eine doppelt so lange Verhandlungsdauer vorgesehen. Doch die Palästinenser wollen laut Aktionsplan ihres Ministerpräsidenten Salam Fayyad bis Mitte 2011 ihre Vorbereitungen für die Gründung eines Staates Palästina abschließen und dann ihre Unabhängigkeit ausrufen, die von einem Großteil der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden dürfte.
In den vergangenen Monaten hatten beide Seiten unter Vermittlung des US- Sondergesandten George Mitchell indirekte Annäherungsgespräche geführt. Diese brachten aber keinerlei Fortschritte. Israelische Regierungskreise erklärten noch vor Veröffentlichung des Beschlusses des Nahost-Quartetts, man werde nicht auf diesen reagieren, sondern eine offizielle Einladung der USA zu direkten Verhandlungen "ohne Vorbedingungen und mit einer festgelegten Tagesordnung" abwarten. Die Palästinenser wiederum kündigten eine Sitzung der PLO-Exekutive an, bei der – so Chefunterhändler Saeb Erekat – auf den exakten Wortlaut des Quartett-Beschlusses geantwortet werde. Offensichtlich gibt es eine geheime Übereinkunft zwischen Washington, Jerusalem und Ramallah, wonach die Verhandlungen von Israel auf der Basis einer US-Einladung, von den Palästinensern dagegen gemäß der Quartett-Formulierung aufgenommen werden.
Die unterschiedlichen Ankündigungen beider Konfliktparteien bilden den Schlusspunkt hinter langwierigen Verhandlungen – einerseits, weil die Palästinenser Garantien verlangt hatten, dass die bis 1967 Israel vom Westjordanland trennende „grüne Linie“ Basis für die Verhandlungen über die Grenzziehung bilde. Israel andererseits will zwar auch jetzt ohne Vorbedingungen über alle Themen verhandeln, doch stemmt es sich weiterhin gegen einen Siedlungsstopp und hatte zudem eine Erklärung über ein Ende des Konflikts sowie einen weitgehenden Verzicht der Palästinenser auf das Rückkehrrecht der Flüchtlinge in israelisches Staatsgebiet verlangt.
In ihrer "Einladung zu Gesprächen" stützen sich die Quartett-Mitglieder zwar "vollständig auf ihre früheren Erklärungen". Doch verlangen sie nun nicht mehr ausdrücklich eine Verlängerung des Siedlungsbaustopps, was von Israel abgelehnt wird. In Jerusalem hieß es, der sogenannte Sicherheitskomplex sei für Israel entscheidend für den Erfolg der Verhandlungen, da von ihm praktisch alle anderen Themen abhängig seien. Israel gehe es darum, wie man sicherstellen könne, dass der jüdische nicht von einem palästinensischen Staat gefährdet werde. Dazu sei eine israelische (Militär-)Präsenz sowohl in der Jordansenke gegenüber Jordanien als auch auf den Höhenzügen unabdingbar. Darüber hinaus müssten Militärbündnisse des zu entmilitarisierenden Palästina mit feindlichen Staaten oder Organisationen verhindert werden.
- Datum 21.08.2010 - 09:43 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 163
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Was soll das Ganze - ohne Siedlungsstop?
Haben die Amerikaner und Araber den beiden Kontrahenten gehörig den Marsch geblasen.
findet er sich doch in den Aussagen.
Clinton: "As we move forward, it is important that actions by all sides help to advance our effort, not hinder it,"
Mitchell: "refrain from taking any steps that are not conducive to making progress."
Dass dazu eindeutig weitere Siedlungsaktivitäten Israels in den besetzten Gebieten gören haben USA und das Quartett (deren ein Teil ja ebenfalls die UAS sind) doch mehrfach klar gemacht.
Nethanjahu wollte nur nicht öffentlich auf die Finger geklopft werden. So kann er die Auslassung der direkten Formulierung als "Erfolg" feiern- um am Ende doch während der Gespräche einen Siedlungsstop vertreten zu können - eben nur freiwillig, als gute Geste, folgend "We are coming to the talks with a genuine desire to reach a peace agreement between the two peoples..."
findet er sich doch in den Aussagen.
Clinton: "As we move forward, it is important that actions by all sides help to advance our effort, not hinder it,"
Mitchell: "refrain from taking any steps that are not conducive to making progress."
Dass dazu eindeutig weitere Siedlungsaktivitäten Israels in den besetzten Gebieten gören haben USA und das Quartett (deren ein Teil ja ebenfalls die UAS sind) doch mehrfach klar gemacht.
Nethanjahu wollte nur nicht öffentlich auf die Finger geklopft werden. So kann er die Auslassung der direkten Formulierung als "Erfolg" feiern- um am Ende doch während der Gespräche einen Siedlungsstop vertreten zu können - eben nur freiwillig, als gute Geste, folgend "We are coming to the talks with a genuine desire to reach a peace agreement between the two peoples..."
Salaam Salaam, lakho Salaam
Shalom chaverim, Shalom chaverim
Man kann nur aus ganzem Herzen hoffen und wünschen, dass es in diese Richtung weitergehen wird!
Die von Israel seit 1967 besetzten Gebiete, Westjordanland sowie die Golanhöhen, welche (Golanhöhen) zum syrischen Kernland gehören, müssen wieder abgetreten werden, da dieser Akt der Besetzung illegitim und nicht mit internationalen Konventionen zu vereinen ist. Der Siedlungsbau ist ebenfalls illegal und muss, wie es Abbas mehrmals gefordert hat, eingestellt werden. Israel kann doch zufrieden sein, dass die Palästinenser im Westjordanland gemäßigt sind und sich für Frieden aussprechen. So muss Netanjahu auch Kompromisse eingehen können, um den Prozess voranzutreiben.
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Endlich mal ein Artikel, der unter die Oberfläche der Propaganda geht.
Danke, auch wenn es traurig ist. Denn er beweist, wie faul die Grundlage dieser "Friedensverhandlungen" ist.
Da jetzt auch schon die Türkei aus dem Westen wegen des Israel-Palestina-Konflicktes auszubrechen droht, muss es wohl noch einmal versucht werden, obwohl die Chancen einer Einigung à la 'Road Map' mit der Avi/Bibi-Regierung glatt Null sind.
Interessant ist aber, warum der Präsident ohne Mandat Palestinas, Abbas, zugesagt hat.
Ist es etwa, weil in den USA die Diskussionen um die Einstellung Pres.Obamas zum Islam und dessen vermuteter Muslimmitgliedschaft seit dem Ramadan-Dinner und seiner Aussage zur 'Ground-Zero-Moschee' vom 13.August die Gemüter beherrscht und erhitzt?
- Für viele Muslime gilt US-Pres.Obama als abgefallener Muslim, der die Religion seines Vaters erst im Alter von 27 in Chikago z.G. des method. Christentums des radikalen Predigers White abgelegt hat -
Ob das stimmt oder nicht, klar ist, dass wenn die Propagandamaschine von Murdock&Co. losgeht, wie jetzt mit der Moschee geschehen, Obama keine Chance auf eine 2. Amtszeit haben wird und die Palästinenser keinen besseren Mann in ihrem Sinne bekommen werden.
Obama ist die letzte Chance der Palästinenser auf einen eigenen Staat, sonst werden die Israelis Westjordanland so einmauern wie den Gazastreifen und fertig.
das ist ein ganz wichtiger Aspekt, den Sie damit ansprechen.
Wenn man Lust hat zu spekulieren, könnte man behaupten, dass gerade in der Schwäche Abbas eine besondere Chance liegt, wie in der gegenwärtigen ultrarechten Regierung Israels.
Zum einen gibt es weiter rechts von der jetzigen Regierung Israels keine Möglichkeit die Verhandlungen zu torpedieren. Sollte die extremen Parteien aufkündigen, könnte Nethanjahu mit den "Linken" eine Koalition der nationalen Einheit eingehen.
Da Abbas, wie Sie zurecht anmerken so schwach ist, kann ein Verhandlungsergebnis, damit es auch von künftigen palästinensischen Politikern als verbindlich angesehen wird, nur maximal pro Palästina ausfallen müssen.
Die internationale Unterstützung für Palästina (siehe Quartett) war noch nie so umfassend, wie zur Zeit.
Das wissen alle Beteiligten.
Und zur Not wird es - für den Fall, dass die beiden Parteien, auch unter Anleitung der USA - nach einem Jahr zu keinem einvernehmlichen Ergebnis kommen, eine unilaterale Ausrufung des Staates Palästina entsprechend des internationalen Rechtes geben.
Also Grenzen 1967, Teilung der Hauptstadt in Jerusalem und Al Quds, Rückkehrrecht bzw. Kompensationsberechnung vom internationalen Gerichtshof für Menschenrechte.
Wahrscheinlich wird die israelische Regierung dann die Vereinten Nationen um Hilfe bei der Implementierung bitten, da sie selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Das ist, was Nethanjahu verhindern kann und einige kleinere Erfolge.
das ist ein ganz wichtiger Aspekt, den Sie damit ansprechen.
Wenn man Lust hat zu spekulieren, könnte man behaupten, dass gerade in der Schwäche Abbas eine besondere Chance liegt, wie in der gegenwärtigen ultrarechten Regierung Israels.
Zum einen gibt es weiter rechts von der jetzigen Regierung Israels keine Möglichkeit die Verhandlungen zu torpedieren. Sollte die extremen Parteien aufkündigen, könnte Nethanjahu mit den "Linken" eine Koalition der nationalen Einheit eingehen.
Da Abbas, wie Sie zurecht anmerken so schwach ist, kann ein Verhandlungsergebnis, damit es auch von künftigen palästinensischen Politikern als verbindlich angesehen wird, nur maximal pro Palästina ausfallen müssen.
Die internationale Unterstützung für Palästina (siehe Quartett) war noch nie so umfassend, wie zur Zeit.
Das wissen alle Beteiligten.
Und zur Not wird es - für den Fall, dass die beiden Parteien, auch unter Anleitung der USA - nach einem Jahr zu keinem einvernehmlichen Ergebnis kommen, eine unilaterale Ausrufung des Staates Palästina entsprechend des internationalen Rechtes geben.
Also Grenzen 1967, Teilung der Hauptstadt in Jerusalem und Al Quds, Rückkehrrecht bzw. Kompensationsberechnung vom internationalen Gerichtshof für Menschenrechte.
Wahrscheinlich wird die israelische Regierung dann die Vereinten Nationen um Hilfe bei der Implementierung bitten, da sie selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Das ist, was Nethanjahu verhindern kann und einige kleinere Erfolge.
das ist ein ganz wichtiger Aspekt, den Sie damit ansprechen.
Wenn man Lust hat zu spekulieren, könnte man behaupten, dass gerade in der Schwäche Abbas eine besondere Chance liegt, wie in der gegenwärtigen ultrarechten Regierung Israels.
Zum einen gibt es weiter rechts von der jetzigen Regierung Israels keine Möglichkeit die Verhandlungen zu torpedieren. Sollte die extremen Parteien aufkündigen, könnte Nethanjahu mit den "Linken" eine Koalition der nationalen Einheit eingehen.
Da Abbas, wie Sie zurecht anmerken so schwach ist, kann ein Verhandlungsergebnis, damit es auch von künftigen palästinensischen Politikern als verbindlich angesehen wird, nur maximal pro Palästina ausfallen müssen.
Die internationale Unterstützung für Palästina (siehe Quartett) war noch nie so umfassend, wie zur Zeit.
Das wissen alle Beteiligten.
Und zur Not wird es - für den Fall, dass die beiden Parteien, auch unter Anleitung der USA - nach einem Jahr zu keinem einvernehmlichen Ergebnis kommen, eine unilaterale Ausrufung des Staates Palästina entsprechend des internationalen Rechtes geben.
Also Grenzen 1967, Teilung der Hauptstadt in Jerusalem und Al Quds, Rückkehrrecht bzw. Kompensationsberechnung vom internationalen Gerichtshof für Menschenrechte.
Wahrscheinlich wird die israelische Regierung dann die Vereinten Nationen um Hilfe bei der Implementierung bitten, da sie selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Das ist, was Nethanjahu verhindern kann und einige kleinere Erfolge.
"[...] gegenwärtigen ultrarechten Regierung Israels."
So ein Unsinn, nun bleiben Sie aber bitte mal auf dem Teppich. Die aktuelle Regierung Israels ist mitnichten "ultrarechts". Die an der Regierung beteiligte Awoda ist sogar Mitglied der Sozialistischen Internationale und kann nun wirklich nicht einmal mit dem allerbösesten Willen als "rechts" bezeichnet werden - und schon gar nicht als "ultrarechts".
Die Ultrarechten in Israel sind übrigens entweder völlig marginalisiert und haben nicht viel zu melden, oder sie sind sogar ganz verboten.
"[...] gegenwärtigen ultrarechten Regierung Israels."
So ein Unsinn, nun bleiben Sie aber bitte mal auf dem Teppich. Die aktuelle Regierung Israels ist mitnichten "ultrarechts". Die an der Regierung beteiligte Awoda ist sogar Mitglied der Sozialistischen Internationale und kann nun wirklich nicht einmal mit dem allerbösesten Willen als "rechts" bezeichnet werden - und schon gar nicht als "ultrarechts".
Die Ultrarechten in Israel sind übrigens entweder völlig marginalisiert und haben nicht viel zu melden, oder sie sind sogar ganz verboten.
entfernt. Bitte bereichern Sie die Diskussion, indem Sie sich zum konkreten Thema des Artikels äußern und verlinkte Seiten in einen Zusammenhang mit diesem setzen. Danke. Die Redaktion/km
"entfernt. Bitte bereichern Sie die Diskussion, indem Sie sich zum konkreten Thema des Artikels äußern und verlinkte Seiten in einen Zusammenhang mit diesem setzen. Danke. Die Redaktion/km"
So, wie ich es verstanden habe, ging es darum Straftaten einzelner Gruppierungen weder einer Nationalität noch einer Religion allgemein anzulasten.
Also: nicht alle Israelis sind feindlich, genauso wie, nicht alle Palästinenser sind feindlich ...
nur weil einzelne extremistische Gruppierungen versuchen eine Friedenslösung zu torpedieren.
So, wie H .Clinton das ja auch benannt hat.
"There have been difficulties in the past; there will be difficulties ahead. Without a doubt, we will hit more obstacles.
The enemies of peace will keep trying to defeat us and to derail these talks.
But I ask the parties to persevere," Clinton said.
http://www.haaretz.com/ne...
Jedenfalls mir war der Beitrag von thomasberghaim im Zusammenhang mit dem Thema sehr klar.
Danke.
"entfernt. Bitte bereichern Sie die Diskussion, indem Sie sich zum konkreten Thema des Artikels äußern und verlinkte Seiten in einen Zusammenhang mit diesem setzen. Danke. Die Redaktion/km"
So, wie ich es verstanden habe, ging es darum Straftaten einzelner Gruppierungen weder einer Nationalität noch einer Religion allgemein anzulasten.
Also: nicht alle Israelis sind feindlich, genauso wie, nicht alle Palästinenser sind feindlich ...
nur weil einzelne extremistische Gruppierungen versuchen eine Friedenslösung zu torpedieren.
So, wie H .Clinton das ja auch benannt hat.
"There have been difficulties in the past; there will be difficulties ahead. Without a doubt, we will hit more obstacles.
The enemies of peace will keep trying to defeat us and to derail these talks.
But I ask the parties to persevere," Clinton said.
http://www.haaretz.com/ne...
Jedenfalls mir war der Beitrag von thomasberghaim im Zusammenhang mit dem Thema sehr klar.
Danke.
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