Fidel Castro Wieder Líder
Fidel Castro ist zurück und redet wie einst, während Kuba Erneuerung bräuchte. Ist dies seine politische Rückkehr oder ein letztes Aufbäumen? Michael Schmidt kommentiert
Das immerhin erinnerte ein wenig an früher: Als Fidel Castro, Kubas ewiger Revolutionär, am Samstag zum ersten Mal seit seiner Erkrankung vor vier Jahren in der Nationalversammlung auftrat, tat er das nicht im Krankengewand oder Trainingsanzug, sondern in olivgrüner Uniform. Wie früher brachen die 610 Deputierten in begeisterten Beifall aus, als er am Morgen in Begleitung seines Bruders und Nachfolgers Raúl Castro das Gebäude betrat: Sie klatschten minutenlang. Und wie früher übertrugen die staatlichen kubanischen Medien die Rede live – und bezeichneten Fidel Castro als Máximo Líder, also "Obersten Führer" Kubas. Das dürfte die Spekulationen über seine künftige Rolle erneut anheizen.
Was erleben Kuba und die Welt da derzeit? Die simple Genesung einer einst welthistorischen Figur, deren Einfluss auf den Gang der Dinge zunehmend schwindet? Oder die ambitionierte Wiederkehr eines "political animal", das noch einmal den Machtkampf mit dem jüngeren Bruder sucht? Seit einem Monat schon ist Fidel Castro wieder in der Öffentlichkeit präsent. Raúl Castro ist seit 2008 zwar formell Staats- und Regierungschef Kubas. Doch Fidel ist immer noch Erster Sekretär der herrschenden Kommunistischen Partei. Am kommenden Freitag, dem 13., wird er 84 Jahre alt.
Vor einer Woche hatte Raúl Castro vor der Nationalversammlung angekündigt, die Regierung werde mehr Privatinitiative in der Wirtschaft zulassen . So dürfen die Kubaner künftig kleine Geschäfte gründen und sogar Angestellte beschäftigen. Bisher waren testweise nur kleine Friseurläden und private Taxis zugelassen. Gleichzeitig sollen hunderttausende überflüssige Arbeiter aus Staatsbetrieben entlassen werden, die von der wachsenden Privatwirtschaft übernommen werden sollen. Was tat Fidel? Er präsentierte den ersten Band seiner Autobiografie unter dem Titel Der strategische Sieg . 900 Seiten. Was nicht verwundert an einem Mann, der früher Reden hielt, die meist mehr als fünf Stunden, gern auch mal sieben Stunden dauerten.
Zwischen diesen Polen, mutlos der Zukunft entgegengehend und verklärt in die vermeintlich glorreiche Vergangenheit zurückblickend, dümpelt Kubas Inselmarxismus vor sich hin. Veränderung? Stillstand? Rückschritt? Die Signale sind widersprüchlich. Einerseits durften in den vergangenen Wochen mehrere verurteilte Dissidenten die Gefängnisse verlassen, manche von ihnen flogen nach Spanien . Der Oppositionelle Guillermo Fariñas unterbrach daraufhin seinen Hungerstreik, mit dem er mehr als 80 Tage lang für die Freilassung kranker Gefangener demonstriert hatte. Andererseits haben sich alle Hoffnungen auf einen Kurswechsel als illusionär erwiesen, die sich mit Raúl Castro anfangs verbanden. Die Wirtschaftslage ist schlecht, Kuba braucht dringend Unterstützung . Die Regierung macht die globale Finanzkrise und Hurrikane verantwortlich. Und Fidel schimpft derweil in altbewährter Manier auf den verhassten großen Bruder im Norden, die USA.
Mit scharfen Worten warnte er in seiner Rede vor der Nationalversammlung am Samstag US-Präsident Barack Obama vor einem drohenden Weltuntergang durch einen Atomkrieg und kritisierte die Politik Washingtons gegenüber Nordkorea und dem Iran. "Ein Mann muss die Entscheidung alleine treffen, der Präsident der Vereinigten Staaten. Sicherlich hat er es noch nicht beachtet, aber seine Berater beginnen zu verstehen." Ein Atomkrieg hätte Castro zufolge die schlimmsten Konsequenzen für den Planeten. "Für die Menschheit gäbe es dann keine Rettung." Zu innenpolitischen Fragen äußerte sich Fidel nicht.
- Datum 09.08.2010 - 08:51 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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...mag nicht die Idealbesetzung sein, wenn es ums warnen vor einen weiteren Krieg geht, aber in der Sache hat er schon recht.
Leider findet sich kein frei gewählter Politiker der darauf hinweist das die USA auf sehr gefährlichen Kurs ist und die EU im Schlepptau hat.
Ich frage mich, ob da nicht eine Art geheimer Deal gewesen sein könnte. Politische Gefangene freilassen, Arbeitsmarkt teilweise privatisieren - im Gegenzug Milliardenhilfen.
???
Der Hungerstreiks von Zapata und Fariñas und die Demonstrationen der Damen in Weiß haben international, und wahrscheinlich auch intern, sehr viel Druck aufgebaut. Der ist jetzt erst einmal ein bisschen raus. Es hilft auch, um mit der EU und den USA ein wenig schön Wetter zu machen. Dass Milliardenhilfen dabei herausspringen glaube ich aber nicht. Wer (außer Chavez) hätte denn ein Interesse daran, Kuba zu stützen?
Entfernt. Verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen. Die Redaktion/sh
Der Hungerstreiks von Zapata und Fariñas und die Demonstrationen der Damen in Weiß haben international, und wahrscheinlich auch intern, sehr viel Druck aufgebaut. Der ist jetzt erst einmal ein bisschen raus. Es hilft auch, um mit der EU und den USA ein wenig schön Wetter zu machen. Dass Milliardenhilfen dabei herausspringen glaube ich aber nicht. Wer (außer Chavez) hätte denn ein Interesse daran, Kuba zu stützen?
Entfernt. Verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen. Die Redaktion/sh
als großen Bruder zu bezeichnen. Seit dem Beginn des bestehens der USA gab es dort die Bestrebungen Kuba zu annektieren. (http://library.thinkquest..., http://www.rcgfrfi.easyne...)
Und wenn dort die Wirtschaftslage so schlecht ist, warum ist z.B. die Kindersterblichkeit dort niedriger als im gelobten wirtschaftlichen Powerhouse USA, welches ja alle Möglichkeiten hätte. (5.72/1,000 Cuba, 6.14/1,000 USA) Interessant ist dahingehend auch das Cuba 9 % seines BSP für Bildung ausgibt und die USA nur 5.3%. (CIA World Factbook). Vielleicht solte auch mal drüber berichtet werden, welche
Entwicklungshilfe das ach so arme Cubas leistet, http://english.aljazeera....,
http://www.coha.org/cuban... und das in den Kontext zu Ländern wie China und den USA setzen. Gleiches gilt für Menschenrechtsverletzungen.
Der Hungerstreiks von Zapata und Fariñas und die Demonstrationen der Damen in Weiß haben international, und wahrscheinlich auch intern, sehr viel Druck aufgebaut. Der ist jetzt erst einmal ein bisschen raus. Es hilft auch, um mit der EU und den USA ein wenig schön Wetter zu machen. Dass Milliardenhilfen dabei herausspringen glaube ich aber nicht. Wer (außer Chavez) hätte denn ein Interesse daran, Kuba zu stützen?
Ach Fidel, mach doch mal lieber einen Spaziergang an der frischen Luft anstatt anstrengender Reden. ZB durch die Vororte von Havanna. Vergiss aber nicht ordentlich Taschentücher mitzuehmen - die Tränen werden dir nämlich kommen. Nicht vor Glück über die fidele Revolution, nein vor Scham was du mit deinem Land und deinen Menschen gemacht hast. Dann geh nachhause und schau dir zur Entspannung einmal Woody Allens Film BANANAS an. Viva la revolucionnn !
...alle die das Vorgängerregime unter Diktator Batista erlebt
haben, oder sich daran erinnern können! Und sicherlich all
jene in Lateinamerika, die ihre " Batistas", heißen sie nun
Pinochet oder anders! Es gibt mit Sicherheit Millionen von Sympatisanten, die den Durchhaltewillen der Kubaner bewundern, die trotz der Wirtschaftssanktionen durch den
"großen nördlichen Bruder" und seiner Mithelfer, noch immer nicht aufgeben und an ihrem Gesellschaftsmodel festhalten,
so lange sie können!
hätten ein vitales Interesse, die Fidel-Diktatur zu stützen.
Gekürzt. Verzichten Sie auf unangemessene NS-Vergleiche. Die Redaktion/sh
hätten ein vitales Interesse, die Fidel-Diktatur zu stützen.
Gekürzt. Verzichten Sie auf unangemessene NS-Vergleiche. Die Redaktion/sh
Mit scharfen Worten warnte er in seiner Rede vor der Nationalversammlung am Samstag US-Präsident Barack Obama vor einem drohenden Weltuntergang durch einen Atomkrieg und kritisierte die Politik Washingtons gegenüber Nordkorea und dem Iran.
Recht hat der doch. Was ist an seiner AUssage denn falsch?
Was Fidel Castro wirklich sagte, ist unter http://www.cuba.cu/gobier... )nachzulesen.
Während Fidel Castro mit der erneuten Folter an Gerardo Hernández (vom 21.07-03.08.) im Hochsicherheitsgefängnis von Victorville, Kalifornien, den Fall der "Cuban Five" ansprach, waren einige ihrer Verwandten im Bild, u.a. auch Adriana Pérez, die Ehefrau mit bisher andauerndem Besuchsverbot von Gerardo Hernández, die sogar in dem Ausschnitt der Tagesschau zu sehen waren.
Seit dem ungerechtfertigten Urteil von Miami 2001 versuchen immer mehr Menschen in aller Welt, auf diesen Justizskandal aufmerksam zu machen, angefangen von Gruppen in den USA, Lateinamerika, Europa, Australien, Indien, Pakistan etc. - in Deutschland gehöre ich zu denen, die es seit 2002 versuchen.
Doch unsere "öffentlich rechtlichen Medien" ziehen es vor zu schweigen oder im Gegenteil, sich an der Diffamierungskampagne gegen Kuba, die maßgeblich von rechtsradikalen Exilkubanern in den USA ausgeht, Einzelfälle wie Fari~nas oder gewöhnliche Kriminelle wie Zapata Tamayo in den Vordergrund rücken (natürlich gestützt von entsprechenden wirtschaftl. US-Interessen), zu beteiligen, wohl in dem Vertrauen, dass die wenigsten Deutschen die Realität auf der geographisch entlegenen "Schurkeninsel" kennen und den Wahrheitsgehalt Ihrer Meldungen nicht überprüfen können.
Stattdessen möchte ich einfach um korrekte Berichterstattung bitten.
"gewöhnliche Kriminelle wie Zapata Tamayo"
Bei Amnesty International liest sich das aber ganz anders:
"KUBA: GEWALTLOSER POLITISCHER GEFANGENER STIRBT NACH HUNGERSTREIK"
http://www.amnesty.de/uml...
Wenn sie sich nur auf Presseerklärungen aus Havanna verlassen, werden sie kaum ein objektives Bild der Lage erhalten.
"gewöhnliche Kriminelle wie Zapata Tamayo"
Bei Amnesty International liest sich das aber ganz anders:
"KUBA: GEWALTLOSER POLITISCHER GEFANGENER STIRBT NACH HUNGERSTREIK"
http://www.amnesty.de/uml...
Wenn sie sich nur auf Presseerklärungen aus Havanna verlassen, werden sie kaum ein objektives Bild der Lage erhalten.
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