Wiedervereinigung Platzecks falscher Traum von der Einheit

Vereinigung oder "Anschluss"? Brandenburgs Ministerpräsident reißt mit seiner Bewertung der Deutschen Einheit alte Gräben auf. Schlimmer aber: er irrt. Ein Kommentar

Die nächste Wiedervereinigung machen wir besser, lautete ein alter Kalauer aus Wendezeiten. Und bevor sich dafür eine Chance ergibt, bessern wir – so scheint es – erst einmal an der vergangenen Vereinigung herum. Sie hätte anders erfolgen müssen, hat der brandenburgische Ministerpräsident eben in einem Spiegel-Interview erklärt: kein Beitritt, sondern gleichberechtigtes Zusammengehen. Als Grund macht er eine westliche "Anschlusshaltung" aus, die schuld ist an vielen Übeln und Miseren in den neuen Ländern. Weshalb Platzeck im Herbst vor allem zwanzig Jahre Brandenburg feiern will. Schön, dass sein Land dabei – "natürlich" – die deutsche Einheit nicht vergessen will.

Lassen wir das Zeugnis des Provinzialismus beiseite, das sich Platzeck da durchgehen lässt; jeder blamiert sich so gut wie er kann. Ärgerlicher ist, dass er damit einer Lesart der Vereinigung abermals Nahrung gibt, von der man annahm, dass sie sich im zwanzigsten Jahr der deutschen Einheit erledigt hätte. Dass die Vereinigung sich langsamer hätte vollziehen sollen, von gleich zu gleich, krönende Folge eines demokratischen Selbstverständnisprozesses im eigenen Lande, ist ein alter Traum.

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Doch es ist nicht einmal ein schöner, denn er ist falsch. Die DDR, ruiniert, wie sie war, fiel der Vereinigung sozusagen entgegen. Die Mehrheit der Menschen spürte das und wollte die Einheit lieber heute als morgen. Die Volkskammerwahlen im März brachten es in aller Klarheit an den Tag: Die CDU-Allianz, die auf die Einheit setzte, bekam (fast) die absolute Mehrheit, Bündnis 90, der beredte Fürsprecher ihrer Verlangsamung, endete bei 2,9 Prozent.

Da Brandenburg erfreulicherweise künftig die jüngste Zeitgeschichte stärker pflegen will, wird diese Erkenntnis irgendwann auch den Ministerpräsidenten erreichen. Bis dahin bleibt seine aktuelle Kritik an der Einigungspolitik unter dem Reizbegriff "Anschlusshaltung" ein fatales Beispiel unaufgeräumten Denkens. Platzeck klagt, zu Recht, Respekt vor der Leistung der Ostdeutschen ein – und rückt zugleich diejenigen in ein schiefes Licht, die 1989/1990 das Schifflein der Vereinigung durch die Brandung eines ungeheuren Zeit- und Problemdrucks ans Ufer steuerten.

Übrig bleiben böse Westdeutsche, "verantwortlich für viele gesellschaftliche Verwerfungen bei uns nach 1990", und über den Tisch gezogene Ostdeutsche. So schürt man Ressentiments und Larmoyanz und schafft es, die Anstrengungen madig zu machen, die vor zwanzig Jahren die Einheit herbeiführten. Eingeschlossen den von ihm abschätzig abgetanen Einigungsvertrag, der dafür die Brücke bildete.

Das ist keine gute Position für Platzecks Absicht, die Risse in der deutschen Gesellschaft zu schließen, zumal in Ostdeutschland, wo er seiner rot-roten Koalition auch diese Aufgabe der Versöhnung zugedacht hat. Denn die deutsche Einheit geht ihre eigenen Wege. Es trifft ja nicht zu, dass – Platzecks einschlägiges Paradebeispiel – die langjährige Brandenburger Ministerin Johanna Wanka gefeiert wurde, als sie in die niedersächsische Landesregierung berufen wurde.

Der Jubel galt Aygül Özhan, der ersten Muslima in einem deutschen Kabinett. Der Umstand, dass nach zwei Jahrzehnten Einheit zum ersten Mal eine Ostdeutsche zur westdeutschen Ministerin wurde – den man getrost für ein historisches Datum halten kann –, lief eher nebenbei mit. Ein Zeichen der Normalisierung? Oder schwindenden Interesses? Es wäre gut, wenn das Einheitsjubiläum in vier Wochen eine Antwort darauf gäbe.

(Erschienen im Tagesspiegel)

 
Leser-Kommentare
  1. Brandenburg wird seit 20 Jahren von der SPD regiert, Sachsen von der CDU. Die Staatsverschuldung pro Kopf ist in Brandenburg zweimal so hoch wie in Sachsen – beide hatten bei Null angefangen. Vielleicht sollte Platzek lieber darüber reden.

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    ich denke oft daran was meine Mutter mir erzählte:
    1949 Wahrungsreform: jeder bekam 40 DM.

    Un am nächsten Tag waren im Fahrradgeschäft bereits Fahrräder, Schläuche, Mäntel .... zu bekommen.

    Wie hat der Mann, der Besitzer des Fahrradgeschäftes es geschafft, über Nacht!, für 40 € diesen Laden so auszustatten?
    hatten veilleicht doch einige merh als 40 € über die Kreigswirren hinweg gerettet?
    Flick hatte jedenfalls einige MIllionen....

    Also, wo haben die beiden Läner nun angefangen? bei Null, Minus Null, plus Null oder doch mit unterschiedlichen Vorraussetzungen?

    ich denke oft daran was meine Mutter mir erzählte:
    1949 Wahrungsreform: jeder bekam 40 DM.

    Un am nächsten Tag waren im Fahrradgeschäft bereits Fahrräder, Schläuche, Mäntel .... zu bekommen.

    Wie hat der Mann, der Besitzer des Fahrradgeschäftes es geschafft, über Nacht!, für 40 € diesen Laden so auszustatten?
    hatten veilleicht doch einige merh als 40 € über die Kreigswirren hinweg gerettet?
    Flick hatte jedenfalls einige MIllionen....

    Also, wo haben die beiden Läner nun angefangen? bei Null, Minus Null, plus Null oder doch mit unterschiedlichen Vorraussetzungen?

  2. Wo ist das Problem?
    Die Macht des Geldes regiert eben und wo ist der Schwerpunkt?
    Natürlich im Westen! -- Trotz des Grundgesetzes mit seinen Idealen.

    • gauss
    • 31.08.2010 um 12:37 Uhr

    1990 hat man durch das Tauschverhältnis von 1:2 die Wettbewerbsfähigkeit der verbliebenen, wettbewerbsfähigen DDR-Betriebe vollends ruiniert. Das reale Tauschverhältnis lag ca. bei 1:6-1:7. Wie kann man dieses Hohelied auf die Vereinigung immer noch singen, wenn Ostdeutschland ausblutet und damit Abschreibungen von Hunderten Milliarden Euro den Steuerzahler in Rechnung stellt? Gebäude, Straßen, öffentliche Infrastruktur, die umsonst investiert wurden. Ganze Landstriche sind verwaist, im Westen wird der Wohnraum knapp und teuer. Das Problem der "Vereinigung" liegt Deutschland immer noch unverdaut im Magen. Daher rühren auch massive Probleme auf dem Arbeitsmarkt, die man durch Wohlstandsverluste versucht hat zu eliminieren, was bis heute nicht klappt.
    Wer keine Lügen lesen will, sollte lieber einmal einen Blick in "Supergau Deutsche Einheit" werfen. Erschienen bei Rowohlt, 2005, Uwe Müller.
    Es war ein Anschluss, und es war die denkbar schlechteste ökonomische Variante.

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    • lepkeb
    • 01.09.2010 um 2:35 Uhr

    es war imho die ökonomisch beste Variante. Sie haben relativ gut geildete Arbeiter bekommen, die einen solchen Lohndruck aufgebaut haben, der zu der Situtation (Zeitarbeit, Reallohnverluste) wie man sie heute in D-land haben geführt hat.
    Auch wurden die fiktiven Kredite der DDR Unternehmen bei der Staatsbank auf einmal richtige Kredite, bei dt. Privatbanken.
    So ist in meiner alten Heimat eine LPG mit 8 Mio. DM Schulden an den Start gegangen. Obwohl sie nie Kredite in DM aufgenommen hatte. Einen guten Artikel zum Thema gibt es auch hier http://www.tagesspiegel.d...

    • lepkeb
    • 01.09.2010 um 2:35 Uhr

    es war imho die ökonomisch beste Variante. Sie haben relativ gut geildete Arbeiter bekommen, die einen solchen Lohndruck aufgebaut haben, der zu der Situtation (Zeitarbeit, Reallohnverluste) wie man sie heute in D-land haben geführt hat.
    Auch wurden die fiktiven Kredite der DDR Unternehmen bei der Staatsbank auf einmal richtige Kredite, bei dt. Privatbanken.
    So ist in meiner alten Heimat eine LPG mit 8 Mio. DM Schulden an den Start gegangen. Obwohl sie nie Kredite in DM aufgenommen hatte. Einen guten Artikel zum Thema gibt es auch hier http://www.tagesspiegel.d...

    • joG
    • 31.08.2010 um 12:48 Uhr

    ...Damals war ich in West Deutschland. Mir fiel der Begriff Anschluss sofort ein. Es war wie ein Take-Over. Auch die Arroganz hier war spürbar. Dass man aber am Grundgesetz festhielt statt eine Verfassung vor das Volk zu bringen, war auch ein schlimmer Ausdruck der damaligen Haltung.

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    im damaligen GG und nur einer verlangte nach einer neuen Verfassung. Und eine neue Verfassung, an der plötzlich 16 Millionen Ostdeutsche mitgewirkt hätten war sicher dem einen oder anderem Mächtigen in Politik und Wirtschaft ein Horror.

    Zum Artikel im Tagesspiegel selber muss ich sagen, dass zwar die Ost-CDU mit ihrem, vom Dicken vorgegebenen, Kurs klar mehr Stimmen erhielt, und Bündnis 90 eben nicht. Die Schreiberlinge solcher Kommentare machen es sich einfach und präsentieren lediglich Zahlen, um ein Gegenargument zu Platzeck anzuführen, aber sie hinterfragen diese Zahlen und Ergebnisse nicht.
    Die Menschen der DDR waren geblendet, was anfangen mit der Freiheit, wie weiter? Zu Beginn der Wende ging es um Demokratie und Freiheit, nicht um die D-Mark und nicht um eine Vereinigung mit der Bundesrepublik. Die weitaus erfahreneren Strategen in Politik und Wirtschaft der Bundesrepublik erkannten schnell ihre Chancen und sie wussten, wie man die masse eines Volkes steuern kann und als Kohl dann mit der Verlockung D-Mark auftrat, tja waren halt auch nur Menschen im Osten und Haupttriebkraft des Menschen ist eben die Gier. Der überhastete Anschluss war eine Folge davon und sicherte zudem dem Dicken die Macht.
    Wäre damals verantwortlicher mit umgegangen, so hätte sie die DDR erst zu einem geschützen Wirtschaftsraum gemacht, der die Möglichkeit hat sich der Bundesrepublik anzugleichen, bevor er in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb voll einsteigt.

    MfG
    AoM

    im damaligen GG und nur einer verlangte nach einer neuen Verfassung. Und eine neue Verfassung, an der plötzlich 16 Millionen Ostdeutsche mitgewirkt hätten war sicher dem einen oder anderem Mächtigen in Politik und Wirtschaft ein Horror.

    Zum Artikel im Tagesspiegel selber muss ich sagen, dass zwar die Ost-CDU mit ihrem, vom Dicken vorgegebenen, Kurs klar mehr Stimmen erhielt, und Bündnis 90 eben nicht. Die Schreiberlinge solcher Kommentare machen es sich einfach und präsentieren lediglich Zahlen, um ein Gegenargument zu Platzeck anzuführen, aber sie hinterfragen diese Zahlen und Ergebnisse nicht.
    Die Menschen der DDR waren geblendet, was anfangen mit der Freiheit, wie weiter? Zu Beginn der Wende ging es um Demokratie und Freiheit, nicht um die D-Mark und nicht um eine Vereinigung mit der Bundesrepublik. Die weitaus erfahreneren Strategen in Politik und Wirtschaft der Bundesrepublik erkannten schnell ihre Chancen und sie wussten, wie man die masse eines Volkes steuern kann und als Kohl dann mit der Verlockung D-Mark auftrat, tja waren halt auch nur Menschen im Osten und Haupttriebkraft des Menschen ist eben die Gier. Der überhastete Anschluss war eine Folge davon und sicherte zudem dem Dicken die Macht.
    Wäre damals verantwortlicher mit umgegangen, so hätte sie die DDR erst zu einem geschützen Wirtschaftsraum gemacht, der die Möglichkeit hat sich der Bundesrepublik anzugleichen, bevor er in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb voll einsteigt.

    MfG
    AoM

  3. dem Herrn Plazeck jetzt Provinzialismus vorzuwerfen ist ja der Gipfel der Aroganz, lesen sie mal bei Helmut Schmidt nach, der sieht das nähmlich ähnlich wie Herr Plazeck.
    Ob es hätte anders laufen können oder nicht, ob es gut oder schlecht war, ob die große Masse das in dem Moment so gewollt hat, will ich nicht beurteilen, aber ein Anschluß war es, das steht außer Frage! Das komplette Rechtsystem wurde übernommen, z.B. ein Rechtsanwalt, ein Verwaltungsbeamter hatten nur noch ein Wissen was nichts mehr wert war, selbst ein Ingenieur muste die DIN neu erlenen weil die TGL ihr Gültigkeit verloren hatte. Der Artikel ist ganz tiefes Niveau.

  4. im damaligen GG und nur einer verlangte nach einer neuen Verfassung. Und eine neue Verfassung, an der plötzlich 16 Millionen Ostdeutsche mitgewirkt hätten war sicher dem einen oder anderem Mächtigen in Politik und Wirtschaft ein Horror.

    Zum Artikel im Tagesspiegel selber muss ich sagen, dass zwar die Ost-CDU mit ihrem, vom Dicken vorgegebenen, Kurs klar mehr Stimmen erhielt, und Bündnis 90 eben nicht. Die Schreiberlinge solcher Kommentare machen es sich einfach und präsentieren lediglich Zahlen, um ein Gegenargument zu Platzeck anzuführen, aber sie hinterfragen diese Zahlen und Ergebnisse nicht.
    Die Menschen der DDR waren geblendet, was anfangen mit der Freiheit, wie weiter? Zu Beginn der Wende ging es um Demokratie und Freiheit, nicht um die D-Mark und nicht um eine Vereinigung mit der Bundesrepublik. Die weitaus erfahreneren Strategen in Politik und Wirtschaft der Bundesrepublik erkannten schnell ihre Chancen und sie wussten, wie man die masse eines Volkes steuern kann und als Kohl dann mit der Verlockung D-Mark auftrat, tja waren halt auch nur Menschen im Osten und Haupttriebkraft des Menschen ist eben die Gier. Der überhastete Anschluss war eine Folge davon und sicherte zudem dem Dicken die Macht.
    Wäre damals verantwortlicher mit umgegangen, so hätte sie die DDR erst zu einem geschützen Wirtschaftsraum gemacht, der die Möglichkeit hat sich der Bundesrepublik anzugleichen, bevor er in den marktwirtschaftlichen Wettbewerb voll einsteigt.

    MfG
    AoM

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    • star
    • 31.08.2010 um 15:39 Uhr

    Angel of Mercy schreibt:

    "Zu Beginn der Wende ging es um Demokratie und Freiheit, nicht um die D-Mark und nicht um eine Vereinigung mit der Bundesrepublik."

    Vielleicht hat der Schreiber die folgenden Zeilen und die steigende Anzahl Ostdeutscher, die in den Westen übersiedelten, vergessen:

    'Kommt die DM, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr.'

    Paul Haverkamp, Lingen

    • joG
    • 01.09.2010 um 8:48 Uhr

    ....recht. Vor allem die schnoddrige Art mit der These Paltzeks umzugehen, wäre Atem beraubend in der Tiefe ihrer unwissenden Arroganz. Da spricht schließlich Einer, der wirklich weiß wovon er spricht, wenn auch er seine eigenen Eisen im Feuer hat. Die Gewöhnlichkeit solcher Journalistik alleine nimmt dem Artikel den Schrecken. So schreibt man hierzulande halt und reagiert auf offenbarte Fehlverhalten der bürokratischen-politischen Elite mit einem Nebel aus unpassenden Daten, krummen Logleinen und emotionalen Vorwürfen um Harmonie bedacht um abzulenken und um die Legitimität der Ordnung unbewusst (?) zu schützen. So gesehen ist der obere Artikel nicht ein mal schlecht.

    • star
    • 31.08.2010 um 15:39 Uhr

    Angel of Mercy schreibt:

    "Zu Beginn der Wende ging es um Demokratie und Freiheit, nicht um die D-Mark und nicht um eine Vereinigung mit der Bundesrepublik."

    Vielleicht hat der Schreiber die folgenden Zeilen und die steigende Anzahl Ostdeutscher, die in den Westen übersiedelten, vergessen:

    'Kommt die DM, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr.'

    Paul Haverkamp, Lingen

    • joG
    • 01.09.2010 um 8:48 Uhr

    ....recht. Vor allem die schnoddrige Art mit der These Paltzeks umzugehen, wäre Atem beraubend in der Tiefe ihrer unwissenden Arroganz. Da spricht schließlich Einer, der wirklich weiß wovon er spricht, wenn auch er seine eigenen Eisen im Feuer hat. Die Gewöhnlichkeit solcher Journalistik alleine nimmt dem Artikel den Schrecken. So schreibt man hierzulande halt und reagiert auf offenbarte Fehlverhalten der bürokratischen-politischen Elite mit einem Nebel aus unpassenden Daten, krummen Logleinen und emotionalen Vorwürfen um Harmonie bedacht um abzulenken und um die Legitimität der Ordnung unbewusst (?) zu schützen. So gesehen ist der obere Artikel nicht ein mal schlecht.

  5. Ich finde es heute, 20 Jahre später spannend, wie viel auf Integration der Kinder in Kitas, Kindertagesstätten, Ganztagsschule gesetzt wird.
    In der DDR diente es ja als eine Ideologisierung, die soziale Komponente hatte man 1990 leider unbedacht gelassen. Vielleicht auch, weil die traditionelle Sicht auf Frauen im Westen eher mit Familie und Haushalt als mit Arbeit in Verbindung standen. Trotzdem schien alles unter Generalverdacht gestanden zu haben und eine differenzierte Übernahme nicht gewollt. Besonders schade, wenn man bedenkt, dass die Menschen aus der DDR dieses Bild der arbeitenden Frau sicher nicht ablegen würden und seit dem Feminismus in den 60er auch in der damiligen BRD solche Debatten geführt wurden.

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