Alternativer Nobelpreis"Atomkraft ist keine Brücke, sondern eine Mauer"

Mycle Schneider erhielt 1997 den Alternativen Nobelpreis für seine fundierte Kritik an der Atomkraft. ZEIT ONLINE sprach mit ihm über die Energie der Zukunft. von 

Energiehunger, Wassermangel, Umweltzerstörung: Wie groß sind die Probleme der Menschheit und was können wir in Europa tun, um etwas zu verändern? ZEIT ONLINE hat mit Trägern des Alternativen Nobelpreises gesprochen.

Mycle Schneider ist Energieexperte und Atomkraftkritiker. Seit 1992 erstellt er gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern den World Nuclear Industry Status Report (Bericht über den Zustand der weltweiten Atomenergie). 1983 hatte Schneider WISE-Paris gegründet.

Seit 2003 arbeitet Schneider als selbständiger Berater und Experte für Regierungen und Parlamente (zum Beispiel für das deutsche Umweltministerium von 2000 bis 2010) sowie internationale Organisationen wie Greenpeace und die Internationale Atomenergiebehörde. Schon 1997 erhielt Mycle Schneider den Alternativen Nobelpreis: "Für seine Warnungen vor den beispiellosen Gefahren von Plutonium für die Menschheit."

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Leserkommentare
  1. im Vergleich mit der Gier der 4 deutschen Stromkonzerne und der Käuflichkeit "unserer" Bundesregierung?

    • leulind
    • 25. November 2010 13:13 Uhr

    Von Argumenten habe ich nichts gehört. Es handelte sich um die Formulierung von Überzeugungen, nicht das Nennen von Fakten, die es aber zweifellos gibt, sowohl für als gegen Atomenergie.

    • Ghassi
    • 25. November 2010 14:26 Uhr

    Die Atomlobby ist eine wirklich bedeutende und einflussreiche Vertretung der Stromriesen. Die jetzigen Anti-AKW-Proteste werden diese Lobby in ihrem Einfluss nicht schwächen können. Auch in Südafrika wird weiterhin hinter vorgehaltener Hand auf Atomenergie gesetzt, sodass der Staatskonzern ESKOM an vier möglichen Standorten im Lande eine AKW-Errichtung grundsätzlich für möglich hält, trotz der teilweise massiven Proteste aus der Bevölkerung. Anbei empfehle ich ein wirklich sehr interessantes Interview mit einem Bundestagsabgeordneten, der die Atomstrompolitik in Deutschland und Südafrika thematisiert:
    http://2010sdafrika.wordp....

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    Forschung und Wissen mutwillig vernichtet, die Industrie mit ihren Spezialisten ausser Landes treibt, wie es die Rot/Grüne Regierung getan hat, verwirkt man jede Fachkompetenz ausgerechnet auch noch andere Länder "belehren" zu wollen.

  2. aber nicht bei der Atomkraft.
    Eine gesicherte Stromversorgung die ja wohl angestrebt werden soll kann erst dann völlig auf "erneuerbare" Energie umgestellt werden wenn Wind und Sonne speicherbar ist.
    Diese "Mauer" muss zuerst mal überwunden werden.
    Da gibt es viele Theorien und viele Fantasien, aber wenige praxisnahe Lösungen.
    So werden fröhlich weitere Atomkraftwerke gebaut und geplant, weit weit mehr als von Herrn Schneider angegeben.
    Man sehe sich nur mal aus dieser Tabelle die planned und proposed Reactors an:
    http://world-nuclear.org/...

  3. Forschung und Wissen mutwillig vernichtet, die Industrie mit ihren Spezialisten ausser Landes treibt, wie es die Rot/Grüne Regierung getan hat, verwirkt man jede Fachkompetenz ausgerechnet auch noch andere Länder "belehren" zu wollen.

    • Carl33
    • 25. November 2010 15:25 Uhr

    Stellt sich nun noch die Frage, ob sie längs oder quer zur beabsichtigten Bewegungsrichtung steht. Also ehrlich gesagt ist bei mir nur eine Anhäufung von Metaphern angekommen und dass Herr Schneider eine Autorität auf dem Gebiet der Energie oder so sein muß, und dass er möglicher Weise auch für Shell arbeitet.
    Ich glaube, wenn er das hier sieht, ist er unangenehm berührt.

    • Debatz
    • 25. November 2010 15:32 Uhr

    Und für diesen lahmen "Bratsch" bekommt man einen alternativen Nobelpreis? Entschuldigung, aber das was er da erzählt in dem Interview kann jeder zusammenfaseln. Und es bringt uns vor allem nicht weiter in unserer Entwicklung.

    Atomkraft muss weg, das ist wahr. Aber sie durch überteuerten Öko-Strom zu ersetzen, der wenig ergiebig ist und den sich kein Mensch in absehbarer Zeit leisten kann ist auch keine Alternative. Und mal ehrlich, vor 30 Jahren hätte man damit noch jemanden beeindrucken können, aber heute sind Solarzellen und Windräder wirklich keine "neue technologie" mehr und sie sind auch ausgereizt, ineffizient und nicht platzsparend.

    Die Verteilung der Energie kann man sich auch an den Hut stecken, wenn man davon absieht ein zentralisiertes Stromversorgungsnetz erhalten zu wollen.

    Hier sind ein paar Vorschläge, die WIRKLICH eine Alternative sind, warum berichtet da niemand drüber?:

    http://www.theorionprojec...

    Kostenvoranschlag, mehr Informationen über das Was und Wie gibts hier:

    http://www.disclosureproj...

    Wenn sich unsere Regierung auch dazu bewegen lassen würde, dieses Projekt zu unterstützen, dann wäre die Welt ihr Energieproblem in etwa 3 Jahren los. Plus die Umwelt könnte wieder so hergestellt werden, wie sie vor unserer "CO2-Attacke" war.

    aber es wird ja WEITLÄUFIG IGNORIERT, dass es ECHTE ALTERNATIVEN gibt und nicht nur so ein Gefasel.

    • ca3sar
    • 25. November 2010 15:34 Uhr

    @mittedrin :
    Das ist ein Frage der Zaehlweise. In ihrer Tabelle stehen auch 58 AKWs als "im Bau" drin, weil Erneuerungen mitgezaehlt werden. Wir wissen aber alle, das da eine 1 hingehoert. Ebenso ist nicht schwierig sich vorzustellen, dass wie es mit der Neutralitaet dieser Seite bestellt ist.

    An der Stelle moechte ich anmerken, dass Herr Schneider als Traeger des alternativen Nobelpreises wohl schon weiss worueber er redet. Wem die Argumente in dem (5 Minuten) Video fehlen, der moege sich doch seine Schrift fuer 2009 durchlesen. Da gibts mehr als genug.

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    gegen die Zahlen dieser Liste?
    Was muss da "neutral" sein?
    Hier werden Daten gesammelt von Ländern die Kraftwerke in Betrieb haben, die Kraftwerke bauen und die Kraftwerke planen.
    Allen voran China, auch Indien, die wohl noch keine zum abschalten haben.

    • speog
    • 13. Dezember 2010 9:37 Uhr

    Ab einem bestimmten Punkt wird die Behauptung das es sich um eine "Frage der Zaehlweise" handelt absurd. Diesen Punkt haben Sie hier definitiv erreicht.
    Quellenangabe Ihrer Behauptungen: Nicht vorhanden!

    Baubeginn von Reaktoren seit 2005: 47
    Datenquelle: http://www.iaea.org/progr...

    [...]

    Aufgrund einer besseren Lesbarkeit haben wir die Auflistung aus der von Ihnen genannten Quelle gekürzt. Wir bitten um Ihr Verständnis. Danke. Die Redaktion/ag

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Nobelpreis | Greenpeace | Atomenergie | Parlament | Plutonium | Umweltministerium
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