Barack Obama Gefährlicher Machtzuwachs für die Republikaner
Obama muss sich gegen die republikanische Mehrheit erwehren. Die Konservativen wollen seine Politik torpedieren. Doch dabei wiederholen sie die Fehler der Vergangenheit.
Für die Präsidentschaft Barack Obamas hat eine neue Phase begonnen: Von nun an regieren die Republikaner mit deutlicher Mehrheit im Abgeordnetenhaus. Das bedeutet noch mehr Kampf um künftige Gesetzesprojekte und neue Schlachten um bereits verabschiedete Reformen, wie etwa im Gesundheitswesen und der Finanzaufsicht. Das haben die Neuparlamentarier, vor allem jene der rechtskonservativen Tea-Party-Bewegung, ihren Wählern versprochen.
Bereits die feierliche Konstituierung des 112. Kongresses nutzten die Republikaner, die im November einen triumphalen Wahlsieg eingefahren hatten, um den Machtwechsel zu zelebrieren. Zu Beginn wurde die Verfassung verlesen, mit besonderer Betonung der Rechte des Parlaments gegenüber anderen Verfassungsorganen. Das Dokument von 1787 beginnt: "We the people …" Genau diese drei Worte hatte die Tea-Party-Bewegung zu ihrem Schlachtruf im Wahlkampf gemacht. In ihren Augen war der bisherige Kongress mit demokratischer Mehrheit eine diktatorische Macht, die nicht die wahren Interessen des Volkes vertrat.
Nun also hat John Boehner, der neue Speaker, den Holzhammer von der bisherigen Parlamentspräsidentin Nancy Pelosi übernommen – als Symbol der Macht, denn nur er kann die Tagesordnung bestimmen. Der 61-jährige, stets gebräunte Geschäftsmann ist kein ideologischer Eiferer, eher ein Pragmatiker. In seiner Antrittsrede versprach er Bescheidenheit und kollegialen Umgang. Bereits zuvor erging die Order an die Parteibasis, doch bitte weitestgehend auf Siegesfeiern und aufwendige Eröffnungspartys zu verzichten; diese passten nicht zur düsteren Wirtschaftslage vieler Bürger.
Mit diesen Signalen und Symbolen wollen die Konservativen die Nation überzeugen, dass eine neue Kultur in Washington einzieht und sich der Stil des politischen Geschäfts ändert. Das hat in jüngster Vergangenheit freilich jede neue Mehrheit versprochen und sich dennoch rasch die Sympathien der Wähler verscherzt. Um dies zu verhindern, stehen die Republikaner vor einer dreifachen Herausforderung. Sie müssen herausfinden, worin der wahre Wählerwille besteht, sie müssen die großen internen Spannungen zwischen moderaten Altabgeordneten und konfrontationswilligen Neulingen besänftigen und das richtige Maß zwischen Prinzipienfestigkeit und Kompromissbereitschaft im Umgang mit dem Präsidenten finden.
Aller Erfahrung nach neigen neue Mehrheiten immer dazu, ihr Mandat zum politischen Wechsel überzuinterpretieren. Dabei vergessen sie allzu leicht, dass sie an die Macht gelangt sind, weil die Wähler ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Mehrheit dokumentieren und ihr einen Denkzettel verpassen wollten – nicht aber, weil die Bürger das inhaltliche Gegenprogramm der bisherigen Opposition aus Überzeugung unterstützen. Kommentatoren verweisen in diesem Zusammenhang auf 1994, als die Republikaner nach ihrem Wahlsieg genau diesem Irrtum erlagen und so dem damaligen demokratischen Präsidenten Bill Clinton die Wiederwahl zwei Jahre später ermöglichten. Auch die Demokraten hätten vor zwei Monaten ihre Mehrheit verloren, weil sie der Ideologie zu viel Platz eingeräumt hätten.
Offenbar passiert dies nun auch den Republikanern. Bereits am kommenden Freitag wollen sie den Antrag einbringen, Obamas Gesundheitsreform rückgängig zu machen und darüber kommende Woche auch abstimmen. Abgesehen davon, dass es wohl folgenlos bleiben wird – im Senat bestimmt noch immer eine Mehrheit der Demokraten, und diese werden jeden Antrag der Gegenseite ablehnen – ist es vor allem ein symbolischer Kampf, ein Zugeständnis an die Tea Party.
Diesem extremen rechten Flügel verdanken die Republikaner ihren Wahlsieg. Bestrebungen einzelner Kandidaten nach einflussreichen Machtpositionen im Kongress hat die Parteiführung aber weitgehend abgeblockt. Nur in wenigen Kongressausschüssen erhalten die Radikalen den Vorsitz, zum Beispiel Darrell Issa im Komitee zur Regierungskontrolle. Er hat gleich sechs Untersuchungsausschüsse für die nächsten drei Monate angekündigt, unter anderem zum Umgang mit Wikileaks, Korruption in Afghanistan, und Auflagen für die Lebensmittelindustrie.
Diese Art der Konfrontation kann jedoch viele Wähler verärgern. Und auch mit ihren üblichen Wahlversprechen stoßen die Republikaner bereits jetzt auf Ablehnung. So ist zwar ihr Versprechen, die Staatsausgaben zu senken, durchaus populär. Alle konkreten Sparvorschläge jedoch, etwa für die drei größten Kostentreiber, das Militär, das Renten- und Gesundheitsystem für Senioren, fielen bislang in der Wählerschaft durch.
- Datum 05.01.2011 - 19:54 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 38
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






die arbeiten alle für die gleichen leute...links..rechts...mittel...kontrolliert
was hat Obama den anders gemacht als Bush?
Im Grunde ist Obama viel gefährlicher als Bush es jemals war. Bush's Politik konnte man noch recht einfach enttarnen. Bei Obama ist es nicht mehr der Fall. Zumindest reden nur die wenigen davon.
Haben die Zeit-Journalisten mal nach Irak geschaut? Abzug von Soldaten hatte zwar einen schönen Geschmack gehabt, nur leider hat man versäumt zu sehen, dass dafür private Sicherheitsdienstleister (Söldner) eingestellt wurden.
Zum Thema Guantanamo..... Ist da was gutes passiert?
Im Bereich des Datenschutzes hat er auch viel Dreck am Stecken. So zum Beispiel hat vor kurzem ein US-Bundesgericht ein Gesetz gekippt, welches das abfragen von Bewegungsdaten ohne richterlichen Beschluss ermöglichen sollte. Hallo? Rechtsstaat?
Und was ist mit den besagten Steuererhöhungen für "Reiche der Reichen"? Nix, die haben jetzt sogar noch eine weitere Steuersenkung aufgebrummt bekommen - wie geil ist das den?
Und das ist nur ein kleiner Teil, was die Obama-Administration da so gemacht hat. Wo ist da noch der Unterschied zu den Republikanern? Das oberflächliche Image?
'Wo ist da noch der Unterschied zu den Republikanern? Das oberflächliche Image?'
Die Gesundheitsreform, um nur ein Beispiel zu nennen, hat Millionen von Amerikanern Schutz vor finanziellem Bankrott im Krankheitsfall gegeben. In den Augen vieler Menschen ist die ein Menschenrecht. Es mag sein dass dies in Europa nicht so sehr wahrgenommen wird, weil es hier eine Selbstverstaendlichkeit ist so einen Schutz zu haben.
Entweder er ist ein Sozialist oder er ist nicht liberal/links genug. Obama hat in den zwei Jahren mehr Zeug geschafft als vielleicht jeder andere Präsident seit FDR. Was haben manche eigentlich erwartet? Dass er den Zauberstab auspackt und die USA in ein Paradies verwandelt? Health Care Reform, Irak, Don't Ask Don't Tell, Finanzmarktreform, man kann gegenüber alledem kritisch sein, aber zu sagen, dass er so rechts ist wie die Republikaner, ist vollendeter Schwachsinn.
Und Guantanamo: In Deutschland war das Geschrei deswegen (zu Recht) immer groß. Aber als es darum ging die Gefangenen hier in Gefängnissen aufzunehmen...da war die Begeisterung so richtig zu spüren oder?
'Wo ist da noch der Unterschied zu den Republikanern? Das oberflächliche Image?'
Die Gesundheitsreform, um nur ein Beispiel zu nennen, hat Millionen von Amerikanern Schutz vor finanziellem Bankrott im Krankheitsfall gegeben. In den Augen vieler Menschen ist die ein Menschenrecht. Es mag sein dass dies in Europa nicht so sehr wahrgenommen wird, weil es hier eine Selbstverstaendlichkeit ist so einen Schutz zu haben.
Entweder er ist ein Sozialist oder er ist nicht liberal/links genug. Obama hat in den zwei Jahren mehr Zeug geschafft als vielleicht jeder andere Präsident seit FDR. Was haben manche eigentlich erwartet? Dass er den Zauberstab auspackt und die USA in ein Paradies verwandelt? Health Care Reform, Irak, Don't Ask Don't Tell, Finanzmarktreform, man kann gegenüber alledem kritisch sein, aber zu sagen, dass er so rechts ist wie die Republikaner, ist vollendeter Schwachsinn.
Und Guantanamo: In Deutschland war das Geschrei deswegen (zu Recht) immer groß. Aber als es darum ging die Gefangenen hier in Gefängnissen aufzunehmen...da war die Begeisterung so richtig zu spüren oder?
ist DER mafia town schlecht hin..wer DA der macht ergreifen kann hat nicht nur nette freunde..
obama lugt wenn er nur seinen mund aufmacht...
Regierung A verursachte fast alle Probleme des Land im Alleingang, Wähler wählen Regierung A ab weil sie die Probleme, die Regierung A und die Wähler selbst verschuldet haben, gelöst haben wollen und wählen Regierung B, weil Regierung B die massiven Probleme des Landes nicht sofort lösen kann, wählen die Wähler Regierung A teilweise zurück an die Macht, damit die gleichen Leute von der ehemaligen Regierung A das Tun und Handeln von Regierung B torpedieren können.
Völlig verrückt aber Normalität in vielen Ländern dieser Welt.
...repräsentative Demokratie nicht oder nur selten im Sinne der Bürger funktioniert, kann man überall beobachten. Sie passt nicht zu den Menschen.
...repräsentative Demokratie nicht oder nur selten im Sinne der Bürger funktioniert, kann man überall beobachten. Sie passt nicht zu den Menschen.
Das wäre allerdings ganz etwas Neues.
Ein guter Zug wäre zum Beispiel, wenn sie sich endlich ihrer Pflicht stellen würden und den vergifteten Helfern von Ground Zero die ihnen zustehende Unterstützung zukommen lassen würden. Es wäre auch interessant zu wissen, was das für ein giftiger Stoff war, der alles verseucht hat. (Das könnte nämlich der Grund für den Einsturz gewesen sein).
'Wo ist da noch der Unterschied zu den Republikanern? Das oberflächliche Image?'
Die Gesundheitsreform, um nur ein Beispiel zu nennen, hat Millionen von Amerikanern Schutz vor finanziellem Bankrott im Krankheitsfall gegeben. In den Augen vieler Menschen ist die ein Menschenrecht. Es mag sein dass dies in Europa nicht so sehr wahrgenommen wird, weil es hier eine Selbstverstaendlichkeit ist so einen Schutz zu haben.
....viele Menschen zu Ausgaben gezwungen, die sie nicht machen wollen, während sie andere Menschen (zurecht) in Panik versetzt, weil sie eine Verschlechterung der Leistungen ihrer Versicherung entgegen sehen. Die Veränderungen durch das Gesetz sind auch, befürchtet man, sehr kostspielig in einer Zeit, in der man den Staatshaushalt reduzieren muss. Keine Frage. Obama hat da eine politische Hochleistung erreicht, indem er das Gesetz durchsetzte. Ob es eine bessere Lösung ist, als der alte Zustand ist aber eine sehr offene Frage.
....viele Menschen zu Ausgaben gezwungen, die sie nicht machen wollen, während sie andere Menschen (zurecht) in Panik versetzt, weil sie eine Verschlechterung der Leistungen ihrer Versicherung entgegen sehen. Die Veränderungen durch das Gesetz sind auch, befürchtet man, sehr kostspielig in einer Zeit, in der man den Staatshaushalt reduzieren muss. Keine Frage. Obama hat da eine politische Hochleistung erreicht, indem er das Gesetz durchsetzte. Ob es eine bessere Lösung ist, als der alte Zustand ist aber eine sehr offene Frage.
en, hauptsache, sie tritt nicht seine Nachfolge an.
Tut mir leid, ich kann nicht anders!
Was können Sie nicht anders? Ihre emotionalen Ausbrüche zäumen? Überlegen Sie was Sie da sagen! Sie schlagen vor, ein Staatsoberhaupt solle einen Gegenkandidaten wegsperren, um seine Beteiligung an der Wahl zu verhindern, weil Sie anderer Ansicht sind als jener Kandidat! Eine interessante Meinung!
Was können Sie nicht anders? Ihre emotionalen Ausbrüche zäumen? Überlegen Sie was Sie da sagen! Sie schlagen vor, ein Staatsoberhaupt solle einen Gegenkandidaten wegsperren, um seine Beteiligung an der Wahl zu verhindern, weil Sie anderer Ansicht sind als jener Kandidat! Eine interessante Meinung!
...repräsentative Demokratie nicht oder nur selten im Sinne der Bürger funktioniert, kann man überall beobachten. Sie passt nicht zu den Menschen.
....sagen: "Dass repräsentative Demokratie nicht oder nur selten im Sinne der Bürger funktioniert, kann man überall beobachten...."?
Vergleichen Sie die Demokratie mit den Alternativen!
....sagen: "Dass repräsentative Demokratie nicht oder nur selten im Sinne der Bürger funktioniert, kann man überall beobachten...."?
Vergleichen Sie die Demokratie mit den Alternativen!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren