Gleichstellung Quotenzoff im Kabinett
Die Familien- und die Arbeitsministerin streiten, wie die Zahl weiblicher Führungskräfte erhöht werden kann. Die FDP ist gegen die Quote. Die Kanzlerin vermittelt.
Zickenzoff im Kabinett ist so ungefähr das Letzte, was Angela Merkel im Super-Wahljahr brauchen kann. Als sich Ursula von der Leyen und Kristina Schröder am Wochenende darüber in die Haare gerieten, wie der Frauenanteil in Führungsposten der Wirtschaft angehoben werden soll, war der Ordnungsruf der Kanzlerin also nur noch eine Frage der Zeit.
Am Montag ist es so weit: Merkel lässt die Arbeits- und die Familienministerin zur Gemeinsamkeit verdonnern. Beide Ministerinnen, sagt Vizeregierungssprecherin Sabine Heimbach, würden in Kürze mit den Arbeitsdirektoren und -vorständen der im Dax-Börsenbarometer vertretenen wichtigsten deutschen Unternehmen darüber sprechen, warum dort Frauen an der Spitze immer noch eine verschwindende Minderheit darstellen. Und danach werde es dann einen "abgestimmten“ Vorschlag geben.
Dass auch aus Merkels Sicht etwas geschehen muss, daran lässt die Sprecherin aber keinen Zweifel: "Es gibt Handlungsbedarf“, sagt sie. Das Problem ist nur, wie weit der gehen soll. Leyen hatte im NDR ihre Forderung bekräftigt, per Gesetz eine 30-Prozent-Quote in Führungsgremien der großen börsennotierten Unternehmen festzuschreiben. Nicht von heute auf morgen, aber in einem Stufenplan soll diese Pflicht von 2018 an greifen, und den will die Arbeitsministerin in diesem Jahr verabschiedet sehen. Schröder hat prompt via Morgenmagazin dagegengehalten: Sie will den großen Unternehmen lediglich vorschreiben, dass sie sich selbst eine Quote setzen müssen, die sie binnen zwei Jahren erreichen wollen.
Die Familienministerin liegt damit zwar über Kreuz mit der CDU-Kollegin, dafür aber nahe an der CSU. Deren Chef Horst Seehofer hat in der eigenen Partei gerade erst ein Frauenquorum für die Führungsspitzen durchgesetzt. Im Fall der Wirtschaft will er freilich erst einmal nur "über mögliche Selbstverpflichtungen reden“.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner macht gegen Quoten gleich prinzipiell mobil: Das sei ein "Eingriff in die Vertragsfreiheit“. Lindner findet sogar, es gebe gar "keinen dringenden Handlungsbedarf“. Aber das sieht nicht nur Merkel anders, sondern auch der Koalitionsvertrag. "Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst soll maßgeblich erhöht werden“, vermerkt das geduldige Papier. Das dort verabredete Vorgehen entspricht auf den ersten Blick ziemlich genau Schröders Plan. Von einem Stufenplan ist dort die Rede, und: "Der Stufenplan setzt in einer ersten Stufe auf verbindliche Berichtspflichten und transparente Selbstverpflichtungen.“
Leyen hat genau besehen gar nichts dagegen. Sie glaubt nur nicht mehr an Selbstverpflichtungen und denkt deshalb gleich eine Planstufe weiter. Und die Ex-Frauenministerin will dafür weiter streiten. Seine Chefin, sagt ihr Sprecher, halte es "ausdrücklich für richtig, dass das Thema von unterschiedlichen Seiten befeuert wird“.
- Datum 01.02.2011 - 13:47 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 66
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nuff said.
beinhaltet so wenig und sagt doch alles :-)
der autor ist hier offensichtlich falsch.
der autor ist hier offensichtlich falsch.
Wir wissen ja, daß Frauen emphatischer, sozial kompeteneter und die bessern Führungskräfte sind. Studien haben das erwiesen. Oder so.
Wenn also nicht nur in Politik und Justiz, sondern auch in der Wirtschaft endlich die Frauen die Macht übernehmen, wird dieses Land zu einer neuen, nie dagewesenen Blüte gelangen.
Es wird Milch und Hioig und Harmonie fließen, und alle werden glücklich.
So wird es sein, und auf keinen Fall anders.
Bitte bleiben Sie sachlich. (Spart Zeit)
...ob nun bei der ersten ("falschen") Welle der Emanzipation der Frau in den 30ern oder später in den 60ern/70ern. Den Frauen wurde immer vorgeworfen, sie wollten sich wichtiger machen als die Männer. Dabei wollten und wollen die emanzipierten der Zeiten doch nur genau so wichtig sein wie die Männer. Schade, dass Heute noch eine seltsame Angst bei den männlichen Lenkern von Wirtschaft und Politik aufsteigt, wenn eine Frau es wagt, ihresgleichen als Kompetent und wichtig hinzustellen. Wo kommen wir denn da hin, wenn auf einmal diese unter-qualifizierten Frauchen hier herumschwirren? Sollen die sich doch mehr Mühe geben! Von alleine geben wir denen jedenfalls nichts!
Ich bitte Sie, diese Angst, die ich Ihnen unterstelle, fallen zu lassen. Eine Quote braucht es, wenn Gleichberechtigung und Chancengleichheit ernst gemeint sind. Ohne sie wird es noch viel länger dauern, bis die Hälfte der Bevölkerung, genauso in den wichtigen Schaltzentralen unserer Gesellschaft mitmischt, wie die andere Hälfte.
PS: Wussten Sie dass viele Feministinnen und Feministen heutzutage die Quote ablehnen? Wissen Sie auch warum? nicht weil sie wirkungslos ist, sondern weil viele Männer aber auch einige Frauen, Frauen beleidigen wenn Ihnen die Quote die Gleichberechtigung ermöglicht hat. Wirklich traurig, dass wir sozialen Druck auf Menschen ausüben, die eigentlich nur auch eine Chance haben wollen.
...oder Partner arbeitslos ist, weil ihm z.B. im Öffentlichen Dienst trotz höherer Qualifikation eine sog. "Quotenfrau" vorgezogen wird, freut das die Ehefrau oder Partnerin und die Kinder kaum. Auch die Mutter dieses Mannes, die früher wahrscheinlich wirklich als Frau Diskriminierung im Job erfahren musste, wird kaum denken "Toll, mein Sohn ist arbeitslos, jetzt haben wir es den Männern aber gezeigt". Genauso ist ein Mann wohl wenig begeistert, wenn seine Partnerin, weil es für Kinder zu wenig Betreungsplätze gibt, es in der Privatwirtschaft schwer hat, einen Job zu bekommen (potientielle Mütter könnten ja ausfallen). Frauenquoten für die Unternehmensspitze helfen den Frauen überhaupt nicht weiter, die wirklich Nachteile haben, aber durch Kinder zum Fortbestand unserer Gesellschaft beitragen. Leider ignorieren auch Leute wie Alice Schwarzer, deren auf gleichgeschlechtliche Beziehungen aufbauendes Lebensmodell zwar völlig in Ordnung ist, jedoch nicht verallgemeinert werden kann, die Interessen der Mehrheit ihrer Geschlechtsgenossinnen.
...ob nun bei der ersten ("falschen") Welle der Emanzipation der Frau in den 30ern oder später in den 60ern/70ern. Den Frauen wurde immer vorgeworfen, sie wollten sich wichtiger machen als die Männer. Dabei wollten und wollen die emanzipierten der Zeiten doch nur genau so wichtig sein wie die Männer. Schade, dass Heute noch eine seltsame Angst bei den männlichen Lenkern von Wirtschaft und Politik aufsteigt, wenn eine Frau es wagt, ihresgleichen als Kompetent und wichtig hinzustellen. Wo kommen wir denn da hin, wenn auf einmal diese unter-qualifizierten Frauchen hier herumschwirren? Sollen die sich doch mehr Mühe geben! Von alleine geben wir denen jedenfalls nichts!
Ich bitte Sie, diese Angst, die ich Ihnen unterstelle, fallen zu lassen. Eine Quote braucht es, wenn Gleichberechtigung und Chancengleichheit ernst gemeint sind. Ohne sie wird es noch viel länger dauern, bis die Hälfte der Bevölkerung, genauso in den wichtigen Schaltzentralen unserer Gesellschaft mitmischt, wie die andere Hälfte.
PS: Wussten Sie dass viele Feministinnen und Feministen heutzutage die Quote ablehnen? Wissen Sie auch warum? nicht weil sie wirkungslos ist, sondern weil viele Männer aber auch einige Frauen, Frauen beleidigen wenn Ihnen die Quote die Gleichberechtigung ermöglicht hat. Wirklich traurig, dass wir sozialen Druck auf Menschen ausüben, die eigentlich nur auch eine Chance haben wollen.
...oder Partner arbeitslos ist, weil ihm z.B. im Öffentlichen Dienst trotz höherer Qualifikation eine sog. "Quotenfrau" vorgezogen wird, freut das die Ehefrau oder Partnerin und die Kinder kaum. Auch die Mutter dieses Mannes, die früher wahrscheinlich wirklich als Frau Diskriminierung im Job erfahren musste, wird kaum denken "Toll, mein Sohn ist arbeitslos, jetzt haben wir es den Männern aber gezeigt". Genauso ist ein Mann wohl wenig begeistert, wenn seine Partnerin, weil es für Kinder zu wenig Betreungsplätze gibt, es in der Privatwirtschaft schwer hat, einen Job zu bekommen (potientielle Mütter könnten ja ausfallen). Frauenquoten für die Unternehmensspitze helfen den Frauen überhaupt nicht weiter, die wirklich Nachteile haben, aber durch Kinder zum Fortbestand unserer Gesellschaft beitragen. Leider ignorieren auch Leute wie Alice Schwarzer, deren auf gleichgeschlechtliche Beziehungen aufbauendes Lebensmodell zwar völlig in Ordnung ist, jedoch nicht verallgemeinert werden kann, die Interessen der Mehrheit ihrer Geschlechtsgenossinnen.
Nu zensiert Euch doch nicht selbst!
War doch eine gute Headline.
Wobei, wenn man es genau nimmt.
Eine von den Dreien ist doch eher noch ein Zicklein.
der autor ist hier offensichtlich falsch.
...
Diese Bescheidenheit finde ich vorbildlich.
Das die Schwarz/Gelbe Regierung sich ja nicht auf eine gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit oder gar einen Mindestlohn einigen kann ist es mehr als zynisch jetzt für Frauen in Spitzenpositionen eine Quote einzuführen.
Was soll das bedeuten? Am unteren Rand der Bevölkerung gibt es keine Gleichberechtigung, egal ob Mann oder Frau. Am oberen Rand in den Chefetagen führt man eine gesetzliche Quote ein?
Also irgentwie sind die Prioritäten bei dieser Regierung sowas von verschoben, dass ich kaum noch Worte dafür finde...
Und wenn ich mir unsere deutschen Top-Managerinnen (oder Top-Politikerinnen) so anschaue ist das letzte was wir brauchen eine Frauenquote.
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