Finanzkrise Die Welt ist aus den Fugen

Im Krisensommer 2011 offenbart sich der desaströse Zustand unserer Demokratien. Eine übermächtige Finanzwirtschaft führt Politik und Eliten vor.

Da geht der Kaiser, in die schönsten Kleider gehüllt, die je ein Schneider geschaffen hat. Sie sind aus feinem Lügengespinst und doch aus dem stärksten Gewebe, das die menschliche Gemeinschaft kennt, der Angst nämlich, nicht dazu zugehören. Wer des Kaisers neue Kleider nicht sieht, ist ja dumm und taugt nicht für seine Ämter. Der Konformitätsdruck in Andersens Märchen scheitert bekanntlich am unbefangenen Kind. "Aber er hat ja gar nichts an!" ruft zuletzt das ganze Volk.

So weit sind wir noch nicht. In diesem Sommer sind wir vollends in den Bann geraten, der uns nach Art der Schlange Kaa die Köpfe dumm und schwindelig macht. Täglich schalten die Fernsehsender zu den Börsen, um die unausweichliche Frage zu stellen: Wie reagieren "die Märkte" – jene nervösen und unruhigen Sensibelchen, auf die es vor allen anderen ankommt? Dabei müsste es Politikern und Bürgern doch darum gehen, deren Macht zu brechen. Seit dem Crash von 2008 wissen wir, dass nichts so irrational, gefährlich und unproduktiv ist wie das Meuteverhalten der Finanzakteure, die keinem anderen als dem eigenen Nutzen folgen.

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Die Finanzwirtschaft durchdringt die Welt nun seit einem Vierteljahrhundert. Nicht finstere Diktaturen haben sie geschaffen. Sie ist ein originäres Kind der demokratischen, westlichen Nationen, die am Ende des letzten Jahrhunderts den ökonomisch Mächtigen die Fesseln ersparen wollten, die der Wohlstandskapitalismus ihnen auferlegt hatte. Verständlich. Neue Konkurrenzverhältnisse zeichneten sich ab. Jeder Staat meinte, "seine" Wirtschaft optimal in Stellung bringen zu müssen, indem Kosten gesenkt, Verpflichtungen gelöst und außerdem sagenhaft viel Geld verdient werden konnte.

Die Märkte sind immer im Vorteil

Dieser neue Kapitalismus hat die Ideale und Stärken der Demokratien in einem Maß untergraben, wie kein äußerer Feind es gekonnt hätte. Die "Märkte" sind zur Parallelgesellschaft des 21. Jahrhunderts geworden. Sie können jenseits der für alle anderen gültigen Maßstäbe von Haftung und Verantwortung handeln. Sie sind im Vorteil, denn sie kennen die Regeln der Vielen und nutzen sie zu ihrem Zweck, während die Vielen die Mechanismen weder durchschauen noch beherrschen können, mit denen Ratingagenturen ganze Staaten abstufen oder Hedgefonds mit Leerverkäufen auf Verlust und Niedergang von Nationen wetten. Sie sind immer im Vorteil, denn sie verdienen nicht nur an konstruktiven Erfolgen, sondern auch an Niederlagen und Pleiten.

Die Krisen, die nach den Explosionen privater und öffentlicher Schulden heute auszubaden sind, bestimmen die Debatten Europas und der USA. Schlimmer aber als alle Handlungszwänge sind die Gedankengefängnisse, in denen Politik und Eliten stecken. Die Demokratien haben sich vom neuen Finanzkapitalismus ihr Selbstbewusstsein abkaufen lassen. Der Aufstieg der Demokratie war nicht möglich ohne die soziale und rechtliche Zivilisierung des Kapitalismus, ohne die Zurücksetzung der Macht der ökonomisch Stärkeren. Die alternden Demokratien kapitulieren vor ihr.

Leser-Kommentare
  1. zum Thema KRISE! Warum erst so spät übernommen vom Tagesspiegel?

    MfG
    biggerB

    29 Leser-Empfehlungen
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    • ribera
    • 22.08.2011 um 1:11 Uhr

    "Leitartikel und Wirtschaftsseiten geben vor, die Mechanismen von Leerverkäufen, Derivaten, Hegden oder Outperformen zu verstehen. Tatsächlich beeindrucken sie nur mit dem Insiderbluff, der alle zum Schweigen bringen kann, weil sich niemand mit dummen Fragen blamieren will."
    Wenn sich die "Zeit" das auch noch zu Herzen nehmen wuerde....

    • ribera
    • 22.08.2011 um 1:11 Uhr

    "Leitartikel und Wirtschaftsseiten geben vor, die Mechanismen von Leerverkäufen, Derivaten, Hegden oder Outperformen zu verstehen. Tatsächlich beeindrucken sie nur mit dem Insiderbluff, der alle zum Schweigen bringen kann, weil sich niemand mit dummen Fragen blamieren will."
    Wenn sich die "Zeit" das auch noch zu Herzen nehmen wuerde....

  2. nicht der Erste.
    MfG
    biggerB

    62 Leser-Empfehlungen
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    • m1ch1
    • 21.08.2011 um 22:22 Uhr

    Ich wundere mich sehr darüber, wie viele Leute diesen Artikel als hochkarätig und sauber analysiert ansehen.

    Kleines Gegenbeispiel:
    Es wird darüber gejammert, dass "sozialdemokratische, liberale und konservative Regierungen den öffentlichen Sektor abgebaut haben, weil "Privat vor Staat" zum Dogma ihrer Regierungen wurde".
    Es ist doch gerade im Gegenteil so, dass diejenigen Staaten, in denen es in den letzten 10 Jahren keine drastischen Lohnerhöhungen und Verschwendung von Steuergeldern gegeben hat, am besten durch die Krise gekommen sind.
    Während die Einkommen in Deutschland stagnierten und wir somit weiterhin wettbewerbs- und damit überlebensfähig blieben, stiegen die Löhne/Gehälter in Griechenland um 50-70%! Das findet man als Linker natürlich erstmal toll. Aber wenn´s dann schiefgeht und die Pleite droht, dann war´s auf einmal der böse anonyme Markt/Kapitalismus...

    Das ist sicherlich nicht der beste Artikel der Zeit. Er ist nur mit der Wut/Meinung des Durchschnittsleser kompatibel. Eine wiedererkannte eigene Meinung macht aber aus einem Artikel keinen guten Artikel.
    Auch wenn ich das Wort "Märkte" und die Menschen, die diese "Märkte" schaffen nicht mehr hören oder sehen kann, bleibt das für mich ein Artikel ohne konstruktive Erkenntnis, voll von Eu- und Dysphemismen... Noch schlimmer, er bietet ja nichts Neues, was sich unsereins eben nicht auch schon hier und da auf dem Scheißhaus überlegt hätte. Insofern billiger journalistischer Stimmenfang und kein "bester Artikel".

    • m1ch1
    • 21.08.2011 um 22:22 Uhr

    Ich wundere mich sehr darüber, wie viele Leute diesen Artikel als hochkarätig und sauber analysiert ansehen.

    Kleines Gegenbeispiel:
    Es wird darüber gejammert, dass "sozialdemokratische, liberale und konservative Regierungen den öffentlichen Sektor abgebaut haben, weil "Privat vor Staat" zum Dogma ihrer Regierungen wurde".
    Es ist doch gerade im Gegenteil so, dass diejenigen Staaten, in denen es in den letzten 10 Jahren keine drastischen Lohnerhöhungen und Verschwendung von Steuergeldern gegeben hat, am besten durch die Krise gekommen sind.
    Während die Einkommen in Deutschland stagnierten und wir somit weiterhin wettbewerbs- und damit überlebensfähig blieben, stiegen die Löhne/Gehälter in Griechenland um 50-70%! Das findet man als Linker natürlich erstmal toll. Aber wenn´s dann schiefgeht und die Pleite droht, dann war´s auf einmal der böse anonyme Markt/Kapitalismus...

    Das ist sicherlich nicht der beste Artikel der Zeit. Er ist nur mit der Wut/Meinung des Durchschnittsleser kompatibel. Eine wiedererkannte eigene Meinung macht aber aus einem Artikel keinen guten Artikel.
    Auch wenn ich das Wort "Märkte" und die Menschen, die diese "Märkte" schaffen nicht mehr hören oder sehen kann, bleibt das für mich ein Artikel ohne konstruktive Erkenntnis, voll von Eu- und Dysphemismen... Noch schlimmer, er bietet ja nichts Neues, was sich unsereins eben nicht auch schon hier und da auf dem Scheißhaus überlegt hätte. Insofern billiger journalistischer Stimmenfang und kein "bester Artikel".

    • B.B.
    • 21.08.2011 um 20:19 Uhr

    Zitat aus Wikipedia:
    Bruns ist gelernte Gymnasiallehrerin für Geschichte und Mathematik und gehörte während ihres Studiums in den 1970er-Jahren der Führung des Marxistischen Studentenbunds Spartakus (MSB) an.

    Bitte diskutieren Sie zum konkreten Artikelthema und beteiligen Sie sich so konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

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    • RGFG
    • 21.08.2011 um 20:43 Uhr

    ...und die beschriebenen Zustände nicht besser.

    Mich nervt es ja auch, dass ich 1986 - als Reagan Libyen bombardieren ließ - die Typen von irgendeinem marxistischen Studentenbund noch ob ihrer anti-imperialistischen Tiraden auslachen konnte, um dann Anfang 2003 wutschnaubend und ohnmächtig die Eskapaden von Bush jr. mitzuerleben.

    Mich nervt es ja auch, dass sich der Sinn der (sozialen) Marktwirtschaft schon mal deutlich einfacher verteidigen ließ - unternehmerische Verantwortung und so - um dann ohnmächtig mit anzusehen, wie - einen Tag nachdem Portugal ein schmerzliches Sparpaket verabschiedet hat - die Ratingagenturen zynisch nachtreten und die gerade mühsam erreichten Einsparungen mit einem Federstrich des Downratings nicht nur zunichte machen, sondern das Problem sogar nochmal verschärfen. Das kann man niemandem mehr erklären - und da hilft auch das HuiBuhh Schreckgespenst des "Marxismus" nicht mehr drüber weg..

    Ja das mag einen nerven, wenn ein (Ex)Marxist tatsächlich mal recht hat. Aber Wegschauen bringt uns auch nicht mehr weiter.

    • essilu
    • 21.08.2011 um 20:51 Uhr

    ...über Frau Tissy Bruns beziehen Sie aus Wikipedia??!
    Dass Frau Tissy Bruns eine Journalistin ist, die seit Jahren nicht nur ernsthaft und fundiert schreibt, sondern auch "besorgt" recherchiert und genauer hinschaut, was sie als wirklich gute Journalistin auszeichnet, scheint Ihnen vielleicht entgangen zu sein.
    Lesen Sie doch einmal ihre Artikel, und sie werden feststellen, dass es sich lohnt.

    diesem Jahr in der ZEIT.
    Da sind die Artikel des Herrn Joffe reine Makulatur dagegen.

    Fundiertes Wissen (Geschichte) und glasklare Analysen (Mathematik) zahlen sich eben aus.

    Mein volles Lob an Tissy Bruns. In TV-Runden sieht sie eher vermittelnd aus, hier aber hat sie Klartext gesprochen.

    • Mike_E
    • 21.08.2011 um 21:21 Uhr

    ...es so wäre, dass Frau Bruns noch eine Marxistin ist, sollte das um so mehr Anlass zum Nachdenken geben, dass sie so recht mit ihren Ausführungen hat.

    Dumm, wenn man jemand diskreditieren will und dadurch das Gegenteil erreicht, dass man sich nämlich selbst und die eigene Weltanschauung diskreditiert.

    • ztc77
    • 21.08.2011 um 21:30 Uhr

    Wie Frau Bruns richtig beschreibt, scheint sich das Stigma der Anrüchigkeit gerade zu verschieben, weg vom Fakt der Führung eines Marxistischen Studentenbunds und hin zum scheinheiligen Verteidigen eines Finanzsystems, das sich von Demokratien schützen lässt und zum Dank seine Beschützer anpisst.

    Das muss man sich mal vorstellen: da wird eine Autorin wegen ihres Beitrages von einem Leser als Ex-Marxistin denunziert! Wie tief soll denn das Niveau bei politischen Diskussionen noch abgesenkt werden? Kellergeschoß reicht wohl nicht mehr!

    • Otto2
    • 21.08.2011 um 21:43 Uhr

    Ist Ihre Überschrift "marxistische Autorin" nun als Autoritätsbeweis für hohe wissenschaftliche Qualität gemeint, oder wollen Sie uns vor Bösem warnen?
    In jedem Fall ist die Überschrift des Artikels im Zusammenhang mit dem Thema eine Nicht-Aussage.
    Wenn Sie es als Qualitätsurteil verstanden wissen wollen, dann stützen Sie die Autoren mit Ihren eigenen Gedanken. Ist Ihre Absicht denuntiatorischer Art - so leid es mir tut - beleidigen Sie das Urteilsvermögen und den intellektuellen Anspruch vieler Mitleser und Mitkommentatoren.

    ...der angeblichen politischen Gesinnung der Autorin Probleme haben empfehle ich Ihnen den im Artikel genannten Beitrag von Charles Moore. Vielleicht trauen Sie der Analyse eines ausgewiesenen Konservativen mehr.

    Grüße

    Es ist so einfach geworden mit begrifflichen Klischees um sich zu ballern, sich so vor der Wahrheit oder zumindest vor kritischem Denken zu schützen. Und kritisches Denken ist hier im Artikel haufenweise vorhanden. Respekt Frau Bruns!

    Die Misere scheint immernoch nicht nah genug zu sein, dass es auch der letzte D**p begreift. Wenn jemand das Kind beim Namen nennt, mal zum Hinterfragen des Systems auffordert, dann ist er entweder Kommunist, oder Verschwörungstheoretiker und deshalb braucht man ihm auch garnicht zuhörn, denn eine Marxistin, in diesem Falle hat von vorne herein unrecht. Geht es plumper?

    Marxismus ist noch nie verwirklicht worden. Ist ein wunderbares Gedankenkonzept welches in der Praxis aus dem gleichen Grund gescheitert ist wie jetzt der (Finanz)Kapitalismus: Die Gier Einzelner.

    • Melone
    • 21.08.2011 um 22:56 Uhr

    für die wichtige Information. Da Objektivität ein Idealziel darstellt, das nur schwer erreicht werden kann (und hier offenbar gar nicht erst angestrebt wurde), gehören solche Informationen sehr wohl unmittelbar zur Sache und der Leser hat ein Recht auf sie.

    • isualK
    • 21.08.2011 um 23:03 Uhr

    Das ist die hanebüchene Argumentation von Leuten, deren Weltbild zusammenbricht und denen die Argumente ausgehen.

    Die katholische Kirche ist um keinen einzigen Deut besser oder schlechter, nur weil Ratzinger als Jugendlicher in der HJ war.

    Für mich ist eines klar: So lange der Mensch und das von Frau Bruns angesprochene Gemeinwohl nicht wieder in den Mittelpunkt unseres wirtschaftlichen Handelns zurückkehrt, wird das Ganze nicht mehr funktionieren.

    • bivi
    • 22.08.2011 um 0:56 Uhr

    Das zeigt, dass Tissy Bruns schon früher interessiert und engagiert war!
    Was haben Sie in Ihrer Jugend gemacht?

    Wer intellektuell nicht mithalten kann und keine sachlichen Argumente hat versucht es halt mit Diffamierung.

    Und Sie sind der gelernte Id....

    Das scheint ja einer klaren Sicht der Dinge nicht im Wege zu stehen.
    Eventuell hilft es ja sogar.
    Danke für den Beitrag!
    Weiter so!

    nur sagen: mehr davon.

    Die Vertuschungs-Kolonnen von Lohnschreibern haben ihren Zenit deutlich überschritten.

    Deutschlands Zukunft über das lukrative Anzeigengeschäft zu stellen - das soll der einen oder anderen Redaktion mal ausdrücklich ans Herz gelegt sein.

    ist es ein Problem,wenn die Wahrheit marxistisch ist?
    Wahrheit ist Wahrheit nicht mehr und nicht weniger.

    gibt es nur eine Erklärung: Erkenntnisschutz

    • RGFG
    • 21.08.2011 um 20:43 Uhr

    ...und die beschriebenen Zustände nicht besser.

    Mich nervt es ja auch, dass ich 1986 - als Reagan Libyen bombardieren ließ - die Typen von irgendeinem marxistischen Studentenbund noch ob ihrer anti-imperialistischen Tiraden auslachen konnte, um dann Anfang 2003 wutschnaubend und ohnmächtig die Eskapaden von Bush jr. mitzuerleben.

    Mich nervt es ja auch, dass sich der Sinn der (sozialen) Marktwirtschaft schon mal deutlich einfacher verteidigen ließ - unternehmerische Verantwortung und so - um dann ohnmächtig mit anzusehen, wie - einen Tag nachdem Portugal ein schmerzliches Sparpaket verabschiedet hat - die Ratingagenturen zynisch nachtreten und die gerade mühsam erreichten Einsparungen mit einem Federstrich des Downratings nicht nur zunichte machen, sondern das Problem sogar nochmal verschärfen. Das kann man niemandem mehr erklären - und da hilft auch das HuiBuhh Schreckgespenst des "Marxismus" nicht mehr drüber weg..

    Ja das mag einen nerven, wenn ein (Ex)Marxist tatsächlich mal recht hat. Aber Wegschauen bringt uns auch nicht mehr weiter.

    • essilu
    • 21.08.2011 um 20:51 Uhr

    ...über Frau Tissy Bruns beziehen Sie aus Wikipedia??!
    Dass Frau Tissy Bruns eine Journalistin ist, die seit Jahren nicht nur ernsthaft und fundiert schreibt, sondern auch "besorgt" recherchiert und genauer hinschaut, was sie als wirklich gute Journalistin auszeichnet, scheint Ihnen vielleicht entgangen zu sein.
    Lesen Sie doch einmal ihre Artikel, und sie werden feststellen, dass es sich lohnt.

    diesem Jahr in der ZEIT.
    Da sind die Artikel des Herrn Joffe reine Makulatur dagegen.

    Fundiertes Wissen (Geschichte) und glasklare Analysen (Mathematik) zahlen sich eben aus.

    Mein volles Lob an Tissy Bruns. In TV-Runden sieht sie eher vermittelnd aus, hier aber hat sie Klartext gesprochen.

    • Mike_E
    • 21.08.2011 um 21:21 Uhr

    ...es so wäre, dass Frau Bruns noch eine Marxistin ist, sollte das um so mehr Anlass zum Nachdenken geben, dass sie so recht mit ihren Ausführungen hat.

    Dumm, wenn man jemand diskreditieren will und dadurch das Gegenteil erreicht, dass man sich nämlich selbst und die eigene Weltanschauung diskreditiert.

    • ztc77
    • 21.08.2011 um 21:30 Uhr

    Wie Frau Bruns richtig beschreibt, scheint sich das Stigma der Anrüchigkeit gerade zu verschieben, weg vom Fakt der Führung eines Marxistischen Studentenbunds und hin zum scheinheiligen Verteidigen eines Finanzsystems, das sich von Demokratien schützen lässt und zum Dank seine Beschützer anpisst.

    Das muss man sich mal vorstellen: da wird eine Autorin wegen ihres Beitrages von einem Leser als Ex-Marxistin denunziert! Wie tief soll denn das Niveau bei politischen Diskussionen noch abgesenkt werden? Kellergeschoß reicht wohl nicht mehr!

    • Otto2
    • 21.08.2011 um 21:43 Uhr

    Ist Ihre Überschrift "marxistische Autorin" nun als Autoritätsbeweis für hohe wissenschaftliche Qualität gemeint, oder wollen Sie uns vor Bösem warnen?
    In jedem Fall ist die Überschrift des Artikels im Zusammenhang mit dem Thema eine Nicht-Aussage.
    Wenn Sie es als Qualitätsurteil verstanden wissen wollen, dann stützen Sie die Autoren mit Ihren eigenen Gedanken. Ist Ihre Absicht denuntiatorischer Art - so leid es mir tut - beleidigen Sie das Urteilsvermögen und den intellektuellen Anspruch vieler Mitleser und Mitkommentatoren.

    ...der angeblichen politischen Gesinnung der Autorin Probleme haben empfehle ich Ihnen den im Artikel genannten Beitrag von Charles Moore. Vielleicht trauen Sie der Analyse eines ausgewiesenen Konservativen mehr.

    Grüße

    Es ist so einfach geworden mit begrifflichen Klischees um sich zu ballern, sich so vor der Wahrheit oder zumindest vor kritischem Denken zu schützen. Und kritisches Denken ist hier im Artikel haufenweise vorhanden. Respekt Frau Bruns!

    Die Misere scheint immernoch nicht nah genug zu sein, dass es auch der letzte D**p begreift. Wenn jemand das Kind beim Namen nennt, mal zum Hinterfragen des Systems auffordert, dann ist er entweder Kommunist, oder Verschwörungstheoretiker und deshalb braucht man ihm auch garnicht zuhörn, denn eine Marxistin, in diesem Falle hat von vorne herein unrecht. Geht es plumper?

    Marxismus ist noch nie verwirklicht worden. Ist ein wunderbares Gedankenkonzept welches in der Praxis aus dem gleichen Grund gescheitert ist wie jetzt der (Finanz)Kapitalismus: Die Gier Einzelner.

    • Melone
    • 21.08.2011 um 22:56 Uhr

    für die wichtige Information. Da Objektivität ein Idealziel darstellt, das nur schwer erreicht werden kann (und hier offenbar gar nicht erst angestrebt wurde), gehören solche Informationen sehr wohl unmittelbar zur Sache und der Leser hat ein Recht auf sie.

    • isualK
    • 21.08.2011 um 23:03 Uhr

    Das ist die hanebüchene Argumentation von Leuten, deren Weltbild zusammenbricht und denen die Argumente ausgehen.

    Die katholische Kirche ist um keinen einzigen Deut besser oder schlechter, nur weil Ratzinger als Jugendlicher in der HJ war.

    Für mich ist eines klar: So lange der Mensch und das von Frau Bruns angesprochene Gemeinwohl nicht wieder in den Mittelpunkt unseres wirtschaftlichen Handelns zurückkehrt, wird das Ganze nicht mehr funktionieren.

    • bivi
    • 22.08.2011 um 0:56 Uhr

    Das zeigt, dass Tissy Bruns schon früher interessiert und engagiert war!
    Was haben Sie in Ihrer Jugend gemacht?

    Wer intellektuell nicht mithalten kann und keine sachlichen Argumente hat versucht es halt mit Diffamierung.

    Und Sie sind der gelernte Id....

    Das scheint ja einer klaren Sicht der Dinge nicht im Wege zu stehen.
    Eventuell hilft es ja sogar.
    Danke für den Beitrag!
    Weiter so!

    nur sagen: mehr davon.

    Die Vertuschungs-Kolonnen von Lohnschreibern haben ihren Zenit deutlich überschritten.

    Deutschlands Zukunft über das lukrative Anzeigengeschäft zu stellen - das soll der einen oder anderen Redaktion mal ausdrücklich ans Herz gelegt sein.

    ist es ein Problem,wenn die Wahrheit marxistisch ist?
    Wahrheit ist Wahrheit nicht mehr und nicht weniger.

    gibt es nur eine Erklärung: Erkenntnisschutz

  3. Nun, was wollen Sie uns damit sagen?; dass etwa die Autorin nun nicht mehr glaubwürdig erscheint? Wohl kaum!
    Ich sehe darin nur eine sehr gute Fähigkeit zu analysieren. Und dass die Zeit so etwas zulässt, ist für mich sehr beeindruckend.
    Ich hoffe auf den mentalen Wandel in unserer Geselllschaft. Lügen solle entanrt und als solche wahrgenommen werden, von allen! nicht nur von den "Gebildeten". Die Welt gerät seit Jahren aus den Fugen, wenn wir unsere Freiheit für private Intressen aufgeben und diese noch letzendlich fordern. Das 21. Jahrhundert wird in den Geschichtsbüchern als das Jahrhundert der absoluten Sklaverei eingehen, wenn wir nicht was ändern

    54 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Askay
    • 23.08.2011 um 3:44 Uhr

    Die Märkte - das sind wir alle. Wenn sie zum Discounter gehen oder wenn Sie Geld auf das Sparbuch tragen. Hier eine Autarkie zu postulieren ist typisch linke Absurdität, die bis heute offenbar nicht versteht, was "Markt" ist und wie Markt funktioniert. "Böse Märkte", die sich sich politischer Zwangsverwaltung entziehen heisst nichts anderes, als jedem Einzelnen in der Gesellschaft den Vorwurf der Existenzsicherung zu machen. Das sogenannte "Primat" der Politik einzufordern suggeriert, es sei verloren gegangen. Das ist falsch. Eher umgekehrt, läßt man unverständige Politik gewähren, darf man sich nicht wundern, wenn die Menschen reagieren.

    Gerade das Primat der Politik mit der nachgelagerten Reaktion der "Märkte" soll nun verkehrt sein? Wer hat denn die Dinge so angezettelt, wie sie jetzt die verständlichen Reaktionen der Finanzwelt hervorrufen? Sei es, dass eine US Politik mit eine Geldschwemme eine Scheinkonjunktur aufbautem, um durch unsinnige Kriegsführung das US Steueraufkommen zum militärisch petrochemischen Komplex umzuleiten, sei es die ungezügelte Schuldenmacherei europäischer Staaten. Und gerade Dogmen linker Politik lösen sehr oft Zweifel aus.

    Nein, der Hinweis auf den wohl marxistischen Erfahrungshintergrund der Autorin erhellt manches. Denn gerade die Linken nehmen die Reaktion der Menschen - ausgedrückt in den Reaktionen des Finanzmarktes, zum Anlass dem Individuum die Freiheit minimieren zu wollen, statt auf die Botschaft zu hören.

    • Askay
    • 23.08.2011 um 3:44 Uhr

    Die Märkte - das sind wir alle. Wenn sie zum Discounter gehen oder wenn Sie Geld auf das Sparbuch tragen. Hier eine Autarkie zu postulieren ist typisch linke Absurdität, die bis heute offenbar nicht versteht, was "Markt" ist und wie Markt funktioniert. "Böse Märkte", die sich sich politischer Zwangsverwaltung entziehen heisst nichts anderes, als jedem Einzelnen in der Gesellschaft den Vorwurf der Existenzsicherung zu machen. Das sogenannte "Primat" der Politik einzufordern suggeriert, es sei verloren gegangen. Das ist falsch. Eher umgekehrt, läßt man unverständige Politik gewähren, darf man sich nicht wundern, wenn die Menschen reagieren.

    Gerade das Primat der Politik mit der nachgelagerten Reaktion der "Märkte" soll nun verkehrt sein? Wer hat denn die Dinge so angezettelt, wie sie jetzt die verständlichen Reaktionen der Finanzwelt hervorrufen? Sei es, dass eine US Politik mit eine Geldschwemme eine Scheinkonjunktur aufbautem, um durch unsinnige Kriegsführung das US Steueraufkommen zum militärisch petrochemischen Komplex umzuleiten, sei es die ungezügelte Schuldenmacherei europäischer Staaten. Und gerade Dogmen linker Politik lösen sehr oft Zweifel aus.

    Nein, der Hinweis auf den wohl marxistischen Erfahrungshintergrund der Autorin erhellt manches. Denn gerade die Linken nehmen die Reaktion der Menschen - ausgedrückt in den Reaktionen des Finanzmarktes, zum Anlass dem Individuum die Freiheit minimieren zu wollen, statt auf die Botschaft zu hören.

    • Rebel
    • 21.08.2011 um 20:25 Uhr

    Die Politiker sind Verfassungsbrecher.
    Sie halten sich auch nicht an ihre wirtschaftspolitischen Zielvorgaben.

    Ihre Unehrlichkeit macht sie unglaubwürdig und das nachhaltig.
    Interessengeleitete Entscheidungen sind so nicht an der Gemeinschaft orientiert sondern ihrem eigenen kurzfristigem Überleben geschuldet.
    Demokraten werden ihnen das Ergebnis zeigen.

    17 Leser-Empfehlungen
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    • Batico
    • 21.08.2011 um 21:38 Uhr

    Lassen Sie die mittleren Buchstaben des Wortes Ver fassungs brecher einfach weg. Auf vielen Ebenen verstoßen unsere Gesetzgeber mit ihren unseeligen Vorstellungen gegen Menschenrechte und Menschenwürde. Sie überlassen die Menschen, denen sie dienen müssen, sich selbst. In Afrika lassen sie gerade wieder Millionen hungern. Es ist widerlich.

    Immer gut, wenn man den ganz unpolitischen Interessen der Wirtschaft Vorschub verschaffen möchte.

    Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, wer in Deutschland den Diskurs bestimmt? Die Politiker sind das nicht.

    Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass es eben soviel Schulden gibt wie auf anderen Konten und Depots Vermögen?

    Ja, auch die Depots unserer Verlagsfürsten und die Depots vieler einflussreicher Unternehmer sind dick im Plus. Deutschland ist alles andere als arm – im Durchschnitt.

    • Batico
    • 21.08.2011 um 21:38 Uhr

    Lassen Sie die mittleren Buchstaben des Wortes Ver fassungs brecher einfach weg. Auf vielen Ebenen verstoßen unsere Gesetzgeber mit ihren unseeligen Vorstellungen gegen Menschenrechte und Menschenwürde. Sie überlassen die Menschen, denen sie dienen müssen, sich selbst. In Afrika lassen sie gerade wieder Millionen hungern. Es ist widerlich.

    Immer gut, wenn man den ganz unpolitischen Interessen der Wirtschaft Vorschub verschaffen möchte.

    Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, wer in Deutschland den Diskurs bestimmt? Die Politiker sind das nicht.

    Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass es eben soviel Schulden gibt wie auf anderen Konten und Depots Vermögen?

    Ja, auch die Depots unserer Verlagsfürsten und die Depots vieler einflussreicher Unternehmer sind dick im Plus. Deutschland ist alles andere als arm – im Durchschnitt.

    • P.A.N.
    • 21.08.2011 um 20:31 Uhr

    ...dem kann es egal sein, welche Politiker und welche Regierung an der Macht ist.

    Banken und ein ausuferndes Zinssystem haben das Sagen und untergraben die Demokratie. Ein natürliches Geldsystem kennt keine exponentiell wachsenden Zinsen und Schulden. Des Pudels Kern liegt im Zins!

    36 Leser-Empfehlungen
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    • Mr.T
    • 21.08.2011 um 21:41 Uhr

    Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/mk

    • Mr.T
    • 21.08.2011 um 21:41 Uhr

    aber Sie können ruhig schreiben, von wem diese Aussage stammt:

    "Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.

    Mayer Amschel Rothschild

    • Mr.T
    • 21.08.2011 um 21:41 Uhr

    Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/mk

    • Mr.T
    • 21.08.2011 um 21:41 Uhr

    aber Sie können ruhig schreiben, von wem diese Aussage stammt:

    "Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.

    Mayer Amschel Rothschild

  4. Jetzt sind also die Märkte schuld, wenn Politiker Schulden machen. Die Zeit sollte sich zu schade sein, derart populistischen Unsinn zu verbreiten.

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    sieht ganz anders aus...
    Danke für diesen Artikel.

    Der Markt ist ihr unfehlbarer Gott. Aber in Wahrheit ist ein Markt ohne Fesseln das Ende jeder Gesellschaft. Ein Markt so gut wie ohne Fesseln, dafür aber mit Zügeln in der Hand, mit der er die Staaten als Pferde vor sich hertreibt, und wenn die erschöpfen, einfach auf ein anderes umsattelt, das ist der internationale Finanzmarkt. Ich habe jetzt absichtlich verkürzt in einem Bild geantwortet, denn ich habe nicht die Zeit mich wieder auf eine ellenlange Scheindiskussion mit einem Marktgläubigen einzulassen. Irgendwann wird jeder aufwachen müssen.

    Es ist absurd zu glauben, dass die Inanspruchnahme von Staatsgeld, Steuergeld, für die Rettung der Finanzmärkte nicht auch bei der Staatsverschuldung in Erscheinung tritt.

    dass Sie den Artikel in seine Tiefe gedanklich nicht durchdringen können. Es entgeht Ihnen was.

    Grüße

    ... haben entweder gar nichts verstanden, sind auf allen vier Augen und Ohren blind und taub oder von der INSM gesponsort. Oder einer der Profiteure der proliferierenden Unmenschlichkeit.

    Bitte achten Sie auf Ihren Tonfall. Danke, die Redaktion/mk

    Nicht die Maerkte sind schuld, dass die Politiker Schulden machen.
    Die Autorin vermittelt in grandiosem Stil, dass die Politiker und die Gesellschaft daran Schuld sind, dass die Maerkte daran Schuld sind, dass die Politiker Schulden machen.

    Der beste Artikel, den ich je in der Zeit gelesen hab.

    Und an alle, die Marxismus schreien: Wahrheiten werden nur von denen mit Plaketten belegt, die nicht die Courage haben, ihre absolute argumentative Machtlosigkeit einzugestehen!

    Ich hatte schon in den 90er meiner Diplomkauf-Ehe-Frau und Bankerin erklärt, wie religiös die Geisteswissenschaft Wirtschaft verstanden wird.

    Inzwischen hat sie das auch verstanden, aber vorher noch Karriere gemacht ;-).

    • Otto2
    • 22.08.2011 um 21:43 Uhr

    Fangen wir von vorn an:
    1. Kapitalismus ist seinem Wesen nach weder demokratisch noch human noch sozial noch eine Diktatur. (Ich will jetzt keine großen Beweise anführen, sondern nur darauf verweisen, dass Kapitalismus in demokratischen Ländern wie in Diktaturen funktioniert. Menschrechte grob verletzt und andererseits auch als soziale Marktwirtschaft existieren kann.)
    2. Dem Kapitalisten ist das Leben seiner Angestellten im Prinzip nur insofern wichtig, als dass sie in seinem Sinn funktionieren. Wenn das mit wenig Lohn geht, zahlt er wenig. Wenn er ohne hohe Steuer davon kommt, ist er begeistert.
    3. Das demokratische Prinzip, soziale Verantwortung usw. muss also von der Gesellschaft durchgesetzt werden. Sonst gibt es z. B. keine soziale Marktwirtschaft.
    4. Wieviel Steuern auf Unternehmensgewinne gezahlt werden, ist umkämpft in der Gesellschaft. Um das Gesellschaftsmodell durchzusetzen, braucht es Geld. Wollen die Regierenden in der Gesellschaft (egal aus welchen Gründen) soziale Standards aufrecht erhalten, gleichzeitig als Sympathisanten der Kapitaleigner diese schonen, bleibt nur die Verschuldung.
    5. Schlussfolgerung:
    Wenn Kapitaleigner exorbitant reicher werden und gleichzeitig Schulden gemacht werden, weil die Steuern nicht reichen - sind die Schulden des Staates die Kehrseite des überproportional gewachsenen Reichtums einer Minderheit von Kapitaleignern.m

    sieht ganz anders aus...
    Danke für diesen Artikel.

    Der Markt ist ihr unfehlbarer Gott. Aber in Wahrheit ist ein Markt ohne Fesseln das Ende jeder Gesellschaft. Ein Markt so gut wie ohne Fesseln, dafür aber mit Zügeln in der Hand, mit der er die Staaten als Pferde vor sich hertreibt, und wenn die erschöpfen, einfach auf ein anderes umsattelt, das ist der internationale Finanzmarkt. Ich habe jetzt absichtlich verkürzt in einem Bild geantwortet, denn ich habe nicht die Zeit mich wieder auf eine ellenlange Scheindiskussion mit einem Marktgläubigen einzulassen. Irgendwann wird jeder aufwachen müssen.

    Es ist absurd zu glauben, dass die Inanspruchnahme von Staatsgeld, Steuergeld, für die Rettung der Finanzmärkte nicht auch bei der Staatsverschuldung in Erscheinung tritt.

    dass Sie den Artikel in seine Tiefe gedanklich nicht durchdringen können. Es entgeht Ihnen was.

    Grüße

    ... haben entweder gar nichts verstanden, sind auf allen vier Augen und Ohren blind und taub oder von der INSM gesponsort. Oder einer der Profiteure der proliferierenden Unmenschlichkeit.

    Bitte achten Sie auf Ihren Tonfall. Danke, die Redaktion/mk

    Nicht die Maerkte sind schuld, dass die Politiker Schulden machen.
    Die Autorin vermittelt in grandiosem Stil, dass die Politiker und die Gesellschaft daran Schuld sind, dass die Maerkte daran Schuld sind, dass die Politiker Schulden machen.

    Der beste Artikel, den ich je in der Zeit gelesen hab.

    Und an alle, die Marxismus schreien: Wahrheiten werden nur von denen mit Plaketten belegt, die nicht die Courage haben, ihre absolute argumentative Machtlosigkeit einzugestehen!

    Ich hatte schon in den 90er meiner Diplomkauf-Ehe-Frau und Bankerin erklärt, wie religiös die Geisteswissenschaft Wirtschaft verstanden wird.

    Inzwischen hat sie das auch verstanden, aber vorher noch Karriere gemacht ;-).

    • Otto2
    • 22.08.2011 um 21:43 Uhr

    Fangen wir von vorn an:
    1. Kapitalismus ist seinem Wesen nach weder demokratisch noch human noch sozial noch eine Diktatur. (Ich will jetzt keine großen Beweise anführen, sondern nur darauf verweisen, dass Kapitalismus in demokratischen Ländern wie in Diktaturen funktioniert. Menschrechte grob verletzt und andererseits auch als soziale Marktwirtschaft existieren kann.)
    2. Dem Kapitalisten ist das Leben seiner Angestellten im Prinzip nur insofern wichtig, als dass sie in seinem Sinn funktionieren. Wenn das mit wenig Lohn geht, zahlt er wenig. Wenn er ohne hohe Steuer davon kommt, ist er begeistert.
    3. Das demokratische Prinzip, soziale Verantwortung usw. muss also von der Gesellschaft durchgesetzt werden. Sonst gibt es z. B. keine soziale Marktwirtschaft.
    4. Wieviel Steuern auf Unternehmensgewinne gezahlt werden, ist umkämpft in der Gesellschaft. Um das Gesellschaftsmodell durchzusetzen, braucht es Geld. Wollen die Regierenden in der Gesellschaft (egal aus welchen Gründen) soziale Standards aufrecht erhalten, gleichzeitig als Sympathisanten der Kapitaleigner diese schonen, bleibt nur die Verschuldung.
    5. Schlussfolgerung:
    Wenn Kapitaleigner exorbitant reicher werden und gleichzeitig Schulden gemacht werden, weil die Steuern nicht reichen - sind die Schulden des Staates die Kehrseite des überproportional gewachsenen Reichtums einer Minderheit von Kapitaleignern.m

    • essilu
    • 21.08.2011 um 20:39 Uhr

    ...für Ihren ernsten Artikel.
    Und Danke "ZEIT-Online", dass Sie diesen Artikel vom Tagesspiegel übernommen haben.
    Ein sehr wichtiger Beitrag.

    43 Leser-Empfehlungen
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    und doch traurig, dass wir heute das Gefühl haben, uns für einen ehrlichen Artikel bedanken zu müssen.

    und doch traurig, dass wir heute das Gefühl haben, uns für einen ehrlichen Artikel bedanken zu müssen.

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