Mauerbau Linkspartei streitet über den Umgang mit der "Jungen Welt"

Ein Interview-Boykott? Keine Anzeigen mehr schalten? Die Linke debattiert, wie sie auf ein umstrittenes Titelblatt der linksradikalen Tageszeitung reagieren soll.

Die Titelgeschichte der linksradikalen Tageszeitung Junge Welt vom 13. August mit der Danksagung für 28 Jahre Mauer war offenbar auch für den Linksfraktionschef Gregor Gysi zu viel. Gysi sagte dem Tagesspiegel, er habe mit dieser Zeitung "schon lange nichts mehr am Hut". Er wolle durchsetzen, dass die Bundestagsfraktion die Junge Welt künftig nicht mehr als Werbemedium nutzt.

Ohnehin würden in der Printausgabe keine Anzeigen mehr geschaltet. Ein Vertrag über Werbung in der Onlineausgabe laufe aus. "Ich werde dafür streiten, dass wir das nicht erneuern", sagte Gysi. Eine "materielle Unterstützung" der Zeitung sei nicht länger akzeptabel.

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Allerdings lehnte Gysi es unter Hinweis auf die Meinungsfreiheit ab, der Jungen Welt grundsätzlich keine Interviews mehr zu geben beziehungsweise die Abgeordneten entsprechend anzuweisen.

Die Junge Welt, zu DDR-Zeiten Zentralorgan der Jugendorganisation FDJ, hatte aus Anlass des 50. Jahrestages des Mauerbaus ein Foto von Kampfgruppenangehörigen vor dem Brandenburger Tor veröffentlicht. Dazu hieß es: "Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke". Darunter aufgelistet waren 13 vermeintliche Errungenschaften der DDR. Das Blatt bedankte sich unter anderem "für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe", den heutigen Leiter der Gedenkstätte im früheren Stasi-Gefängnis.

In einem offenen Brief forderten prominente DDR-Bürgerrechtler anschließend von der Führung der Linken, die Zusammenarbeit mit der Zeitung einzustellen, Politiker sollten auch auf Namensbeiträge und Interviews verzichten. Die Junge Welt ist laut Verfassungsschutz mit einer Auflage von mehr als 17 000 Exemplaren das bedeutendste Printmedium der linksextremistischen Szene, das Blatt habe der Klassenkampfidee nicht abgeschworen.

Auch in der Linkspartei löste die Titelgeschichte der Jungen Welt eine erregte Debatte aus. Die Kulturpolitikerin Luc Jochimsen sagte: "Für eine linke und aufklärerische Zeitung, wie es die Junge Welt sein will, ist das unmöglich." Parteivize Katja Kipping verlangte, eine Sonderbehandlung der Jungen Welt zu beenden und spielte so darauf an, dass die Zeitung als "parteinahes Medium" bisher privilegiert mit Informationen versorgt wird.

Im Internet verlangten Genossen, die Kooperation mit dem Blatt einzustellen, der Zeitung keine Stände auf Veranstaltungen oder Parteitagen zu genehmigen. Das Organ verherrliche stalinistische und autoritäre Systeme, seine Stimmungsmache sei "unerträglich geworden". Mehr als 300 Mitglieder unterzeichneten den Aufruf, darunter Parteivize Halina Wawzyniak, die Landeschefs von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, Klaus Lederer und Steffen Bockhahn, sowie der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich.

Ex-Parteichef Oskar Lafontaine nannte Forderungen nach einem Boykott des Blattes im Deutschlandfunk "merkwürdig": "Ich bin nicht verantwortlich für die Schlagzeilen irgendwelcher kleinen Presseorgane."

Der linke Parteiflügel warnte vor einer Ausgrenzung der Jungen Welt. Die Strömung Antikapitalistische Linke, in der unter anderem Parteivize Sahra Wagenknecht vernetzt ist, sprach von einem "Angriff auf die Pressefreiheit" und einem "fragwürdigen Verständnis von Demokratie". Zum Inhalt des Blattes hieß es, die Junge Welt sei "eben nicht käuflich".

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. dann liegt ja an fast jeder Zeitungsverkaufsstelle ein Exemplar aus und gehen am nächsten Tag zurück. Dann bin ich ja beruhigt ;-)

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    • Buh
    • 20.08.2011 um 17:10 Uhr

    in Köln findet man die an fast jedem Kiosk und für mich ist stellt sich jeden Morgen die Frage: Kauf ich Taz oder JW? Meistens wird dann die Taz, aber die Junge Welt liefert auch mal einen erfrischend anderen Blick auf die Welt.

    Linksextrem ist sie nicht. Für mich gehört da mehr zu als eine sehr linke Meinung zu haben.

    Und was der "Verfassuzngsschutz" zu sagen hat, der von der jeweils regierenden Partei kontrolliert wird, sollte einen echten Demokraten eher weniger interessieren. Der schützt genau so viel die Verfassung wie das Wahrheitsministerium die Wahrheit.

    • Buh
    • 20.08.2011 um 17:10 Uhr

    in Köln findet man die an fast jedem Kiosk und für mich ist stellt sich jeden Morgen die Frage: Kauf ich Taz oder JW? Meistens wird dann die Taz, aber die Junge Welt liefert auch mal einen erfrischend anderen Blick auf die Welt.

    Linksextrem ist sie nicht. Für mich gehört da mehr zu als eine sehr linke Meinung zu haben.

    Und was der "Verfassuzngsschutz" zu sagen hat, der von der jeweils regierenden Partei kontrolliert wird, sollte einen echten Demokraten eher weniger interessieren. Der schützt genau so viel die Verfassung wie das Wahrheitsministerium die Wahrheit.

  2. Die ZEIT zitiert nur die zwei "peinliche" Punkte aus dem Punkte-Katalog des Artikels. Die anderen 26 aber nicht. Weil sie nämlich stimmen und die heutige Politik kritisch kommentieren --- was aber nicht in die politische Richtung (der ZEIT) passt. Pöse pöse Kommunisten.

    12 Leser-Empfehlungen
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    "Die ZEIT zitiert nur die zwei "peinliche" Punkte aus dem Punkte-Katalog des Artikels. Die anderen 26 aber nicht. Weil sie nämlich stimmen und die heutige Politik kritisch kommentieren --- was aber nicht in die politische Richtung (der ZEIT) passt."
    Oh ja - da sind auf dem Titelblatt noch so extrem kritische Punkte wie '28 Jahre munteren Sex ohne Feuchtgebiete', '28 Jahre Club Cola und FKK', '28 Jahre Bildung für alle' oder 'Geschichtswissenschaft statt GuidoKnoppGeschichten'. Und das mit dem 'weil sie nämlich stimmen' hängt wohl davon ab, wie man 28 Jahre Unterdrückung und Mauertote gegen freie Kitaplätze etc. abwiegt.

    ... und wie groß wäre die Entrüstung, wenn jemand DANKE NAZIS schreit!

    Selbst wenn ich in dem entsprechenden Regime jeden Morgen einen Obstkorb vor die Tür gestellt bekomme und danach ne Gratis-Massage erhalte, verdient es keinen Dank wenn es auf mich schießt sobald ich es verlassen will!

    Menschenrechte stehen über Komfort.

    • Mr. Mo
    • 19.08.2011 um 14:58 Uhr

    Sorry, aber bei den 13 Thesen finden sich mehr als nur zwei, die albern sind.

    28 Jahre "Bildung für alle"? Beantwortet sich angesichts der Zuteilung der Ausbildungsplätze in der DDR von selbst (oder durfte etwa jeder studieren, der Hochschulreife besaß, und selbst wenn, auch das Gewünschte? War da nicht was mit Parteibuch, Connections und zumindest politischer Linie? Interessanterweise ist ja z.B. Linksautonomen das Studium im Kapitalismus nicht grundsätzlich verboten worden.).

    Man kann auch über die anderen Thesen jeweils trefflich diskutieren, wenn man sie in einen breiteren Kontext stellt. Ob eine sklavisch und auf Biegen und Brechen an Marx' sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Modellen hängende Geschichtswissenschaft besser ist als eine Knoppisierung des Geschichtsbildes, lasse ich z.B. mal dahingestellt sein. Gut ist jedenfalls beides nicht.

    FKK ist im Übrigen auch heute noch möglich, und den Enthusiasmus dafür teilte schon damals keineswegs jeder DDR-Bürger.

    Ist eben immer so eine Sache mit Geschichtsbildern, die sich in Nostalgie und Klischees ergehen. Sobald man sich näher damit auseinandersetzt, erweisen sie sich als substanzlos, zu deutsch: heiße Luft.

    Das soll im Übrigen nicht heißen, dass es nicht auch im Kapitalismus viele Luftschlösser in den Geschichtsbildern gibt. Aber was die Junge Welt da abgeliefert hat, ist in der Tat peinlich und unreflektiert.

    "Die ZEIT zitiert nur die zwei "peinliche" Punkte aus dem Punkte-Katalog des Artikels. Die anderen 26 aber nicht. Weil sie nämlich stimmen und die heutige Politik kritisch kommentieren --- was aber nicht in die politische Richtung (der ZEIT) passt."
    Oh ja - da sind auf dem Titelblatt noch so extrem kritische Punkte wie '28 Jahre munteren Sex ohne Feuchtgebiete', '28 Jahre Club Cola und FKK', '28 Jahre Bildung für alle' oder 'Geschichtswissenschaft statt GuidoKnoppGeschichten'. Und das mit dem 'weil sie nämlich stimmen' hängt wohl davon ab, wie man 28 Jahre Unterdrückung und Mauertote gegen freie Kitaplätze etc. abwiegt.

    ... und wie groß wäre die Entrüstung, wenn jemand DANKE NAZIS schreit!

    Selbst wenn ich in dem entsprechenden Regime jeden Morgen einen Obstkorb vor die Tür gestellt bekomme und danach ne Gratis-Massage erhalte, verdient es keinen Dank wenn es auf mich schießt sobald ich es verlassen will!

    Menschenrechte stehen über Komfort.

    • Mr. Mo
    • 19.08.2011 um 14:58 Uhr

    Sorry, aber bei den 13 Thesen finden sich mehr als nur zwei, die albern sind.

    28 Jahre "Bildung für alle"? Beantwortet sich angesichts der Zuteilung der Ausbildungsplätze in der DDR von selbst (oder durfte etwa jeder studieren, der Hochschulreife besaß, und selbst wenn, auch das Gewünschte? War da nicht was mit Parteibuch, Connections und zumindest politischer Linie? Interessanterweise ist ja z.B. Linksautonomen das Studium im Kapitalismus nicht grundsätzlich verboten worden.).

    Man kann auch über die anderen Thesen jeweils trefflich diskutieren, wenn man sie in einen breiteren Kontext stellt. Ob eine sklavisch und auf Biegen und Brechen an Marx' sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Modellen hängende Geschichtswissenschaft besser ist als eine Knoppisierung des Geschichtsbildes, lasse ich z.B. mal dahingestellt sein. Gut ist jedenfalls beides nicht.

    FKK ist im Übrigen auch heute noch möglich, und den Enthusiasmus dafür teilte schon damals keineswegs jeder DDR-Bürger.

    Ist eben immer so eine Sache mit Geschichtsbildern, die sich in Nostalgie und Klischees ergehen. Sobald man sich näher damit auseinandersetzt, erweisen sie sich als substanzlos, zu deutsch: heiße Luft.

    Das soll im Übrigen nicht heißen, dass es nicht auch im Kapitalismus viele Luftschlösser in den Geschichtsbildern gibt. Aber was die Junge Welt da abgeliefert hat, ist in der Tat peinlich und unreflektiert.

  3. In der ganzen Mauer-Debatte zeigt sich, wie stark die radikalen Kräfte in der Linken sind. Dass es um das menschenverachtende DDR-Regime überhaupt "angeregte Debatten" gibt, ist schockierend genug; jeder echte Demokrat hat doch eine klare Antwort darauf.

    Gysi schätze ich sehr, aber er ist einfach in der falschen Partei. Er sollte lieber der SPD Profil verleihen, statt bei der Linken gegen ewiggestrige DDR-Revisionisten anzukämpfen.

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    Ich glaube, dass hier ein Missverständnis vorliegt: der Herr Gysi hat sich damit profiliert, dass er integer geblieben ist. Warum sollte er da ausgerechnet zur SPD gehen? Welche Berührungspunkte gibt es zwischen einem Bankenderegulierer Steinbrück, einem Hartz-Agenda-Setter Steinmeier/ Schröder, einem Leiharbeitslobbyisten Clement und einem demokratischen Sozialisten Gysi, der aufrecht gegen die Windmühlen dieses politmedialen betriebes ankämpft?

    An die LINKEN sei hier mal ein Wort der Warnung ausgesprochen: eure Aufgabe ist es nicht euch untereinander zu zanken, auf so peinliche Art und Weise. Ihr seid dafür gewählt wurden die Mittel- und Unterschichten gegen Laissez-Faire, Neoliberalismus, Klüngelei, Kriegstreiberei zu verteidigen. Konzentriet euch darauf! Ihr macht es einem nicht leicht, LINKS zu sein!

    An die ZEIT/ Tagesspiegel-Redaktion: dieser Artikel setzt eine Reihe von Schmähartikeln über die Partei im Bundestag fort, die diese intelligente, zivile und demokratische Alternative delegitimieren soll. Das ist kein Journalismus mehr für mich. Ihre Artikel geben nicht mal vor, ausgewogen zu sein. Erst beschimpfen sie LINKE kollektiv als Antisemiten, jetzt rücken sie diese Partei in die Nähe dieser Zeitung, von der sich die LINKEN ja selbst trennen wollen. Und mit welchem Argument? Sahra Wagenknecht: "Sie sind nicht käuflich." - das macht diese Partei nämlich tatsächlich immer wieder verdächtig für die deutsche Publizistik!

    • NATOT
    • 19.08.2011 um 12:50 Uhr

    Wahres Gesicht? Die Linke hat sich doch klar distanziert von dieser satirischen Aktion der JW, die klar unter der Gürtelline lag.

    1. Die Partei "die Linke" kann doch nicht für jeden Unsinn den irgentwelche linken Gruppierungen/Medien verbreiten zur Rechenschaft gezogen werden.

    2. Der Umgang der Presse mit der Meinung der Linken zum Gedenktag des Mauerbaus ist mehr als unfair. Die Linke hat lediglich darauf hingewiesen, dass der Mauerbau auch maßgeblich Schuld der Westmächte war, von der SU iniziiert wurde und die Schuld daran nicht allein der DDR Führung gegeben werden kann. Dies wurde ihr als "Geschichtskittung" ausgelegt, obwohl es der Wahrheit entspricht. Selbst der damals Verantwortliche Egon Bahr (SPD) hat es nicht anders wiedergegeben. Es ist und bleibt ein Fakt, dass ohne den Mauerbau ein Krieg mit der SU gedroht hätte...so traurig das auch ist.

    3. Es ist völlig unerheblich, was die Linke tut oder fordert. Dies ist nur selten Gegenstand der Diskussion. Diese Partei auf die DDR zu reduzieren ist nichtnur falsch, sondern gefährlich. Denn die Linke ist die Partei, die die Arbeitnehmerpolitik von der SPD übernommen hat. Selbst Steinbrück (der vermutliche Kanzlerkandidat der SPD) hat eingesehen, dass dieses Klientel an die Linke verloren wurde und nichtmehr zurückkehren wird. Die Linke bekämpfen heisst Politik für den gemeinen Arbeiter bekämpfen.

    Ich glaube, dass hier ein Missverständnis vorliegt: der Herr Gysi hat sich damit profiliert, dass er integer geblieben ist. Warum sollte er da ausgerechnet zur SPD gehen? Welche Berührungspunkte gibt es zwischen einem Bankenderegulierer Steinbrück, einem Hartz-Agenda-Setter Steinmeier/ Schröder, einem Leiharbeitslobbyisten Clement und einem demokratischen Sozialisten Gysi, der aufrecht gegen die Windmühlen dieses politmedialen betriebes ankämpft?

    An die LINKEN sei hier mal ein Wort der Warnung ausgesprochen: eure Aufgabe ist es nicht euch untereinander zu zanken, auf so peinliche Art und Weise. Ihr seid dafür gewählt wurden die Mittel- und Unterschichten gegen Laissez-Faire, Neoliberalismus, Klüngelei, Kriegstreiberei zu verteidigen. Konzentriet euch darauf! Ihr macht es einem nicht leicht, LINKS zu sein!

    An die ZEIT/ Tagesspiegel-Redaktion: dieser Artikel setzt eine Reihe von Schmähartikeln über die Partei im Bundestag fort, die diese intelligente, zivile und demokratische Alternative delegitimieren soll. Das ist kein Journalismus mehr für mich. Ihre Artikel geben nicht mal vor, ausgewogen zu sein. Erst beschimpfen sie LINKE kollektiv als Antisemiten, jetzt rücken sie diese Partei in die Nähe dieser Zeitung, von der sich die LINKEN ja selbst trennen wollen. Und mit welchem Argument? Sahra Wagenknecht: "Sie sind nicht käuflich." - das macht diese Partei nämlich tatsächlich immer wieder verdächtig für die deutsche Publizistik!

    • NATOT
    • 19.08.2011 um 12:50 Uhr

    Wahres Gesicht? Die Linke hat sich doch klar distanziert von dieser satirischen Aktion der JW, die klar unter der Gürtelline lag.

    1. Die Partei "die Linke" kann doch nicht für jeden Unsinn den irgentwelche linken Gruppierungen/Medien verbreiten zur Rechenschaft gezogen werden.

    2. Der Umgang der Presse mit der Meinung der Linken zum Gedenktag des Mauerbaus ist mehr als unfair. Die Linke hat lediglich darauf hingewiesen, dass der Mauerbau auch maßgeblich Schuld der Westmächte war, von der SU iniziiert wurde und die Schuld daran nicht allein der DDR Führung gegeben werden kann. Dies wurde ihr als "Geschichtskittung" ausgelegt, obwohl es der Wahrheit entspricht. Selbst der damals Verantwortliche Egon Bahr (SPD) hat es nicht anders wiedergegeben. Es ist und bleibt ein Fakt, dass ohne den Mauerbau ein Krieg mit der SU gedroht hätte...so traurig das auch ist.

    3. Es ist völlig unerheblich, was die Linke tut oder fordert. Dies ist nur selten Gegenstand der Diskussion. Diese Partei auf die DDR zu reduzieren ist nichtnur falsch, sondern gefährlich. Denn die Linke ist die Partei, die die Arbeitnehmerpolitik von der SPD übernommen hat. Selbst Steinbrück (der vermutliche Kanzlerkandidat der SPD) hat eingesehen, dass dieses Klientel an die Linke verloren wurde und nichtmehr zurückkehren wird. Die Linke bekämpfen heisst Politik für den gemeinen Arbeiter bekämpfen.

  4. die Manege führen.
    Erst das Exisenzrecht Israels im Parteiprogramm. (Haben das andere Parteien auch?) Und jetzt der Sturm im Wasserglas wegen dieser "Sonderausgabe" eines Nischenblättchens.

    Die lassen sich abschaffen und merken es noch nicht einmal.

  5. Der Ton macht die Musik. Vieles was diese Zeitung (JF) schreibt mag richtig sein, aber wer journalistisch
    tätig ist, der sollte auch Hirn und Herz mitbringen, sonst ist ein anderer Beruf zu empfehlen.

    Eine Mauer darf jeder bauen, um seinen Garten, um sein Haus, wer aber eine Mauer baut, um ein ganzes Volk zu trennen und an dieser Grenze noch Menschen mordet, der ist abgefallen von allem was rechtens ist.

    Wer dies medial auch noch bejubelt, gehört sofort dingfest gemacht und verurteilt. Wem Mord und Todschlag so froh ans Herze geht, den brauchen wir in diesem Land nicht.

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    • Buh
    • 20.08.2011 um 17:14 Uhr

    Was ist denn JF? Sie meinen Junge Freiheit? Dieses Rechtspopulistische Blatt? Das hat rein garnicht mit der Jungen Welt zu tun, um die es im Artikel gehen soll.

    Interessant am Artikel ist, dass man als unvoreingenommener Leser garnicht erfährt WARUM die Junge Welt das genau macht und was ihre Position ist. Ein Journalist, der es nicht schafft das kritisierte verständlich im Sinne des kritisierten darzulegen hat seinen Anspruch auf Objektivität in die Tonne gekloppt.

    • Buh
    • 20.08.2011 um 17:14 Uhr

    Was ist denn JF? Sie meinen Junge Freiheit? Dieses Rechtspopulistische Blatt? Das hat rein garnicht mit der Jungen Welt zu tun, um die es im Artikel gehen soll.

    Interessant am Artikel ist, dass man als unvoreingenommener Leser garnicht erfährt WARUM die Junge Welt das genau macht und was ihre Position ist. Ein Journalist, der es nicht schafft das kritisierte verständlich im Sinne des kritisierten darzulegen hat seinen Anspruch auf Objektivität in die Tonne gekloppt.

  6. "[...]das Blatt habe der Klassenkampfidee nicht abgeschworen"

    Warum auch. In letzter Zeit mal Nachrichten geschaut?. Es herrscht Klassenkampf.

  7. Ich glaube, dass hier ein Missverständnis vorliegt: der Herr Gysi hat sich damit profiliert, dass er integer geblieben ist. Warum sollte er da ausgerechnet zur SPD gehen? Welche Berührungspunkte gibt es zwischen einem Bankenderegulierer Steinbrück, einem Hartz-Agenda-Setter Steinmeier/ Schröder, einem Leiharbeitslobbyisten Clement und einem demokratischen Sozialisten Gysi, der aufrecht gegen die Windmühlen dieses politmedialen betriebes ankämpft?

    An die LINKEN sei hier mal ein Wort der Warnung ausgesprochen: eure Aufgabe ist es nicht euch untereinander zu zanken, auf so peinliche Art und Weise. Ihr seid dafür gewählt wurden die Mittel- und Unterschichten gegen Laissez-Faire, Neoliberalismus, Klüngelei, Kriegstreiberei zu verteidigen. Konzentriet euch darauf! Ihr macht es einem nicht leicht, LINKS zu sein!

    An die ZEIT/ Tagesspiegel-Redaktion: dieser Artikel setzt eine Reihe von Schmähartikeln über die Partei im Bundestag fort, die diese intelligente, zivile und demokratische Alternative delegitimieren soll. Das ist kein Journalismus mehr für mich. Ihre Artikel geben nicht mal vor, ausgewogen zu sein. Erst beschimpfen sie LINKE kollektiv als Antisemiten, jetzt rücken sie diese Partei in die Nähe dieser Zeitung, von der sich die LINKEN ja selbst trennen wollen. Und mit welchem Argument? Sahra Wagenknecht: "Sie sind nicht käuflich." - das macht diese Partei nämlich tatsächlich immer wieder verdächtig für die deutsche Publizistik!

  8. 8. Danke

    Tja, was für eine Danksagung! Ich bin selbst so dankbar, dass ich mich am liebsten übergeben möchte…

    http://www.jungewelt.de/2...

    Ich möchte lieber in einem Land leben, in dem ich all diese schlimmen Dinge ertragen muss, als in einem Land, das mich abknallt, sobald ich dieses Verlassen will und Kritik, wie es die „Junge Welt“ hier so freizügig betreibt niemals zugelassen hätte.

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    • xpol
    • 20.08.2011 um 19:19 Uhr

    ... "für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa
    und
    für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen"

    Das mit der Friedenssicherung ist witzig:
    NACH dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurde der Frieden so sicher, dass die militärische Kapazität um 2/3 abgebaut werden konnte.

    Das mit den deutschen Soldaten bei Kriegseinsätzen ist schlicht gelogen:
    DDR-Militärs waren an allen Stellvertreterkriegen in Südamerika und Afrika beteiligt.

    • xpol
    • 20.08.2011 um 19:19 Uhr

    ... "für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa
    und
    für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen"

    Das mit der Friedenssicherung ist witzig:
    NACH dem Fall des "Eisernen Vorhangs" wurde der Frieden so sicher, dass die militärische Kapazität um 2/3 abgebaut werden konnte.

    Das mit den deutschen Soldaten bei Kriegseinsätzen ist schlicht gelogen:
    DDR-Militärs waren an allen Stellvertreterkriegen in Südamerika und Afrika beteiligt.

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