US-Schuldenkrise Standard & Poor's argumentiert plausibel
Die Rating-Agentur versetzt Investoren in Alarmbereitschaft. Das ist gesund, denn es gibt noch viel beunruhigendere Prognosen, kommentiert Moritz Döbler.
© Stan Honda/AFP/Getty Images

Kurstafeln an der New Yorker Börse am 5. August
Es war damit zu rechnen. Und doch sorgt die Nachricht von der verschlechterten Bonität der größten Volkswirtschaft der Welt für neuen Schrecken. Gerade ging eine Woche der Panik an den Börsen zu Ende und die Aktienhändler konnten sich ins Wochenende retten – schon kommt der nächste Schlag. Doch lohnt es sich innezuhalten, bevor die Börsen der Welt am Montag wieder heiß laufen.
Das gesenkte Rating von Standard & Poor's für die USA ist ausdrücklich keine kurzfristige Momentaufnahme, sondern eine fundamentale Neubewertung. Fast ein Jahrhundert lang hatten die USA eine unübertroffene Bonität an den Finanzmärkten. Doch der Kollaps des Bankensystems, die folgende Rezession und die gestiegenen Schulden haben das Vertrauen so stark erschüttert, wie es weder die Große Depression noch die Kriege der Amerikaner vermocht haben. Es fehlt an Vertrauen in das politische System – Standard & Poor's zieht in seiner Beurteilung vom Sonnabend "die Effektivität, Stabilität und Berechenbarkeit" der politischen Institutionen in Washington grundsätzlich in Zweifel.
Noch gefährlicher ist aber, dass es an Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungskraft des Landes fehlt. Eine handlungsunfähige Regierung in Washington und dazu eine stagnierende, schlimmstenfalls sogar schrumpfende US-Wirtschaft: Auf dieses folgenreiche Szenario bereitet Standard & Poor's die Investoren vor, und es wäre falsch, die Ratingagentur dafür zu kritisieren. Sie argumentiert plausibel, und es gibt noch viel alarmierendere Einschätzungen.
Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Robert Fogel hat vorhergesagt, dass die USA in knapp 30 Jahren nur noch 14 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erzielen werden, während China nach seinen Berechnungen auf 40 Prozent kommen wird. Für die Europäische Union hat er ganze fünf Prozent übrig gelassen – es wäre gut, wenn die Europäer endlich Fakten schaffen, um Skeptiker wie ihn eines Besseren zu belehren.
- Datum 06.08.2011 - 19:07 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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//Der US-Ökonom und Nobelpreisträger Robert Fogel hat vorhergesagt, dass die USA in knapp 30 Jahren nur noch 14 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erzielen werden, während China nach seinen Berechnungen auf 40 Prozent kommen wird.//
Was ist daran beunruhigend?
Also wenn das kein Problem sein sollte, dass China das Maß aller Dinge sein soll, dann weiß ich nicht mehr.
China, das jetzt gerade die USA anhält, seine "überbordenden" Sozialausgaben zu kürzen, soll das Vorbild sein? Sollten wir dann irgendwann auch Heere von Wanderarbeitern haben, die mehr oder weniger rechtlos unterwegs sind, keinen Urlaub und keine Krankenversicherung haben und praktisch 7 Tage pro Woche arbeiten?
Also wenn das kein Problem für sie darstellt, dann sind sie wahrscheinlich ein Höchtverdiener und FDP-Wähler.
...das ist doch das amerikanische system, der stärkere frisst den schwächeren. wenn man etwas ändern will, tja das system...
... CHina kann nicht ewig seine Umwelt-, Sozial-, Demographie- und Währungsproblem ignorieren.
Das Risiko, dass China als Antriebskraft der Weltwirtschaft einbricht, ist m. E. viel größer.
Also wenn das kein Problem sein sollte, dass China das Maß aller Dinge sein soll, dann weiß ich nicht mehr.
China, das jetzt gerade die USA anhält, seine "überbordenden" Sozialausgaben zu kürzen, soll das Vorbild sein? Sollten wir dann irgendwann auch Heere von Wanderarbeitern haben, die mehr oder weniger rechtlos unterwegs sind, keinen Urlaub und keine Krankenversicherung haben und praktisch 7 Tage pro Woche arbeiten?
Also wenn das kein Problem für sie darstellt, dann sind sie wahrscheinlich ein Höchtverdiener und FDP-Wähler.
...das ist doch das amerikanische system, der stärkere frisst den schwächeren. wenn man etwas ändern will, tja das system...
... CHina kann nicht ewig seine Umwelt-, Sozial-, Demographie- und Währungsproblem ignorieren.
Das Risiko, dass China als Antriebskraft der Weltwirtschaft einbricht, ist m. E. viel größer.
von Europa.
Also wenn das kein Problem sein sollte, dass China das Maß aller Dinge sein soll, dann weiß ich nicht mehr.
China, das jetzt gerade die USA anhält, seine "überbordenden" Sozialausgaben zu kürzen, soll das Vorbild sein? Sollten wir dann irgendwann auch Heere von Wanderarbeitern haben, die mehr oder weniger rechtlos unterwegs sind, keinen Urlaub und keine Krankenversicherung haben und praktisch 7 Tage pro Woche arbeiten?
Also wenn das kein Problem für sie darstellt, dann sind sie wahrscheinlich ein Höchtverdiener und FDP-Wähler.
und funktionierendes Gesellschaftssystem kopieren, aber leiderleider ist kein derartiges Muster vorhanden.
und funktionierendes Gesellschaftssystem kopieren, aber leiderleider ist kein derartiges Muster vorhanden.
oder habe ich es im Kaffeesatz gelesen? Robert Vogel wäre in 30 Jahren 115 Jahre alt und vermutlich hat nicht einmal ein wohlbestallter Ökonomielehrer ein solch langes Leben zu erwarten. Er stellte die Profitabilität der Sklavenhaltung fest, die er moralisch zwar verurteilt, ... aber wir wissen Profite kennen keine Moral.
Es wird auf Wirtschaftsseiten viel Geschwätz verbreitet. Das ist manchmal kaum noch zum Lesen. Dieses Herumgespekuliere und haltloses Theoretisierens, das mit einigen Ideologiebrettern vorm Kopf betrieben wird. Da gab es in der Geschichte unterhaltsamere Metaphysiker, Nostradamus z.B. Der würde wahrscheinlich auch einen Nobelpreis für Wirtschaft gekriegt haben, wenn er zur richtigen Zeit gelebt hätte.
Also, Danke Hrr Döbler, dass Sie mir auch die Meinung von Herrn Fogler mitgeteilt haben. Der war doch früher ein Kommunist. Weshalb er natürlich an die Überlegenheit des chinesischen Systems glauben muss. Reden wir in dreißig Jahren noch mal drüber.
... saßen Leute wie Fogler mit einer Kristallkugel in einem Zelt auf dem Jahrmarkt....
Als ob all die ach so "wissenschaftlichen" Ökonomen auch nur den Funken einer Ahnung davon hätten, was in der Zukunft passiert. Hätten sie eine Ahnung, würde es zu all den Problemen, Krisen usw. nicht in dem Ausmaße kommen. Aber die Schaumschläger können eben auch nur hinterher ihr "Wissen" herausstellen.
Es wurde Zeit, dass eine Ratingagentur diesen Schritt geht. Und ich wünsche mir, dass noch für weitere Länder ein Downgrade kommt, z.B. Japan, Frankreich, Großbritannien,...Deutschland.
Denn: Politikern und der Finanzwelt muss klargemacht werden, dass nicht beliebig Schulden gemacht werden können, und ein weiter wie bisher ein Ende finden muss.
Gut, dass der Pflock jetzt bei der USA eingeschlagen wurde und gut, dass China als Billionen-US-Gläubiger Forderungen nach Konsolidierung stellt.
Ungenaue Aussagen deuten auf ungenaues Denken:
Nicht die amerikanische Volkswirtschaft, sondern die Regierung wird hier beurteilt. Und ihre Fähigkeit, mit einer schrumpfenden Wirtschaft - die es schon oft gegeben hat - umzugehen.
Das Bankensystem ist eben gerade nicht kollabiert - nur beinahe.
Das Wichtigere aber ist:
Und wehe dem Investor, der sich sein eigenes Urteil spart uns sich nur auf die Ratingagenturen verlässt, sie gar zu den ungekrönten Königen des Urteils macht! Insbesondere in diesem Fall haben die Agenturen keine Informationen, die gut informierte Investoren nicht auch hätten. Das heißt, dass ihr Urteil eine reine Meinungsäußerung ist und keine zusätzliche Erkenntnis bringt. Das nennt man "argument by authority" - eine Beurteilung nicht mit der Sache, sondern mit dem Ruhm dessen der sie äußert begründen. Allzumenschlich - aber dennoch voraufklärerisch.
[...] während China nach seinen Berechnungen auf 40 Prozent kommen wird
Das stimmt mich traurig. Das Land ist bei mir immer das Land, das massenhaft blinkende Plastikspielzeuge für Kinder exportiert, die mit Schadstoffen durchsetzt sind. Das Land, das Menschenrechte mit Füßen tritt. Das Land, das von Arbeitnehmerschutz bisher nur wenig gehalten halt. Das Land, das seinen Reichtum seinem Volk vorenthält. Das Land in dem man kein kritisches Wort öffentlich sagen darf, ohne gleich auf einer schwarzen Liste zu landen.
Wer macht China zu dieser Großmacht überhaupt? - Wir Konsumenten sind es. Es wird Zeit für einen "Made in China"-Boykott.
bei dem ganzen Geschwätz um China übersehen die Angstmacher doch so Eingiges, namentlich Chinas eigene innerpolitischen, ökonomischen und ökologischen Probleme.
Daneben auch noch das die Chinesen die gleichen Bedürfnisse nach Freiheit und Wohlstand haben wie wir alle hier.
Ein Quatschkopf der Prognosen soweit in die Zukunft tätigt.
Kann ich auch ... äh und in 420 Jahren herrscht Eisszeit ......
Chinas durchschnittlicher Lebensstandard liegt weltweit an 94. Stelle, noch hinter Albanien. Der Wohlstand eines kleineren Teils der Bevölkerung wird mittels Billiglöhnen für die große Masse erzielt. Je mehr sich aber der Wohlstand verbreitet, desto mehr schwindet natürlich auch dieser bisher durch Billiglöhne erzielte wirtschaftliche Vorteil.
Schauen Sie sich mal bei IKAE um, oder bei der Unterhaltungselektronik.. Wir werden alle auf China-Niveau runtergestutzt werden: mehr arbeiten für weniger Geld, das wenige große Supermärkte und Kaufhäuser regelmäßig kriegen, ein klarer, überschaubarer Kreislauf. Das teilt die Weltwirtschaft in überschaubare große Blöcke auf, West/ Ost, der Geschmack ist sowieso derselbe, überall: Mc Duck, Stardollars, Volksautos, von Riga bis Johannesburg, von L.A. bis Bejing. Die Mehrheit ist damit zufrieden.
bei dem ganzen Geschwätz um China übersehen die Angstmacher doch so Eingiges, namentlich Chinas eigene innerpolitischen, ökonomischen und ökologischen Probleme.
Daneben auch noch das die Chinesen die gleichen Bedürfnisse nach Freiheit und Wohlstand haben wie wir alle hier.
Ein Quatschkopf der Prognosen soweit in die Zukunft tätigt.
Kann ich auch ... äh und in 420 Jahren herrscht Eisszeit ......
Chinas durchschnittlicher Lebensstandard liegt weltweit an 94. Stelle, noch hinter Albanien. Der Wohlstand eines kleineren Teils der Bevölkerung wird mittels Billiglöhnen für die große Masse erzielt. Je mehr sich aber der Wohlstand verbreitet, desto mehr schwindet natürlich auch dieser bisher durch Billiglöhne erzielte wirtschaftliche Vorteil.
Schauen Sie sich mal bei IKAE um, oder bei der Unterhaltungselektronik.. Wir werden alle auf China-Niveau runtergestutzt werden: mehr arbeiten für weniger Geld, das wenige große Supermärkte und Kaufhäuser regelmäßig kriegen, ein klarer, überschaubarer Kreislauf. Das teilt die Weltwirtschaft in überschaubare große Blöcke auf, West/ Ost, der Geschmack ist sowieso derselbe, überall: Mc Duck, Stardollars, Volksautos, von Riga bis Johannesburg, von L.A. bis Bejing. Die Mehrheit ist damit zufrieden.
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