Zukunft der EUÜber die Feigheit der europäischen Politiker

Die Krise der EU ist keine Finanzkrise, sondern eine politische, schreibt der Schriftsteller Robert Menasse. Die Politik huldige dem Nationalen und belüge so die Bürger.

Europa, der Euro und die Krise – über diese Themen haben sich unser Redakteur David Hugendick und der Schriftsteller Robert Menasse in einem E-Mail-Wechsel unterhalten. Da uns die umfassenden und argumentstarken Antworten des österreichischen Schriftstellers so gut gefielen, haben wir sie hier als Text zusammengefasst:

Die Geschichte der EU ist zunächst eine vernünftige Konsequenz aus der Geschichte, pragmatische Folge der Einsicht, dass sich die Katastrophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, allesamt Produkt des Nationalismus und der Interessenskonflikte der Nationalstaaten, nicht mehr wiederholen dürfen. Die Idee war, die Ökonomien so miteinander zu verflechten, dass dies zu gemeinschaftlichem Handeln, Solidarität, nachhaltigem Frieden und gemeinsamen Wohlstand führt.

Robert Menasse
Robert Menasse

Robert Menasse, 1954 in Wien geboren, ist Schriftsteller und Essayist. Zuletzt sind von ihm erschienen Ich kann jeder sagen. Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung und Permanente Revolution der Begriffe.

Der Vernunftgrund der EU ist also die Überwindung des Nationalismus in einer nachnationalen Entwicklung, vorangetrieben durch supranationale Institutionen. Das Problem ist heute: Die gegenwärtigen politischen Eliten Europas befördern wieder ein Denken in nationalen Kategorien – mehr noch: nationalistische Ressentiments – und wundern sich, dass die supranationale Union knirscht und kracht. Wenn supranationale Politik von Politikern gemacht wird, die in erster Linie sogenannte nationale Interessen verteidigen, dann führt das nur zu wachsenden Widersprüchen statt zu gemeinschaftlichen Lösungen.

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Die gegenwärtige Krise der EU ist keine Finanzkrise – es ist doch absurd, dass am historisch höchsten Stand der Produktion gesellschaftlichen Reichtums auf dem reichsten Kontinent die für Infrastruktur und Gemeinwohl notwendigen Ausgaben plötzlich nicht mehr finanzierbar sein sollen. Nein, wir haben eine simple politische Krise, die Finanzkrise ist nur ihr Symptom, ein Ausschlag des Nationalismus in den eigentlich supranationalen EU-Institutionen.

Es gibt alle möglichen Vorstellungen davon, was eine Nation sei, die widersprüchlichsten Gefühle und Fantasien, die im Einzelnen einer Überprüfung in der Realität nicht standhalten, daher gibt es auch keine allgemeingültige Definition von "Nation". Materiell nachweisbar ist bei der Idee "Nation" nur, was sie an historischen Katastrophen produziert hat.

Die Nation ist abstrakt die EU konkret

Und jetzt stellen Sie sich vor: ein Franzose, ein Deutscher und ein Österreicher reden miteinander, und es fällt der Begriff "Nation": Alle nicken. Jeder glaubt, augenblicklich zu wissen, was gemeint ist. Dabei versteht zweifellos jeder etwas ganz anderes darunter. Kommt das Gespräch aber auf die "EU", beginnt sofort eine Auseinandersetzung, ohne gemeinsamen Nicken, jeder versteht, erwartet oder befürchtet etwas anderes. Ist es nicht grotesk? "Nation" ist ein Abstraktum, das jeder als etwas Konkretes zu verstehen glaubt, "EU" ist ein konkretes Projekt, das jeder als völlig abstrakt und abgehoben empfindet. Selbst die höchstdekorierten deutschen Intellektuellen und die neuesten französischen Philosophen sind bei ihren intellektuellen Höhenflügen nicht davor gefeit, immer wieder in den Niederungen der Stammtische zu landen und aufzutanken.

Wenn das also unbeirrbar und gegen alle Erfahrungen in den Köpfen ist, dann ist es für Politiker, deren Job ja von nationalen Wahlen abhängt, sehr riskant, der Öffentlichkeit zuzurufen: "Vergesst mal das nationale Geschwurbel! Wir bauen mit der EU rationalere Rahmenbedingungen für unser Zusammenleben auf!" Aber auch wenn ich das einsehe, ich verachte sie für ihre Feigheit, die dumm ist: Denn wer den Nationalismus unterfüttert, "weil die Menschen nun einmal so sind", wird von den Nationalisten hinweggefegt werden. Denn in der europäischen Union und in der globalisierten Welt kann nationaler Furor nie wirklich befriedigt werden. Und die Wut wird maßlos werden, wenn die Menschen begreifen, dass die "Verteidigung nationaler Interessen" von Anfang an ein Betrug war: Verteidigt werden ja nur die Interessen der nationalen politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Nun gibt es aber historische Momente, in denen sich ganz kurz die Möglichkeit auftut, etwas zu verwirklichen, das kurz davor noch völlig unrealistisch erschienen ist . Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach Auschwitz (als Chiffre für die grauenhafteste Konsequenz des Nationalismus) war ein solcher Moment. Im Bewusstsein, dass das Geschehene nie wieder passieren darf, haben Franzosen und Deutsche beschlossen, das Europa der verfeindeten Nationalstaaten zu überwinden, nationale Souveränitätsrechte aufzugeben und eine supranationale Institution zu schaffen.

Zunächst mit der Montan-Union zur gemeinsamen Kontrolle der kriegswichtigen Güter Kohle und Stahl. Damit war die nachnationale Entwicklung eingeleitet. Es war unglaublich kühn und sehr riskant, das damals den Franzosen zu erklären: Sie waren die Sieger, und die Deutschen waren ein Volk von Kriminellen – und denen sollten Teile der Souveränität Frankreichs abgetreten werden? Aber es ist gelungen. Die Deutschen sollten sich mit unendlicher Dankbarkeit daran erinnern.

Es waren Menschen am Werk, die politisch wirklich Größe hatten. Ihre Visionen überwintern heute nur noch in Sonntagsreden – während Montag bis Freitag populistisch wieder die Fiktion "nationale Interessen" verteidigt wird . Erforderlich ist jetzt aber die Bereitschaft, eine radikale Reform der Organisationsform der EU in Angriff zu nehmen. Die aktuelle Krise der EU ist nämlich im Grunde die Folge ihrer mittlerweile überholten Kompromisse in der institutionellen Organisation der Gemeinschaft: Die europäischen Nationalstaaten haben sich supranationale Institutionen gegeben, aber mitten hinein, zwischen die Europäische Kommission und das Europäische Parlament, eine Institution gesetzt, die die nachnationale Entwicklung systematisch behindert, indem sie nationale Interessen verteidigt, das ist der Rat. Der wachsende Widerspruch zwischen Integration und nationalen Sonderwünschen innerhalb der EU-Institutionen ist der Grund für die politische Blockade in Europa, die dann alle größeren und kleineren Probleme produziert, darunter eben auch die Haushaltskrise.

Primitive Rhetorik

Nun könnte man fragen: Gibt es nicht doch so etwas wie nationale Interessen? Darauf eine Gegenfrage: Wenn die Westdeutschen nicht mehr einsehen, dass es Transferzahlungen in die neuen Bundesländer geben muss, bauen wir dann wieder die Mauer? Wenn die Bayern nicht mehr einsehen, dass sie mehr in den Bund einzahlen, als sie bekommen, beginnen wir dann gleich wieder mit der deutschen Kleinstaaterei? Das ist doch lächerlich, oder? Aber wenn die Europäer aus Deutschland für Kredite der Europäer aus Griechenland bürgen sollen, dann wird allen Ernstes diskutiert, ob man Griechenland nicht besser bankrott gehen lassen und aus der Euro-Zone hinauswerfen soll? Das ist unernst.

Ernst wird es nur dadurch, dass dies allen Ernstes so diskutiert wird. Es ist bestürzend, wie schnell in Deutschland wieder die allerprimitivsten nationalistischen Vorurteile abgerufen werden konnten: DIE Griechen sind faul und korrupt, während WIR Deutschen fleißig arbeiten und unseren Haushalt in Ordnung halten. Hatte Deutschland nach 1945 nicht gewisse Lehren gezogen? Aber was sich jetzt an deutschen Stammtischen abspielt, die ihre Filialen nicht nur in der Bild , sondern auch in der FAZ eröffnet haben, und wie sich die Rhetorik bestimmter Teile der politischen und wirtschaftlichen Eliten dem Gerülpse von Vorstadtschlägern annähert, ist schockierend.

Die Deutschen haben an den Griechen gut verdient

Wenn ein solch verächtlicher Nationalismus heute wieder möglich ist, dann muss man mit Nachdruck auf ein paar Fakten hinweisen: Woher kommen die griechischen Schulden? Zu einem beträchtlichen Teil auch daher, dass der griechische Staat sehr teuren, unnützen Krempel in Deutschland eingekauft hat, vor allem Waffen, also Kriegsspielzeug. Das ist eine Meisterleistung der deutschen Verkäufer gewesen: einem Nato-Mitglied einzureden, es müsse gegen die Türkei, ein anderes Nato-Mitglied, aufrüsten. Ein EU-Mitglied müsse sich militärisch gegen einen EU-Beitrittskandidaten verteidigen können. Was werfen die Deutschen den Griechen also vor? Dass sie ihnen wie geschmiert so viele Waffen verkaufen konnten, bis sie pleite waren.

Wo sind da jetzt die "nationalen Interessen"? Der deutsche Steuerzahler fühlt sich in seinem Deutschtum gewiss nicht besser, wenn Griechenland sich unnütz militärisch aufrüstet. Und die griechischen Steuerzahler haben auch kein Interesse daran, dass ihre Regierung deutsche Waffen und U-Boote kauft, für die sie dann selbst Lohnkürzungen und Steuererhöhungen hinnehmen müssen, um sich dann auch noch sagen lassen zu müssen: "Ihr habt lange genug über Eure Verhältnisse gelebt!" Im Übrigen: Die griechischen Schulden belaufen sich auf zwei Prozent des europäischen Bruttoinlandsproduktes – die USA wären glücklich, wenn Kalifornien nur diese Schulden hätte.

Auffällig ist jedenfalls, welche unrühmliche Rolle in dieser anschwellenden Krise der Europäische Rat gespielt hat. Es war der Rat, der zunächst bei der Euro-Einführung eine begleitende gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik verhindert hat. Jeder wusste, dass eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Finanzpolitik ein Unding ist. Der Rat hat dann auch die Maastrichter Stabilitätskriterien aufgehoben, als es Deutschland und Frankreich so passte, weil sie selbst die Kriterien nicht erfüllen konnten. Deutschland und Frankreich wollten einer Abmahnung durch die Kommission entgehen – das erst hat die Schleusen einer fahrlässigen Budgetpolitik geöffnet, an deren Ende dann Deutschland glaubt, die Griechen bestrafen zu müssen.

Und dann war es der Rat, der die Hilfe für Griechenland, als sie noch billig zu haben war, so lange verhindert hat, bis sie auf Grund der schwindelerregend steigenden Risikozinsen schockierend teuer wurde. Auch das ein Grund, warum alle, die sich mit Herz und Hirn mit der EU beschäftigen, zu diesem Punkt kommen: Was jetzt überlebensnotwendig ist, ist eine Reform des institutionellen Gefüges der EU, ein Zurückdrängen und letztlich das Abschaffen des Rats.

Und wenn der deutsche Otto jetzt fragt: "Und wer bitte soll dann meine Interessen in der EU vertreten?", sollte er sich zunächst einmal selbst die Frage stellen, was denn seine Interessen sind.

Ob es zum Beispiel in seinem Interesse ist, dass sein Geld abschlägt, weil die deutsche Kanzlerin eine gemeinsame europäische Finanzpolitik verhindert, im Glauben, den Finanzplatz Frankfurt vor "Zugriffen von Brüssel" schützen zu müssen. Und dass sie nach langem Eiertanz eine "Wirtschaftsregierung" vorschlägt , die ein Betrug ist: Denn das, was sie so nennt, haben wir bereits, nämlich die Treffen der Staatschefs der großen Länder im Rat. Was sie also als Lösung der Krise vorschlägt, ist, dem Rat, der die Krise verursacht hat, jetzt zusätzlich den Titel "Krisenmanager" zu geben. Man kann nicht einmal sagen, dass dadurch der Bock zum Gärtner gemacht wird, sondern: Der Bock, so Merkels Vorschlag, soll ab jetzt Gärtner genannt werden.

Eine europäische Medienpolitik ist nötig

Es ist übrigens bestürzend, wie undurchsichtig dieser simple Sachverhalt in den deutschen Medien dargestellt wurde. "Merkel doch für europäische Wirtschaftsregierung" war gut für Schlagzeilen, aber dass sie im Grunde gesagt hatte: "Raider heißt jetzt Twix", wurde nicht mehr reflektiert. Es ging nur noch darum, ob "wir Deutschen" noch mehr Souveränität an Brüssel abgeben werden müssen. Hier zeigt sich ein großes Versäumnis der EU-Politik: Eine europäische Medienpolitik wurde komplett vergessen. Eine nachnationale Union, in der es nur nationale Medien von Einfluss gibt – das kann ja nur zu beschränkten Sichtweisen im öffentlichen Diskurs führen!

Eine europäische Medienpolitik wäre ein unbedingtes Desiderat. Was wäre, wenn zum Beispiel deutsche Lehrer über europäische Medien die Information erhielten, dass griechische Lehrer bei etwa gleichen Lebenskosten nur 800 Euro Monatsgehalt bekommen, von denen ihnen nun wegen des Gegrummels von Frau Merkel 20 Prozent gestrichen werden sollen? Oder wenn deutsche Taxifahrer wüssten, dass ihre griechischen Kollegen auf vielleicht 500 Euro im Monat kommen. Ob sie dann noch immer den Quatsch von den "faulen Griechen , die über ihre Verhältnisse leben" nachbeten würden? Oder würden sie sich dann nicht eher mit ihren griechischen Kollegen solidarisieren?

Jedenfalls: Wenn Otto jetzt darüber nachgedacht hat, was denn seine Interessen sind, sollte er die Vertreter seiner Interessen wählen. Dazu gehört das europäische Wahlrecht reformiert. Gegenwärtig ist es so, dass er zweimal in Hinblick auf die europäische Politik wählt, einmal merkt er es gar nicht, das ist bei den Bundestagswahlen, und einmal interessiert es ihn nicht, das ist bei den Wahlen zum Europäischen Parlament. Bei den Bundestagswahlen fragt sich doch kein Wähler, welcher der Spitzenkandidaten ein vernünftiger Europapolitiker wäre. Aber nach der Wahl sitzen die Gewählten im Rat und sollen Europapolitiker sein!

Und bei den Wahlen zum Europäischen Parlament kann der Wähler nur nationale Listen wählen. Nationale Parteien schicken die Abgeordneten in das Europäische Parlament, dem vom Rat die vollen parlamentarischen Rechte verwehrt wurden. Es kann ja sein, dass ein Kandidat einer nationalen Liste ein engagierter europäischer Parlamentarier wird. Das ist dann ein Glück. Aber in diesem System angelegt ist es nicht. Ich finde, die europäische Demokratie darf keine Glückssache sein. Wissen Sie, wie viele Kandidaten auf den Listen, die die nationale Parteien für die Europawahlen aufstellen, bloß nach Brüssel entsorgt werden, weil sie innenpolitisch gescheitert sind und ihre Parteien nicht wissen, wohin mit ihnen? Ich finde, das Europäische Parlament darf auch keine politische Sondermülldeponie sein. Jedenfalls ist es kein Wunder, wenn so viele Wähler kein Interesse an diesem Parlament haben.

Mit dem Lissabon-Vertrag wurde das Parlament zwar aufgewertet, aber zu einem viel zu teuren Preis: Gleichzeitig wurde auch der Rat aufgewertet und gestärkt, er hat einen eigenen Präsidenten bekommen, was eine Meisterleistung der politischen Selbstblockade darstellt: Jetzt hat der Rat sozusagen zwei Präsidenten, nämlich den wechselnden des jeweiligen Vorsitzlandes und den ständigen Präsidenten. Dazu kommt der Kommissionspräsident , der davor noch als der "EU-Präsident" galt, aber jetzt in eine Art Paralleluniversum abgeschoben ist. Und dann haben wir noch den Parlamentspräsidenten, dessen Kommunikation mit der Kommission, die ja das Initiativrecht besitzt, zwischen den Mühlsteinen des Rats zermahlen wird. Das ist eine groteske Konstruktion, das ist der Sündenfall des Lissabon-Vertrags: Die halbherzige Aufwertung des Parlaments wurde mit der realen Blockade der EU-Politik erkauft. Daher noch einmal: Abschaffung des Rats, Ausstattung des Parlaments mit allen Rechten eines entfalteten souveränen Parlamentarismus, Wahl der Abgeordneten nicht mehr in der Nation, sondern in den Regionen. War uns das nicht versprochen? Ein nachnationales Europa der Regionen?

Den Wienern zum Beispiel ist Bratislava oder Sopron im Grunde viel näher als Bludenz oder gar Klagenfurt. Welche national-patriotischen Interessen sollten sie mit den Bludenzern oder Klagenfurtern teilen? Wenn sie mit Bludenzern gemeinsame Interessen haben, dann hat das doch nichts mit "Österreich" zu tun. Also, die Regionen, die natürlich nicht an den ohnehin schon verschwundenen nationalen Grenzen Halt machen, wählen Abgeordnete ins Parlament. Das Parlament wählt die Kommissare. Die Kommission, heute schon die einzige wirkliche europäische Institution, entwickelt die Gesetzesvorlagen und Richtlinien, über die das Parlament dann abstimmt.

Der Nationalismus stirbt ab

So können die großen Rahmenbedingungen definiert werden, die Finanz-, Wirtschafts-, Steuerpolitik, und was regional entschieden werden kann, bleibt bei den regionalen Parlamenten. Das alles wäre nachvollziehbar, wählbar und abwählbar, würde das Bewusstsein jedes Einzelnen als Europäer stärken und entspräche auch dem Selbstverständnis der Menschen als in ihrer Region verwurzelte Europäer. Der Nationalismus stirbt ab, mittelfristig kann man auch die nationalen Parlamente abschaffen. In so einem Europa müssten wir uns nicht mehr mit so irrationalen Phänomenen herumschlagen, wie zum Beispiel, dass der Herr Cameron, obwohl seine Nation nicht einmal bei der europäischen Währungsunion mitmacht, eine gemeinsame europäische Finanzpolitik blockieren kann, um seinen Finanzspekulationsmarkt London City zu schützen. Dann könnte er sich konzentrierter mit der Frage beschäftigen, warum wegen seiner nationalen Politik halb England brennt. Das wäre also für alle viel besser.

Wem das zu utopisch klingt: Die Römischen Verträge waren ein Jahr vor ihrer Unterzeichnung noch utopischer. Der Mauerfall war noch am Tag davor völlig utopisch. Wenn es eine historische Erfahrung unserer Generation gibt, dann diese: Die sogenannte pragmatische Vernunft der sogenannten Realisten hat sich dramatisch lächerlich gemacht. Es ist auf Grund unserer Erfahrungen die Pflicht unserer Generation, den politischen Eliten immer wieder zuzurufen: "Denk an die Römischen Verträge und erinnere dich an den Fall der Berliner Mauer! Es ist viel mehr möglich, als Du für machbar hältst!"

Aber die Abschaffung des Rats wird mit den gegenwärtigen politischen Eliten nicht zu machen sein. Es muss womöglich erst alles zusammenbrechen, die politischen Sonntagsredner werden vor den rauchenden Trümmern ihrer Politik stehen müssen – um dann erst die Größe aufzubringen, ganz betroffen wieder einmal zu sagen: "Wir wollen eine Welt aufbauen, in der das nie wieder passieren kann!"

 
Leserkommentare
  1. gebracht!

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    ...genau? Dass der Rat das Grundübel darstellt?

    Das ist er natürlich nicht, wenn eine europäische Institution wirklich übel ist, dann ist es die zutiefst undemokratische Komission.

    Wenn ich den, elend langen und imho nicht übermässig überzeugenden, Artikel richtig verstanden habe, dann schwebt Herrn Menasse der EU-Super-Bundesstaat vor. Nicht nur das Wahlrecht soll angepasst werden, der Rat eliminiert usw. letztlich sollen auch die nationalen Parlamente verschwinden.

    Das ist dasselbe was wir mittlerweile täglich bei der ZEIT lesen und alles auf der oberflächlichen Annahme fußend, dass Nationen irgendwie schlecht sind, weil von ihnen schonmal Krieg ausgegangen ist. Als ob zB. von den USA kein Krieg ausgehen würde. Man hebt die Sache nur auf ein neues Level, nicht mehr. In echten Demokratien gibt es sowieso so gut wie nie Krieg, aber mit Demokratie haben es die EUler sowieso nicht so. Das Wort *Volksentscheid* kommt im ganzen Artikel nicht einmal vor, dafür referenziert er auf Wahlen, als ob nicht jeder längst wüßte, dass man uns damit nur über den tisch zieht.

    "So können die großen Rahmenbedingungen definiert werden, die Finanz-, Wirtschafts-, Steuerpolitik, und was regional entschieden werden kann, bleibt bei den regionalen Parlamenten"

    Ja, wir haben eine Währung und unterbieten uns gegenseitig. Globale Konkurrenz und so. Ich habe das Gefühl, der Autor hat nicht ansatzweise verstanden, warum die EU und der Euro gerade in der Krise stecken.

    ...genau? Dass der Rat das Grundübel darstellt?

    Das ist er natürlich nicht, wenn eine europäische Institution wirklich übel ist, dann ist es die zutiefst undemokratische Komission.

    Wenn ich den, elend langen und imho nicht übermässig überzeugenden, Artikel richtig verstanden habe, dann schwebt Herrn Menasse der EU-Super-Bundesstaat vor. Nicht nur das Wahlrecht soll angepasst werden, der Rat eliminiert usw. letztlich sollen auch die nationalen Parlamente verschwinden.

    Das ist dasselbe was wir mittlerweile täglich bei der ZEIT lesen und alles auf der oberflächlichen Annahme fußend, dass Nationen irgendwie schlecht sind, weil von ihnen schonmal Krieg ausgegangen ist. Als ob zB. von den USA kein Krieg ausgehen würde. Man hebt die Sache nur auf ein neues Level, nicht mehr. In echten Demokratien gibt es sowieso so gut wie nie Krieg, aber mit Demokratie haben es die EUler sowieso nicht so. Das Wort *Volksentscheid* kommt im ganzen Artikel nicht einmal vor, dafür referenziert er auf Wahlen, als ob nicht jeder längst wüßte, dass man uns damit nur über den tisch zieht.

    "So können die großen Rahmenbedingungen definiert werden, die Finanz-, Wirtschafts-, Steuerpolitik, und was regional entschieden werden kann, bleibt bei den regionalen Parlamenten"

    Ja, wir haben eine Währung und unterbieten uns gegenseitig. Globale Konkurrenz und so. Ich habe das Gefühl, der Autor hat nicht ansatzweise verstanden, warum die EU und der Euro gerade in der Krise stecken.

  2. Vielen Dank für einen ausgesprochen lesenswerten Text. Man sich sicherlich über Details streiten, aber sich kaum den grundlegenden Argumenten und Einsichten verschliessen.

    14 Leserempfehlungen
  3. Gute Analyse. Eine von mehreren, die die unterschiedlichen Aspekte der aktuellen Situation beschreiben. Ganz egal wo (Spiegel, Zeit, Süddeutsche ...). Aber was sind jetzt die Konsequenzen, die unsere Verantwortlichen aus diesen Überlegungen ziehen? Lesen Sie sowas überhaupt? Oder legt es Ihnen ihr Referent wenigstens in die Pressemappe? (Vielleicht sollte man in solchen Artikeln alle Verantwortlichen wenigstens einmal mit Namen erwähnen, damit sie sich auch selber finden und so den Artikeln ihre Aufmerksamkeit schenken ...). Vielleicht muss die ganze Europablase wirklich erst platzen, damit sich was ändert. Dumm ist nur, dass dann auch die die Zeche zahlen müssen, die (mal abgesehen von ihrer Wahlentscheidung) nur wenig für das Desaster verantwortlich sind.

    5 Leserempfehlungen
  4. Die Bürger der arabischen Länder kämpfen für mehr Demokratie und Mitbestimmung, wogegen wir in Europa die Demokratie mit Hilfe der EU abschaffen. Wirklich traurig.
    http://www.youtube.com/wa...

    21 Leserempfehlungen
  5. auf diesen einfachen satz herunterbrochen lässt sich die erste hälfte des text doch zusammenfassen.
    wir deutschen seien z.b. an dem griechischen elend mit schuld, weil unsere industrie dorthin waren verkauft hat. kein mensch hat griechenland gezwungen deutsche güter zu importieren. niemand hat griechenland gezwungen keine steuer der reichen zu erheben usw aber jetzt sollen wir deutschen demutsvoll zahlen, weil mal generationen vor uns von deutschen boden aus ein krieg ausging? das kann ja nicht der ernst der autoren sein!

    das es in der EU in demoktratiedefizit gibt, sind sich wohl alle einig. da schon über den lissabon-vertrag inkl ratifizierung viele jahre debatiert wurde, ist hier eine schnelle lösung leider nicht zu erwarten.

    31 Leserempfehlungen
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    wenn sie in einem Wirtschafts - und Waehrungsraum mit unterschiedlicher Produktivitaet und Finanzpolitik, stark auseinanderdriftende Handelsbilanzen haben, dann ist das normal. Warum glauben Sie gibt es seit mehr als 30 Jahren einen Laenderfiananzausgleich in Deutschland von der Wiedervereingung und der Integration eines komplett bankrotten Teils Deutschlands ganz zu schweigen. Gab und gibt es das umsonst? Die Stammtischparolen bringen nichts, es geht eher darum den Politikern kraeftig in den Hintern zu treten, dafuer dass sie in den letzten Monaten unter Umgehung der Buerger, nichts ordentliches gebacken kriegen.

    Mir geht dieses "Deutschland darf zahlen" dermaßen auf den Geist. Als ob nur Deutschland bezahlen würde. Jedes EU-Land bezahlt gemäß seiner finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

    Die größten Pro-Kopf-Nettozahler in der EU sind Dänemark und Italien, Ihr deutschen Chauvinisten.

    Erstens stimme ich zu, ihre Argumentation ist chauvinistisch und verdreht die Tatsachen und das Leid, das haben nicht wir sondern die Griechen Iren und so weiter!

    Bisher. Es kann natürlich auch uns erwischen und das wird es, nur ist noch die Frage wie sehr.

    Zweitens, Sie bleiben meilenweit hinter politischer Informiertheit zurück. Durch lohndumping hat sich Deutschland bei hoher Produktivität einen unvergleichlichen Vorteil beim Exportieren von Gütern gespart, bei dem die Menschen bis auf wenige Ausnahmen nicht teilhaben, der aber andererseits dazu führt, dass andere europäische Länder, wo den Menschen fairere Löhne gezahlt werden, ihre Waren in der Binnenwirtschaft nicht mehr absetzen können, wegen deutscher Lohndumpingpolitik! Das ist auch die Hauptursache für die (beinahe noch) "Exportweltmeisterschaft". Und wohingegen früher diese Länder einfach ihre Währung abwerten konnten und damit den Unterschied der Lohnstückkosten ausgeichen konnten, ist das dank der Gemeinschaftswährung nicht mehr möglich und die Defizite zerstörtend en Euroraum. Da hat Deutschland drauf hingearbeitet. Und wozu? Was hat es nund avon eigentlich? Nichts. Aber jetzt sind es natürlich die anderen Länder, wo die Leute für ihre Arbeit noch angemessene Löhne bekamen, was in Deutschland seit mehr als 2 Jahrzehnten nicht mehr so ist, die die Sünder sind. Hätte Deutschland seine Löhne mit dem Wirtschaftswachstum steigen lasse, wäre alles im Rahmen geblieben und nicht andere Volkswirtschaften so zerstört.

    wenn sie in einem Wirtschafts - und Waehrungsraum mit unterschiedlicher Produktivitaet und Finanzpolitik, stark auseinanderdriftende Handelsbilanzen haben, dann ist das normal. Warum glauben Sie gibt es seit mehr als 30 Jahren einen Laenderfiananzausgleich in Deutschland von der Wiedervereingung und der Integration eines komplett bankrotten Teils Deutschlands ganz zu schweigen. Gab und gibt es das umsonst? Die Stammtischparolen bringen nichts, es geht eher darum den Politikern kraeftig in den Hintern zu treten, dafuer dass sie in den letzten Monaten unter Umgehung der Buerger, nichts ordentliches gebacken kriegen.

    Mir geht dieses "Deutschland darf zahlen" dermaßen auf den Geist. Als ob nur Deutschland bezahlen würde. Jedes EU-Land bezahlt gemäß seiner finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

    Die größten Pro-Kopf-Nettozahler in der EU sind Dänemark und Italien, Ihr deutschen Chauvinisten.

    Erstens stimme ich zu, ihre Argumentation ist chauvinistisch und verdreht die Tatsachen und das Leid, das haben nicht wir sondern die Griechen Iren und so weiter!

    Bisher. Es kann natürlich auch uns erwischen und das wird es, nur ist noch die Frage wie sehr.

    Zweitens, Sie bleiben meilenweit hinter politischer Informiertheit zurück. Durch lohndumping hat sich Deutschland bei hoher Produktivität einen unvergleichlichen Vorteil beim Exportieren von Gütern gespart, bei dem die Menschen bis auf wenige Ausnahmen nicht teilhaben, der aber andererseits dazu führt, dass andere europäische Länder, wo den Menschen fairere Löhne gezahlt werden, ihre Waren in der Binnenwirtschaft nicht mehr absetzen können, wegen deutscher Lohndumpingpolitik! Das ist auch die Hauptursache für die (beinahe noch) "Exportweltmeisterschaft". Und wohingegen früher diese Länder einfach ihre Währung abwerten konnten und damit den Unterschied der Lohnstückkosten ausgeichen konnten, ist das dank der Gemeinschaftswährung nicht mehr möglich und die Defizite zerstörtend en Euroraum. Da hat Deutschland drauf hingearbeitet. Und wozu? Was hat es nund avon eigentlich? Nichts. Aber jetzt sind es natürlich die anderen Länder, wo die Leute für ihre Arbeit noch angemessene Löhne bekamen, was in Deutschland seit mehr als 2 Jahrzehnten nicht mehr so ist, die die Sünder sind. Hätte Deutschland seine Löhne mit dem Wirtschaftswachstum steigen lasse, wäre alles im Rahmen geblieben und nicht andere Volkswirtschaften so zerstört.

  6. Der neue Nationalismus wird hier als eine mysteriöse ideologische Ursache dargestellt. Nach meiner Beobachtung aber ist er die Folge einer gut gemeinten aber schlecht gemachten Europa-Finanz-Politik. Um das Jahr 2000, vor der Einführung des Euro, lebten die Völker Europas allseits friedlich miteinander. Erst die offizielle Lüge über die angebliche Nichthaftung für Schulden anderer und jetzt der zunahmende Zwang zur Vergemeinschaftung der Haushaltsdefizite hat die Völker wieder einander entfremdet und verfeindet. Wer jemals in einer WG gelebt hat, kennt die Mechanismen: je offener die Türen, je gemeinschaftlicher die Kasse, desto mehr Konflikte gibt es. Es ist der lebensfremde, vermeintlich progressive Imperiumswahn, der uns die Vergiftung des Klimas gebracht hat. Und der Autor dieses Artikels liefert ein anschauliches Exempel dieses ideologischen Furors, der uns noch in eine wirkliche Gefahrenzone treiben könnte.

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    • th
    • 30.09.2011 um 18:25 Uhr

    "Es ist der lebensfremde, vermeintlich progressive Imperiumswahn, der uns die Vergiftung des Klimas gebracht hat. Und der Autor dieses Artikels liefert ein anschauliches Exempel dieses ideologischen Furors, der uns noch in eine wirkliche Gefahrenzone treiben könnte."

    ...genauso sehe ich es auch. Es gilt halt immer noch: *gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht*.

    Leider geht man genau den falschen Weg, statt die Demokratie zu vertiefen (Völker haben so gut wie nie Interesse an Krieg, es stecken immer Machthaber und Konzerne dahinter), und die Zusammenarbeit der Staaten zu fördern, hat man die Demokratie minimiert und eine gegenseitige wirtschaftliche Konkurrenzsituation geschaffen. Dümmer geht es gar nicht.

    • th
    • 30.09.2011 um 18:25 Uhr

    "Es ist der lebensfremde, vermeintlich progressive Imperiumswahn, der uns die Vergiftung des Klimas gebracht hat. Und der Autor dieses Artikels liefert ein anschauliches Exempel dieses ideologischen Furors, der uns noch in eine wirkliche Gefahrenzone treiben könnte."

    ...genauso sehe ich es auch. Es gilt halt immer noch: *gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht*.

    Leider geht man genau den falschen Weg, statt die Demokratie zu vertiefen (Völker haben so gut wie nie Interesse an Krieg, es stecken immer Machthaber und Konzerne dahinter), und die Zusammenarbeit der Staaten zu fördern, hat man die Demokratie minimiert und eine gegenseitige wirtschaftliche Konkurrenzsituation geschaffen. Dümmer geht es gar nicht.

  7. Um Himmels Willen, dieser Artikel strotzt ja nur so von Unverständnis, Ideologie und Kollektivismus, der Autor hat nicht im Ansatz verstanden, wie eine Staatsordnung funktioniert.

    Weil die kollektivistische Ideologie des Nationalismus sich als gefährlich erwiesen hat, folgert der Autor, wir bräuchten stattdessen eine neue Kollektivistische Ideologie, die Europa in den Mittelpunkt stellt. An DAS nationale (kollektiv-) Interesse solle nun DAS europäische (kollektiv-)Interesse treten. Und das erscheint im als die einzige Alternative. Und wer sich nicht für Europa entscheidet, der wählt Krieg und Auschwitz. Was für ein Irrsinn.

    In Wahrheit gibt es weder das nationale Interesse noch das europäische Interesse und wir müssen auch nicht unser Staatswesen - sei es als Nation oder als Europa - kultartig verehren. Wir brauchen stattdessen funktionsfähige Institutionen, die uns Stabiltät, Freiheit und Demokratie sichern. Und eine solche Rahmenordnung lässt sich auf europäischer Ebene nicht verwirklichen.

    Ich glaube, die Psychologie deutscher Euromantiker ist folgende: Im Herzen sind sie Nationalisten - ihre Religion ist die Anbetung des staatlich organisierten Kollektivs. Aber weil ihnen die Nazis nun den deutschen Nationalismus madig gemacht haben, fordern sie nun von Europa ein, diese Leerstelle auszufüllen. Und ihr Verlangen nach kollektivischer Sinnerfüllung zu befriedigen. Das ist aber nicht Aufgabe eines freiheitlichen Staates.

    35 Leserempfehlungen
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    > Wir brauchen stattdessen funktionsfähige Institutionen, die uns
    > Stabiltät, Freiheit und Demokratie sichern. Und eine solche
    > Rahmenordnung lässt sich auf europäischer Ebene nicht
    > verwirklichen.

    Wäre für eine Diskussion ganz hilfreich, wenn solche Statements nicht nur einfach ex cathedra verkündet würden, sondern auch argumentativ untermauert würden...

    • heirei
    • 27.12.2011 um 23:29 Uhr

    In dem Text von Menasse geht es doch gar nicht um die Verehrung, oder verwurschtelung von Nation oder Europa.
    Er tut doch gerade das Gegenteil und beschreibt doch sehr überlegt, wie man endlich dieses Europa zu einem ordentlichen Staat machen kann! Der dann eben auch vielmehr ist als die heutigen Gipfel, das sprachlose Parlament und die undurchschaubare Bürokratie.
    Also hier geht es eben nicht unbedingt um "nationalistische Leerstellen" oder "kultartiges Verehren" sondern vor allem um das schlichte funktionieren eines noch immer fernen Staates.

    Abgesehen davon gefällt mir, wie simpel eben doch auch ein solches Europa der Regionen eben funktioneren könnte...

    > Wir brauchen stattdessen funktionsfähige Institutionen, die uns
    > Stabiltät, Freiheit und Demokratie sichern. Und eine solche
    > Rahmenordnung lässt sich auf europäischer Ebene nicht
    > verwirklichen.

    Wäre für eine Diskussion ganz hilfreich, wenn solche Statements nicht nur einfach ex cathedra verkündet würden, sondern auch argumentativ untermauert würden...

    • heirei
    • 27.12.2011 um 23:29 Uhr

    In dem Text von Menasse geht es doch gar nicht um die Verehrung, oder verwurschtelung von Nation oder Europa.
    Er tut doch gerade das Gegenteil und beschreibt doch sehr überlegt, wie man endlich dieses Europa zu einem ordentlichen Staat machen kann! Der dann eben auch vielmehr ist als die heutigen Gipfel, das sprachlose Parlament und die undurchschaubare Bürokratie.
    Also hier geht es eben nicht unbedingt um "nationalistische Leerstellen" oder "kultartiges Verehren" sondern vor allem um das schlichte funktionieren eines noch immer fernen Staates.

    Abgesehen davon gefällt mir, wie simpel eben doch auch ein solches Europa der Regionen eben funktioneren könnte...

  8. Griechische Taxifahrer haben laut Medienberichten bis zu 150.000 Euro für eine Lizenz bezahlt. Das dürften sie wohl kaum getan haben um damit dann 500 Euro im Monat zu verdienen.

    4 Leserempfehlungen
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    • TLF
    • 30.09.2011 um 17:24 Uhr

    Dieses Rätsel löst sich sehr wahrscheinlich aus der Unterscheidung zwischen Taxifahrer (der mit dem mäßigen Einkommen) und Taxiunternehmer (dem die Autos gehören und über die Lizenz verfügt).

    es ist sicher richtig, daß Griechenland irrational und teuer aufgerüstet hat ... und schließlich alle Rüstungsausgaben herausgeschmissenes Geld sind. Viel vernünftiger ist es sich einen Freundeskreis mit intensiven Handelsbeziehungen aufzubauen.

    Aber die vielen anderen absolut irrationalen Geldflüsse in Griechenland -wie exemplarisch die Taxikonzessions"gebühren"- gehören ebenfalls untersucht und deren Ursachen abgestellt. Wohin flossen den letztendlich diese Gebühren und wer führte sie warum (angeblich und tatsächlich) ein?

    Nebenbei: von mir aus kann (und muß bei unvernünftigen Handeln) jede Bank pleite gehen! ob in Griechenland oder den USA oder Deutschland oder wo auch immer. Staatliche Notbeatmung zur Erhaltung unvernünftigen Handelns darf es geben, aber nur aus der Privatschatulle der anordnenden Politiker, nicht auf Kosten der Steuerzahler. Auch wenn Frau Merkel behauptet, das sei alternativlos. Genau das stimmt nämlich nicht.

    Politiker sind dumm und sind deshalb unfähig vernünftig zu handeln. Dümmer sind nur die Bürger welche sie wählen. Und das ist die Krux auf jeder Ebene: von Gemeinden bis Europa.

    • TLF
    • 30.09.2011 um 17:24 Uhr

    Dieses Rätsel löst sich sehr wahrscheinlich aus der Unterscheidung zwischen Taxifahrer (der mit dem mäßigen Einkommen) und Taxiunternehmer (dem die Autos gehören und über die Lizenz verfügt).

    es ist sicher richtig, daß Griechenland irrational und teuer aufgerüstet hat ... und schließlich alle Rüstungsausgaben herausgeschmissenes Geld sind. Viel vernünftiger ist es sich einen Freundeskreis mit intensiven Handelsbeziehungen aufzubauen.

    Aber die vielen anderen absolut irrationalen Geldflüsse in Griechenland -wie exemplarisch die Taxikonzessions"gebühren"- gehören ebenfalls untersucht und deren Ursachen abgestellt. Wohin flossen den letztendlich diese Gebühren und wer führte sie warum (angeblich und tatsächlich) ein?

    Nebenbei: von mir aus kann (und muß bei unvernünftigen Handeln) jede Bank pleite gehen! ob in Griechenland oder den USA oder Deutschland oder wo auch immer. Staatliche Notbeatmung zur Erhaltung unvernünftigen Handelns darf es geben, aber nur aus der Privatschatulle der anordnenden Politiker, nicht auf Kosten der Steuerzahler. Auch wenn Frau Merkel behauptet, das sei alternativlos. Genau das stimmt nämlich nicht.

    Politiker sind dumm und sind deshalb unfähig vernünftig zu handeln. Dümmer sind nur die Bürger welche sie wählen. Und das ist die Krux auf jeder Ebene: von Gemeinden bis Europa.

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