Rechtsextremismus Wie Jena die Neonazis an den Rand drängte
In den Neunzigern überzogen Rechtsradikale Jena mit Gewalt, dabei waren auch Uwe B., Uwe M. und Beate Z. Doch Bürger wie Pfarrer König nahmen den Kampf auf.
Lothar König ist ein Mann des Wortes. Es musste einiges passieren, dass er Wörter für zu schwach erachtete. Dass er zu der Überzeugung kam, dass man mit Neonazis nicht reden kann.
Als seine Tochter an einem Abend im Sommer 1993 mit einer klaffenden Wunde im Gesicht vor ihm stand, wusste er es. Vier Jugendliche aus der rechten Szene in Jena hatten Katharina König aufgelauert. Als sie den Club verließ, den der Vater im Zentrum der Stadt für junge Leute eingerichtet hatte, wurde sie mit einem Baseballschläger verprügelt. Da war sie 15 Jahre alt.
Bis zu jenem Vorfall hatte der Vater, ein evangelischer Pfarrer, geglaubt, man könne mit den rechten Jugendlichen reden. Er organisierte 1992 sogar ein Fußballturnier zwischen den jungen Menschen, die sich in seinem Club Junge Gemeinde Stadtmitte trafen, und den Rechten. Er setzte sich mit beiden Gruppen zusammen, moderierte, als sie darüber stritten, welche Musik gespielt werden sollte. Das Spiel lief gut. Es gab auch noch ein Rückspiel.
Anfang der 90er Jahre wurde in Jena viel darüber diskutiert, wie man mit den Rechten umgehen soll, die es zwar auch in der DDR gegeben hatte. Aber nun wurden sie immer mehr. 1991 waren die Ausschreitungen in Hoyerswerda, im Jahr darauf die in Rostock-Lichtenhagen. Die meisten Menschen waren noch davon überzeugt, dass man die Rechtsradikalen im Osten nicht ausgrenzen dürfe. Man versuchte mit ihnen zu reden. Die Jugendclubs der Stadt hießen sie willkommen. Die Sozialarbeiter dort versuchten, ihren Hass gegen alles Fremde in Bahnen zu lenken.
"Das waren damals keine gereiften Personen. Das waren vaterlose Kinder", sagt Lothar König heute. "Ich dachte nicht, dass das echte Nazis waren, sondern, dass sie einfach ein bisschen vom Weg abgekommen waren." Er will rechtfertigen, wieso er die Gefahr, die von der Szene ausging, anfangs unterschätzte.
- 1996 und 1997
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© Frank Doebert/Ostthueringer Zeitung/dpaUwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Hakenkreuz bemalten Sprengstoffkoffer in der Jenaer Innenstadt.
- Januar 1998
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© Heinz Hirndorf/dpaIn Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.
- 28. September und 19. Dezember 1998
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© Wolfgang Kumm/dpaAuf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.
- 1999 bis 2011
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© Polizeidirektion Gotha/dpa14 Banküberfälle werden Böhnhardt und Mundlos zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad.
- 27. Juli 2000
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© Christian Ohlig/dpaUngeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?
- 9. September 2000
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© dpaIn Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.
- 19. Januar 2001
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© Jan Woitas/dpaEine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.
- 13. Juni 2001
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© dpaIn Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.
- 27. Juni 2001
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© dpaIn Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.
- 29. August 2001
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© dpaIn München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.
- 25. Februar 2004
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© dpaIn Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.
- 9. Juni 2004
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© Federico Gambarini/dpaDurch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.
- 9. Juni 2005
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© dpaIn Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.
- 15. Juni 2005
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© dpaDer 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.
- 4. April 2006
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© dpaIn Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.
- 6. April 2006
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© Uwe Zucchi/dpaHalit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.
- 25. April 2007
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© Norbert Försterling/dpaIn Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt.
- 4. November 2011
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© Carolin Lemuth/dpaNach einem Banküberfall werden Bönhardt und Mundlos tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden Waffen und eine DVD entdeckt, mit Bekenntnis zu den Morden und einigen Anschlägen.
- 8. November 2011
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© Jan Woitas/dpaBeate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.
- 13. November 2011
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© Franziska Kraufmann/dpaHolger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.
- 15. November 2011
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Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.
Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.
- 16. November 2011
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© Polizei Sachsen/dpaBeate Zschäpe trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.
- 18. November 2011
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.
- 21. November
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© Christof Stache/AFP/Getty ImagesEs wird bekannt, dass Uwe Mundlos durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, die Polizistin Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.
- 22. November
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Kristina Schröder© Sean Gallup/Getty Images
Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.
- 24. November
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© Franziska Kraufmann/dpaIn Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er dem Trio Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
- 29. November
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© Uli Deck/dpaDer ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.
- 11. bis 13. Dezember
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Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.
Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.
In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.
- Januar 2012
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01 Sebastian Edathy im Untersuchungsausschuss
© Sean Gallup/GettyImagesEin Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Ermittlungsfehlern nach. Dabei kommt heraus, dass die bayerische Polizei bei der Fahndung gar einen Dönerimbiss betrieb. Auch in Thüringen und Sachsen untersuchen die Parlamente die Vorgänge.
- Februar 2012
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Staatsakt© Sean Gallup/Getty Images
In einem Staatsakt wird der NSU-Opfer gedacht. Eine Straße in Kassel soll nach einem der Opfer benannt werden. Jetzt untersucht auch eine Bund-Länder-Kommission die fehlgeschlagene Suche nach dem Trio.
- März 2012
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02 Beate Zschäpe
© BKA/dpaDie Bundesanwaltschaft arbeitet daran, Beate Zschäpe eine direkte Beteiligung an den Morden nachweisen zu können. Zschäpe soll der Motor der Gruppe gewesen sein, Haushalt und Finanzen verwaltet haben.
- 2. Mai 2012
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03-Untersuchung nach Mord
© Marcus Föhrer/dpaAcht Männer türkischer Abstammung ermordeten die Rechtsextremen. Doch auch die türkischen Behörden glaubten nur an ein kriminelles Killerkommando aus dem eigenen Land, wie die ZEIT herausfindet.
- 15. Mai 2012
In Thüringen wurde bei der Suche nach den untergetauchten Terroristen von 1998 bis 2001 geschlampt, urteilt ein Gremium der Landesregierung unter Vorsitz von Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer. Bereits zu Jahresbeginn haben die Landesverfassungsschützer eingeräumt, dass über einen Mittelsmann Geld an die Neonazis fließen sollte, um an deren Tarnidentitäten zu kommen. Der Plan scheiterte. Für die Observation des Trios stellt auch die Parlamentarische Kontrollkommission des Sächsischen Landtages dem eigenen Verfassungsschutz ein verheerendes Zeugnis aus.
- Ende Mai 2012
Der mutmaßliche NSU-Helfer Holger G. ist auf freiem Fuß. Er soll den drei Rechtsextremisten Waffen besorgt haben. Der Bundesgerichtshof entschied: G. wusste eventuell nicht, wofür sie eingesetzt werden. Zwei Wochen später werden auch Carsten S. und Matthias D. aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Juni wird der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen NSU-Helfer André E. aufgehoben. Er soll an dem Bekennervideo der NSU mitgearbeitet haben, der BGH hält ihn aber nicht für dringend tatverdächtig
- 2. Juli 2012
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Die Terrorzelle
© BKA/dpaEin Referatsleiter des Bundesverfassungsschutzes hat im November 2011 Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der NSU vernichtet. Bis Ende Juni war das dem Geheimdienstchef angeblich nicht bekannt.
- Juli 2012
Als Konsequenz aus der "Reißwolf-Affäre" bittet Verfassungsschutzchef Fromm um seine frühzeitige Pensionierung. Wenige Tage später verliert der Präsident des Thüringischen Geheimdienstes, Thomas Sippel, seinen Posten. Auch der Leiter der sächsischen Behörde, Reinhard Boos, tritt zurück. Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes von Ende 1998 waren nicht an die Untersuchungsausschüsse weitergegeben worden.
- 5. Juli 2012
Fromm spricht vor dem Bundestagsausschuss. Er offenbart Chaos in seiner Behörde, weiß nicht, warum sensible Akten vernichtet wurden. Die Vermutung der FDP, Zschäpe sei als Informantin angeworben worden, wird dementiert.
- Juli 2012
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© Michael Gottschalk/dapdNoch nachdem die Straftaten des NSU bekannt wurden, sind zahlreiche weitere Akten zu den drei Rechtsextremisten vernichtet worden. Die Behörden erklären das mit dem Datenschutz, die Opposition vermutet Vertuschung.
- Juli 2012
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© Jim Lo Scalzo/EPA/dpaZwei Kollegen der Polizistin Michele Kiesewetter sind zeitweise Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen. Einer von ihnen war ihr Gruppenführer, wusste also, wo sie sich aufhielt. Einen Zusammenhang mit dem Mord schließt der Innenminister Friedrich aus.
- September 2012
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© BKA/dapdDer Militärgeheimdienst MAD hat 1995 eine Akte über die rechtsextreme Gesinnung des Wehrdienstleistenden Uwe Mundlos erstellt. Der Verteidigungsminister wusste dies seit März. Der Bundestagsuntersuchungsausschuss wurde nicht informiert.
- 14. September 2012
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© Steffi Loos/dapdEin früherer Vertrauter des NSU hat jahrelang für das LKA Berlin gespitzelt. Thomas S. lieferte 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Truppe in Thüringen. Innensenator Frank Henkel wusste seit März von S., gab die Information aber nicht an den Ausschuss weiter.
Aus der Gruppe, die seiner Tochter das Gesicht zerschlug, ging eine rechtsextreme Terrorzelle hervor: Uwe B., Uwe M. und Beate Z., bekannt als das Nazi-Trio von Jena. Sie haben offenbar das ganze Land mit rassistisch motivierten Morden überzogen und Raubüberfälle verübt, wurden dabei vielleicht sogar vom Verfassungsschutz Thüringens unterstützt, eine Staatsaffäre ist daraus geworden – und auch aus der ganzen rechtsradikalen Szene der Region.
König sitzt in seinem Club, der jetzt eine Bastion ist gegen die Aggression, ein wichtiger Treffpunkt im Zentrum von Jena. Lothar König ist heute in der Stadt und in der Region eine wichtige Persönlichkeit im Kampf gegen die Rechten. Heute gilt er als kompromisslos. Die Polizei wirft ihm vor, auf einer Demo gegen Neonazis in Dresden zu Gewalt aufgerufen zu haben.
- Datum 18.11.2011 - 16:43 Uhr
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Solange die Polizei es als "normale Jugendprügelei" bezeichnet, wenn Jugendliche mit Verletzungen infolge des Einsatzes von Baseballschlägern nach Hause kommen, ist Hopfen und Malz verloren.
So ein Angriff ist eine ernste Gefahr für Leib und Leben und sollte mit hoher Priorität verfolgt werden.
Ich habe den Eindruck, dass mit der Polzei in den neuen Bundesländern einiges schlimm im Argen liegt. Was man im Zusammenhang mit dieser unsäglichen Geschichte so nach und nach erfährt, ist einfach ungeheuerlich.
Ich finde es ein wenig bedenklich das ausschließlich auf die neuen Bundesländer zu beziehen! Sie scheinen wenig involviert zu sei in diese Thematik. Nur aufgrund der jetzt breit diskutierten Vorfälle dieses Urteil über die neuen Bundesländer zu fällen ist daher ungerecht!
aber auch die Polizei in "Westdeutschland" ist teilweise auf dem rechten Auge blind, ist meine persönliche Erfahrung!
Vor 1990 war in der DDR alles was mit Faschismus, Nazismus zu tun hatte, absolut verpönt und Taten in diese Richtung wurden bestraft, ja in der DDR gab es Gesetze und Recht welche ihre Daseinsberechtigung hatten.
Ich finde es ein wenig bedenklich das ausschließlich auf die neuen Bundesländer zu beziehen! Sie scheinen wenig involviert zu sei in diese Thematik. Nur aufgrund der jetzt breit diskutierten Vorfälle dieses Urteil über die neuen Bundesländer zu fällen ist daher ungerecht!
aber auch die Polizei in "Westdeutschland" ist teilweise auf dem rechten Auge blind, ist meine persönliche Erfahrung!
Vor 1990 war in der DDR alles was mit Faschismus, Nazismus zu tun hatte, absolut verpönt und Taten in diese Richtung wurden bestraft, ja in der DDR gab es Gesetze und Recht welche ihre Daseinsberechtigung hatten.
Tja, das sagt doch alles, bei einer Einwohnerzahl von 100.000 finden sich gerade mal 500 Personen ein, die gegen rechts demonstrieren. Die Stadt hat ein Problem und leider muss man sagen die Stadt ist ein Problem. Es muss endlich Klartext gesprochen werden: Eine große Zahl der Bürger im Osten ist extrem rechts oder toleriert dies bzw. sympathisiert mit Rechten oder schaut weg. In vielen Landstrichen ist die Jugendkultur eine Faschokultur. Es hilft nichts nur um pseudokorrekt zu sein, diese Realität weiter zuverdrängen. Natürlich sind dort in der Mehrzahl die Leute aufgeklärt und gegen Extremismus, aber die Toleranz gegen Gewaltbereite und Faschisten ist zu groß. Da hilft es nicht in einer passiven Opferrolle zu verharren, sondern die Bürger müssen aktiv ihre faschistischen Mitbürger zeigen, dass offene Neonazitum nicht weiter tolerierbar ist. Und der Verfassungsschutz sollte sich nicht weiter von V-Leuten vorführen lassen, die noch voll in der Szene sind und ihre rechtsextremen aktivitätwn mit Gehälter vom Verfassungsschutz finanzieren lassen.
@runnner
Ich komme aus Jena, und die Verhältnisse haben sich seitdem deutlich gebessert. Die Szene wird nicht von Rechten dominiert, ganz im Gegenteil. Die Neonaziaufmärsche in Jena und Umgebung werden aktiv bekämpft, von mehr als ihren 500 Leuten, und diese Aktionen reichen auch weit in die umgebenden, kleineren Städte.
wenn sie schon mit solch tollen zahlenspielen kommen, empfehle ich mal einige relative zahlen in absolute zahlen umzurechnen: nimmt man mal den anteil von npd-wählern bei landtagswahlen, so ergibt sich z.b. für nrw eine zahl von ca. 120 000 nazis (bei 0,7% npd-wähler auf 18 Mio. Einwohner), in Thüringen 92 000 nazis (bei 4,3/ npd-wähler auf 2,2 Mio. Einwohner) - zugegeben: das sind jetzt zahlen für eine wählerbeteiligung von 100% für beide bundesländer (wahlunberechtigte eingeschlossen), aber um ihnen mal eine andere perspektive zu bieten, sollte das ausreichen. zudem gibt es in jena kein wirkliches, alltägliches problem mit nazis - sie gehören nicht zum stadtbild. warum nur einige hundert gegen nazis demonstrieren? weil die nazis einfach nicht zu sehen sind. vielleicht hilft ihnen das folgende video einen besseren eindruck zu bekommen (wieviel menschen sollten denn ihrer meinung nach gegen 20 nazis
demonstrieren?): http://www.youtube.com/wa...
Ich gehe in Jena zur Schule. Ich kenne die Stadt ganz gut denke ich und ich fühle mich wohl in Jena. Es gibt kaum eine Stadt dieser Größe die ebenso offen ist wie Jena. Dieses Urteil ist mindestens ebenso radikal wie Ihres. Doch gerade dieser hübsche Fleck dessen Menschen so tolerant sind, verdient es hier verteidigt zu werden. Jena tendiert eher ins andere Extrem. Ich habe nie ei Hakenkreuz auf einem Haus prnagen sehen. Ich wüsste dagegen auf Anhieb 3 Häuser deren Fassade von einem gesprayten Karl-Marx-Portrait geziert wird.
Nazis haben keinen Platz in Jena und dieser Stadt wird hier unrecht getan!
Am Freitag wurde eine Kundgebung auf dem Marktplatz veranstaltet. Man sollte eine weiße Rose mitbringen. Ich bin nicht hingegangen. Ich war auf einer Party. Diese Sache, die da in der Zeitung angekündigt war, klang nur danach ein Zeichen zu setzen. Für mich war das keine wichtige Aktion, wie z.B. die gegen das Fest der Völker. Jetzt ärgere ich mich darüber, wenn ich hier lese was über Jena geschrieben wird.
@runnner
Ich komme aus Jena, und die Verhältnisse haben sich seitdem deutlich gebessert. Die Szene wird nicht von Rechten dominiert, ganz im Gegenteil. Die Neonaziaufmärsche in Jena und Umgebung werden aktiv bekämpft, von mehr als ihren 500 Leuten, und diese Aktionen reichen auch weit in die umgebenden, kleineren Städte.
wenn sie schon mit solch tollen zahlenspielen kommen, empfehle ich mal einige relative zahlen in absolute zahlen umzurechnen: nimmt man mal den anteil von npd-wählern bei landtagswahlen, so ergibt sich z.b. für nrw eine zahl von ca. 120 000 nazis (bei 0,7% npd-wähler auf 18 Mio. Einwohner), in Thüringen 92 000 nazis (bei 4,3/ npd-wähler auf 2,2 Mio. Einwohner) - zugegeben: das sind jetzt zahlen für eine wählerbeteiligung von 100% für beide bundesländer (wahlunberechtigte eingeschlossen), aber um ihnen mal eine andere perspektive zu bieten, sollte das ausreichen. zudem gibt es in jena kein wirkliches, alltägliches problem mit nazis - sie gehören nicht zum stadtbild. warum nur einige hundert gegen nazis demonstrieren? weil die nazis einfach nicht zu sehen sind. vielleicht hilft ihnen das folgende video einen besseren eindruck zu bekommen (wieviel menschen sollten denn ihrer meinung nach gegen 20 nazis
demonstrieren?): http://www.youtube.com/wa...
Ich gehe in Jena zur Schule. Ich kenne die Stadt ganz gut denke ich und ich fühle mich wohl in Jena. Es gibt kaum eine Stadt dieser Größe die ebenso offen ist wie Jena. Dieses Urteil ist mindestens ebenso radikal wie Ihres. Doch gerade dieser hübsche Fleck dessen Menschen so tolerant sind, verdient es hier verteidigt zu werden. Jena tendiert eher ins andere Extrem. Ich habe nie ei Hakenkreuz auf einem Haus prnagen sehen. Ich wüsste dagegen auf Anhieb 3 Häuser deren Fassade von einem gesprayten Karl-Marx-Portrait geziert wird.
Nazis haben keinen Platz in Jena und dieser Stadt wird hier unrecht getan!
Am Freitag wurde eine Kundgebung auf dem Marktplatz veranstaltet. Man sollte eine weiße Rose mitbringen. Ich bin nicht hingegangen. Ich war auf einer Party. Diese Sache, die da in der Zeitung angekündigt war, klang nur danach ein Zeichen zu setzen. Für mich war das keine wichtige Aktion, wie z.B. die gegen das Fest der Völker. Jetzt ärgere ich mich darüber, wenn ich hier lese was über Jena geschrieben wird.
" Eine große Zahl der Bürger im Osten ist extrem rechts oder toleriert dies bzw. sympathisiert mit Rechten oder schaut weg. In vielen Landstrichen ist die Jugendkultur eine Faschokultur... Natürlich sind dort in der Mehrzahl die Leute aufgeklärt und gegen Extremismus, aber die Toleranz gegen Gewaltbereite und Faschisten ist zu groß. "
Woher haben sie denn ihr tolles Wissen?
Ich leben im Osten- ich kenne niemanden in meinem Bekanntenkreis, der Toleranz gegenüber den Nazis hat.
Dieser Neonazi- Heimatbund in Thüringen hat etwa 160 Mitglieder- bei 2,2 Mio Einwohnern sind das 0,007 %.
und von 100.000 Einwohnern plus direktes Umland engagieren sich 500 Leute um offen zu zeigen, dass eine solche faschistische Mordserie und ihre Täter nicht toleriebar sind. Also 0,5 %. Weiter zu ihren Zahlenspielen: Sie haben jetzt aufgeklärt wieviel organisierte erfasste Rechtsextreme es gibt. Sie können doch sicher auch eine Zahl liefern wieviel Sympathisanten es gibt, wieviele wegschauen, wieviele extrem rechts wählen und wieviele der Jugendlichen sich für eine extremrechte Jugendkultur einsetzen. Wie sieht es hier mit ihrem Wissen oder ihrer Einschätzung aus? Können Sie eine verlässliche Zahl oder Einschätzung liefern?
Ich weiß nicht wie alle auf 500 kommen. Beispielsweis ebei den Demos gegen das Fest der Völker kamen meist soweit ich mich erinnere 2000 bis 3000 teilnahmer zusammen. manchmal auch mehr
und von 100.000 Einwohnern plus direktes Umland engagieren sich 500 Leute um offen zu zeigen, dass eine solche faschistische Mordserie und ihre Täter nicht toleriebar sind. Also 0,5 %. Weiter zu ihren Zahlenspielen: Sie haben jetzt aufgeklärt wieviel organisierte erfasste Rechtsextreme es gibt. Sie können doch sicher auch eine Zahl liefern wieviel Sympathisanten es gibt, wieviele wegschauen, wieviele extrem rechts wählen und wieviele der Jugendlichen sich für eine extremrechte Jugendkultur einsetzen. Wie sieht es hier mit ihrem Wissen oder ihrer Einschätzung aus? Können Sie eine verlässliche Zahl oder Einschätzung liefern?
Ich weiß nicht wie alle auf 500 kommen. Beispielsweis ebei den Demos gegen das Fest der Völker kamen meist soweit ich mich erinnere 2000 bis 3000 teilnahmer zusammen. manchmal auch mehr
und von 100.000 Einwohnern plus direktes Umland engagieren sich 500 Leute um offen zu zeigen, dass eine solche faschistische Mordserie und ihre Täter nicht toleriebar sind. Also 0,5 %. Weiter zu ihren Zahlenspielen: Sie haben jetzt aufgeklärt wieviel organisierte erfasste Rechtsextreme es gibt. Sie können doch sicher auch eine Zahl liefern wieviel Sympathisanten es gibt, wieviele wegschauen, wieviele extrem rechts wählen und wieviele der Jugendlichen sich für eine extremrechte Jugendkultur einsetzen. Wie sieht es hier mit ihrem Wissen oder ihrer Einschätzung aus? Können Sie eine verlässliche Zahl oder Einschätzung liefern?
dafür, dass es nicht stimmt.
Ihre Aussagen über Rechtsexteme in Thüringen hat leider nicht mal BILD-Niveau. Die NPD hatte dort nur etwa 4 % und war und gar ist nicht im Landtag.
Ein kriminelles Nazi-Trio verübt Serien-Verbrechen- was hat der normale Thüringer oder Deutsche damit zu tun?
Der Staat ist in der Pflicht bei solchen Verbrechen HART durchzugreifen - den normalen Bürger trifft keine Schuld.
So ist das also? Wer nicht mit ihren Gegnern auf die Straße geht, muss mit denen sympathisieren? Wissen Sie aus welchem Grund die Leute nicht demonstrieren? Vielleicht kämpfen sie auf anderem Feld. Vielleicht wollen sie nicht so sein wie die Nazis selbst. Sie wollen die Nazis fanatisch bekämpfen, das kann man aus ihren Worten herauslesen. Sie sprechen davon das "offenes Neonazitum" nicht weiter toleriert werden soll. Was meinen sie damit? Dürfen die ihre, wenngleich dämlich verquere, Meinung nicht mehr haben? Dürfen die sich keine Bomberjacken und Springerstiefel mehr anziehen? Wir tolerieren keine verfassungsfeindlichen Symbole, keine Volksverhetzung, kein Verunglimpfen der ermordeten Juden und keine Gewalt. Was wollen sie denn mehr? Was soll denn nicht toleriert werden? Jedes Mal wenn ich so etwas höre, wie "die Toleranz ist zu groß", frage ich mich, ob mir tatsächlich ein Befürworter der Demokratie und Menschenrechte gegenüber steht, oder jemand, der den Faschisten soweit gleicht, dass er sich nur noch durch das Feindbild von Ihnen unterscheidet, denn diese Haltung "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." - die kennen wir auch von genau der Seite, die Sie bekämpfen wollen.
Ihre Sicht ist die vereinfachende. Sie schlussfolgern aus ihrer 500 Demonstranten-Theorie, dass die ganze Stadt ein Problem hat, dabei wissen Sie gar nichts über die Hintergründe dieser Demonstration.
Als einige Jahre zuvor die großen rechtsextremen Vereinigungen das in Jena das "Fest der Völker" feiern wollte, gab es eine riesige Gegendemonstrationswelle. Witzigerweise wurde eben dieses zahlenmäßige Übergewicht gegen rechts von vielen kritisiert. Es gab schon viele Beispiele für Aktionen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
Ich kenne Jena gut. Es gibt es keinen sicheren Hafen für Rechtsextreme, dafür ist die Stadt viel zu sehr am Leben, viel zu weltoffen.
Also so eine Behauptung, der gesamte Osten sei rechts, ist hanebüchen. Wie viel bekommt die NPD an Stimmen? Wie viele Stimmen bekommt die Linke? Und wer regiert in vielen Ostbundesländern meist mit?
Also ich denke man kann dem Osten eher Linkslastigkeit vorwerfen.
Ich glaube mit ihrer Vorurteilhaften Behauptung sind eher sie einem Rassistisch Denken unterworfen - in der Definition von Andersartigkeit ohne tatsächliches Wissen zu bewerten.
Trotzdem gilt es das Thema der Neonazis zu diskutieren und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Meiner Meinung nach kann ich mir schon sehr gut Verstrickungen von sogenannten Verfassungsschutz und rechter Szene vorstellen. Anders ist meiner Meinung nach die weiterhin anhaltend Beobachtung der Linken als Bundestagspartei nicht zu erklären. (Ich bin wahrlich kein Fan oder Wähler der Linken - aber ich finde diesen Umstand abstruß).
Gruß, matths
dafür, dass es nicht stimmt.
Ihre Aussagen über Rechtsexteme in Thüringen hat leider nicht mal BILD-Niveau. Die NPD hatte dort nur etwa 4 % und war und gar ist nicht im Landtag.
Ein kriminelles Nazi-Trio verübt Serien-Verbrechen- was hat der normale Thüringer oder Deutsche damit zu tun?
Der Staat ist in der Pflicht bei solchen Verbrechen HART durchzugreifen - den normalen Bürger trifft keine Schuld.
So ist das also? Wer nicht mit ihren Gegnern auf die Straße geht, muss mit denen sympathisieren? Wissen Sie aus welchem Grund die Leute nicht demonstrieren? Vielleicht kämpfen sie auf anderem Feld. Vielleicht wollen sie nicht so sein wie die Nazis selbst. Sie wollen die Nazis fanatisch bekämpfen, das kann man aus ihren Worten herauslesen. Sie sprechen davon das "offenes Neonazitum" nicht weiter toleriert werden soll. Was meinen sie damit? Dürfen die ihre, wenngleich dämlich verquere, Meinung nicht mehr haben? Dürfen die sich keine Bomberjacken und Springerstiefel mehr anziehen? Wir tolerieren keine verfassungsfeindlichen Symbole, keine Volksverhetzung, kein Verunglimpfen der ermordeten Juden und keine Gewalt. Was wollen sie denn mehr? Was soll denn nicht toleriert werden? Jedes Mal wenn ich so etwas höre, wie "die Toleranz ist zu groß", frage ich mich, ob mir tatsächlich ein Befürworter der Demokratie und Menschenrechte gegenüber steht, oder jemand, der den Faschisten soweit gleicht, dass er sich nur noch durch das Feindbild von Ihnen unterscheidet, denn diese Haltung "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." - die kennen wir auch von genau der Seite, die Sie bekämpfen wollen.
Ihre Sicht ist die vereinfachende. Sie schlussfolgern aus ihrer 500 Demonstranten-Theorie, dass die ganze Stadt ein Problem hat, dabei wissen Sie gar nichts über die Hintergründe dieser Demonstration.
Als einige Jahre zuvor die großen rechtsextremen Vereinigungen das in Jena das "Fest der Völker" feiern wollte, gab es eine riesige Gegendemonstrationswelle. Witzigerweise wurde eben dieses zahlenmäßige Übergewicht gegen rechts von vielen kritisiert. Es gab schon viele Beispiele für Aktionen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
Ich kenne Jena gut. Es gibt es keinen sicheren Hafen für Rechtsextreme, dafür ist die Stadt viel zu sehr am Leben, viel zu weltoffen.
Also so eine Behauptung, der gesamte Osten sei rechts, ist hanebüchen. Wie viel bekommt die NPD an Stimmen? Wie viele Stimmen bekommt die Linke? Und wer regiert in vielen Ostbundesländern meist mit?
Also ich denke man kann dem Osten eher Linkslastigkeit vorwerfen.
Ich glaube mit ihrer Vorurteilhaften Behauptung sind eher sie einem Rassistisch Denken unterworfen - in der Definition von Andersartigkeit ohne tatsächliches Wissen zu bewerten.
Trotzdem gilt es das Thema der Neonazis zu diskutieren und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Meiner Meinung nach kann ich mir schon sehr gut Verstrickungen von sogenannten Verfassungsschutz und rechter Szene vorstellen. Anders ist meiner Meinung nach die weiterhin anhaltend Beobachtung der Linken als Bundestagspartei nicht zu erklären. (Ich bin wahrlich kein Fan oder Wähler der Linken - aber ich finde diesen Umstand abstruß).
Gruß, matths
dafür, dass es nicht stimmt.
Ihre Aussagen über Rechtsexteme in Thüringen hat leider nicht mal BILD-Niveau. Die NPD hatte dort nur etwa 4 % und war und gar ist nicht im Landtag.
Ein kriminelles Nazi-Trio verübt Serien-Verbrechen- was hat der normale Thüringer oder Deutsche damit zu tun?
Der Staat ist in der Pflicht bei solchen Verbrechen HART durchzugreifen - den normalen Bürger trifft keine Schuld.
...den normalen Bürger trifft keine Schuld.
Das sehe ich nicht so. Wenn die Polizei sagt "... das seien normale Prügeleien von rivalisierenden Jugendbanden" dann halte ich eine gesellschaftliche Debatte sehr wohl für angebracht. Denn ich gehe nicht wählen um zu sagen "ich hab mein Kreuz gemacht jetzt kümmert ihr euch schon mal um alles". Denn Politik ist für mich Staat und am Ende auch Gesellschaft. Egal wie man im Detail dazu steht, dass diese Themen gesellschaftlich auf den Tisch kommen halte ich für überfällig.
Das ist eben ein Problem unterschiedlicher Wahrnehmung. Für Sie sind nur 4% NPD ein Erfolg und sie denken, dies ist der Durchschnitt. Realität ist aber, das 4% ca das dreifache des Bundesdurchschnitts ist.
...den normalen Bürger trifft keine Schuld.
Das sehe ich nicht so. Wenn die Polizei sagt "... das seien normale Prügeleien von rivalisierenden Jugendbanden" dann halte ich eine gesellschaftliche Debatte sehr wohl für angebracht. Denn ich gehe nicht wählen um zu sagen "ich hab mein Kreuz gemacht jetzt kümmert ihr euch schon mal um alles". Denn Politik ist für mich Staat und am Ende auch Gesellschaft. Egal wie man im Detail dazu steht, dass diese Themen gesellschaftlich auf den Tisch kommen halte ich für überfällig.
Das ist eben ein Problem unterschiedlicher Wahrnehmung. Für Sie sind nur 4% NPD ein Erfolg und sie denken, dies ist der Durchschnitt. Realität ist aber, das 4% ca das dreifache des Bundesdurchschnitts ist.
So ist das also? Wer nicht mit ihren Gegnern auf die Straße geht, muss mit denen sympathisieren? Wissen Sie aus welchem Grund die Leute nicht demonstrieren? Vielleicht kämpfen sie auf anderem Feld. Vielleicht wollen sie nicht so sein wie die Nazis selbst. Sie wollen die Nazis fanatisch bekämpfen, das kann man aus ihren Worten herauslesen. Sie sprechen davon das "offenes Neonazitum" nicht weiter toleriert werden soll. Was meinen sie damit? Dürfen die ihre, wenngleich dämlich verquere, Meinung nicht mehr haben? Dürfen die sich keine Bomberjacken und Springerstiefel mehr anziehen? Wir tolerieren keine verfassungsfeindlichen Symbole, keine Volksverhetzung, kein Verunglimpfen der ermordeten Juden und keine Gewalt. Was wollen sie denn mehr? Was soll denn nicht toleriert werden? Jedes Mal wenn ich so etwas höre, wie "die Toleranz ist zu groß", frage ich mich, ob mir tatsächlich ein Befürworter der Demokratie und Menschenrechte gegenüber steht, oder jemand, der den Faschisten soweit gleicht, dass er sich nur noch durch das Feindbild von Ihnen unterscheidet, denn diese Haltung "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns." - die kennen wir auch von genau der Seite, die Sie bekämpfen wollen.
...den normalen Bürger trifft keine Schuld.
Das sehe ich nicht so. Wenn die Polizei sagt "... das seien normale Prügeleien von rivalisierenden Jugendbanden" dann halte ich eine gesellschaftliche Debatte sehr wohl für angebracht. Denn ich gehe nicht wählen um zu sagen "ich hab mein Kreuz gemacht jetzt kümmert ihr euch schon mal um alles". Denn Politik ist für mich Staat und am Ende auch Gesellschaft. Egal wie man im Detail dazu steht, dass diese Themen gesellschaftlich auf den Tisch kommen halte ich für überfällig.
Wenn es Übergriffe und Schlägereien gibt, dann ist es alleinige Aufgabe des Staates, dies zu ahnden. Wenn Anzeigen erstattet werden und es Zeugen gibt, dann erfolgt dies auch. Häufig ist es aber so, dass die jede Seite wieder einen Rachefeldzug startet - dann ist es schwierig.
In Leipzig gab es zwar keine Nazischlägereien, dafür aber einen "Discokrieg" mit einem Toten und Schlägereien von ausländischen Gruppen um die "Revierhoheit" in gewissen Discos.
Wenn es Übergriffe und Schlägereien gibt, dann ist es alleinige Aufgabe des Staates, dies zu ahnden. Wenn Anzeigen erstattet werden und es Zeugen gibt, dann erfolgt dies auch. Häufig ist es aber so, dass die jede Seite wieder einen Rachefeldzug startet - dann ist es schwierig.
In Leipzig gab es zwar keine Nazischlägereien, dafür aber einen "Discokrieg" mit einem Toten und Schlägereien von ausländischen Gruppen um die "Revierhoheit" in gewissen Discos.
Ihre Sicht ist die vereinfachende. Sie schlussfolgern aus ihrer 500 Demonstranten-Theorie, dass die ganze Stadt ein Problem hat, dabei wissen Sie gar nichts über die Hintergründe dieser Demonstration.
Als einige Jahre zuvor die großen rechtsextremen Vereinigungen das in Jena das "Fest der Völker" feiern wollte, gab es eine riesige Gegendemonstrationswelle. Witzigerweise wurde eben dieses zahlenmäßige Übergewicht gegen rechts von vielen kritisiert. Es gab schon viele Beispiele für Aktionen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.
Ich kenne Jena gut. Es gibt es keinen sicheren Hafen für Rechtsextreme, dafür ist die Stadt viel zu sehr am Leben, viel zu weltoffen.
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