Eine der höchsten Scheidungsraten der Welt
Kürzlich widersprach Kholoud al-Fahad per Twitter einem Scheich, der wieder einmal mit einer Fatwa Sportunterricht für junge Mädchen verbot, weil deren Körperbewegungen andere Mädchen zu lesbischen Gelüsten reizen könnten. "Du liegst nur auf deinem Sofa, phantasierst ständig über Sex und denkst, alle anderen Menschen sind genauso." Er habe 19.000 "Follower" auf Twitter, gab indigniert der heilige Mann zurück. Lady Gaga habe fünf Millionen, kam prompt als elektronische Retourkutsche.
Dass Frauen in Saudi-Arabien nicht Autofahren dürfen, darüber wundert sich inzwischen die halbe Welt. Dieses absurde Verbot ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt im großen System der traditionell-religiösen Entrechtung. Fünf Aktivistinnen haben sich an diesem Abend im Haus von Aziza al-Yousef bei Tee und Gebäck versammelt, per iPhone ist auch eine Mitstreiterin aus Dschidda zugeschaltet. "Das Kernproblem ist das Vormundsrecht des Mannes und das Fehlen jeglicher Rechtssicherheit für uns", erläutern die Frauen, und dann prasseln nur so die Beispiele aus ihrer Welt, die sie als total verdreht empfinden. Der Mann kann das Reisen erlauben oder verbieten, das Studieren oder das Arbeiten. Er muss bei allen ärztlichen Eingriffen zustimmen, sogar wenn bei einer Geburt die werdende Mutter eine Spritze gegen die Schmerzen wünscht. Bei der Heirat gibt es kein gesetzliches Mindestalter, eine 13-Jährige kann zur Hochzeit mit einem 50-jährigen Mann gezwungen werden, was in Saudi-Arabien nicht selten geschieht. Oder eine 80-jährige Großmutter muss ihren 16-jährigen Enkel als männlichen Vormund ertragen, eine verwitwete Frau ihren minderjährigen Sohn. Eine Frau kann nicht alleine eine Wohnung mieten oder ein Konto eröffnen.
"Als ich meinen Reisepass erneuern wollte, musste ich meinen jüngeren Bruder fragen", erzählt May al-Sharif der Runde. "Sie sagen immer, unser Gesetz ist die Scharia, doch keiner sagt, was das genau bedeutet", sekundiert Rasha Alduwisi, gelernte Übersetzerin und Mutter zweier Kinder. "Die Männer beanspruchen ein Monopol bei der Interpretation und spielen dann mit den Vorschriften herum, wie es ihnen beliebt."
Am 17. Juni, dem per Facebook ausgerufenen Aktionstag "Saudische Frauen ans Steuer", hatte Maha al-Qahtani ihren Koffer fürs Gefängnis bereits fertig gepackt im Flur. Am Ende bliebt es bei einem Strafzettel und der Drohung, den Familien-Van beim nächsten Mal zu beschlagnahmen. "Wir werden behandelt wie Kinder", sagt die 39-Jährige, die in den USA Computerwissenschaften studiert hat. Auch Gastgeberin Aziza al-Yousef wagte sich an diesem Tag ans Steuer. 400.000 Klicks hatte das YouTube-Video von ihrem Ausflug im schwarzen Toyota Avalon – viel Beifall aus dem Cyberspace, aber auch hunderte gehässige und bösartige Kommentare. Auf allen Festen ihrer aufgeklärten Großfamilie ist sie seitdem der Star. Die 52-jährige Mutter von fünf Kindern hat eine zupackende Ausstrahlung, besitzt einen Catering-Betrieb mit 19 Fahrzeugen und träumt von einem eigenen Volkswagen Beetle mit Perlmutt-Lackierung.
Als junge Frau lebte sie mit ihrem Mann Mohsen al-Haidar in den USA. Als das Paar zurückkam, hatte es eine zerlegbare Satellitenschüssel im Gepäck – damals noch ein Sakrileg. Der Scheich der Moschee nebenan wetterte unablässig gegen das angeblich sündige Blech, so dass Mohsen schließlich entnervt von seinem Dach aus den Moschee-Lautsprecher mit einem Schuss zum Schweigen brachte.
Keine Kritik am König
Wie auf ihren Mann, lässt Aziza al-Yousef auch auf den kränkelnden 87-jährigen Abdullah, König und Hüter der beiden heiligen Moscheen, nichts kommen. Er öffnete dem weiblichen Nachwuchs in den vergangenen Jahren wichtige Türen . 120.000 Stipendien hat Saudi-Arabien inzwischen ausgegeben, die Hälfte an junge Frauen. Wenn Eltern Angst haben, ihre Tochter allein ins Ausland zu schicken, zahlt der Monarch auch für einen Angehörigen als Begleiter. Wer also wirklich in fremde Länder will, der kann. Und anschließend kommen die jungen Leute, so das Kalkül, mit neuen Ideen und neuen Überzeugungen zurück. Auch daheim in Riad hat inzwischen die größte Frauenuniversität des gesamten Nahen Ostens ihre Arbeit aufgenommen. Am Ende können hier 40.000 junge Frauen auf einmal studieren, und sie werden ihr Land verändern.
Schon jetzt liegt nach Angaben des Zentralamtes für Statistik die Scheidungsrate im Königreich bei 62 Prozent und ist damit eine der höchsten der Welt – ein Indikator für wachsende Unzufriedenheit. Nicht nur die zahllosen Kinderehen werden bereits nach Monaten wieder aufgelöst. Immer mehr junge Frauen verlangen inzwischen von ihren Männern, dass sie einer Berufstätigkeit zustimmen. Tun sie es nicht, geht oft die Ehe auseinander. Nach einer britischen Studie haben inzwischen 56 Prozent aller saudischen Frauen einen Hochschulabschluss, aber nur 14 Prozent einen Job – weltweit ein Negativrekord. Selbst in Geschäften für Damenunterwäsche bedienen ausschließlich Männer. Und als die nationale Fluglinie "Saudi Arabian Airlines" kürzlich 24 Computerstellen speziell für Frauen ausschrieb, gingen innerhalb von 24 Stunden über tausend qualifizierte Bewerbungen ein.
Die Männer ahnen: Die Veränderungen sind unaufhaltsam
Kein Wunder, dass viele Männer verunsichert reagieren. Ergingen sich vor zwei Jahren offizielle saudische Gesprächspartner im informellen Teil der Unterhaltungen gerne in stolzen Schilderungen der logistischen Rekordleistungen während des jährlichen Hadsch, gibt es neuerdings nur ein Thema – ihre halbwüchsigen Töchter. Vor dem Arabischen Frühling war die islamisch-männlich Welt daheim noch völlig in Ordnung, die weiblichen Nachkommen klaglos verschleiert, glaubensstreng und unauffällig. Plötzlich aber reden die jungen Frauen nur noch "über Menschenrechte, Politik und ihre Freiheit". Und sie wollen weg – zum Studium ins Ausland und am liebsten gleich nach New York.
"Ich bin sehr beunruhigt", stöhnt ein hoher General, der seine Familie als "meine eigene kleine Diktatur" bezeichnet. Seine Tochter habe bisher noch nicht einmal eine Buchhandlung alleine aufgesucht. Jetzt aber lässt sie einfach nicht mehr locker mit ihrem Wunsch nach der großen, weiten Welt. Ein anderer Vater, der sonst Terroristen jagt, seufzt: "Wir erleben ohne Zweifel tiefgreifende Umwälzungen. Und mir ist klar, dass sie unaufhaltsam sind."






Der Artikel ist aber ziemlich Realitätsfern :D
Also ich weiß nicht von welcher Macht sie sprechen, aber allein der Saudi Arabische König hat um die 40 Frauen!
Frauen dürfen nicht wählen.
Frauen dürfen nicht Autofahren.
Frauen dürfen nicht ohne das Einverständnis des Mannes aus dem Haus.
Frauen haben eine absolute Vormundschaft in allen dingen von ihrem Mann.
Frauen haben 0 Einfluss.
Aber anscheinend reicht es aus, wenn Frauen den "Internet Explorer" finden. Damit die Zeit ganz groß schreibt:
DIE NEUE MACHT DER FRAUEN....
Es werden doch viele der Dinge abgehandelt bzw. erwähnt, die Sie aufgelistet haben.
Zudem müssen Sie mal die Situation heute mit der von vor zehn, zwanzig Jahren vergleichen, zwischen kompletter Machtlosigkeit damals und der Einfachheit und seit dem arabischen Frühling Selbstverständlichkeit, mit der nun Frauen Meinungen äußern können.
...sich auch nur ansatzweise nachhaltig emanzipierten, würde dies in Jerusalem und Washington allergrößte Sorgen produzieren. Und auch Deutschland liefert massiv Waffen an die Familie Saud - die wiederum massiv vom Westen abhängig ist und in der man genau weiss, was passiert, wenn man nicht "artig" ist: an Saddam Hussein und an Rezah Pahlewi hat der Westen ja - ganz im Sinne der Carter-Doktrin - in unmittelbarer Nachbarschaft nicht übersehbare Exzempel statuiert.
Und die Sauds? Die sind ob dieser "Hilfe" sehr froh - den Moslems werden sie als "Hüter der Heiligen Stätten" verkauft, für den Westen sind sie "Hüter der Ölquellen". Und für den Fall der Fälle gibt es ja den seit September 2001 geltenden NATO-Bündnisfall: Uncle Sam patroulliert bereits mit seinen Verbündeten vor den Küsten Saudi-Arabiens.
Wichtig ist zu betonen, dass die Situation der Frauen nichts mit dem Islam zu tun haben. Der Islam ist die Religion des Friends.
können sich (Ehe-)Frauen eine Tracht Prügel einhandeln, wenn sie ohne Genehmigung Ihres Mannes das Haus verlassen,
dass sie "null Einfluss" haben ist millionenfach zu beobachten, das Wahlrecht für Frauen in der Schweiz gibt es seit 1971, im Kanton Appenzell seit 1990,
und dass Frauen nicht fahren können, ist auch heute noch eine beliebte Volksweisheit der Konservativen,
was finden Sie also witzig?
Es werden doch viele der Dinge abgehandelt bzw. erwähnt, die Sie aufgelistet haben.
Zudem müssen Sie mal die Situation heute mit der von vor zehn, zwanzig Jahren vergleichen, zwischen kompletter Machtlosigkeit damals und der Einfachheit und seit dem arabischen Frühling Selbstverständlichkeit, mit der nun Frauen Meinungen äußern können.
...sich auch nur ansatzweise nachhaltig emanzipierten, würde dies in Jerusalem und Washington allergrößte Sorgen produzieren. Und auch Deutschland liefert massiv Waffen an die Familie Saud - die wiederum massiv vom Westen abhängig ist und in der man genau weiss, was passiert, wenn man nicht "artig" ist: an Saddam Hussein und an Rezah Pahlewi hat der Westen ja - ganz im Sinne der Carter-Doktrin - in unmittelbarer Nachbarschaft nicht übersehbare Exzempel statuiert.
Und die Sauds? Die sind ob dieser "Hilfe" sehr froh - den Moslems werden sie als "Hüter der Heiligen Stätten" verkauft, für den Westen sind sie "Hüter der Ölquellen". Und für den Fall der Fälle gibt es ja den seit September 2001 geltenden NATO-Bündnisfall: Uncle Sam patroulliert bereits mit seinen Verbündeten vor den Küsten Saudi-Arabiens.
Wichtig ist zu betonen, dass die Situation der Frauen nichts mit dem Islam zu tun haben. Der Islam ist die Religion des Friends.
können sich (Ehe-)Frauen eine Tracht Prügel einhandeln, wenn sie ohne Genehmigung Ihres Mannes das Haus verlassen,
dass sie "null Einfluss" haben ist millionenfach zu beobachten, das Wahlrecht für Frauen in der Schweiz gibt es seit 1971, im Kanton Appenzell seit 1990,
und dass Frauen nicht fahren können, ist auch heute noch eine beliebte Volksweisheit der Konservativen,
was finden Sie also witzig?
Ich wünsche den Frauen in Saudi-Arabien viel Glück und Erfolg bei Ihrer Revolution. Die Zustände die die Wahabiten dort geschafft haben sind unter aller Würde und absolut nicht islamisch. Ich hoffe das auch die Frauen in anderen arabischen Ländern ihre Gleichberechtigung und Gleichstellung erhalten wie die Frauen in der Türkei.
Es werden doch viele der Dinge abgehandelt bzw. erwähnt, die Sie aufgelistet haben.
Zudem müssen Sie mal die Situation heute mit der von vor zehn, zwanzig Jahren vergleichen, zwischen kompletter Machtlosigkeit damals und der Einfachheit und seit dem arabischen Frühling Selbstverständlichkeit, mit der nun Frauen Meinungen äußern können.
...sich auch nur ansatzweise nachhaltig emanzipierten, würde dies in Jerusalem und Washington allergrößte Sorgen produzieren. Und auch Deutschland liefert massiv Waffen an die Familie Saud - die wiederum massiv vom Westen abhängig ist und in der man genau weiss, was passiert, wenn man nicht "artig" ist: an Saddam Hussein und an Rezah Pahlewi hat der Westen ja - ganz im Sinne der Carter-Doktrin - in unmittelbarer Nachbarschaft nicht übersehbare Exzempel statuiert.
Und die Sauds? Die sind ob dieser "Hilfe" sehr froh - den Moslems werden sie als "Hüter der Heiligen Stätten" verkauft, für den Westen sind sie "Hüter der Ölquellen". Und für den Fall der Fälle gibt es ja den seit September 2001 geltenden NATO-Bündnisfall: Uncle Sam patroulliert bereits mit seinen Verbündeten vor den Küsten Saudi-Arabiens.
Welchen Arabischen Frühling meint der Autor? Das Wahlergebnis in Tunesien? Oder die von den neuen Machthabern verprügelten Frauen in Ägypten? Von den letzten Razien internationalern Organisationen abgesehen.
Oder der Gadaffimord, der ein Kriegsverbrechen darstellt, wie jetzt endlich vom Internationalen Strafgerichtshof "vermutet" wird?
Ich befürchte eher, dass uns dieser Umbruch in der nächsten Zeit gehörig um die Ohren fliegen wird.
Wenn uns da demnächst tatsächlich etwas "um die Ohren fliegt": sei es drum. Noch lange kein Grund, sich über die berechtigten Freiheitsbestrebungen unterdrückter Völker zu mokieren.
Diejenigen, die in Ägypten Frauen verprügeln, sind, entgegen Ihrer falschen Darstellung, natürlich nicht, wie jeder gut Informierte weiß, die "neuen Machthaber", sondern die alten - die Sie so gerne dauerhaft in Amt und Würden sähen.
Wenn uns da demnächst tatsächlich etwas "um die Ohren fliegt": sei es drum. Noch lange kein Grund, sich über die berechtigten Freiheitsbestrebungen unterdrückter Völker zu mokieren.
Diejenigen, die in Ägypten Frauen verprügeln, sind, entgegen Ihrer falschen Darstellung, natürlich nicht, wie jeder gut Informierte weiß, die "neuen Machthaber", sondern die alten - die Sie so gerne dauerhaft in Amt und Würden sähen.
Das scheint mir bei der saudischen Herrscherkaste nicht unbedingt auf die Männer beschränkt zu sein - hatte mal Gelegenheit, zwei saudische Professoren zu erleben, einen Mann und eine Frau. Beide hatten ein Medizinstudium an der Harvard University absolviert und mussten also in etwa eine Ahnung haben, wie Medizin funktioniert. Ihren arabischen Studenten erzählten sie aber unter der Überschrift "islamische Medizin" von den Segnungen der Schröpfköpfe und anderer im Koran erwähnter Erfindungen des 7. Jahrhunderts
Hilfreich waere es, wenn Musliminen aus der Region als Authorinnen zu diesem Thema in DIE ZEIT zu Wort kaemen, als Aufklaerungs- und Bildungsmassnahhme. Wie man an den Kommentaren hier sieht tut das Not.
Wichtig ist zu betonen, dass die Situation der Frauen nichts mit dem Islam zu tun haben. Der Islam ist die Religion des Friends.
..ist aber gerade in islamischen Ländern katastrophal.
Obwohl ich Ihnen zustimme, dass es dafür auch andere Gründe gibt.
Ein Staat, der in seiner Flagge das Glaubensbekenntnis mit Schwert abdruckt, ein Staat der Monarchie und Islam vereinbaren möchte, dass ist ein verlogener Staat. Ein Staat, dessen Herrscher in Saus und Braus leben, anstatt das Volk an den Ölgeschäften profitieren zu lassen, ein Staat, der Frauen verbietet Mensch zu sein, ein Staat, der Islamisten schon seit Jahrzehnten den Fanatismus unterstützt und dennoch der beste Freund des Westens ist, dass ist alles andere als ein islamischer Staat, es ist ein verlogener Staat.
..ist aber gerade in islamischen Ländern katastrophal.
Obwohl ich Ihnen zustimme, dass es dafür auch andere Gründe gibt.
Ein Staat, der in seiner Flagge das Glaubensbekenntnis mit Schwert abdruckt, ein Staat der Monarchie und Islam vereinbaren möchte, dass ist ein verlogener Staat. Ein Staat, dessen Herrscher in Saus und Braus leben, anstatt das Volk an den Ölgeschäften profitieren zu lassen, ein Staat, der Frauen verbietet Mensch zu sein, ein Staat, der Islamisten schon seit Jahrzehnten den Fanatismus unterstützt und dennoch der beste Freund des Westens ist, dass ist alles andere als ein islamischer Staat, es ist ein verlogener Staat.
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