Februar – Guttenberg-Affäre
© Sean Gallup/Getty Images
Februar – Guttenberg-Affäre
Er galt als der neue Star der deutschen Politik, aufrecht, strahlend, unbelastet – und adlig dazu. Karl-Theodor zu Guttenberg war Anfang des Jahres noch der unangefochtene Liebling der Bürger und der Medien. Manche sahen in ihm schon den nächsten Kanzler. Doch dann finden erst ein Wissenschaftler aus Bremen und im Gefolge zahllose Internetaktivisten heraus, dass der CSU-Politiker bei seiner Dissertation kräftig geschummelt hat. Der Freiherr war so frei, sich in seiner Doktorarbeit zahlreicher Quellen zu bedienen, ohne sie, wie es sich geziemt, zu zitieren. Die Empörung nicht nur in der Welt der Wissenschaftler und der Spott sind groß. Aber Guttenberg weist alle Schuld von sich. Zunächst will er von Plagiaten gar nichts wissen, dann redet er sich damit heraus, unter der Doppelbelastung von Promotion und politischem Wirken den Überblick verloren und sein wissenschaftliches Jungwerk in jahrelanger Chaosarbeit zusammengeklaubt zu haben.
Es hilft alles nichts: Zwar versucht Kanzlerin Angela Merkel anfangs, ihn zu halten, in dem sie zwischen dem Minister und dem Nachwuchswissenschaftler Guttenberg unterscheidet. Doch der Druck wird immer stärker. Am 1. März tritt Guttenberg schließlich als Verteidigungsminister und von allen übrigen politischen Ämtern zurück und flieht mit seiner Familie in die USA. Die Universität Bayreuth erkennt ihm die Doktorwürde ab.
Im Herbst versucht Guttenberg ein Comeback. In einem großen Interview in der ZEIT und in einem Interview-Band räumt er zwar gravierende Fehler ein. Aber er beharrt darauf, nicht willentlich abgeschrieben und die mangelhafte Doktorarbeit selbst verfasst zu haben. Und er greift seine CSU und die deutsche Politik insgesamt an und spielt mit dem Gedanken, eine neue bürgerliche Protestpartei zu unterstützen. Die Reaktion in der Öffentlichkeit und den Medien ist eher vernichtend. Trotzdem beruft EU-Kommissarin Neelie Kroes ihn Mitte Dezember zum Berater – ausgerechnet für ein freies Internet.
- Datum 21.12.2011 - 13:52 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Abgesehen davon, dass wohl JEDES Jahr die Welt ein Stück weit verändert, finde ich diese knappe Übersicht der Ereignisse dieses Jahres einseitig. Klar, man kann den Arabischen Frühling auch positiv sehen, wenn man von den Opfern absieht. Aber im Grunde ist dies ein Artikel über eine Welt, die schlechter kaum sein könnte.
Schade eigentlich, denn das Jahr 2011 hatte auch positive Seiten.
Da kann man es doch nur halten wie Gandhi: Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.
Das Jahr 2011 war, wie Sie schon sagten, alles andere als positiv.
Am meisten bleibt mir persönlich Fukushima und der m. E. dilettantische Umgang mit dieser schrecklichen Katastrophe in Erinnerung.
Politisch gab es in der BRD auch nicht wirklich viel neues, da das "Niveau" von (z.B.) zu Guttenberg und Wulff, auf diesem Level bei "Kollegen", auch schon in der Vergangenheit bekannt war.
Ich bin mal gespannt, wie lange es den Euro in seiner aktuellen Form noch gibt...
Das Jahr 2011 war, wie Sie schon sagten, alles andere als positiv.
Am meisten bleibt mir persönlich Fukushima und der m. E. dilettantische Umgang mit dieser schrecklichen Katastrophe in Erinnerung.
Politisch gab es in der BRD auch nicht wirklich viel neues, da das "Niveau" von (z.B.) zu Guttenberg und Wulff, auf diesem Level bei "Kollegen", auch schon in der Vergangenheit bekannt war.
Ich bin mal gespannt, wie lange es den Euro in seiner aktuellen Form noch gibt...
"Ein Jahr, das die Welt veränderte"
- Arabischer Frühling: ok
- Fukushima: ok
- Euro-Krise: Bisschen eurozentrisch, lass ich aber wegen der weltweiten Verflechtungen mal durchgehen
- Guttenberg-Affäre: Guttenwer?
"Ein jahrzehntelanger gesellschaftlicher Großkonflikt in Deutschland ist zu Ende – dank einer Katastrophe im fernen Japan."
Das ist sowas von zynisch [...]
Wer hat diesen Überblick geschrieben?
Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/sc
Dieses Jahr hat gar nichts verändert. Nur die Zeichen einer sich anbahnenden Katastrophe in Deutschland und dem Rest der Welt sind noch deutlicher geworden.
Vielleicht fängt es ja noch in diesem Jahr mit Stromausfällen als Vorgeschmack an.
wenn Autonome in ganz Deutschland ausschwärmen und Nachts irgendwelche Stromleitungen absägen bzw. sprengen.
Wenn sowas koordiniert passiert, wird der Stromausfall wohl sehr lange dauern.
Die Stromausfälle gibt es ja schon! Man muß wissen, daß der Wechselstrom im Netz eine bestimmte physikalische Definition einhalten muß: gefordert ist eine sinusförmig verlaufende Spannungskurve mit einer Frequenz von exakt 50 Hertz. Wird dem Netz zu wenig Leistung zur Verfügung gestellt, dann sinkt die Frequenz ab. Für jemanden, der in seinem Wohnzimmer ein Buch liest oder an seinem (akkugepufferten!) Notebook arbeitet, mag das keine Rolle spielen, weil er geringfügige Schwankungen in der Helligkeit seiner Beleuchtung nicht wahrnimmt. Aber viele hochsensible Anlagen in unserer Industrie fallen dann aus oder produzieren Ausschuß. Ich hatte vor ein paar Jahren Gespräche beim Halbleiterhersteller AMD in Dresden, wo man mir erzählte, daß schon damals die physikalische Qualität des öffentlichen Netzstroms in Sachsen so schlecht war, daß AMD zwei eigene Kraftwerke in seinem Werksgelände hatte aufbauen müssen. Durch die völlig willkürliche und m.E. verfassungswidrige Zwangsstillegung von 8 zuverlässigen KKWs sowie die weiter steigenden Zufallseinspeisungen der Windparks wird die Frequenzstabilität aber immer noch schlechter.
wenn Autonome in ganz Deutschland ausschwärmen und Nachts irgendwelche Stromleitungen absägen bzw. sprengen.
Wenn sowas koordiniert passiert, wird der Stromausfall wohl sehr lange dauern.
Die Stromausfälle gibt es ja schon! Man muß wissen, daß der Wechselstrom im Netz eine bestimmte physikalische Definition einhalten muß: gefordert ist eine sinusförmig verlaufende Spannungskurve mit einer Frequenz von exakt 50 Hertz. Wird dem Netz zu wenig Leistung zur Verfügung gestellt, dann sinkt die Frequenz ab. Für jemanden, der in seinem Wohnzimmer ein Buch liest oder an seinem (akkugepufferten!) Notebook arbeitet, mag das keine Rolle spielen, weil er geringfügige Schwankungen in der Helligkeit seiner Beleuchtung nicht wahrnimmt. Aber viele hochsensible Anlagen in unserer Industrie fallen dann aus oder produzieren Ausschuß. Ich hatte vor ein paar Jahren Gespräche beim Halbleiterhersteller AMD in Dresden, wo man mir erzählte, daß schon damals die physikalische Qualität des öffentlichen Netzstroms in Sachsen so schlecht war, daß AMD zwei eigene Kraftwerke in seinem Werksgelände hatte aufbauen müssen. Durch die völlig willkürliche und m.E. verfassungswidrige Zwangsstillegung von 8 zuverlässigen KKWs sowie die weiter steigenden Zufallseinspeisungen der Windparks wird die Frequenzstabilität aber immer noch schlechter.
... ist immer der gelebte Augenblick. Das liegt in der Natur der Sache.
Und hält uns mit Dauernegativnachrichten unter Druck!
All das gab es schon auch den Atomunfall nur nicht so
von der Presse ausgeschlachtet und manipoliert.
Das Haar in der Suppe muß sich doch finden lassen
auch wenn die Suppe Gut ist...
"Ein jahrzehntelanger gesellschaftlicher Großkonflikt in Deutschland ist zu Ende – dank einer Katastrophe im fernen Japan."
Bitte ???
Dieser Dank ist an Zynismus kaum zu überbieten.
Aber der Satz ist inhaltlich auch falsch. Diejenigen, die das letzte viertel Jahrhundert "Nie wieder Tschernobyl" forderten, mussten eine herbe Niederlage, weil Wiederholung einstecken. Danach gelingt es in Deutschland nicht mal die Hälfte der AKW stillzulegen. Ein Teil-Erfolg. Aber Tschernobyl und Fukushima sind weiter möglich. In Deutschland (wo übrigens mehr als die Hälfte der AKW weiter laufen), und auch in weiten Teilen der Welt. Wer glaubt da, jetzt wäre alles gut?
Von mir aus können die AKW bis zum St. Nimmerleinstag laufen. Viel mehr besorgt mich die Finanz- und Eurokrise, wenn ich an meine Lebensversicherung denke, die mir zusammen mit der Rente ein ordentliches Auskommen sichern soll. Mein Großvater hat zweimal - nach dem 1. und 2. Weltkrieg - sein Erspartes verloren. Ich hoffe, diese leidvolle Erfahrung bleibt mir erspart.
Von mir aus können die AKW bis zum St. Nimmerleinstag laufen. Viel mehr besorgt mich die Finanz- und Eurokrise, wenn ich an meine Lebensversicherung denke, die mir zusammen mit der Rente ein ordentliches Auskommen sichern soll. Mein Großvater hat zweimal - nach dem 1. und 2. Weltkrieg - sein Erspartes verloren. Ich hoffe, diese leidvolle Erfahrung bleibt mir erspart.
wenn Autonome in ganz Deutschland ausschwärmen und Nachts irgendwelche Stromleitungen absägen bzw. sprengen.
Wenn sowas koordiniert passiert, wird der Stromausfall wohl sehr lange dauern.
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