Weltklimagipfel Was von den Ergebnissen aus Durban bleibt
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Was wird aus dem Kyoto-Protokoll?

Vor allem Indien wehrte sich bis zum Schluss. Die neue Umweltministerin Jayanthi Natarajan sagte im Abschlussplenum: "Wir werden uns hier nicht für ein Scheitern an den Pranger stellen lassen." Aber am "Prinzip der Gleichbehandlung" dürfe nicht gerüttelt werden. Indien versteht das als Recht, pro Kopf genauso viel Kohlendioxid zu emittieren wie etablierte Industrieländer. Der chinesische Chefunterhändler Xie Zhenhua sagte: "Es ist unwichtig, was die Länder sagen. Wichtig ist, was sie tun." Karl Hood, Außenminister von Grenada, hatte für das Zögern der Schwellenländer kein Verständnis mehr: "Während sie sich entwickeln, sterben wir. Warum sollten wir das akzeptieren?"

Was wird aus dem Kyoto-Protokoll?

Das Kyoto-Protokoll wird fortgesetzt. Bis Mai 2012 sollen die 35 noch beteiligten Staaten mitteilen, um wie viel sie ihre Treibhausgasemissionen zu senken gedenken. Für das Klima ist der Effekt nahezu wirkungslos. Doch das Kyoto-Protokoll bedingt fast alle anderen Instrumente für den weltweiten Klimaschutz. Ein Emissionshandel zwischen Staaten – also der Kauf von Verschmutzungsrechten zugunsten von Umweltprojekten – wäre nicht mehr möglich, wenn es keinen rechtlichen Rahmen mehr dafür gäbe. Das gleiche gilt für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt, auf dem sich Firmen mit Zertifikaten beispielsweise aus Aufforstungsprojekten eindecken können. Auch die Finanzierung des UN-Anpassungsfonds – eines Programms, mit dessen Hilfe sich Entwicklungsländer an den Klimawandel anpassen können – hängt am Kyoto-Protokoll, weil er über Gebühren finanziert wird. Diese Gebühren werden für Projekte erhoben, mit denen Firmen aus Industrieländern in Entwicklungsländern Emissionszertifikate erwerben können. Mit dem Beschluss bleibt die Klimaschutzarchitektur vorläufig erhalten.

Wie afrikanisch war der Klimagipfel?

Die Gipfelpräsidentin Maite NkoanaMashabane hat während der zweiten Woche immer wieder in unterschiedlicher Zusammensetzung zu Indabas geladen. Das sind bei den Zulus Versammlungen der Weisen eines Stammes, die unter einem Baum Konflikte klären. Sie zeichnen sich durch lange Diskussionen aus, die nicht immer sehr strukturiert verlaufen. Das warf die französische Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet auch Mashabane vor. "Man hat den Eindruck, dass die südafrikanische Präsidentschaft Zeitvorstellungen hat, die für diese Art von Verhandlungen nicht normal sind", stöhnte sie. Doch ein altes afrikanisches Sprichwort heißt: "Ihr habt das Geld, wir haben die Zeit." Und in gewisser Weise ist Mashabanes Strategie ja auch aufgegangen. Nach drei durchverhandelten Nächten wollten nahezu alle den Kompromiss.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 12.12.2011 um 10:58 Uhr

    ....worden, der bisher der Hauptfaktor war für die USA Abstand von den Verträgen zu wahren. Man sagte, dass sie sich nicht beteiligen würden, bis alle Länder unter dem gleichen Klimareduktionsregime vertraglich robust, allgemein und verpflichtend gebunden wären. In diese Richtung geht Durban.

    Jetzt kann man beginnen sinnvolle Instrumente und Verträge verhandeln.

  1. "Beschlossen wurde zudem die Organisationsform eines neuen Grünen Klimafonds, der bis 2020 auf 100 Milliarden Dollar jährlich anwachsen soll. Er soll Entwicklungsländer bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und beim Aufbau von kohlenstoffarmen Energiesystemen unterstützen. Er wird künftig von einem Aufsichtsrat kontrolliert, dem jeweils zehn Vertreter aus Industrieländern und Entwicklungsländern angehören. Wo das Geld dafür herkommen soll, blieb allerdings weiter offen."

    Stellt sich die Frage, woher genau sich die Aufsichtsratmitglieder rekrutieren, wer die bestimmt, wer die 100 Milliarden jährlich (!) bezahlen soll (ich tippe mal stark auf den Bürger in den entwickelten Ländern in Europa und Nordamerika) und wieviel von den Geldern letztlich nicht an die UN geht, sondern bei den Entwicklungsländern ankommt und wieviel von diesem Geld dann überhaupt für Hochtechnologien ausgegeben wird und nicht schlicht in der Tasche einiger korrupter Politiker landet.

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    Man kann sicher sein, daß kein Cent für ein sinnvolles Projekt ausgegeben wird. Ich bin sicher, daß alles bis auf den letzten Cent in Korruptionskanälen verschwindet.

    Ansonsten sind die 100.000.000.000 $ bis dahin etwa 20 Milliarden EUR im heutigen Wert, ein eigentlich unbedeutender Betrag für Umweltschutzprojekte für die Welt, sozusagen peanats. In 2020 werden das etwa 0,5% der deutschen Staatschulden (geschätzt ~4 Billionen) sein.

    Und noch etwas: ob die 16000 superschlauen Delegierte in Durban mitbekommen haben, daß das sonnendurchflutete Südafrika mit maximaler Kraft lt. Die Zeit Kohlekraftwerke baut?

    Man kann sicher sein, daß kein Cent für ein sinnvolles Projekt ausgegeben wird. Ich bin sicher, daß alles bis auf den letzten Cent in Korruptionskanälen verschwindet.

    Ansonsten sind die 100.000.000.000 $ bis dahin etwa 20 Milliarden EUR im heutigen Wert, ein eigentlich unbedeutender Betrag für Umweltschutzprojekte für die Welt, sozusagen peanats. In 2020 werden das etwa 0,5% der deutschen Staatschulden (geschätzt ~4 Billionen) sein.

    Und noch etwas: ob die 16000 superschlauen Delegierte in Durban mitbekommen haben, daß das sonnendurchflutete Südafrika mit maximaler Kraft lt. Die Zeit Kohlekraftwerke baut?

  2. Auch wenn es weniger bekannt ist, sind nicht alle Wissenschaftler, was die Klimaerwärmung angeht, der gleichen Meinung. Ob sich mit ein paar in die Landschaft geworfenen Messpunkten eine Klimaerwärmung belegen oder widerlegen lässt, sei einmal dahingestellt. Den wissenschaftlichen Gehalt können sowieso die meisten von uns nicht erfassen. Als erstes ist von Bedeutung, wer Studien über die Klimaerwärmung ausführt und wer dafür bezahlt . Als zweites, wer verbreitet diese Studien und als drittes, wer profitiert davon. Das sind Punkte, die wir begreifen können, aber nicht darüber nachdenken. Natürlich möchte man gerne glauben, dass sich Politiker der Industriestaaten Gedanken um unser Fortbestehen machen . Kann man aber einem Politiker glauben, der sich keine Sorgen um die Vergiftung unseres Planeten in der Gegenwart macht, dass er besorgt darüber ist, was in der Zukunft möglicherweise passiert? Überlegen sie, wie starrsinnig Politiker bei der Festsetzung von Grenzwerten für Umweltgifte sind. Da fehlen regelmäßig wissenschaftliche Beweise für eine Schädlichkeit auf Mensch und Natur. Wie oft haben wir erlebt, dass Grenzwerte beim überschreiten einfach angehoben wurden. Warum ziehen wir ernsthaft in Erwägung, dass beim Kampf gegen eine Erderwärmung edle Ziele vorhanden sein könnten. Als einer der Gründe für den „Kampf“ gegen die Erderwärmung wird ein dadurch verbundener Anstieg des Hungers in der Dritten Welt angegeben.

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    Ihr Argument "Ob sich mit ein paar in die Landschaft geworfenen Messpunkten eine Klimaerwärmung belegen oder widerlegen lässt, sei einmal dahingestellt. Den wissenschaftlichen Gehalt können sowieso die meisten von uns nicht erfassen." hat der Philosoph Vittorio Hösle schon 1991 in seinen Moskauer Vorträgen zu einer Philosophie der ökologischen Krise entlarvt und zwar wie folgt:

    Während wir in früheren Zeiten (nehmen wir einmal das Mittelalter) viele Dinge nicht wissen konnten und deshalb glauben mussten, wissen wir heute dank wissenschaftlichem Fortschritt sehr viele Dinge -- glauben aber nicht daran.

    Tatsächlich ist das heutige Wissen über den anthropogenen Anteil am Klimawandel so sicher wie jedes andere naturwissenschaftlich-technische Wissen auch, wenn nicht sogar noch sicherer. Mit anderen Worten: wenn Sie morgens in ein Auto steigen und glauben mit einer bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeit sicher und berechenbar ans Ziel zu gelangen, dann *können* Sie gar nicht nicht an die Erkenntnisse über den menschlichen Anteil am Klimawandel zweifeln.

    Worin ich Ihnen voll zustimme, ist Ihr Zweifel daran, dass es all den vielen Rettern nur um edle Motive gehe. Aber *das* ist in einer repräsentativen Mediendemokratie mit freier Marktwirtschaft ein nur allzu geläufiges Verhalten, das sie beobachten können, wohin Sie auch schauen mögen. Es verkauft sich nun mal, was gut klingt und schön ausschaut. Leider.

    Ihr Argument "Ob sich mit ein paar in die Landschaft geworfenen Messpunkten eine Klimaerwärmung belegen oder widerlegen lässt, sei einmal dahingestellt. Den wissenschaftlichen Gehalt können sowieso die meisten von uns nicht erfassen." hat der Philosoph Vittorio Hösle schon 1991 in seinen Moskauer Vorträgen zu einer Philosophie der ökologischen Krise entlarvt und zwar wie folgt:

    Während wir in früheren Zeiten (nehmen wir einmal das Mittelalter) viele Dinge nicht wissen konnten und deshalb glauben mussten, wissen wir heute dank wissenschaftlichem Fortschritt sehr viele Dinge -- glauben aber nicht daran.

    Tatsächlich ist das heutige Wissen über den anthropogenen Anteil am Klimawandel so sicher wie jedes andere naturwissenschaftlich-technische Wissen auch, wenn nicht sogar noch sicherer. Mit anderen Worten: wenn Sie morgens in ein Auto steigen und glauben mit einer bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeit sicher und berechenbar ans Ziel zu gelangen, dann *können* Sie gar nicht nicht an die Erkenntnisse über den menschlichen Anteil am Klimawandel zweifeln.

    Worin ich Ihnen voll zustimme, ist Ihr Zweifel daran, dass es all den vielen Rettern nur um edle Motive gehe. Aber *das* ist in einer repräsentativen Mediendemokratie mit freier Marktwirtschaft ein nur allzu geläufiges Verhalten, das sie beobachten können, wohin Sie auch schauen mögen. Es verkauft sich nun mal, was gut klingt und schön ausschaut. Leider.

  3. Keiner von uns wird sich diesem edlen Ziel verschließen oder nach einem wissenschaftlichen Beweis fragen . Die Frage ist doch, warum gibt es denn Hunger überhaupt noch, obwohl wir in der Lage sind, ihn zu beseitigen. Es gibt viele edle Ziele, die wir heute verwirklichen könnten. Was uns daran hindert ist einzig und alleine der Profit. Der einzige Grund für das Betreiben des Klimaschutzes ist der Profit, denn es ist kein nobles Ziel, sondern ein Wirtschaftszweig. Wer verdient am Emissionshandel ? Wer ist Marktführer in Klimatechnik ? Wer treibt den Klimaschutz voran ? Und als letztes, wer bezahlt wieder dafür ?

  4. Man kann sicher sein, daß kein Cent für ein sinnvolles Projekt ausgegeben wird. Ich bin sicher, daß alles bis auf den letzten Cent in Korruptionskanälen verschwindet.

    Ansonsten sind die 100.000.000.000 $ bis dahin etwa 20 Milliarden EUR im heutigen Wert, ein eigentlich unbedeutender Betrag für Umweltschutzprojekte für die Welt, sozusagen peanats. In 2020 werden das etwa 0,5% der deutschen Staatschulden (geschätzt ~4 Billionen) sein.

    Und noch etwas: ob die 16000 superschlauen Delegierte in Durban mitbekommen haben, daß das sonnendurchflutete Südafrika mit maximaler Kraft lt. Die Zeit Kohlekraftwerke baut?

    Antwort auf "Green Climate Fund"
  5. Ihr Argument "Ob sich mit ein paar in die Landschaft geworfenen Messpunkten eine Klimaerwärmung belegen oder widerlegen lässt, sei einmal dahingestellt. Den wissenschaftlichen Gehalt können sowieso die meisten von uns nicht erfassen." hat der Philosoph Vittorio Hösle schon 1991 in seinen Moskauer Vorträgen zu einer Philosophie der ökologischen Krise entlarvt und zwar wie folgt:

    Während wir in früheren Zeiten (nehmen wir einmal das Mittelalter) viele Dinge nicht wissen konnten und deshalb glauben mussten, wissen wir heute dank wissenschaftlichem Fortschritt sehr viele Dinge -- glauben aber nicht daran.

    Tatsächlich ist das heutige Wissen über den anthropogenen Anteil am Klimawandel so sicher wie jedes andere naturwissenschaftlich-technische Wissen auch, wenn nicht sogar noch sicherer. Mit anderen Worten: wenn Sie morgens in ein Auto steigen und glauben mit einer bestimmten statistischen Wahrscheinlichkeit sicher und berechenbar ans Ziel zu gelangen, dann *können* Sie gar nicht nicht an die Erkenntnisse über den menschlichen Anteil am Klimawandel zweifeln.

    Worin ich Ihnen voll zustimme, ist Ihr Zweifel daran, dass es all den vielen Rettern nur um edle Motive gehe. Aber *das* ist in einer repräsentativen Mediendemokratie mit freier Marktwirtschaft ein nur allzu geläufiges Verhalten, das sie beobachten können, wohin Sie auch schauen mögen. Es verkauft sich nun mal, was gut klingt und schön ausschaut. Leider.

    Antwort auf "Klimagipfel 1"
  6. Sie schreiben, dass das Kyoto-Protokoll (KP) Voraussetzung sei für
    1) den "...zwischenstaatlichen Emissionshandel – also der Kauf von Verschmutzungsrechten zugunsten von Umweltprojekten..."; und für den
    2) "...freiwilligen Kohlenstoffmarkt, auf dem sich Firmen mit Zertifikaten beispielsweise aus Aufforstungsprojekten eindecken können...".

    Zu 1): Der zwischenstaatliche Emissionshandel hat nicht notwendiger Weise mit Klimaschutzprojekten zu tun. Staaten können Ihre Kyoto-Emissionsberechtigung - den sog. Assigned Amount in Form von sog. Assigned Amount Units (AAUs) - untereinander handeln. Grundlage ist Art. 17 KP. Hierunter fällt auch das durch Umweltverbände kritisierte sog. "Hot Air Trading", d.h. die Übertragung von AAUs durch Staaten mit einem Überschuß an Emissionsberechtigungen, ohne dass der Erwerberstaat tatsächlich zu einer Klimaschutzmaßnahme beigetragen haben muss. Nur Klimaschutzzertifikate aus Clean Development (Art. 12 KP) oder Joint-Implementation (Art. 6 KP) Projekten werden für konkrete Emissionsreduktionen in Klimaschutzprojekten verliehen und können anschließend gehandelt werden. Das ist zwar auch Emissionshandel, aber meist nicht zwischenstaatlich. Erwerber sind meist CO2-emittierende Unternehmen in der EU.

    zu 2): Der freiwillige Markt basiert auf der Nachfrage nach "Klimaneutralität" als Marketing-Maßnahme; seine Zertifikate können nicht zur Erfüllung von KP- oder sonstigen gesetzlichen Verpflichtungen genutzt werden. Er existiert unabhängig vom KP.

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