SchuldenkriseDie Zeit des Massenwohlstands ist vorbei

Der Westen hat über seine Verhältnisse gelebt. Proteste und soziale Unruhen werden künftig zum Alltag gehören. Ein Kommentar von 

Clichy-sous-Bois

In Clichy-sous-Bois, einem Vorort von Paris  |  © Boris Horvat/AFP/Getty Images

Die Stimmung im reichen Westen ist mies, Pessimismus und Zukunftsangst breiten sich aus. Und das Drama um den Euro ist nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Die Regierungschefs hetzen von Krisengipfel zu Krisengipfel, ohne wirklich etwas zu erreichen. Bis jetzt ist ungewiss, ob es gelingen wird, den Kollaps der Eurozone zu vermeiden. Lassen sich Budgetdisziplin und Schuldenverzicht tatsächlich durch Gesetze und die Androhung von Sanktionen erzwingen? Zweifel bleiben.

Doch selbst wenn dem Kraftakt Erfolg beschieden sein sollte: Für Europa wie Amerika werden die kommenden Jahrzehnte unvermeidlich härter werden. Die reichen Nationen des Westen, so kürzlich die New York Times , müssten sich wappnen für den day of reckoning , den Tag der Abrechnung. Drei Krisen sind es, die sich gegenseitig bedingen: Eurokrise, Schuldenkrise und daraus folgend der Niedergang des Westens. Diese drei Krisen erschüttern das politische wie wirtschaftliche Gefüge und weder Völker noch Politiker der industrialisierten westlichen Welt sind dagegen gerüstet.

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Der Lebensstandard des Westens wird in den nächsten Dekaden fallen. 20 bis 25 Prozent, lautet die Prognose mancher Ökonomen. Ein Indiz lieferte die Bestandsaufnahme des Londoner "Institut for Fiscal Studies" für Großbritannien, das wegen seines harten Sparkurses für neue Schulden niedrige Zinsen wie sonst nur Deutschland zu berappen braucht. Die Durchschnittseinkommen werden erst 2020 wieder auf dem Niveau von 2002 liegen. In den nächsten zwei Jahren wird der Lebensstandard demnach um rund sieben Prozent fallen.

Die Schuldenkrise wird die Zukunft Europas prägen

Kein Politiker kann behaupten, Rezepte für diese Epoche des fallenden Lebensstandards zu haben, schon gar keine, die rasche Besserung verheißen. Nur linke und rechte Populisten werden sich dieser Masche bedienen. Auch die reflexhafte Suche nach den Schuldigen hilft nicht weiter, zumal jeder den Sündenbock präsentiert, der am besten zu seiner Weltsicht passt. Mal ist es Staatsversagen, mal der Markt oder gierige Banker, unfähige Politiker, abgehobene Eliten oder die Schwäche der Demokratie selbst, die bezichtigt werden.

Es stimmt, dass das Eurodebakel auf den blinden Optimismus zurückgeht, mit dem das bislang ehrgeizigste Projekt europäischer Integration vorangetrieben worden war. Doch ob Euro oder nicht, die Schuldenkrise wäre nicht verhindert worden. Sie hat sich stetig über fünf Jahrzehnte hinweg aufgebaut und wird die Zukunft Europas prägen. Ein hochrangiger chinesischer Offizieller, gefragt vor ein paar Wochen, ob China angesichts der Finanzkrise Europa unter die Arme greifen werde, lehnte dieses Ansinnen kühl ab. "Warum sollen wir euch Europäern helfen? Ihr seid faul und verwöhnt, arbeitet zu wenig, bezahlt euch zu viel, vor allem habt ihr einen Sozialstaat geschaffen, den ihr euch schon lange nicht mehr leisten könnt." Dem ist kaum zu widersprechen, der Westen hat über seine Verhältnisse gelebt, Staaten wie Bürger.

Griechenland ist bankrott, auch wenn Europa den Offenbarungseid hinauszögert. Portugal, Spanien und Italien starren in den Abgrund. Frankreich zittert. Selbst der neue europäische Hegemon Deutschland, nach dessen Pfeife derzeit alle, ob Franzosen oder Polen, mehr oder minder bereitwillig tanzen, ist ein Gigant auf tönernen Füßen. Vor zehn Jahren noch der sogenannte kranke Mann Europas, hat Deutschland durch vielgeschmähte Sozialreformen und Lohnverzicht der Arbeitnehmer seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber weniger leidensbereiter Konkurrenz erhöht.

Leserkommentare
  1. ....wahrlich, ich sage euch, alles wird vergehen und zu Staub zerfallen....
    Woher bekommt die ZEIT eigentlich diese Unkenrufer? Die Beweisführung(Institut for Fiscal Studies, oh Gott !) ist so schlecht, dass einem die Tränen in die schiessen.Fast jedes Problem ist lösbar, besonders die finanziellen.
    Bleibt doch mal cool !!

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    Danke! Und ich dachte schon ich stehe alleine auf weiter Flur mit meinem Eindruck, dass die ZEIT sich aktuell in Weltuntergangsstimmungen wohl fühlt.

    Alles schlecht. Alles schwarz. Wir verrecken! Oder soll das vielleicht alles nur ein Gegenpol zum Weihnachtsfest sein?

    • Harald4
    • 15. Dezember 2011 7:24 Uhr

    Da spucken wir in die Hände, treten ein paar Monate kürzer, da gibt es dann mal Heringsfilet mit Kartoffeln und Bier, dann pass das.

    Viel interessanter ist die Frage, wie amerikanische Ratingagenturen im europäischen Markt herumzufuschen suchen.

    Die USA haben im Irak ohne Not,
    Herr Bush, Sie haben ja doch wohl ein ernstes Problem,
    900 Mrd verballert.

    Wer ist denn hier pleite?

    ist sicher richtig, doch der Lebensstandard wie die Lebenerwartung sinken bereits jetzt und heute.

    Man mag die "Unkenrufe" vielleicht für unrealistisch halten, aber das werden sie kaum bleiben, wenn man sie ignoriert.
    Denn der Befund ist weitgehend richtig und ob es uns gelingt die Probleme zu meistern, dafür gibt es erschreckend wenig von Fachleuten zu hören.

    Seit fast 40 Jahren verfolge ich die Entwicklung, ebenso lange zeigt der Trend und auch die Verwirklichungen genau dahin, was der Artikel beschreibt, ohne auch nur eine Verzögerung.
    Hören wollten und wollen das Wenige, eine Erklärung warum das funktionieren sollte sind aber alle schuldig geblieben, stattdessen haben wir die Schuldenkrise und die Zweiteilung der Gesellschaft sowie die dauerhafte Verarmung immer größerer Teile der Gesellschaft.
    Da erscheint es viel logischer das die Unkenrufer zumindest teilweise recht haben.
    Der Kreis der Privilegierten, für die sich nichts oder wenig verändert hat, wird jednefalls immer kleiner.

    Sie sind Beamte, subventionierte Unternehmer für den Sozialstaat, in der Ölkologie oder Automobilindustrie oder vom Sozialstaat bezahlte Spezialisten und schrumpfend Arbeitnehmer in klassischen gewerkschaftlich organisierten Großunternehmen.
    Das ist schon jetzt eine Minderheit und es sieht nicht nach Besserung aus. Eher im Gegenteil wird die Begünstigung dieser Kreise weiter voran getrieben unter gleichzeitiger Schrumpfung der Mitglieder dieser Gesellschaftsteile.

    H.

    je schwächer das Licht desto weniger Motten fühlen sich von angezogen... und Lampedusa wird wieder endlich überwiegend von Italienier bewohnt.

    Letzten Endes könnte ein Wohlstandsrückgang sogar das Leben lebenswerter machen. Mehr Wohlstand ist nicht immer gleich mehr Glück!

    ich empfehle die Lektüre des Wallstreet Journals.
    http://blogs.wsj.com/weal...
    und anderer amerikanischer Hintergrundinformationsseiten, über die auch hinsichtlich der organisierten Wirtschafts- und Politikkriminalitätsproblematiken der Bilderbergkonferenz, der Trilateralen Kommissionen und des Weltwirtschaftsgipfels von Herrn Schwab in Genf Aufschluss erlangt werden kann.

    Aber das dürfte nur etwas für Bildzeitungsnichtleser und Infotainmentnichtkonsumenten sein.

  2. Das Volkseinkommen wird nicht geringer, es wird nur immer ungleicher verteilt.
    Viele werden ärmer, wenige werden viel reicher.
    Nur deshalb leidet der allgemeine Wohlstand.

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    • Anay
    • 14. Dezember 2011 19:49 Uhr

    Absolut richtig. Es ist ekelhaft, wie allerorten austerity measures durchgeprügelt werden und dem Volk eine jahrzehntelange Ära des Darbens prophezeit wird (natürlich auch in diesem Artikel), während hinter der Brandmauer einige wenige den ganzen Wohlstand abziehen, ab in die Offshore-Accounts, oder ihre "Ansprüche" gleich in hard assets umwandeln. Das haben sie schon die letzten Jahrzehnte über getan. Als Ersatz bekamen wir schöne Versprechungen, gedeckt von den neuen Finanzmarktinstrumenten. Alles Schein, Blasen, heiße Luft, einschließlich der Unkenrufe dieses und anderer Artikel, die nur den Abzockern und Bankstern dienen, die ja diejenigen sind, die diese Ära der Not und Entbehrung für die Völker durchsetzen wollen.

    • eckbert
    • 14. Dezember 2011 21:06 Uhr

    die umverteiler sind unterwegs und lechzen nur danach ihr teufelskolorit irgendwie nebenher anzubringen. gründe sind ja durchaus vorhanden. lmao..wer jetzt vermögenden an die taschen will, hat keinen respekt vor leistung vermögender und /oder derer vorfahren. das eigentumrecht wird wohl weiterbestehen, genauso wie die freiheitlich demokratische grundordnung

    • an-i
    • 15. Dezember 2011 1:02 Uhr

    "wer jetzt vermögenden an die taschen will, hat keinen respekt vor leistung vermögender"
    es tut mir leid, diesen satz verstehe ich nicht.
    "die vermögenden" es geht um millionaere,
    haben einfach auf kosten von anderen ihr vermögen aufgehauft.
    durch eigenarbeit ist dies leider nicht möglich.
    wie kann ein db vorstand so viel geld verdienen ohne andere auszubeuten?
    "clevernes (gerissenheit)" ist keine erlaubnis, andere mitmenschen auf mittelalterlicher art und weise auszubeuten.
    oder leben wir in einer "unchristlichen" welt? ich frage mich sowieso, wo ist eigentlich die kirche? die ist wahrscheinlich so satt, das sie überhaupt nicht reagieren kann, oder ist ihr das sowieso sch.... egal.

    • klaro
    • 15. Dezember 2011 11:18 Uhr

    die leistungslosen Einkommensempfänger (Palavermentarier, Beamte, Hartz IV (diejenigen nur, die nie gearbeitet haben) Da besteht ja auch Wachstum ohne Ende! Mittlerweile gehören Beamte ja mit zu der bestverdienenden Berufs(?)gruppe. Es lebt sich halt gut von anderer Hände Arbeit. Wir leisten uns zu viel Spätrömische Dekadenz, auch in Form famoser Alimentierung unserer Politbeamten. MIt diesem zunehmend sinnlosen hochbezahlten Wasserkopf kann es kaum vorangehen.

    nur wohin geht denn der größte Teil dessen was umverteilt wird bzw. wie wird denn umverteilt?

    Der Löwenanteil geht an Institutionen, die direkt vom Staat gefördert werden. Also soziale Einrichtungen, Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, Ökologie, Politik, Verwaltung, Banken Automobilindustrie. Überall wurden Arbeitsplätze subventioniert, die hoch oder sehr hoch dotiert sind. Da kann es kaum wundern, dass die sozialen Leistungen nur recht gering im Verhältnis zum sozialen Etat sind.
    Genau da leben und arbeiten die relativ Reichen, deren realitver Reichtum durch ihre unerhörte Masse ein Mehrfaches der astronomischen Einkommen der Superreichen ausmacht ohne auch nur im geringsten dafür ein adäquates Risiko zu haben oder nachweisen zu müssen, das sie wirklich gebraucht werden oder einen Markt finden könnten.

    H.

  3. "Warum sollen wir euch Europäern helfen? Ihr seid faul und verwöhnt, arbeitet zu wenig, bezahlt euch zu viel, vor allem habt ihr einen Sozialstaat geschaffen, den ihr euch schon lange nicht mehr leisten könnt."

    Sehr bald wird der chinesische Offizielle auch feststellen, warum wir in Europa einen Sozialstaat geschaffen haben.
    Damit keine Funken ins Pulverfaß fliegen.

    Wenn China noch Europa als Absatzmarkt verliert, nachdem die USA ja schon wegbrechen, wird die chinesische Führung sehr bald nicht mehr genug Panzer haben, um gegen ihre eigenen Bürger vorzugehen. Und dann werden dem chinesischen Offiziellen seine markigen Worte wahrscheinlich im Halse stecken bleiben.

    Es gibt einen chinesischen Fluch, der da lautet: 'Mögest du interessante Zeiten erleben.'

    Wenn das so weitergeht, werden wir alle bald in seeeehr interessanten Zeiten leben.

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    • 1_2_3
    • 14. Dezember 2011 22:21 Uhr

    Einige Menschen haben eine sehr interessante Auffassung von "Leben" - wie ein Roboter soll man den ganzen Tag stupide Arbeiten ausführen, damit man in Alter schwach, gebrechlich und kaputt ein dahinsiechendes Dasein fristen kann, bis man endlich vom Tod erlöst wird

    DAS scheint der wahre Sinn im Leben zu sein.

    • ITSLTD
    • 15. Dezember 2011 17:17 Uhr

    "Wenn China noch Europa als Absatzmarkt verliert, nachdem die USA ja schon wegbrechen, wird die chinesische Führung sehr bald nicht mehr genug Panzer haben, um gegen ihre eigenen Bürger vorzugehen"

    Absatzmarkt?
    Einkaufsmarkt!

    30% der gesamten europäischen Automobilproduktion werden von Chinesen gekauft. Nur ein Beispiel.

    Im Jahre 2011 hat der Exportweltmeister China MEHR importiert als exportiert.

    China hat mit 1,4 Mrd Menschen den größten Binnenmarkt der Welt vor sich, der kaufkraftseitig auch nicht so verarmt ist, wie der Europäische.

    Analysten schätzen, dass China in 5 Jahren eigene Autos der Premiumklasse bauen wird, Langstreckenflugzeuge und Industrieanlagen.

    Dann wird aus dem Importeur ein Wettbewerber.

    China exportiert im Vergleich zu Deutschland nur einen Bruchteil seines BSP. Aber in Deutschland kann sich ja kaum noch ein Deutscher deutsche Produkte leisten.

    In wenigen Jahren wird der Chinese am abendlichen Fernseher das tun, was Bundesbürger heute tun:

    Es wird in den Tagesnachrichten über soziale Unruhen, bankrotte Rentenkassen, Massenarbeitslosigkeit und Korruption in Europa hören und sehen ... und gemütlich in den Sessel furzen ("Armes Europa!So wenig Menschrechte!")

    Horrido!

    • ZBK
    • 14. Dezember 2011 18:46 Uhr

    "Der Lebensstandard des Westens wird in den nächsten Dekaden fallen. 20 bis 25 Prozent"

    Wo ist das Problem?

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    • ZBK
    • 14. Dezember 2011 18:54 Uhr

    Wo ist das Problem - haben wir in den 90er Jahren so schlecht gelebt?

    Im Grunde keines, denn es werden ja reichlich genug Güter und Dienstleistungen für alle produziert! Wir brauchen nur ein sinnvolles Verteilungssystem.

    ...müssten Sie ihr Smartphone, aber auch ihren Fernseher ein Jahr länger benutzen, ehe sich ein neues kaufen, oder ihnen hinterhergeschmissen wird.

    Also: Kein Problem.

    • snilax
    • 14. Dezember 2011 19:32 Uhr

    gerne mal wissen, warum in den Zeitforen das Smartfon/iphone usw als Schimpfwort benutzt wird.

    • Gerry10
    • 14. Dezember 2011 19:35 Uhr

    ...zur Verfügung stehen werden sondern eher 50%-60% weniger, wärend einer kleine Minderheit 100% mehr zugespielt wird.
    Wir, die mit unserer Arbeit das System am Leben erhalten sind die Deppen die von denen, die von eben diesem System profitieren nach Strich und Faden ausgenommen werden.
    Wir sollen bis 70 arbeiten, nehmen damit den Jungen den Arbeitsplatz weg und deren Möglichkeit sich ein Leben aufzubauen.
    Und wenn wir dann erschöpft aus dem Hamsterrad fallen dürfen wir uns von der Pharmaindustrie, unseren letzten Cent auspressen lassen.
    Die Politiker, die statt der Gemeinschaft zu dienen, Hand in Hand mit Banken und Industrie über uns herrschen(!) wollen uns einreden das es Deutschland gut geht und das der Rest der EU besser dran wäre es genauso zu machen.
    Aber das stimmt nicht und es wird Zeit das "Deppen" die dieses System am laufen halten müssen, endlich aufwachen.

  4. dass unsere angehäuften Schulden unter dem Strich nix finanziert haben!
    Es wurden damit kein Sozialstaat finanziert, keine Infrastrukturmaßnahmen und schon gar nicht der sogenannte "Aufbau Ost"
    Wie ich darauf komme ?!?
    Der Bund hat seit bestehen der BRD bis heute ca. 2Billionen Euro Schulden aufgenommen.
    Leider musste er in der selben Zeit bis heute weit über 2Billionen Euro Zinsen dafür bezahlen.
    Inzwischen ca. 40 Milliarden jedes Jahr.
    Dieser sogenannte im Bundeshaushalt als "Schuldendienst"deklarierte Haushaltsposten ist damit der 2 größte nach "Arbeit und Soziales"
    Dabei fällt auf, dass bei einer Neuverschuldung von aktuell um die 28 Milliarden, diese vollkommen für den Schuldendienst benutzt werden müssen.

    Und dass haben wir allen Politikern aller politischer Lager der letzten Jahrzehnte zu verdanken.Das wir uns in einer solchen Situation befinden ist der größte anzunehmende Skandal!
    Die Schulden dienen nur noch dem Selbstzweck!

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    ...denn die Zinsen kassiert natürlich jemand...

    bin in der Generation 50er Jahre aufgewachsen.sind noch dazu erzogen,mit 14 Ausbildung, Bildung, Abendschule.meister machen,ausbilden.nun aber braucht uns keiner mehr.denn die Politik hat versäumt in Tugenden die den deutschen auszeichnen mit realen löhnen und sozialem Geschick den statt gerecht zu führen.leider sind Betriebswirtschaftliche riesen Fehler gemacht worden.denn mit Privatisierung von states liegenschaften hat man die Kreditwürdigkeit verloren.

  5. Die Schuldenkrise ist die Banken"krise".
    Durch deren Rettung hat nicht der Steuerzahler über seine Verhältnisse gelebt.
    Hätte man den Spitzensteuersatz wie noch unter Helmut Kohl würde es Dt. auch sehr viel besser gehen.
    Propagandistisch darauf hinzuarbeiten, dass der Wohlstand noch weiter sinken wird, kann nur bedeuten, dass es Kräfte gibt, denen die Umverteilung von unten nach oben noch nicht ausreicht.
    Rezepte für die Kurierung des Sozialstaates:
    - Spitzensteuersatz wie unter Helmut Kohl
    - Vermögenssteuer
    - Finanztransaktionssteuer
    - Mindestlohn von 9 Euro
    - Regulierung der Banken ( Die nationale Derregulierung kann man auch nation wieder rückgängig machen.)

    - perspektivisch: raus aus dem Euro
    -

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    [Sarkasmus]

    Was?! Sie haben konkrete Vorschläge dafür, was zu tun sei? "Rezepte"? Sie müssen ein "linker oder rechter Demagoge" sein.

    [/Sarkasmus]

    Grundsätzlich stimme ich Ihren Ausführungen zu, aber bei einem Punkt muss ich doch einen Einspruch einlegen:

    perspektivisch: raus aus dem Euro

    Aus dem Euro auszusteigen hat perspektivisch betrachtet kaum bis keine Vorteile. Wenn ein Ausstieg aus dem Euro erfolgt, dann wird man für ein paar Jahre, vielleicht auch ein Jahrzehnt lang davon profitieren. Danach findet eine "natürliche" Korrektur statt. Schauen Sie doch mal auf die Schweizer. Die hatten nie den Euro, in Mitten der Euro-Zone, und haben trotzdem erhebliche Probleme mit ihrer Währung, weil der Euro so schwach ist. Wenn ein starkes Land wie Deutschland aus dem Euro aussteigt, dann würde es uns ähnlich ergehen. Ein exportorientiertes Land mit einer starken Währung und schwachen Nachbarwährungen hätte es nicht besser als wenn alle im gleichen Boot sitzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen.

    Dass Deutschland immer mehr Schulden macht, obwohl wir kein Handelsbilanzdefizit haben, sollte uns zu denken geben. Langfristig ist es sinnvoller Schulden abzubauen und zu vermeiden und ein Gleichgewicht zwischen Import und Export anzustreben.

    An Währungen herumzudoktern geht nicht an die eigentlichen Ursachen für das Elend. Man muss sich nur vor Augen halten: Währungen dienen nur der Wertaufbewahrung. Brot, Wasser und Arbeitskraft werden nicht mehr wert, wenn ein anderer Kopf auf der Münze ist.

    Und dann ist der Sozialstaat gerettet? Schade, dass wir nicht in der Regierung so kluge Köpfe haben wie im ZEIT-Forum.

    Was Spitzen- Vermögens- und Transaktionssteuer ungefähr einbringen würden, kann man abschätzen. Da werden Sie sicher Zahlen zu finden irgendwo. Natürlich möglichst zahlen, die auch einen gewissen Verlust einberechnen. Folgen des Mindestlohnes sind teilweise schwer abzuschätzen, aber irgendwo wird es sicher auch eine halbwegs realistische Einschätzung der Kosten dafür geben.

    Dann rechnen Sie das zusammen und vergleichen die Summe mit den jährlichen Schulden und in Zukunft anwachsenden Sozialausgaben und Sie werden sehen, dass Ihre Vorschläge NICHT den Sozialstaat retten.

    Über den Euro-Austritt gar nicht zu reden.

  6. ...wenn wir die Unternehmen und die reichsten 1% mal wieder in die Verantwortung nehmen, zum Gemeinwohl beizutragen. Seit den 60er jahren sinkt jedes Jahr der anteilige Beitrag der Unternehmen zur Finazierung des Staatshaushaltes, bei den Reichen ist Steuerhinterziehung Volkssport, seien es Stiftungen in Liechtenstein oder schwarze Konten in der Schweiz, wo man gerne mal bei der Steuerhinterziehung hilft.

    Es wurde hier schon gesagt, und es ist richtig: wir haben ein Verteilungsproblem. Das ganze Geld, das bei der Finanzkrise verloren wurde, ist ja nicht weg, es ist nur woanders, konzentirert bei einigen wenigen Nutznießern.

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    war schon Gang und Gäbe, als es uns noch besser ging, die Perspektiven besser waren.
    Wenn sich das nicht wirklich geändert hat, was ist nun wirklich anders geworden?

    Selbst wenn es so wäre, wie sie schildern würden die Millionen des reichsten 1% nicht reichen um das Problem zu lösen, eben weil die Millionen oder sogar Milliarden dieses 1% nicht mal den Staatshaushalt ausgleichen könnten, eben weil 1% Betroffene viel zu wenig sind.
    Als nächstes haben sie das Problem das sie die Welt nicht so stricken können, wie sie sie gerne hätten, ginge das, wäre der Osten nie zusammengebrochen.

    Auch unser System leidet darunter, das man nicht mit, sondern teilweise gegen menschliches Streben arbeitet. Damit wird die Flucht erst richtig attraktiv und vom Aufwand her lohnend.
    Unser eigentliches Problem jedoch ist, das wir viele Wünschenwerte Dinge durch staatliche Regelungen überhaupt erst bezahlbar machen, wei lsie ansonsten unfinanziebar blieben.
    Egal wie man sonst darüber denkt, da heißt eben auch das diese Mittel nicht sdort eigensetzt werden können, wo sie "Rendite" bringen.
    Und wenn ich Rendite sage, meine ich nicht die unternehmerische, sondern die volkswirtschaftliche Rendite.
    Der Anteil dieser Mittel am Sozialprodukt ist gegenüber früheren Zeiten mehr als verdoppelt und somit weit bedeutender als jeglciehr Entzug von Steuermitteln.

    H.

    Langfristig werden sich wohl viele Reiche aus Deutschland verabschieden, wenn sie nicht schon weg sind.
    Hand aufs Herz: Wären wir Millionäre, würden wir uns fragen, ob wir wirklich die Hälfte unseres Einkommens diesem überbordenden Sozial- und Schuldenstaat zur Verfügung stellen wollen.
    2 Billionen € Staatsschulden, 23 Millionen Rentner, 7 Millionen Stützebezieher, 5 Millionen im aufgeblähten öffentlichen Dienst. Auf Dauer unfinanzbar, auch nicht durch die Reichen, die ja ohnehin schon den Löwenanteil der Einkommens-Steuern bezahlen!

    Jenseits allen propagandistischen, agitatorischen, tendenziösen oder gar desinformatorischen Getöses in unseren Medien steht ein ganz einfacher Satz. Er steht seit Menschengedenken da, ganz still und stumm. Es ist der Satz: Esssen kommt von arbeiten.

    Geld und Vermögen. Das sind nichts anderes als andere Aggregatzustände der "Arbeit", die zum Entstehen der Güter und Waren geführt haben, die im Geld gespiegelt und damit
    unter den Menschen konvertierbar wurden. Für die Tauschwirtschaft begann ja mit den ersten Erfindungen von Geldern der langsame Untergang.

    Dass in Deutschland im Jahre 2011 faktisch eine Besitzstandsfeudalgesellschaft entstanden ist, die unsere Gesllschaft in ca. 25% Neuen Herrschaften und ca. 75% Neue Domestiken, Lakaien, Handlanger und Liebediener gespalten hat, ist die Ursache für den Niedergang der von Walter Eucken, Alfred Müller-Armack und Ludwig Erhard propagierten
    sozialen Marktwirtschaft, in der die konsensual organisierte mehrwertschöpferische Produktionswirtschaft die Erzeugung jener neuen Vermögen gewährleistete, die Ludwig Erhard in seinem Grundlagenwerk "Wohlstand für alle" so herrliche plausible erläuterte.

    Deutschland 2011. Ein Land, in dem die existierenden Besitzständler in Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Justiz der Mehrheitsbevölkerung immer wieder die Mähr von der Neuen Sozialen Marktwirtschaft, der Agenda 2010, den Reformen und Modernisierungen erzählen und damit immer noch ziemlichen Erfolg haben. Massenarmut ist aber die Folge.

  7. Drei Krisen sind es, die sich gegenseitig bedingen: Eurokrise, Schuldenkrise und daraus folgend der Niedergang des Westens.

    Es gibt eigentlich nur eine Krise: die der Finanzwirtschaft.

    Alles andere sind Folgeerscheinungen.

    Und wer hat über seine Verhältnisse gelebt? Der Wohlstand wächst weiter. Immerzu. Nur eben nur bei den oberen 1%. Der Rest zahlt die Zeche dafür. Der Wohlstand in allen westlichen Ländern ist immerzu gestiegen. Nur eben nur bei 1% der Bevölkerung.

    Wir haben kein Problem mit Produktivität. Wir haben kein Problem mit verfügbaren Ressourcen und Kapital.

    Wir haben ein Problem mit der Verteilung!

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    aber deshalb ist es eben eine Systemkrise und keine Euro- oder Schuldenkrise oder wie Sie es nennen eine Krise der Finanzwirtschaft. Mit jeder anderen Währung wäre es genau der gleiche Zustand, das SYSTEM muss dringend verändert werden. Geldschöpfung gehört nicht in private Hand, sondern jegliche Geldschöpfung sollte dem Staat vorbehalten sein, um dieses geschöpfte Geld dem Kreislauf wieder hinzu zu fügen. Leider wird dem niemals so sein, weil dann eine Bereicherung einzelner kleiner "Eliten" kaum mehr möglich wäre.

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