Schuldenkrise : Die Zeit des Massenwohlstands ist vorbei

Der Westen hat über seine Verhältnisse gelebt. Proteste und soziale Unruhen werden künftig zum Alltag gehören. Ein Kommentar
In Clichy-sous-Bois, einem Vorort von Paris © Boris Horvat/AFP/Getty Images

Die Stimmung im reichen Westen ist mies, Pessimismus und Zukunftsangst breiten sich aus. Und das Drama um den Euro ist nicht dazu angetan, die Stimmung zu heben. Die Regierungschefs hetzen von Krisengipfel zu Krisengipfel, ohne wirklich etwas zu erreichen. Bis jetzt ist ungewiss, ob es gelingen wird, den Kollaps der Eurozone zu vermeiden. Lassen sich Budgetdisziplin und Schuldenverzicht tatsächlich durch Gesetze und die Androhung von Sanktionen erzwingen? Zweifel bleiben.

Doch selbst wenn dem Kraftakt Erfolg beschieden sein sollte: Für Europa wie Amerika werden die kommenden Jahrzehnte unvermeidlich härter werden. Die reichen Nationen des Westen, so kürzlich die New York Times , müssten sich wappnen für den day of reckoning , den Tag der Abrechnung. Drei Krisen sind es, die sich gegenseitig bedingen: Eurokrise, Schuldenkrise und daraus folgend der Niedergang des Westens. Diese drei Krisen erschüttern das politische wie wirtschaftliche Gefüge und weder Völker noch Politiker der industrialisierten westlichen Welt sind dagegen gerüstet.

Der Lebensstandard des Westens wird in den nächsten Dekaden fallen. 20 bis 25 Prozent, lautet die Prognose mancher Ökonomen. Ein Indiz lieferte die Bestandsaufnahme des Londoner "Institut for Fiscal Studies" für Großbritannien, das wegen seines harten Sparkurses für neue Schulden niedrige Zinsen wie sonst nur Deutschland zu berappen braucht. Die Durchschnittseinkommen werden erst 2020 wieder auf dem Niveau von 2002 liegen. In den nächsten zwei Jahren wird der Lebensstandard demnach um rund sieben Prozent fallen.

Die Schuldenkrise wird die Zukunft Europas prägen

Kein Politiker kann behaupten, Rezepte für diese Epoche des fallenden Lebensstandards zu haben, schon gar keine, die rasche Besserung verheißen. Nur linke und rechte Populisten werden sich dieser Masche bedienen. Auch die reflexhafte Suche nach den Schuldigen hilft nicht weiter, zumal jeder den Sündenbock präsentiert, der am besten zu seiner Weltsicht passt. Mal ist es Staatsversagen, mal der Markt oder gierige Banker, unfähige Politiker, abgehobene Eliten oder die Schwäche der Demokratie selbst, die bezichtigt werden.

Es stimmt, dass das Eurodebakel auf den blinden Optimismus zurückgeht, mit dem das bislang ehrgeizigste Projekt europäischer Integration vorangetrieben worden war. Doch ob Euro oder nicht, die Schuldenkrise wäre nicht verhindert worden. Sie hat sich stetig über fünf Jahrzehnte hinweg aufgebaut und wird die Zukunft Europas prägen. Ein hochrangiger chinesischer Offizieller, gefragt vor ein paar Wochen, ob China angesichts der Finanzkrise Europa unter die Arme greifen werde, lehnte dieses Ansinnen kühl ab. "Warum sollen wir euch Europäern helfen? Ihr seid faul und verwöhnt, arbeitet zu wenig, bezahlt euch zu viel, vor allem habt ihr einen Sozialstaat geschaffen, den ihr euch schon lange nicht mehr leisten könnt." Dem ist kaum zu widersprechen, der Westen hat über seine Verhältnisse gelebt, Staaten wie Bürger.

Griechenland ist bankrott, auch wenn Europa den Offenbarungseid hinauszögert. Portugal, Spanien und Italien starren in den Abgrund. Frankreich zittert. Selbst der neue europäische Hegemon Deutschland, nach dessen Pfeife derzeit alle, ob Franzosen oder Polen, mehr oder minder bereitwillig tanzen, ist ein Gigant auf tönernen Füßen. Vor zehn Jahren noch der sogenannte kranke Mann Europas, hat Deutschland durch vielgeschmähte Sozialreformen und Lohnverzicht der Arbeitnehmer seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber weniger leidensbereiter Konkurrenz erhöht.

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Kommentare

317 Kommentare Seite 1 von 46 Kommentieren

Totgesagte leben länger

Da spucken wir in die Hände, treten ein paar Monate kürzer, da gibt es dann mal Heringsfilet mit Kartoffeln und Bier, dann pass das.

Viel interessanter ist die Frage, wie amerikanische Ratingagenturen im europäischen Markt herumzufuschen suchen.

Die USA haben im Irak ohne Not,
Herr Bush, Sie haben ja doch wohl ein ernstes Problem,
900 Mrd verballert.

Wer ist denn hier pleite?

Zweckoptimismus...

ist sicher richtig, doch der Lebensstandard wie die Lebenerwartung sinken bereits jetzt und heute.

Man mag die "Unkenrufe" vielleicht für unrealistisch halten, aber das werden sie kaum bleiben, wenn man sie ignoriert.
Denn der Befund ist weitgehend richtig und ob es uns gelingt die Probleme zu meistern, dafür gibt es erschreckend wenig von Fachleuten zu hören.

Seit fast 40 Jahren verfolge ich die Entwicklung, ebenso lange zeigt der Trend und auch die Verwirklichungen genau dahin, was der Artikel beschreibt, ohne auch nur eine Verzögerung.
Hören wollten und wollen das Wenige, eine Erklärung warum das funktionieren sollte sind aber alle schuldig geblieben, stattdessen haben wir die Schuldenkrise und die Zweiteilung der Gesellschaft sowie die dauerhafte Verarmung immer größerer Teile der Gesellschaft.
Da erscheint es viel logischer das die Unkenrufer zumindest teilweise recht haben.
Der Kreis der Privilegierten, für die sich nichts oder wenig verändert hat, wird jednefalls immer kleiner.

Sie sind Beamte, subventionierte Unternehmer für den Sozialstaat, in der Ölkologie oder Automobilindustrie oder vom Sozialstaat bezahlte Spezialisten und schrumpfend Arbeitnehmer in klassischen gewerkschaftlich organisierten Großunternehmen.
Das ist schon jetzt eine Minderheit und es sieht nicht nach Besserung aus. Eher im Gegenteil wird die Begünstigung dieser Kreise weiter voran getrieben unter gleichzeitiger Schrumpfung der Mitglieder dieser Gesellschaftsteile.

H.

Naysayer

Natürlich haben hat niemand Unrecht, der warnt und der Vorsicht empfiehlt.

Ich vermute auch, dass der OP das so nicht meinte. Mir zumindest geht aber auch dieses permanente Herbeisehnen "des Knalls" der Medien einfach nur noch auf den Geist.

Jeden Tag aufs Neue erzählt mir z.B. Spiegel Online seit Jahren, dass in Kürze alles den Bach heruntergehen wird. Krise dient zur Auflagen-/Abrufzahlensteigerung, permanente Hysterie ist der Wunschzustand.

Ich sage dazu nur: selbsterfüllende Prophezeiung. Redet "die Krise" nur lang genug herbei, verunsichert die Menschen bis ins Mark und ihr könnt hinterher schreiben "haben wir doch gleich gesagt".

Und wenn es sich nicht als wahr erweist, kann man hinterher im besten Fall(!) wie bei der Schweinegrippe sagen "Ja, da wurden wir leider falsch informiert."

Dieser Kampagnenjournalismus, dieses permanente Hyperventilieren und Panikschüren, geht mir SO auf den Zeiger, ich tendiere seit einigen Monaten bzw. Jahren dazu Nachrichten einfach zu ignorieren. DAS kann doch nicht das Ziel des Journalismus sein. Ich WILL wissen, was in der Welt los ist, ich WILL über Gefahren und Risiken, aber auch Chancen informiert werden - kurz: ich will guten Journalismus. Aber subjektiv gibt es diesen nur noch in Ausnahmefällen - permanentes Hyperventilieren lässt einen da leider den Naysayer nur noch schwer erkennen. Wenn permanent "wir werden alle sterben!!!!" auf einen einprasselt, tendiert man dazu, irgendwann "die Schotten dicht" zu machen.

Ich kann Sie verstehen...

doch wo fängt der Kampagnenjournalismsu an und wo endet er.
Ist schon die ständige Widerholung eine Kampagne, Insbesondere wenn nie reagiert wird, aber der Trend kontinuierlich i ndie gleiche Richtung weist?
So jedenfalls empfinde ich das, vor allem da die Fragen zum Szenario, das ich auch gerne ausgeschlossen wissen wollte und will, nie beantwortet werden.
Das einzige was man dazu bekommt sind eben solche aussagen, man solle nicht so pssimistisch sein. Wenig beruhigend.

Noch beuruhigender finde ich, wenn unwidersprochen die Aussage hier getroffen wird, dass Schröder und Blair das Problem erkannt hätten und deshalb eine zwar gescheiterte, aber eben ihre Politik gemacht hätten.

Denn das hieße ja, dass auch deren Beschwichtigungen glatt gelogen waren. Wie glaubwürdig sollen dann Appelle an das Vertrauen noch sein?
Sollen allein die langen Zeiträume rechtfertigen, was nicht zu rwechtfertigen ist?

H.

Genau das ist auch mein Problem

"doch wo fängt der Kampagnenjournalismsu an und wo endet er."

Genau das ist auch mein Problem und der Anlass für meinen letzten Absatz. Man erkennt es nicht mehr, da nicht zuletzt aufgrund dieser permanenten Hyperventilierens zumindest für mich das Ganze nur noch sehr schwer zu unterscheiden ist. Ich hatte mal die Faustregel, wenn etwas 1-2 Wochen extrem präsent war und danach keiner mehr davon redete, es künstliche Aufregung war. Das ist leider seit 2008 nur noch begrenzt anwendbar.

Journalismus sollte nachhaken, recherchieren, informieren. Leider tut er das kaum noch. Jüngstes Beispiel was mir in Erinnerung geblieben war:

Als vor einigen Wochen deutsche Staatsanleihen nicht vollständig "verkauft" werden konnten, titelten alle von mir besuchten (Online-)medien sinngemäß "Eurokrise spitzt sich zu: Anleger meiden jetzt sogar deutsche Staatsanleihen".

Einen Tag später dann brachte der Grund warum ich gern (Radio-)GEZ-Gebühren zahle (der DLF) ein paar Hintergründe:

1) ist das keine Seltenheit: deutsche Staatsanleihen werden aller paar Wochen auf den Markt geworfen und nicht immer komplett "verkauft"
2) Liegt die Verzinsung unter der Inflationsrate (also ein *richtig* gutes Geschäft sozusagen)

Kein Wort davon vorher irgendwo, hinterher auch nicht - war aber auch egal, da man ja irgendwo das nächste Fiasko verkünden konnte. Eigentlich sollte das für einen Journalisten leicht zu recherchieren sein, aber offenkundig besteht daran kein Interesse. Das meine ich mit Naysayer.

Auf ein Wort

ich empfehle die Lektüre des Wallstreet Journals.
http://blogs.wsj.com/weal...
und anderer amerikanischer Hintergrundinformationsseiten, über die auch hinsichtlich der organisierten Wirtschafts- und Politikkriminalitätsproblematiken der Bilderbergkonferenz, der Trilateralen Kommissionen und des Weltwirtschaftsgipfels von Herrn Schwab in Genf Aufschluss erlangt werden kann.

Aber das dürfte nur etwas für Bildzeitungsnichtleser und Infotainmentnichtkonsumenten sein.

Absolut richtig. Es ist ekelhaft, wie allerorten austerity measures durchgeprügelt werden und dem Volk eine jahrzehntelange Ära des Darbens prophezeit wird (natürlich auch in diesem Artikel), während hinter der Brandmauer einige wenige den ganzen Wohlstand abziehen, ab in die Offshore-Accounts, oder ihre "Ansprüche" gleich in hard assets umwandeln. Das haben sie schon die letzten Jahrzehnte über getan. Als Ersatz bekamen wir schöne Versprechungen, gedeckt von den neuen Finanzmarktinstrumenten. Alles Schein, Blasen, heiße Luft, einschließlich der Unkenrufe dieses und anderer Artikel, die nur den Abzockern und Bankstern dienen, die ja diejenigen sind, die diese Ära der Not und Entbehrung für die Völker durchsetzen wollen.

zuviel marx hat noch niemandem genützt

die umverteiler sind unterwegs und lechzen nur danach ihr teufelskolorit irgendwie nebenher anzubringen. gründe sind ja durchaus vorhanden. lmao..wer jetzt vermögenden an die taschen will, hat keinen respekt vor leistung vermögender und /oder derer vorfahren. das eigentumrecht wird wohl weiterbestehen, genauso wie die freiheitlich demokratische grundordnung

Beispiele bitte!

Eckbert (der Untertan) schrieb: "jetzt vermögenden an die taschen will, hat keinen respekt vor leistung vermögender und /oder derer vorfahren."

Welche Leistung rechtfertigt die Milliardenvermögen in der Hand deutscher Grafen und Industriebaronerben?
Das sind die Vermögen, die hinter den Banken stehen, die den Staaten das Geld leihen. Das sind die Vermögen, die ohne Leistung immer weiter wachsen und Schuld an der Krise haben.

hallo ecbert

"wer jetzt vermögenden an die taschen will, hat keinen respekt vor leistung vermögender"
es tut mir leid, diesen satz verstehe ich nicht.
"die vermögenden" es geht um millionaere,
haben einfach auf kosten von anderen ihr vermögen aufgehauft.
durch eigenarbeit ist dies leider nicht möglich.
wie kann ein db vorstand so viel geld verdienen ohne andere auszubeuten?
"clevernes (gerissenheit)" ist keine erlaubnis, andere mitmenschen auf mittelalterlicher art und weise auszubeuten.
oder leben wir in einer "unchristlichen" welt? ich frage mich sowieso, wo ist eigentlich die kirche? die ist wahrscheinlich so satt, das sie überhaupt nicht reagieren kann, oder ist ihr das sowieso sch.... egal.

wer hat denn außerdem kräftig profitiert?!

die leistungslosen Einkommensempfänger (Palavermentarier, Beamte, Hartz IV (diejenigen nur, die nie gearbeitet haben) Da besteht ja auch Wachstum ohne Ende! Mittlerweile gehören Beamte ja mit zu der bestverdienenden Berufs(?)gruppe. Es lebt sich halt gut von anderer Hände Arbeit. Wir leisten uns zu viel Spätrömische Dekadenz, auch in Form famoser Alimentierung unserer Politbeamten. MIt diesem zunehmend sinnlosen hochbezahlten Wasserkopf kann es kaum vorangehen.

Das ist richtig...

nur wohin geht denn der größte Teil dessen was umverteilt wird bzw. wie wird denn umverteilt?

Der Löwenanteil geht an Institutionen, die direkt vom Staat gefördert werden. Also soziale Einrichtungen, Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, Ökologie, Politik, Verwaltung, Banken Automobilindustrie. Überall wurden Arbeitsplätze subventioniert, die hoch oder sehr hoch dotiert sind. Da kann es kaum wundern, dass die sozialen Leistungen nur recht gering im Verhältnis zum sozialen Etat sind.
Genau da leben und arbeiten die relativ Reichen, deren realitver Reichtum durch ihre unerhörte Masse ein Mehrfaches der astronomischen Einkommen der Superreichen ausmacht ohne auch nur im geringsten dafür ein adäquates Risiko zu haben oder nachweisen zu müssen, das sie wirklich gebraucht werden oder einen Markt finden könnten.

H.

Wer sind die Umverteiler?

wenn Millionen arbeiten und deren Einkommen stagnieren oder sinken und zugleich die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft spürbar wächst wie in D., wird umverteilt. Es ist offensichtlich, dass sich die großen Vermögen auf Kosten der Mehrheit exorbitant vergrößern.
Die Statistiken dazu sind bekannt, das praktische Erleben von Otto Normalverbraucher beweist diese zur Genüge. In der Gegenwart murren viele, morgen werden sie möglicherweise knurren und übermorgen?
Sie können eine Bevölkerung dazu bringen, sich mit Wohlstandsverlusten abzufinden, wenn auch die wirklich Reichen spürbar zusätzlich (!) zur Kasse gebeten werden. Was aber nicht lange gut geht, ist die aktuell verfolgte Strategie auf Kosten der Mehrheit den großen Vermögen mit Hilfe von Dumping-Löhnen usw. exorbitante Vermögenszuwächse zu verschaffen. Umkehr ist nötig! Es wäre nicht das erste Mal, weder in D. noch anderswo, dass Situationen entstehen, die keiner sich wünscht - und niemand konkret voraussagen kann.

Beamte sind Spitzenverdiener...

daran ändert auch das vorhanden sein, von nicht so gut bezahlten Beamtenstellen wenig, vor allem da besonders diese ständig abgebaut werden.
In Minsterien werden unterhalb vom gehobenen Dienst kaum Menschen beschäftigt, auch wenn man mit A9 gerade mal kopieren gehen darf. Wobei dieser Dienstgrad in Kommunen schon fast das Endstadium der Karriere bedeutet.

Das Problem liegt in der ständig wachsenden Zahl der öffentlich Beschäftigten und den vielen überdotierten Wasserköpfen. Auch werden überflüssig gewordene Behörden nicht abgeschafft, sondenr Aufgaben geschaffen zum Stellenerhalt, Behördenleiter werden nach Anzahl ihrer Mitarbeiter bezahlt, so dass sie selbsti n Zeiten des Eisntellungsstops einen Anreiz hatten diesen zu Umgehen und auch umgangen haben.

In den Forstverwaltungen in NRW kommen auf einen fachkundigen Beamten im gehobenen Dienst manchmal sogar meherere Vorgesetzte aus dem höheren Dienst, meist Juristen, meist fachlich inkompetent, aber weisungsbefugt gegenüber dem fachausgebildeten "Förster" aus dem gehobenen Dienst. Abgeshen davon, das durch den Umweltschutz eine komplette Doppelverwaltung aufgebaut wurde, die um die Fachoheit kämpfen.

H.

Eine Frage der Perspektive

Das mit dem "Besserverdiener" ist eine Frage der Perspektive. Für manche (bzw. in machen Regionen) sind (mal irgendeine Zahl in den Raum gestellt) 3500eur brutto völlig normal (also kein "Besserverdiener"), andere träumen davon nur ("Besserverdiener"). Dazu darf man auch nicht die Arbeitsplatzsicherheit und die diversen Vergünstigungen (Pension, diverse Boni bei Versicherungen usw.) vergessen.

Der Wohlstandsgewinn der Reichen...

resultiert eher selten aus steigenden Gewinnen der Unternehmen.
Eine Umverteilung hin zu den Superreichen findet nicht auf diesem Wege statt.
Was den Reichtum bevorzugt ist die Form der Geldschöpfung über Staatskredite, weil die Vermögensanlagen durch Verknappung überproportional im Werte steigen und damit Besitz aus sich heraus Kredite schafft deren Verlustrisiko aus sozialen Gründen der Staat übernimmt.

Dem kommt man nicht mit klassischer Umverteilung bei, im Gegenteil begünstigt diese noch den Effekt.
Was wir brauchen ist ein Verlust an Renditeattraktivität von passiven Anlagen, also der Delegation von Verantwortung auf Manager, statt direkt selbst tätig zu werden. Da sind die "Verbraucherschutzmassnahmen" gegenüber der Vermittlung von Kapitalanlagen absolut kontraproduktiv, weil sie quasi eine Werterhaltungsgarantie für Vermögen beinhalten.
Denn jeder Fall, der zu einem Vermögensverlust führt und nicht dokumentiert wurde, führt zu einem Haftungsanspruch des "Geschädigten". Das ist institutioneller feudalistischer Irrsinn!

H.

Interessante Zeiten

"Warum sollen wir euch Europäern helfen? Ihr seid faul und verwöhnt, arbeitet zu wenig, bezahlt euch zu viel, vor allem habt ihr einen Sozialstaat geschaffen, den ihr euch schon lange nicht mehr leisten könnt."

Sehr bald wird der chinesische Offizielle auch feststellen, warum wir in Europa einen Sozialstaat geschaffen haben.
Damit keine Funken ins Pulverfaß fliegen.

Wenn China noch Europa als Absatzmarkt verliert, nachdem die USA ja schon wegbrechen, wird die chinesische Führung sehr bald nicht mehr genug Panzer haben, um gegen ihre eigenen Bürger vorzugehen. Und dann werden dem chinesischen Offiziellen seine markigen Worte wahrscheinlich im Halse stecken bleiben.

Es gibt einen chinesischen Fluch, der da lautet: 'Mögest du interessante Zeiten erleben.'

Wenn das so weitergeht, werden wir alle bald in seeeehr interessanten Zeiten leben.

Absatzmärkte

"Wenn China noch Europa als Absatzmarkt verliert, nachdem die USA ja schon wegbrechen, wird die chinesische Führung sehr bald nicht mehr genug Panzer haben, um gegen ihre eigenen Bürger vorzugehen"

Absatzmarkt?
Einkaufsmarkt!

30% der gesamten europäischen Automobilproduktion werden von Chinesen gekauft. Nur ein Beispiel.

Im Jahre 2011 hat der Exportweltmeister China MEHR importiert als exportiert.

China hat mit 1,4 Mrd Menschen den größten Binnenmarkt der Welt vor sich, der kaufkraftseitig auch nicht so verarmt ist, wie der Europäische.

Analysten schätzen, dass China in 5 Jahren eigene Autos der Premiumklasse bauen wird, Langstreckenflugzeuge und Industrieanlagen.

Dann wird aus dem Importeur ein Wettbewerber.

China exportiert im Vergleich zu Deutschland nur einen Bruchteil seines BSP. Aber in Deutschland kann sich ja kaum noch ein Deutscher deutsche Produkte leisten.

In wenigen Jahren wird der Chinese am abendlichen Fernseher das tun, was Bundesbürger heute tun:

Es wird in den Tagesnachrichten über soziale Unruhen, bankrotte Rentenkassen, Massenarbeitslosigkeit und Korruption in Europa hören und sehen ... und gemütlich in den Sessel furzen ("Armes Europa!So wenig Menschrechte!")

Horrido!

Das Problem ist, daß Ihnen und mir nicht 25% weniger...

...zur Verfügung stehen werden sondern eher 50%-60% weniger, wärend einer kleine Minderheit 100% mehr zugespielt wird.
Wir, die mit unserer Arbeit das System am Leben erhalten sind die Deppen die von denen, die von eben diesem System profitieren nach Strich und Faden ausgenommen werden.
Wir sollen bis 70 arbeiten, nehmen damit den Jungen den Arbeitsplatz weg und deren Möglichkeit sich ein Leben aufzubauen.
Und wenn wir dann erschöpft aus dem Hamsterrad fallen dürfen wir uns von der Pharmaindustrie, unseren letzten Cent auspressen lassen.
Die Politiker, die statt der Gemeinschaft zu dienen, Hand in Hand mit Banken und Industrie über uns herrschen(!) wollen uns einreden das es Deutschland gut geht und das der Rest der EU besser dran wäre es genauso zu machen.
Aber das stimmt nicht und es wird Zeit das "Deppen" die dieses System am laufen halten müssen, endlich aufwachen.