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Arabische Revolution

Gleich drei arabische Despoten hat es 2011 erwischt: Als erstes vertrieb in Tunesien das Volk den Diktator Ben Ali. Dann war Ägyptens Hosni Mubarak dran, zum Schluss Libyens Machthaber Muammar al-Gadhafi. Ali konnte gerade noch rechtzeitig nach Saudi-Arabien fliehen, Mubarak kam ins Gefängnis, Gadhafi wurde gleich nach der Gefangennahme von Rebellen erschossen.

Begonnen hatte alles vor einem Jahr mit der Selbstverbrennung eines Verzweifelten in Tunesien. Danach zog der Protest flächenbrandartig über Nordafrika Richtung Nahost. Im Jemen auf der arabischen Halbinsel unterschrieb Autokrat Salih erzwungenermaßen eine Abdankungsvereinbarung, in Syrien kämpft der Assad-Clan um die Macht, selbst am wohlhabenden Golf begehrte in Bahrain die schiitische Bevölkerungsmehrheit gegen das Herrscherhaus auf. Sämtliche Revolten richteten und richten sich gegen Unterdrückung und Korruption genauso wie gegen Armut und Arbeitslosigkeit.

Eine Ironie der Geschichte: Treibende Kraft der Aufstände waren bislang säkulare Gruppen. Die Religiösen hielten sich raus. Doch in Tunesien und Ägypten haben sie jetzt die ersten halbwegs freien Wahlen gewonnen. ( Steffen Richter )