Können die Flieger tatsächlich weiter von Tegel und Schönefeld aus fliegen?

Ja – heißt es heute. Der Umzug war zwar vorbereitet, ist aber jetzt sofort gestoppt worden. Die beiden Flughäfen könnten auch den für den neuen Flughafen geplanten Mehrverkehr aufnehmen, sagte Flughafenchef Schwarz. So seien die meisten der zusätzlichen Lufthansa-Flüge zeitlich so geplant, dass sie in Tegel in verkehrsschwächere Stunden fielen. Keiner der für den BER-Flughafen vorgesehenen Flüge müsse ausfallen, versprach Schwarz. Insider verweisen allerdings darauf, dass es in Tegel schon jetzt extrem eng sei; für Flugzeuge fehlten bereits heute Abstellmöglichkeiten.

Was sollen Passagiere tun?

Ob ein Flug ausfällt oder verschoben wird, weiß letztlich nur der Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft – und auch das erst in einigen Tagen, da diese erst am Dienstag mit der Überarbeitung der Flugpläne begonnen haben. Alle Fluggesellschaften haben Info-Hotlines (siehe Kasten). Wer seinen Flug direkt bei Air Berlin, Lufthansa oder Easyjet gebucht hat, könnte theoretisch ein Problem bekommen. "Wenn die Fluggesellschaft mindestens zwei Wochen vor dem Abflug den Flug annulliert, muss sie nur das Geld für den Flug erstatten", sagt Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Schadensersatzansprüche bestünden nicht, da nicht die Fluggesellschaft schuld sei. Auch eine Reiserücktrittsversicherung hilft nicht. Im schlechtesten Fall müsste man einen neuen Flug buchen, der kurzfristig meist teurer ist. Bessere Karten hat, wer über einen Reiseveranstalter gebucht hat – meist sind das Pauschalreisen. "Der Reiseveranstalter ist in der Pflicht, dass der Reisevertrag erfüllt wird", sagt Verbraucherschützerin Fischer-Volk. Die Reiseveranstalter sorgen dann für neue Flüge, geben Karten für die Bahn aus, organisieren Busse und Übernachtungen.

Erschienen im Tagesspiegel