IndienIm Teestaat Assam brennen die Dörfer

Eingeborene gegen zugewanderte Muslime: Nordostindien wird von einer Gewaltwelle erschüttert. 170.000 Menschen sind auf der Flucht.

Brennende Hütten eines Dorfes naha Kokrajhar.

Brennende Hütten eines Dorfes naha Kokrajhar.

Im Westen ist der indische Bundesstaat Assam vor allem für seinen Tee bekannt, der in die ganze Welt exportiert wird. Doch nun wird die Region mit ihren sattgrünen Teeplantagen, die auch bei Touristen beliebt ist, seit Tagen von blutigen Unruhen erschüttert. Die Zahl der Toten stieg am Mittwoch auf mehr als 40. Rund 170.000 Menschen sind in Notcamps geflohen.

Bei den Kämpfen stehen sich Eingeborene der Bodo-Volksgruppe und zugewanderte Muslime gegenüber. Nach Medienangaben wurden 13.000 Soldaten in die Krisenregion entsandt, um die Gewalt einzudämmen. In den betroffenen Bezirken wurde eine Ausgangssperre verhängt. Die Soldaten haben Befehl, auf Unruhestifter zu schießen. Sie konnten aber nicht verhindern, dass am Mittwoch neue Kämpfe ausbrachen.

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Bewaffnet mit Gewehren, Macheten, Knüppeln und Steinen sollen Männer der verfeindeten Gruppen nach Medienberichten aufeinander losgehen, Dörfer in Brand stecken und sich Gefechte mit der Polizei liefern. "Niemand hält sich an die Ausgangssperre", sagte ein Polizist Reportern. "Wir versuchen unser Bestes, die Lage unter Kontrolle zu bekommen", hieß in der Polizeibehörde.

Gewalttäter attackieren auch Eisenbahnzüge

500 Dörfer sollen inzwischen niedergebrannt sein. In aller Eile wurden 125 Notcamps eingerichtet. "Wir sind um unser Leben gerannt", erzählte Ronila, Mutter zweier Kinder, Reportern. Ein Lokalpolitiker sprach von einem "Flächenbrand ungekannten Ausmaßes".

Ihren Anfang hatte die Gewalt am Freitag im Bezirk Kokrajhar nahe der Grenze zu Bangladesch genommen. Inzwischen hat sie auf die Bezirke Chirang, Dhubri und Bongaigaon übergegriffen. Gewalttäter attackierten auch Züge und blockierten Bahngleise. Assam war weitgehend abgeschnitten, 25.000 Menschen sollen auf Bahnhöfen festsitzen. Der Teestaat mit seinen 31 Millionen Einwohnern liegt im Nordosten Indiens und grenzt an China, Birma, Bangladesch und Bhutan an. Mit dem Rest Indiens ist er nur durch einen schmalen Korridor verbunden, der "Hühnerhals" genannt wird. Die Region, die 200 ethnische Gruppen und Stämme beherbergt, ist seit Indiens Unabhängigkeit im Jahr 1947 ein Unruheherd. Über Jahre kämpften dort Separatistengruppen für Autonomie von Indien.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv. Danke, die Redaktion/lv

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    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich bezogen, wurde inzwischen entfernt. Danke, die Redaktion/lv

    Entfernt, die Redaktion/fk.

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    Entfernt, die Redaktion/fk.

  3. "Eingeborene gegen zugewanderte Muslime: Nordostindien wird von einer Gewaltwelle erschüttert. 170.000 Menschen sind auf der Flucht."

    Ich dachte, das Wort "Eingeborene" ist ein Relikt aus längst vergangenen Tagen...

    [...]

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/mk

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    Entfernt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Thema sachlich. Danke, die Redaktion/lv

    Ich hatte denselben Gedanken wie Sie, als ich den Artikel las. Nach einigem Nachdenken bin ich zu dem Schluß gekommen, daß der Begriff einfacher und treffender ist, als vieles, was in Debatten über Migration und Integration verwendet wird. Wenn Muslime nach Indien einwandern, treffen sie auf Eingeborene. Auf wen treffen Muslime, die nach Deutschland einwandern? "Bio-Deutsche", "autochthone Bevölkerung" etc. Was für ein Krampf. Eingeborene natürlich!

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/lv

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    Ich hatte denselben Gedanken wie Sie, als ich den Artikel las. Nach einigem Nachdenken bin ich zu dem Schluß gekommen, daß der Begriff einfacher und treffender ist, als vieles, was in Debatten über Migration und Integration verwendet wird. Wenn Muslime nach Indien einwandern, treffen sie auf Eingeborene. Auf wen treffen Muslime, die nach Deutschland einwandern? "Bio-Deutsche", "autochthone Bevölkerung" etc. Was für ein Krampf. Eingeborene natürlich!

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  4. Ich denke, das sind einfach die Vorboten des Frühlings dort. Das sollten wir unterstützen.

    5 Leserempfehlungen
  5. 5. [...]

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    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Eingeborene"
  6. 6. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und verzichten Sie auf Aussagen, die lediglich der Provokation dienen. Die Redaktion/lv

  7. Ich hatte denselben Gedanken wie Sie, als ich den Artikel las. Nach einigem Nachdenken bin ich zu dem Schluß gekommen, daß der Begriff einfacher und treffender ist, als vieles, was in Debatten über Migration und Integration verwendet wird. Wenn Muslime nach Indien einwandern, treffen sie auf Eingeborene. Auf wen treffen Muslime, die nach Deutschland einwandern? "Bio-Deutsche", "autochthone Bevölkerung" etc. Was für ein Krampf. Eingeborene natürlich!

    11 Leserempfehlungen
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    Und Muslime, die hier geboren sind? Und Konvertiten?

    Und Muslime, die hier geboren sind? Und Konvertiten?

  8. 8. [...]

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    14 Leserempfehlungen
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    - again.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    großartigen Beitrag forderte die Foristin die Eingeborenen Assams zu mehr Willkommenskultur auf. Sehr, sehr schön.

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    großartigen Beitrag forderte die Foristin die Eingeborenen Assams zu mehr Willkommenskultur auf. Sehr, sehr schön.

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