Während andere Parteien noch über eine Frauenquote debattieren, bezeichnet sich die Piratenpartei als postgender.  

Der Postgenderismus will alle Geschlechterfragen hinter sich lassen und die Kategorien Frau und Mann überwinden. Auf Dokumenten wie Ausweispapieren soll das Geschlecht einer Person nicht genannt werden. Kinder sollen einen Namen erhalten dürfen, der nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht. Ein Mädchen könnte zum Beispiel den Namen Heinz bekommen. Die freie Wahl der sexuellen Identität soll zum Standard werden.

Das alles mutet weltfremd an und geht meiner Meinung nach zu weit. Erst mal sollten die derzeitigen Probleme bei der Gleichberechtigung gelöst werden. Denn es gibt immer noch zu wenige Frauen in Aufsichtsräten. Männer bekommen immer noch höhere Löhne für die gleiche Arbeit. Postgenderisten wollen diese Diskriminierung einfach ignorieren, statt Lösungen vorzuschlagen.

Würden sich die Postgenderisten durchsetzen, käme das einer sexuellen Revolution gleich, deren Ausgang völlig ungewiss ist. Sie träumen von einer androgynen Gesellschaft, in der das Beste von beiden Geschlechtern zusammenkommt. Nur wären beide biologischen Geschlechter dann wirklich gleichberechtigt? Würde sich nicht eines der Geschlechter durchsetzen?

Die Piratenpartei liefert selbst eine Antwort: Sie führt zwar offiziell keine Geschlechterstatistiken, weist aber vermutlich den geringsten Frauenanteil unter den existierenden Parteien auf – kein erfreulicher Umstand für eine basisdemokratische Postgender-Partei.

Wo Postgender anfängt, hört es vermutlich auch gleich wieder auf. Würden Männer auf Unisex-Toiletten nicht weiterhin die Pissoirs benutzen wollen? Wie viele Eltern würden ihrem männlichen Baby tatsächlich einen weiblichen Namen geben? Und wie nennen sich eigentlich Mitglieder der Piratenpartei, wenn es das geschlechterspezifische Pirat und Piratin nicht mehr geben würde?