Die Idee einer Postgender-Welt ist realitätsfern, schreibt Leserin Anja Grabs. Selbst in einer Welt ohne Geschlechter würde es Diskriminierung geben.
Während andere Parteien noch über eine Frauenquote debattieren, bezeichnet sich die Piratenpartei als postgender.
Der Postgenderismus will alle Geschlechterfragen hinter sich lassen und die Kategorien Frau und Mann überwinden. Auf Dokumenten wie Ausweispapieren soll das Geschlecht einer Person nicht genannt werden. Kinder sollen einen Namen erhalten dürfen, der nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht. Ein Mädchen könnte zum Beispiel den Namen Heinz bekommen. Die freie Wahl der sexuellen Identität soll zum Standard werden.
Das alles mutet weltfremd an und geht meiner Meinung nach zu weit. Erst mal sollten die derzeitigen Probleme bei der Gleichberechtigung gelöst werden. Denn es gibt immer noch zu wenige Frauen in Aufsichtsräten. Männer bekommen immer noch höhere Löhne für die gleiche Arbeit. Postgenderisten wollen diese Diskriminierung einfach ignorieren, statt Lösungen vorzuschlagen.
Würden sich die Postgenderisten durchsetzen, käme das einer sexuellen Revolution gleich, deren Ausgang völlig ungewiss ist. Sie träumen von einer androgynen Gesellschaft, in der das Beste von beiden Geschlechtern zusammenkommt. Nur wären beide biologischen Geschlechter dann wirklich gleichberechtigt? Würde sich nicht eines der Geschlechter durchsetzen?
- Leserartikel auf ZEIT ONLINE
ZEIT ONLINE präsentiert regelmäßig ausgewählte Leserartikel, die unsere eigenen Inhalte um zusätzliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Sichtweisen bereichern. Vor der Veröffentlichung nehmen wir mit den Autoren Kontakt auf und sprechen über den Text, anschließend wird der Leserartikel von uns redigiert und bebildert. Auch bei Leserartikeln, die unter Pseudonym veröffentlicht wurden, kennt die Redaktion Namen und Anschrift des Autors. Alle weiteren Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.
- Leserartikel schreiben
-
Welches Thema brennt Ihnen schon seit Längerem auf der Seele? Was freut, ärgert oder verwundert Sie? Welches Buch, welche Musik oder welchen Film würden Sie gerne einmal auf ZEIT ONLINE rezensieren? ZEIT ONLINE freut sich auf Ihren Leserartikel. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie alle wichtigen Hinweise, wie Sie beim Verfassen Ihres eigenen Artikels für ZEIT ONLINE vorgehen sollten.
- Der ZEIT-ONLINE-Wald
-
© BeneA / photocase.comAls symbolisches Dankeschön pflanzen wir für jeden Leserartikel, den wir veröffentlichen, einen Baum. Dabei arbeiten wir mit iplantatree.org zusammen. Zum Start des neuen Leserartikel-Projekts haben wir schon 1000 Bäume in Berlin Friedrichshagen gepflanzt und hoffen, dass daraus im Lauf der Jahre ein ganzer ZEIT-ONLINE-Wald wird. Mehr Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.
Die Piratenpartei liefert selbst eine Antwort: Sie führt zwar offiziell keine Geschlechterstatistiken, weist aber vermutlich den geringsten Frauenanteil unter den existierenden Parteien auf – kein erfreulicher Umstand für eine basisdemokratische Postgender-Partei.
Wo Postgender anfängt, hört es vermutlich auch gleich wieder auf. Würden Männer auf Unisex-Toiletten nicht weiterhin die Pissoirs benutzen wollen? Wie viele Eltern würden ihrem männlichen Baby tatsächlich einen weiblichen Namen geben? Und wie nennen sich eigentlich Mitglieder der Piratenpartei, wenn es das geschlechterspezifische Pirat und Piratin nicht mehr geben würde?






"Sie führt zwar offiziell keine Geschlechterstatistiken, weist aber vermutlich den geringsten Frauenanteil unter den existierenden Parteien auf – kein erfreulicher Umstand für eine eine basisdemokratische Postgender-Partei."
... das liegt bestimmt allein daran, dass sie eine Postgenderpartei sind.
Nur in einer Welt ohne Kinder und folglich auch ohne Zukunft ist es egal, ob jemand eine Frau oder ein Mann ist.
Die Debatte über "postgender" zeigt, wie weit wir auf dem Weg zu einer solchen Gesellschaft schon sind!
PS: Es gibt keinen Grund, weshalb eine Partei (in etwa) gleich viele männliche und weibliche Mitglieder haben sollte.
Ich weise darauf hin, dass der Begriff "Gender" nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat. Wenn Sie unter dieser Berücksichtigung immer noch der gleichen Meinung sind, dann müssten Sie mir diesen Satz erklären: "Nur in einer Welt ohne Kinder und folglich auch ohne Zukunft ist es egal, ob jemand eine Frau oder ein Mann ist.
Den verstehe ich nämlich nicht.
Ich weise darauf hin, dass der Begriff "Gender" nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat. Wenn Sie unter dieser Berücksichtigung immer noch der gleichen Meinung sind, dann müssten Sie mir diesen Satz erklären: "Nur in einer Welt ohne Kinder und folglich auch ohne Zukunft ist es egal, ob jemand eine Frau oder ein Mann ist.
Den verstehe ich nämlich nicht.
naja bis auf Piraten-bashing gibt der Artikel nicht viel her.
"Kinder sollen einen Namen erhalten dürfen, der nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht."
Es gibt Namen die von der Natur aus vorgesehen sind? lol. Nur mal zum Beispiel, dass alles kulturell und sozial konstruiert ist (was gut oder schlecht sein kann): Früher stand die Farbe rot/pink für Männlichkeit und die Farbe blau für Weiblichkeit. (gibt es z.B. auch einen Artikel in der aktuellen GEO)
"Würden Männer auf Unisex-Toiletten nicht weiterhin die Pissoirs benutzen wollen?" ja würden sie. und?
Und der Postgenderismus würde nicht die Geschlechter aufheben. Er würde einfach den Zwang einer Heteronormativen Welt ein bisschen schwammiger machen und viele Vorurteile entschärfen. Wie vielen Menschen wäre dadurch geholfen?
Wenn Männer Unisextoiletten als Pissoir benutzen, dürfen das dann auch Frauen?
Wobei ich das tatsächlich gar nicht als so großes Problem sehen würde, man muß nur eben im gesamten "öffentlichen Raum" die Sitz-Toiletten konsequent durch solche ersetzen, auf denen man steht (wie es früher in Frankreich und auch heute noch in Japan üblich ist).
Sitztoiletten gibt's dann nur für Personen, die auch sozial eingebunden sind, d.h. die selbst vor ihren Mitmenschen dafür geradestehen müssen, wie die Toilette aussieht, wenn sie sie verlassen.
MGv Oyamat
Verstehe jetzt auch gerade nicht, wo nun das Problem an Pissoirs sein soll. Frauen werden ja auch wahrscheinlich weiterhin die Hygiene-Beutel benutzen wollen und ich weiß nicht, warum man es ihnen verbieten wollen sollte...
Wenn Männer Unisextoiletten als Pissoir benutzen, dürfen das dann auch Frauen?
Wobei ich das tatsächlich gar nicht als so großes Problem sehen würde, man muß nur eben im gesamten "öffentlichen Raum" die Sitz-Toiletten konsequent durch solche ersetzen, auf denen man steht (wie es früher in Frankreich und auch heute noch in Japan üblich ist).
Sitztoiletten gibt's dann nur für Personen, die auch sozial eingebunden sind, d.h. die selbst vor ihren Mitmenschen dafür geradestehen müssen, wie die Toilette aussieht, wenn sie sie verlassen.
MGv Oyamat
Verstehe jetzt auch gerade nicht, wo nun das Problem an Pissoirs sein soll. Frauen werden ja auch wahrscheinlich weiterhin die Hygiene-Beutel benutzen wollen und ich weiß nicht, warum man es ihnen verbieten wollen sollte...
aber mir scheint als hätten sie kein bisschen verstanden um was es bei "Postgenderismus" geht.
"... weist aber vermutlich den geringsten Frauenanteil unter den existierenden Parteien auf – kein erfreulicher Umstand für eine eine basisdemokratische Postgender-Partei."
Heißt das jetzt, dass man einen Teil der Männer herausschmeißen muss oder Frauen zwingen muss Mitglied zu werden?
Übrigens ist bei allen halbwegs bekannten Parteien der Frauenanteil unter 50% (~ 20%-40%).
Ist das jetzt schlecht, und wenn ja wer ist schuld? Die zuvielen Männer oder die zuwenigen Frauen?
...benützen wollen?
Das kann ich mit einem ganz klarem JA beantworten und spreche für die absolute Mehrheit der Männer.
Wenn etwas praktisch ist wozu ändern?
Und wenn wir warten bis "die derzeitigen Probleme bei der Gleichberechtigung gelöst werden" wirds noch mal 200 Jahre dauern.
Das könnte mir als Mann zwar recht sein, aber als Vater von zwei Töchtern eben nicht.
Postgenderismus ist eine Idee (von vielen) und ich höre zumindest zu, bevor ich die Tür zu knall.
Wenn Männer Unisextoiletten als Pissoir benutzen, dürfen das dann auch Frauen?
Wobei ich das tatsächlich gar nicht als so großes Problem sehen würde, man muß nur eben im gesamten "öffentlichen Raum" die Sitz-Toiletten konsequent durch solche ersetzen, auf denen man steht (wie es früher in Frankreich und auch heute noch in Japan üblich ist).
Sitztoiletten gibt's dann nur für Personen, die auch sozial eingebunden sind, d.h. die selbst vor ihren Mitmenschen dafür geradestehen müssen, wie die Toilette aussieht, wenn sie sie verlassen.
MGv Oyamat
Wo steht das geschrieben? Ich konnte den Begriff im https://wiki.piratenparte... Parteiprogramm nicht finden.
Auf LQFB findet sich dazu auch eine Initiative https://lqfb.piratenparte...
Das Ergebnis ist recht eindeutig.
Der Artikel ist meiner Meinung eine stümperhafte Zusammenfügung von haltlosen Behauptungen, ein typisches Piratenbashing eben. Denn wenn die Piraten wirklich Postgender sein sollten, warum sollte dann eine geringe Frauenquote ein Problem darstellen? Das widerspricht sich doch dann de facto selbst. Denn wenn das Geschlecht egal ist, ist es dann nicht egal ob männlein oder weiblein?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren