China : In der Stille der Einsiedelei

Sie haben sich für die absolute Ruhe entschieden, wollen in der Vormoderne leben: Die Eremiten in den chinesischen Zhongnan-Bergen. Fotos aus dem Leben der Einsiedler

Die Zhongnan-Berge im Herzen Chinas gehörten in den Zeiten der Kaiserreiche zu den Sehnsuchtsorten des spirituellen Lebens. 800 Jahre ist es her, dass dort die ersten daoistischen Mönche als Eremiten hinzogen. Heute, in Zeiten der Geschwindigkeit, der Industrialisierung, der Massenkommunikation, werden die Einsiedler wieder bewundert. Die Region ist geschichtsträchtig, bis zu den alten Kaiserstädten Xian und Chang'an ist es nicht allzu weit. Die Fotografin Monika Höfler hat in der Provinz Shaanxi die Einsiedler der Zhongnan-Berge fotografiert.

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Kommentare

20 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Innere Einsiedelei

Jeden Tag gehe ich wie zig Millionen anderer Menschen auch für ein, zwei Stunden oder mehr in die innere Einsiedelei, die innere Abgeschiedenheit des Dao, des Selbst, unsere Buddha- oder Christusnatur, Samadhi.
Auch wenn man in der Welt sehr aktiv ist, kann man sehr leicht in den Zustand der Nichtidentifikation des Selbstes, in die Transzendenz, jenseits aller Gedanken und Konzepte gehen. Transzendenz zu verwirklichen ist das Leichteste und Natürlichste, was es gibt.
Diese Bilder sind sehr anrührend und inspirieren vielleicht viele Andere hier und jetzt, in die innere Essenz des Menschseins, in das Himmelreich Gottes einzutauchen, DAS zu realsieren, eins zu werden mit DEM, was wir in Wahrheit sind... Danke!

widersprüchliche Empfindungen

Dort ist es noch möglich, die Einsiedelei - fernab von Werturteilen, die unseren Blick auf die Umwelt hier und jetzt trüben. Dort wirst du noch nicht verfolgt vom alles vergemeinschaftenden, klassifizierenden, kategorisierenden, disziplinierenden namenlosen Ungeheuer des ewig Zeitgemäßen. Dort bedeutet Rückzug nicht zugleich eine Stellungnahme zu den Themen der Zeit - doch das ist auch ein Luxus: China tut gut daran, nicht wie Europa den Fehler zu machen, diesen Luxus aufzugeben und den Menschen in eine Gesellschaft zu zerren, die er nicht will. Einsiedelei ist nur möglich in einer Welt ohne Holocaust und ohne Ideologie. Alles andere erfordert Stellungnahme. - Nur wie soll das vereinbar sein, Einsiedelei und eine Haltung zu den hier und jetzt drängenden öffentlichen Problemen?

Anmerkung: Diesen Kommentar haben wir wieder hergestellt. Danke, die Redaktion/ds

Zensur und so.

"Ich kann dem "Philosophen und Weisen schlechthin" nur zustimmen: Es gibt in Deutschland keine Zeitung, die derartig dogmatisch und in Grundrechte eingreifend zensiert, wie die angeblich liberale ZEIT."

Unsinn. Mal versucht, Kritisches (sowohl im Sinne von Kritik als auch im Sinne von Grenzwertigkeit) im Forum von Spiegel Online zu posten? Da erscheinen dann die Beiträge gar nicht erst - Stichwort Vorzensur. Und keiner außer dem Verfasser des Beitrags merkts. Da ist die Herangehensweise der ZEIT doch wesentlich ehrlicher. Und mal bei der WELT gewesen? Da können Sie lernen, was selektive, weltbildgeprägte Zensur bedeutet.

@gruener salon

Sie haben wahrscheinlich nicht unsere Kommentare gelesen. Es bestand kein Grund zur Löschung. Und jetzt sehen Sie sich dieses Chaos an. So kann ein freundschaftliches Fußballspiel aus dem Ruder laufen, nur weil ein Schiedsrichter Freude daran hat, völlig unverhältnismäßig die rote Karte zu zücken.

So fühlt man sich wie ein Volldepp, dem die Mündigkeit für das Kommentieren abgesprochen wird. Oder wie ein schlechter Mensch, der es wagt, bei so etwas Unschuldigem wie einem Fotoband kritische Kommentare zu schreiben. Man ist schon ein recht verdorbenes Wesen.

Das jedenfalls, was ich wohl empfinden soll.