China:
In der Stille der Einsiedelei
Die Zhongnan-Berge im Herzen Chinas gehörten in den Zeiten der Kaiserreiche zu den Sehnsuchtsorten des spirituellen Lebens. 800 Jahre ist es her, dass dort die ersten daoistischen Mönche als Eremiten hinzogen. Heute, in Zeiten der Geschwindigkeit, der Industrialisierung, der Massenkommunikation, werden die Einsiedler wieder bewundert. Die Region ist geschichtsträchtig, bis zu den alten Kaiserstädten Xian und Chang'an ist es nicht allzu weit. Die Fotografin Monika Höfler hat in der Provinz Shaanxi die Einsiedler der Zhongnan-Berge fotografiert.
- Datum 03.12.2012 - 15:40 Uhr
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Jeden Tag gehe ich wie zig Millionen anderer Menschen auch für ein, zwei Stunden oder mehr in die innere Einsiedelei, die innere Abgeschiedenheit des Dao, des Selbst, unsere Buddha- oder Christusnatur, Samadhi.
Auch wenn man in der Welt sehr aktiv ist, kann man sehr leicht in den Zustand der Nichtidentifikation des Selbstes, in die Transzendenz, jenseits aller Gedanken und Konzepte gehen. Transzendenz zu verwirklichen ist das Leichteste und Natürlichste, was es gibt.
Diese Bilder sind sehr anrührend und inspirieren vielleicht viele Andere hier und jetzt, in die innere Essenz des Menschseins, in das Himmelreich Gottes einzutauchen, DAS zu realsieren, eins zu werden mit DEM, was wir in Wahrheit sind... Danke!
...Eremitin dabei?
Dort ist es noch möglich, die Einsiedelei - fernab von Werturteilen, die unseren Blick auf die Umwelt hier und jetzt trüben. Dort wirst du noch nicht verfolgt vom alles vergemeinschaftenden, klassifizierenden, kategorisierenden, disziplinierenden namenlosen Ungeheuer des ewig Zeitgemäßen. Dort bedeutet Rückzug nicht zugleich eine Stellungnahme zu den Themen der Zeit - doch das ist auch ein Luxus: China tut gut daran, nicht wie Europa den Fehler zu machen, diesen Luxus aufzugeben und den Menschen in eine Gesellschaft zu zerren, die er nicht will. Einsiedelei ist nur möglich in einer Welt ohne Holocaust und ohne Ideologie. Alles andere erfordert Stellungnahme. - Nur wie soll das vereinbar sein, Einsiedelei und eine Haltung zu den hier und jetzt drängenden öffentlichen Problemen?
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