Interview: "84 Prozent nahmen das Korruptionsangebot an"
Sind Männer bestechlicher als Frauen? Und wie untersucht man etwas, über das niemand spricht? Das erklärt die Korruptionsforscherin Tanja Rabl im Interview.
ZEIT ONLINE: Frau Rabl, Sie untersuchen, wie es dazu kommt, dass Unternehmensmitarbeiter korrupt werden. Dazu gibt es in Deutschland nur wenige Studien. Warum?
Tanja Rabl: In der Betriebswirtschaftslehre ist Korruption immer noch ein Randthema, weil man sie nur sehr schwer empirisch untersuchen kann. Menschen verheimlichen bestechliches Verhalten ja möglichst. Wenn man sie direkt dazu befragt, geben sie eher das an, was sozial erwünscht ist.
ZEIT ONLINE: Wie forschen sie dann?
Rabl: Für eine Studie mit 196 Teilnehmern habe ich zum Beispiel ein Unternehmensplanspiel durchgeführt, in dem die Probanden sich entscheiden mussten, ob sie ein Korruptionsangebot annehmen oder nicht.
Die Leute merkten gar nicht, dass sie korrupt waren
ZEIT ONLINE: Wie lief das genau ab?
Rabl: Eine typische Situation war zum Beispiel diese: Der Teilnehmer schlüpft in die Rolle des Vertriebsleiters eines Unternehmens, das Fahrräder herstellt. Ein langjähriger Geschäftspartner ruft an, die beiden plaudern freundschaftlich. Plötzlich schlägt der Anrufer einen Deal vor: Er vergibt einen Auftrag an das Unternehmen, zum Ausgleich soll der Versuchsteilnehmer ihm ein teures Fahrrad schenken.
- Korruption
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Bisher erschienen in der Korruptionsserie von ZEIT ONLINE:
ZEIT ONLINE: Wie reagierten die Probanden auf solche Versuchungen?
Rabl: 84 Prozent haben das Korruptionsangebot akzeptiert.
ZEIT ONLINE: Waren Sie erschrocken darüber, dass es so viele waren?
Rabl: Ich war vor allem erstaunt, weil den meisten anscheinend gar nicht bewusst war, dass es sich überhaupt um ein Korruptionsangebot handelte.
Geldsorgen spielen keine große Rolle
ZEIT ONLINE: Spielt es eine große Rolle, ob jemand Geldsorgen hat oder unter starkem Zeit- oder Leistungsdruck steht, wenn er solche Entscheidungen treffen muss?
Die Korruptionsforscherin Dr. Tanja Rabl (31) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bayreuth am Lehrstuhl Personalwesen und Führungslehre. Die studierte Psychologie berät Unternehmen, wie sie Korruption entgegenwirken können.
Rabl: Diese Vermutung liegt nahe. In meiner Studie erwiesen sich solche Kriterien aber nicht als sonderlich relevant. Ob jemand in einer finanziellen Notsituation korrupt handelt, hängt von drei Faktoren ab: Erstens von der persönlichen Einstellung, also wie derjenige korruptes Handeln bewertet. Zweitens vom Umfeld, wie stehen zum Beispiel die Kollegen zu Korruption? Der dritte Faktor ist die wahrgenommene Kontrolle, das heißt wie hoch derjenige das Risiko einschätzt, entdeckt und bestraft zu werden. Unter starkem Zeitdruck etwa wird die Einstellung des Umfelds also eher noch wichtiger für den Entscheidungsprozess.
ZEIT ONLINE: Stimmt es, dass Männer korrupter sind als Frauen?
Rabl: Die bisherigen Studien zeigen zwar: Der typische korrupte Akteur ist männlich. Das heißt aber nicht, dass Frauen die besseren Menschen sind. Es liegt einfach daran, dass Männer in Managementpositionen überrepräsentiert sind. In experimentellen Versuchen zeigt sich, dass Frauen und Männer unter vergleichbaren Bedingungen eine ähnliche Korruptionsneigung aufweisen.





verursacht schaden
geschädigt wurde hier erstmal das fahräderproduzierende unternehmen
der langjährige geschäftspartner währe kein solcher würde er nicht sowieso ordern
das verschenkte rad fehlt
ob sie den schaden in erstellungskosten oder verkaufswert rechnen ist da schon nurnoch fußnote
untreue
nennt sich so was
das der vertriebsleiter davon nichts hatte müsste er in der realität erstmal nachweisen und sollte ihm dies gelingen würde seine entlassung halt mit dämlichkeit begründet
Man sollte dem "Schaden" dann aber fairerweise auch den Nutzen gegenüberstellen: Ohne das verschenkte Fahrrad wäre der Deal möglicherweise nicht zustande gekommen.
Ich finde das Beispiel reichlich an den Haaren herbeigezogen. Die Autoren scheinen nicht sonderlich viel von der Realität in Unternehmen mitzubekommen. Ich kenne Firmen, bei denen gehen in der Vorweihnachtszeit palettenweise "Geschenke" von Lieferanten ein, z. B. hochwertige Lebensmittel (Champagner, Trüffel, Kaffees) - alles natürlich aus reiner Freude am Schenken. Es ist doch Gang und Gäbe, daß man den Geschäftspartner bei Laune hält, nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere. Und - man verzeihe mir diese liberalistische Anwandlung - ich sehe auch nichts Verwerfliches darin, solange beide, Schenkender und Beschenkter, etwas davon haben. Ich würde sowas als freundschaftliches Verhalten bezeichnen, nicht als Korruption.
Man sollte dem "Schaden" dann aber fairerweise auch den Nutzen gegenüberstellen: Ohne das verschenkte Fahrrad wäre der Deal möglicherweise nicht zustande gekommen.
Ich finde das Beispiel reichlich an den Haaren herbeigezogen. Die Autoren scheinen nicht sonderlich viel von der Realität in Unternehmen mitzubekommen. Ich kenne Firmen, bei denen gehen in der Vorweihnachtszeit palettenweise "Geschenke" von Lieferanten ein, z. B. hochwertige Lebensmittel (Champagner, Trüffel, Kaffees) - alles natürlich aus reiner Freude am Schenken. Es ist doch Gang und Gäbe, daß man den Geschäftspartner bei Laune hält, nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere. Und - man verzeihe mir diese liberalistische Anwandlung - ich sehe auch nichts Verwerfliches darin, solange beide, Schenkender und Beschenkter, etwas davon haben. Ich würde sowas als freundschaftliches Verhalten bezeichnen, nicht als Korruption.
den konjunktiv auch einfach weglassen
stimmte dann komplett
wobei koruption nicht allgegenwärtig ist
es giebt auch solche die wg namen, qualitäten oder preis sowas nicht nötig haben
Man sollte dem "Schaden" dann aber fairerweise auch den Nutzen gegenüberstellen: Ohne das verschenkte Fahrrad wäre der Deal möglicherweise nicht zustande gekommen.
Ich finde das Beispiel reichlich an den Haaren herbeigezogen. Die Autoren scheinen nicht sonderlich viel von der Realität in Unternehmen mitzubekommen. Ich kenne Firmen, bei denen gehen in der Vorweihnachtszeit palettenweise "Geschenke" von Lieferanten ein, z. B. hochwertige Lebensmittel (Champagner, Trüffel, Kaffees) - alles natürlich aus reiner Freude am Schenken. Es ist doch Gang und Gäbe, daß man den Geschäftspartner bei Laune hält, nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere. Und - man verzeihe mir diese liberalistische Anwandlung - ich sehe auch nichts Verwerfliches darin, solange beide, Schenkender und Beschenkter, etwas davon haben. Ich würde sowas als freundschaftliches Verhalten bezeichnen, nicht als Korruption.
aber diese unternehmensfremden produkte die sich die besitzer derselben um die ohren hauen bedeuten meist ja nur das man den anderen als gleichwertig betrachtet, und ihn bei nächster gelegenheit für ne markfufzich übern tisch zu ziehen während man ihm mit haifischlächeln und dem geschenkten schampus zu-prostet
aber diese unternehmensfremden produkte die sich die besitzer derselben um die ohren hauen bedeuten meist ja nur das man den anderen als gleichwertig betrachtet, und ihn bei nächster gelegenheit für ne markfufzich übern tisch zu ziehen während man ihm mit haifischlächeln und dem geschenkten schampus zu-prostet
Da wird 'Korruption' diskutiert und analysiert - dabei ist es doch integraler Bestandteil dieser vielgepriesenen Marktwirtschaft: Sich einen Vorteil zu verschaffen, egal mit welchen Mitteln.
An den richtigen Gaunermethoden - zB der Werbepsychologie - wird geflissentlich vorbeigeschaut.
Wenn der Vertreter für den Auftrag ein Fahrrad bekommt - na schön. Die Sauerei sitzt doch da, wo dem Kunden Zeugs aufgeschwatzt wird, was er gar nicht braucht und das mit allen fiesen Tricks (Artikel dazu siehe auch in der ZEIT).
Diese Korruptionsdebatte ist blanke Heuchelei, die die diversen wahren Abgründe des Wirtschaftssystems schön kaschiert.
taucht ein rabat in den büchern auf bedeuted das im endefekt einen höheren gewinn = mehr steuern
bei entnahme währen ebenfals steuern fällig etc
beim liefernden unternehmen, dem rabatgeber dagegen fällt weniger gewinn ab, weshalb dem steuerzahler geld entgeht
das beispiel ist recht gut gewählt
denn ihr gedankengang illustriert sehr schön wie die verluste sozialisiert werden
steuern werden hinterzogen, wenn sie es vom unternehmensbilanziellen betrachten
wirklich verwerflich wird das verhalten des k-anbieters allerdings zugegebenermaßen erst wenn das anbieten zur voraussetzung für den deal erklährt wird, da damit der kunde des k-nehmers tendenziel geschädigt wird weil nach bestechungssumme und nicht nach qualitäten oder marktlage entschieden wird
der markt wird von den erfordernissen der kundschaft abgekoppelt
es entstehen blasen usw....und irgendwann sitzen alle auf der straße weil der k-nehmer sich zur ruhe gesetzt hatt und das unternehmen lange schon nicht mehr am richtigen markt überlebensfähig war
aber diese unternehmensfremden produkte die sich die besitzer derselben um die ohren hauen bedeuten meist ja nur das man den anderen als gleichwertig betrachtet, und ihn bei nächster gelegenheit für ne markfufzich übern tisch zu ziehen während man ihm mit haifischlächeln und dem geschenkten schampus zu-prostet
Mit Korruption hat der Versuch nichts zu tun. Im Geschäftsleben nennt man das auch Bartergeschäft. Es kann nämlich sein, daß der langjährige Geschäftspartner auch Geschäftsführer ist und somit einen Vorteil darin sieht, Ware gegen Auftrag zu tauschen. Natürlich muß der "Beschenkte" das Fahrrad als geldwerten Vorteil versteuern. Daran ist rechtlich nichts auszusetzen, sofern kein Dritter geschädigt wird. Dies ist im Beispiel oben aber nicht erwähnt. §299 StGB dürfte kaum greifen, weil das Geschäft nicht wettbewerbswidrig zustande kam (nicht im Text erwähnt). Darüber hinaus hat der Vertriebsleiter im Versuch erstmal keinen persönlichen Vorteil (nicht erwähnt).
Ein überaus fragwürdiges Experiment.
"...soll der Versuchsteilnehmer ihm ein teures Fahrrad schenken. "
ganz klar: geschenk von einer person an eine andere
landet nicht in den büchern
die annahme meinerseits das er dieses fahrad nicht wiederum irgendwo von seinem eigenen geld ersteht sondern aus dem unternehmen entnimmt teile ich denke ich zumindest 84% der versuchsteilnehmer
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