Der Neoliberalismus unterscheidet zwischen faul und fleißig und propagiert das Recht des Stärkeren, schreibt unser Leser Michael Freuding. Andere Werte werden ignoriert.
Der Begriff "Neoliberalismus" ist überall. Für Linke, Globalisierungskritiker und Euro-Gegner gehört er zum guten Ton. Konservative und Liberale dagegen verbannen ihn ins Reich der Verschwörungstheorien. Es gebe keinen Neoliberalismus, sagen sie, nur Ewiggestrige, die nicht wüssten, was die Zeit erfordert.
Was also ist Neoliberalismus: ein Hirngespinst, ein Modetrend oder eine Art Gegenkommunismus?
Der Begriff bezeichnet eine Reihe von Grundannahmen, die seit Mitte der neunziger Jahre unser Denken beherrschen. Kern der Lehre ist die Auffassung, dass jedes Lebewesen egoistisch agiert und seine Ziele mit allen Mitteln durchsetzt. Daraus folgt: Der Reiche, Fleißige schafft Arbeitsplätze aus Geldgier; der Arme, Faule entspannt sich im sozialen Netz. Weil sich daraus ein Gerechtigkeitsgefälle ergibt, darf sich der Staat aus der Daseinsfürsorge zurückziehen. Der Theorie nach steigert das die Gewinnspanne der Fleißigen und zwingt die Faulen in die Arbeit.
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Dieses Denkmuster transportiert Darwins Evolutionstheorie ins Reich der Ökonomie. Der Kampf ums Dasein verbessert den ökonomischen Genpool, indem er alles beseitigt, was der Wirtschaft schadet. Das Gesetz des Dschungels soll zum Maßstab menschlichen Zusammenlebens werden. Wer ohne starke Lobby ist, kommt dabei unter die Räder.
Gedanken, die nicht neoliberal sind, tun Macher und Gemachte als lächerlich ab. Marktkonform und effizient soll die neue Demokratie sein. Ob die Märkte auch demokratisch sind, spielt dabei keine Rolle. Die Menschen sollen an die Märkte glauben, das trichtern die Profiteure ihnen ein.
Eine besonders unselige Rolle spielt dabei das Privatfernsehen: Dokumentationen über Sozialschmarotzer und Reportagen über Erfolgstypen sind an der Tagesordnung. Gutmenschen sind out, Profilneurotiker in. Dieter Bohlen und Heidi Klum tun ihr Übriges, damit sich die Ellbogenmentalität durchsetzt. Kein Wunder, dass Flachbildfernseher so billig sind.
Doch was ist das? Bill Gates spendet Milliarden, obwohl er das nach den Spielregeln des Neoliberalismus nicht dürfte. Und immer noch opfern sich Krankenschwestern aus Nächstenliebe für ihre Patienten auf. Das zeigt, was der Neoliberalismus wirklich ist: eine Ideologie, mit deren Hilfe sich Eliten auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.
Spätestens nachdem einige Banken als "systemrelevant" erklärt wurden, sollte uns das klar sein. Denn wenn die Ideologie ihren Verfechtern schadet, wird sie gerne auch mal über Bord geworfen.




"Konservative und Liberale dagegen verbannen ihn ins Reich der Verschwörungstheorien. Es gebe keinen Neoliberalismus, sagen sie, nur Ewiggestrige, die nicht wüssten, was die Zeit erfordert. "
Falsch. Echte Liberale kritisieren den Neoliberalismus aufs schärfste. Zum Glück gibt es noch echte Liberale und sicher auch echte Konservative, die mit Neoliberalismus nichts anfangen können. Nur werden Sie kaum wahrgenommen, bzw. man muss schon genau hinhöhren, um sie zu finden.
Der Neoliberalismus dieser Tage hat seinen Ursprung in den 80er Jahren, als Thatcher und Reagan das politische Parkett betraten. Die Folgen spüren wir heute. England ist deiundustrialisiert und die USA auf dem beten Wege dorthin.
Deutschland hat es einigermaßen geschafft, sich diesem neoliberalem Gedankengut halbwegs zu entziehen und insofern haben wir immer noch eine Industrie, auf die wir bauen können. Auch deswegen geht es Deutschland vergleichsweise gut. Wobei auch hier die Folgen dieser menschenverachtenden Politik spürbarer werden (Niedriglohn, Altersarmut).
Es wird Zeit, diesen Neoliberalismus mit all seinen negativen Folgen zu thematisieren. Und zwar nicht nur in den politischen Feuilletons, sondern im Politik- und Wirtschaftsteil. Ich habe es satt, als Land hingestellt zu werden, was den Anschluss verliert, weil China und Indien als Märkte der Zukunft bezeichnet werden. Märkte, wo Wanderarbeiter und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen die Regel sind und der Mensch nichts zählt.
Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg. Wie entstand dieses unumstößlich scheinende System?
Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen.
Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch. Juristen sprechen von organisierter Kriminalität und von der Mittäterschaft der Politik.
http://www.wdr5.de/sendun...
Eine sehr umfangreiche Analyse der neoliberalen Machtergreifung.
Die auch vor Deutschland nicht halt gemacht hat.
Sehr Lesens- und Hörenswert.
Dann weiß man wieder, warum man GEZ-Gebühren bezahlt.
"Echte Liberale kritisieren den Neoliberalismus aufs Schärfste"
Das stimmt.
Liberaleismus verhält sich zu Neo-Liberaleismus wie
"Soziale Marktwirschaft" zur "Neuen Sozialen Marktwirschaft".
(Das neue ist daran, dass die Verluste sozialsiert werden.)
Man hat Begrife gekapert, und nun segeln die Piraten unter neuer Flagge.
Der Begriff des Neoliberalismus is ein weites Feld..
Sicher, man kann ihn oberflächlich naiv wie in dieses Artikel definieren - wie es auch die Linken tun.
Defacto steht Neoliberalismus aber für einen starken (nicht aufgeblähten), ordnenden Staat der OBERHALB der Wirtschaft steht und die Leitplanken setzt.
Man sollte auch schauen in welchem historischen Kontext der Neoliberalismus in den 80er seinen Aufstieg fand.
Die 60er und 70er waren geprägt von einer linken, keynesianischen Wirtschaftspolitik deren Folge eine Stagflation mit 2-stelligen Inflations- und Arbeitslosenraten war dazu ein massiv aufgeblähter öffentlicher Sektor unter dem wir heute noch ächzen..
Die Deindustrialisierung vorallem in England fand bereits und vorallem zu dieser Zeit statt! (Jedes Auto das vom Band lief musste von einem Gewerkschaftler abgenickt werden sic!).
Der ach sö böse Neoliberalismus unter Reagan und Thatcher führte zu einstelligen Inflationsraten und Arbeitslosenraten von 4-6%
Wie gut Deutschland nach der Agenda2010 da steht sieht man heute.
Ja dabei gibt es auch reichlich Nebenwirkungen - prekäre Arbeitsverhältnisse, eine große Kluft zwischen Arm und Reich.
Aber es ist immer noch besser als alles was wir bis jetzt hatten.
Das einzig Ideologische am Neoliberalismus-Bashing sieht man doch gut an diesem Artikel/Kommentaren hier.
Das schlechte wird massiv überbewertet/dramatisiert und hat teilw. garnichts mit Neoliberalismus zu tun.
Die Erfolge werden hingegen völlig ausgeblendet..
Wie man den Begriff Neoliberal und Freiheit zusammenbringen kann, ist mir ein Rätsel.
Da ich schon etwas älter bin, kann ich beurteilen, dass der Druck auf die Menschen, sich wirtschaftskonform zu verhalten, extrem gestiegen ist.
Heute wird nur noch dem eine Daseinsberechtigung zugesprochen, der jung, schön, schlank, studiert und gesund ist. Der Mensch wird nach seinem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt. Am Liebsten würde man wohl eine DIN-Norm für Menschen einführen, da man sie dann problemlos in allen Ecken der Welt einsetzen kann.
Aber nicht nur die Menschen werden diesem Zwang ausgesetzt, auch Staaten.
Sorry, aber ich mag Vielfalt. Ich bin froh, dass ich die Welt schon vor 35 Jahren erkundet habe und noch wirklich andersartige Lebensweisen kennenlernen durfte.
(Falsch. Echte Liberale kritisieren den Neoliberalismus aufs schärfste.)
Wer sind denn diese "echten Liberale" und was kritisieren sie am "Neoliberalismus". Was sind die Unterschiede zwischem "echten Liberalismus" und Neoliberalismus?
Der "echte" Liberalismus stellt das Individuum, seine Freiheit und sein Eigentum ins Zentrum. Der "echte" Liberalismus spricht dem Individuum zu, sein Leben frei und ohne physischen Zwang durch Dritte zu gestalten, Eigentum zu bilden und darüber frei zu entscheiden. Inwiefern steht das im Widerspruch zum "Neoliberalismus"?
"Deutschland hat es einigermaßen geschafft, sich diesem neoliberalem Gedankengut halbwegs zu entziehen und insofern haben wir immer noch eine Industrie, auf die wir bauen können." - leider hat diese Industrie anderwärts jedoch kalt ausbeuterisch agiert, um der wirklich sozialen Marktwirtschaft und damit auch den Steuerabgaben zu entgehen. - Ich hoffe auf bessere Einsichten selbst bei den Marktradikalen; auch China, auch Indien, auch Rußland werden merken, daß Glasperlenketten nicht mehr gegen Gold zu tauschen gehen. - Der Weg zu einem gelebten sozialen Miteinander der Menschen ist leider weit und wird durch Marktradikale immer wieder zur Schlangenlinie. Aber es gibt sie, die schon lange, unerschrocken und unermüdlich ihr Ziel des Mitmenschlichen im Auge behalten haben. Ihnen immer wieder kleinere und auch größere Steine auf den Weg zu schmeißen, ist ein widerlicher Sport (siehe Energiewende und Strompreise). -
Infamia schreibt: "Ich habe es satt, als Land hingestellt zu werden, was den Anschluss verliert, weil China und Indien als Märkte der Zukunft bezeichnet werden. Märkte, wo Wanderarbeiter und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen die Regel sind und der Mensch nichts zählt."
Das mit den sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen ist leider richtig. Aber wie wollen Sie unsere deutsche Wirtschaft gegen die indische Konkurrenz schützen?
"Ich habe es satt, als Land hingestellt zu werden, was den Anschluss verliert, weil China und Indien als Märkte der Zukunft bezeichnet werden. Märkte, wo Wanderarbeiter und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen die Regel sind und der Mensch nichts zählt."
Oh dear lord...schonmal daran gedacht, weshalb sich an der Situation der Arbeiter dort nur so schleppend etwas ändert? Wink mit dem größten Zaunpfahl: GEIZ IST GEIL!
Ihr Post klingt äußerst selbstgerecht und eurozentrisch.
die frage ist doch was ist überhaupt Neoliberalismus?
Ist es der Ordoliberalismus (Euken), bei dem der Staat möglichst nur den Ordnungsrahmen stellen soll, durch den Preismechanismus den Wettbewerb förden solle, bei dem etwa bei externen Effekten (Umweltzerstörung...) und öffentlichen Gütern aber Regulierung (sogar Mindestlöhne) vorstellbar sind? Oder ist es die Österreichische Schule von Hayek (Friedman ...)die in den 80 Jahren ein Revival erlebt hatte? Ich denke die meisten verbinden "Neoliberalismus" mit letzterer. Ich finde viele Kritikpunkte an beiden Schulen (Freiburger und Österreichischer oder Chicago) genauso wie es viele Kritikpunkte am Keynesianismus gibt. Allerdings finde ich man sollte, wenn man den "Neoliberalismus" kritisiert auch klar machen, wo die spezifischen Kritikpunkte genau liegen und was die Alternativen sind.
Es gibt in der VWL zahlreiche Schulen und Meinungen und Forschungsrichtungen die in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es erschreckend, falls Ökonomie einfach mit Neoklassik oder noch schlimmer mit "Neoliberalsimus" gleichgesetzt wird.
Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg. Wie entstand dieses unumstößlich scheinende System?
Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen.
Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch. Juristen sprechen von organisierter Kriminalität und von der Mittäterschaft der Politik.
http://www.wdr5.de/sendun...
Eine sehr umfangreiche Analyse der neoliberalen Machtergreifung.
Die auch vor Deutschland nicht halt gemacht hat.
Sehr Lesens- und Hörenswert.
Dann weiß man wieder, warum man GEZ-Gebühren bezahlt.
"Echte Liberale kritisieren den Neoliberalismus aufs Schärfste"
Das stimmt.
Liberaleismus verhält sich zu Neo-Liberaleismus wie
"Soziale Marktwirschaft" zur "Neuen Sozialen Marktwirschaft".
(Das neue ist daran, dass die Verluste sozialsiert werden.)
Man hat Begrife gekapert, und nun segeln die Piraten unter neuer Flagge.
Der Begriff des Neoliberalismus is ein weites Feld..
Sicher, man kann ihn oberflächlich naiv wie in dieses Artikel definieren - wie es auch die Linken tun.
Defacto steht Neoliberalismus aber für einen starken (nicht aufgeblähten), ordnenden Staat der OBERHALB der Wirtschaft steht und die Leitplanken setzt.
Man sollte auch schauen in welchem historischen Kontext der Neoliberalismus in den 80er seinen Aufstieg fand.
Die 60er und 70er waren geprägt von einer linken, keynesianischen Wirtschaftspolitik deren Folge eine Stagflation mit 2-stelligen Inflations- und Arbeitslosenraten war dazu ein massiv aufgeblähter öffentlicher Sektor unter dem wir heute noch ächzen..
Die Deindustrialisierung vorallem in England fand bereits und vorallem zu dieser Zeit statt! (Jedes Auto das vom Band lief musste von einem Gewerkschaftler abgenickt werden sic!).
Der ach sö böse Neoliberalismus unter Reagan und Thatcher führte zu einstelligen Inflationsraten und Arbeitslosenraten von 4-6%
Wie gut Deutschland nach der Agenda2010 da steht sieht man heute.
Ja dabei gibt es auch reichlich Nebenwirkungen - prekäre Arbeitsverhältnisse, eine große Kluft zwischen Arm und Reich.
Aber es ist immer noch besser als alles was wir bis jetzt hatten.
Das einzig Ideologische am Neoliberalismus-Bashing sieht man doch gut an diesem Artikel/Kommentaren hier.
Das schlechte wird massiv überbewertet/dramatisiert und hat teilw. garnichts mit Neoliberalismus zu tun.
Die Erfolge werden hingegen völlig ausgeblendet..
Wie man den Begriff Neoliberal und Freiheit zusammenbringen kann, ist mir ein Rätsel.
Da ich schon etwas älter bin, kann ich beurteilen, dass der Druck auf die Menschen, sich wirtschaftskonform zu verhalten, extrem gestiegen ist.
Heute wird nur noch dem eine Daseinsberechtigung zugesprochen, der jung, schön, schlank, studiert und gesund ist. Der Mensch wird nach seinem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt. Am Liebsten würde man wohl eine DIN-Norm für Menschen einführen, da man sie dann problemlos in allen Ecken der Welt einsetzen kann.
Aber nicht nur die Menschen werden diesem Zwang ausgesetzt, auch Staaten.
Sorry, aber ich mag Vielfalt. Ich bin froh, dass ich die Welt schon vor 35 Jahren erkundet habe und noch wirklich andersartige Lebensweisen kennenlernen durfte.
(Falsch. Echte Liberale kritisieren den Neoliberalismus aufs schärfste.)
Wer sind denn diese "echten Liberale" und was kritisieren sie am "Neoliberalismus". Was sind die Unterschiede zwischem "echten Liberalismus" und Neoliberalismus?
Der "echte" Liberalismus stellt das Individuum, seine Freiheit und sein Eigentum ins Zentrum. Der "echte" Liberalismus spricht dem Individuum zu, sein Leben frei und ohne physischen Zwang durch Dritte zu gestalten, Eigentum zu bilden und darüber frei zu entscheiden. Inwiefern steht das im Widerspruch zum "Neoliberalismus"?
"Deutschland hat es einigermaßen geschafft, sich diesem neoliberalem Gedankengut halbwegs zu entziehen und insofern haben wir immer noch eine Industrie, auf die wir bauen können." - leider hat diese Industrie anderwärts jedoch kalt ausbeuterisch agiert, um der wirklich sozialen Marktwirtschaft und damit auch den Steuerabgaben zu entgehen. - Ich hoffe auf bessere Einsichten selbst bei den Marktradikalen; auch China, auch Indien, auch Rußland werden merken, daß Glasperlenketten nicht mehr gegen Gold zu tauschen gehen. - Der Weg zu einem gelebten sozialen Miteinander der Menschen ist leider weit und wird durch Marktradikale immer wieder zur Schlangenlinie. Aber es gibt sie, die schon lange, unerschrocken und unermüdlich ihr Ziel des Mitmenschlichen im Auge behalten haben. Ihnen immer wieder kleinere und auch größere Steine auf den Weg zu schmeißen, ist ein widerlicher Sport (siehe Energiewende und Strompreise). -
Infamia schreibt: "Ich habe es satt, als Land hingestellt zu werden, was den Anschluss verliert, weil China und Indien als Märkte der Zukunft bezeichnet werden. Märkte, wo Wanderarbeiter und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen die Regel sind und der Mensch nichts zählt."
Das mit den sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen ist leider richtig. Aber wie wollen Sie unsere deutsche Wirtschaft gegen die indische Konkurrenz schützen?
"Ich habe es satt, als Land hingestellt zu werden, was den Anschluss verliert, weil China und Indien als Märkte der Zukunft bezeichnet werden. Märkte, wo Wanderarbeiter und sklavenähnliche Arbeitsbedingungen die Regel sind und der Mensch nichts zählt."
Oh dear lord...schonmal daran gedacht, weshalb sich an der Situation der Arbeiter dort nur so schleppend etwas ändert? Wink mit dem größten Zaunpfahl: GEIZ IST GEIL!
Ihr Post klingt äußerst selbstgerecht und eurozentrisch.
die frage ist doch was ist überhaupt Neoliberalismus?
Ist es der Ordoliberalismus (Euken), bei dem der Staat möglichst nur den Ordnungsrahmen stellen soll, durch den Preismechanismus den Wettbewerb förden solle, bei dem etwa bei externen Effekten (Umweltzerstörung...) und öffentlichen Gütern aber Regulierung (sogar Mindestlöhne) vorstellbar sind? Oder ist es die Österreichische Schule von Hayek (Friedman ...)die in den 80 Jahren ein Revival erlebt hatte? Ich denke die meisten verbinden "Neoliberalismus" mit letzterer. Ich finde viele Kritikpunkte an beiden Schulen (Freiburger und Österreichischer oder Chicago) genauso wie es viele Kritikpunkte am Keynesianismus gibt. Allerdings finde ich man sollte, wenn man den "Neoliberalismus" kritisiert auch klar machen, wo die spezifischen Kritikpunkte genau liegen und was die Alternativen sind.
Es gibt in der VWL zahlreiche Schulen und Meinungen und Forschungsrichtungen die in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Unter diesem Gesichtspunkt finde ich es erschreckend, falls Ökonomie einfach mit Neoklassik oder noch schlimmer mit "Neoliberalsimus" gleichgesetzt wird.
sind genau aus diesem material geschnitzt. Protagonisten findet man erstaunlicherwesie auch in der SPD, wie z. B. den aktuellen Kanzlerkandidaten: Nimm alles mit und verlange noch mehr, es schadet nicht, dass andere weniger haben.
Mittlerweile haben die Neoliberalen auch eine Menge Werkzeuge etabliert: Qualitätsmanagement (QM), Effizienzsteigerung, Rationalisierung etc. Mit diesen Werkzeugen wird konsequent sortiert und ausgepresst.
Wir brauchen eine neue geistig, moralische Wende: Mitgefühl, Harmonie, Freundlichkeit, Brüderlichkeit, Gleichheit, Altruismus.
Die aktuelle Betonung des Egoismus in dieser narzisstischen Gesellschaft ist einfach sehr unethisch.
"Wir brauchen eine neue geistig, moralische Wende: Mitgefühl, Harmonie, Freundlichkeit, Brüderlichkeit, Gleichheit, Altruismus."
Ich stimme Ihnen voll zu, wünsche mir aber für diese Wende, dass das biologische Geschlecht eines Menschen und die daraus resultierende Bevorzugung/Benachteiligung (je nach Kontext) aus unserer Gesllschaft verschwindet - daher ist "Brüderlichkeit" mir zu wenig!
"Wir brauchen eine neue geistig, moralische Wende: Mitgefühl, Harmonie, Freundlichkeit, Brüderlichkeit, Gleichheit, Altruismus."
Ich stimme Ihnen voll zu, wünsche mir aber für diese Wende, dass das biologische Geschlecht eines Menschen und die daraus resultierende Bevorzugung/Benachteiligung (je nach Kontext) aus unserer Gesllschaft verschwindet - daher ist "Brüderlichkeit" mir zu wenig!
Es freut mich das jemand den Mut hatte diesen Artikel zu schreiben!
Ich erlaube mir allerdings noch einen Aspekt dieser pervertierten Form des Liberalismus hinzu zu fügen:
"Der Reiche, Fleißige schafft Arbeitsplätze aus Geldgier; der Arme, Faule entspannt sich im sozialen Netz. Weil sich daraus ein Gerechtigkeitsgefälle ergibt, darf sich der Staat aus der Daseinsfürsorge zurückziehen."
Der Staat soll sich bitte NUR da zurückziehen!
Wenn es aber darum geht das der Staat sich aus anderen Bereichen heraushält beginnt das "Heulen und Zähneklappern"!
Sei das im kleinen das eine Stadt nicht die "gewünschten" Infrastrukturen zur Verfügung stellt, sei es das der Staat bei der Entwicklung von Zukunftsweisenden Technologien natürlich zu Subventionen aufgefordert wird, oder sei es das sich die Marktbedingungen ändern, was ja laut Aussage der liberalen eine ganz normaler Vorgang ist, dann wird natürlich nach dem Staat gerufen um z.b. den Garantiezins bei der ach so effizienten privaten Rentenversicherung nach unten zu korrigieren!
Dabei wird nach dem Grundsatz gehandelt: Legal, illegal, sch****egal!
Neoliberale sind nichts anderes wie Parasiten die angepasste Rechtssysteme und gut organisierte Sicherheitsorgane zum Überleben brauchen, denn sonst würde nicht das Recht des "Skrupeloseren" sondern tatsächlich das Recht des "Stärkeren" herrschen!
Und das ist in der Tat der Zwiespalt in dem wir uns als zivilisierte Menschen befinden!
LG
Klaus
Zitat Klaus Schw.: „...Neoliberale sind nichts anderes wie Parasiten die angepasste Rechtssysteme und gut organisierte Sicherheitsorgane zum Überleben brauchen, denn sonst würde nicht das Recht des "Skrupeloseren" sondern tatsächlich das Recht des "Stärkeren" herrschen!...“
Genau so sieht es aus! Und weil das so ist, werden zum Beispiel seit einigen Jahren immer wieder Versuche gestartet, den privaten (legalen) Waffenbesitz zu verbieten. Vorgeschoben werden dann Tragödien wie in Winnenden, um auch noch den letzten Zweifler zu überzeugen. Dabei sind den Kräften, die hinter diesen Aktionen stehen, die Opfer in Wirklichkeit relativ egal.
Auch die Bestrebungen, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen, gehen in diese Richtung. Im Notfall muss das Volk eben in Schach gehalten werden, damit die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft weiterhin in Ruhe schlafen können, solange in Deutschland keine „Gated-Communitys nach amerikanischen Vorbild existieren.
...dass ich den Inhalt dieses Artikels täglich gefühlte 50 mal im Kommentarbereich lese :-) ...und nichtmal die Wortwahl ist anders.
Man spaltet die Welt mal wieder in Gut und Böse... die arme Krankenschwester gegen das Monster des Kapitals. Wer an der Börse Millionen macht, kann automatisch privat nicht auch hingabereich sein. Jetzt springt das Hirn an und jeder schreit: "Klar kann er das"... und ich einer Minute spricht wieder das Krokodil im Bauch.
Ich weiß nicht... macht es manchen Leuten Hoffnung, solche Texte zu schreiben?
Zitat Klaus Schw.: „...Neoliberale sind nichts anderes wie Parasiten die angepasste Rechtssysteme und gut organisierte Sicherheitsorgane zum Überleben brauchen, denn sonst würde nicht das Recht des "Skrupeloseren" sondern tatsächlich das Recht des "Stärkeren" herrschen!...“
Genau so sieht es aus! Und weil das so ist, werden zum Beispiel seit einigen Jahren immer wieder Versuche gestartet, den privaten (legalen) Waffenbesitz zu verbieten. Vorgeschoben werden dann Tragödien wie in Winnenden, um auch noch den letzten Zweifler zu überzeugen. Dabei sind den Kräften, die hinter diesen Aktionen stehen, die Opfer in Wirklichkeit relativ egal.
Auch die Bestrebungen, die Bundeswehr im Inneren einzusetzen, gehen in diese Richtung. Im Notfall muss das Volk eben in Schach gehalten werden, damit die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft weiterhin in Ruhe schlafen können, solange in Deutschland keine „Gated-Communitys nach amerikanischen Vorbild existieren.
...dass ich den Inhalt dieses Artikels täglich gefühlte 50 mal im Kommentarbereich lese :-) ...und nichtmal die Wortwahl ist anders.
Man spaltet die Welt mal wieder in Gut und Böse... die arme Krankenschwester gegen das Monster des Kapitals. Wer an der Börse Millionen macht, kann automatisch privat nicht auch hingabereich sein. Jetzt springt das Hirn an und jeder schreit: "Klar kann er das"... und ich einer Minute spricht wieder das Krokodil im Bauch.
Ich weiß nicht... macht es manchen Leuten Hoffnung, solche Texte zu schreiben?
wird keine machbare Alternative aufgezeigt. Ich hole das mal nach:
Bedingungsloses Grundeinkommen
Das Problem ist: mit 3000 Zeichen kann man dieses Thema nicht einmal streifen.
Das Problem ist: mit 3000 Zeichen kann man dieses Thema nicht einmal streifen.
Man kann auch einfach Egoismus dazu sagen.
Verhaltensökonomen kommen regelmäßig auf ca. 30 bis 50% Egoisten in ihren Experimenten. Diese zu ignorieren wäre dumm. Es gibt aber Möglichkeiten, diese zu disziplinieren und so die Wohlfahrt zu steigern. In der Regel klappt dies auch bei einem Großteil dieser Egoisten. Ein paar "Unverbesserliche" verbleiben jedoch.
Vielleicht sollte man sich etwas genauer mit Ökonomie befassen, anstatt diese als Wurzel allen Übels zu verteufeln, wie dies gerne gemacht wird. Man traut sich ja kaum noch zu sagen, dass man Wirtschaftswissenschaften studiert.
...Es ist bei weitem mehr als nur Egoismus. Es geht viel mehr in die Richtung Puritanismus und freies Unternehmertum, durch das sich jede Regierung um die Sozialabgaben gedrückt hat, indem sie die Selbstbestimmtheit und Freiheit des Einzelnen propagiert hat.
PS:kann ich nur empfehlen:
http://www.perlentaucher....
RN
"Verhaltensökonomen kommen regelmäßig auf ca. 30 bis 50% Egoisten in ihren Experimenten." - haben Sie da vielleicht eine Quelle oder einen Ansatz für Recherchen parat? Fände ich hochinteressant.
...Es ist bei weitem mehr als nur Egoismus. Es geht viel mehr in die Richtung Puritanismus und freies Unternehmertum, durch das sich jede Regierung um die Sozialabgaben gedrückt hat, indem sie die Selbstbestimmtheit und Freiheit des Einzelnen propagiert hat.
PS:kann ich nur empfehlen:
http://www.perlentaucher....
RN
"Verhaltensökonomen kommen regelmäßig auf ca. 30 bis 50% Egoisten in ihren Experimenten." - haben Sie da vielleicht eine Quelle oder einen Ansatz für Recherchen parat? Fände ich hochinteressant.
Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg. Wie entstand dieses unumstößlich scheinende System?
Das Experimentierfeld Lateinamerika und die Analysen des Philosophen Michel Foucault machen Dynamik und Reichweite der neoliberalen Umstrukturierungen unserer Gesellschaften deutlich und erhellen die heutigen Finanzkrisen.
Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch. Juristen sprechen von organisierter Kriminalität und von der Mittäterschaft der Politik.
http://www.wdr5.de/sendun...
Eine sehr umfangreiche Analyse der neoliberalen Machtergreifung.
Die auch vor Deutschland nicht halt gemacht hat.
Sehr Lesens- und Hörenswert.
Dann weiß man wieder, warum man GEZ-Gebühren bezahlt.
...ausgelutschten Argumente.
Dabei hat man Ihnen doch schon so oft plausibel und geduldig bewiesen, dass Ihr Weltbild Gegenteil von Neid und Benachteiligungsängsten geprägt ist.
"Dann geht ja keiner mehr arbeiten und keiner will mehr was leisten."
Das ist der größte Dummfug und muss immer als Begründung herhalten um die ungerechtigkeiten des Systems zu rechtfertigen.
Wen dem so wäre, warum setzen immer noch Menschen Kinder in die Welt?
Weiß doch mittlerweile Jede(r) das man im Augenblick der Geburt sein eigenes Leben im Kreissaal lässt?
Warum arbeiten Menschen ehrenamtlich bei den Tafeln der Treberhilfe etc.?
Sie machen auf mich einen reichlich frustrierten und verbohrten Eindruck werter Infamia.
"Sie machen auf mich einen reichlich frustrierten und verbohrten Eindruck werter Infamia."
Wenn Sie meine beiden Kommentare zu diesem Thema sorgsame gelesen hätten, dann würden Sie mich nicht als frustriert und verbohrt bezeichnen. Aber geschenkt. Vorurteile sind ja dazu da, gepflegt zu werden.
Sie haben Ihre Ansicht, ich meine. Ich bezeichne mich nicht als neoliberal, behaupte aber, ohne dass es soziale Unterschiede gibt, gäbe es keinen Fortschritt. Das Projekt Gleichmacherei (siehe DDR, Ostblock), ist grandios gescheitert. Aber auch das sehen Sie sicher als "ausgelutschtes Argument". Gut, dass es für Ihre Ideen keine Mehrheit gibt. Und die, die das nicht wollen, sind mit Masse NICHT neoliberal.
"Sie machen auf mich einen reichlich frustrierten und verbohrten Eindruck werter Infamia."
Wenn Sie meine beiden Kommentare zu diesem Thema sorgsame gelesen hätten, dann würden Sie mich nicht als frustriert und verbohrt bezeichnen. Aber geschenkt. Vorurteile sind ja dazu da, gepflegt zu werden.
Sie haben Ihre Ansicht, ich meine. Ich bezeichne mich nicht als neoliberal, behaupte aber, ohne dass es soziale Unterschiede gibt, gäbe es keinen Fortschritt. Das Projekt Gleichmacherei (siehe DDR, Ostblock), ist grandios gescheitert. Aber auch das sehen Sie sicher als "ausgelutschtes Argument". Gut, dass es für Ihre Ideen keine Mehrheit gibt. Und die, die das nicht wollen, sind mit Masse NICHT neoliberal.
Das habe ich bei Richard David Precht gelesen, der im eigentlichen Sinne kein Fachmann ist: Die Evolutionstheorie war schon immer eine Art Wirtschaftstheorie: Industrialisierung, Konkurrenzkampf, Auf- und Abschwünge etc. haben Darwin und seine Zeitgenossen nachhaltig beeindruckt und fanden in diesen Theorien ihren Niederschlag.
Und noch eine theoretische Frage: Der unterlegene Konkurrent (siehe zum Beispiel all die Betriebssystemhersteller, die wegen Microsofts Dominanz aufgeben mußten) kommt der im Neoliberalismus tatsächlich gar nicht vor? Oder wird der auch zu den "Faulen" gezählt?
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