Die Direktorin der US-Umweltbehörde EPA, Lisa Jackson, verabschiedet sich nach dem Ende ihrer vierjährigen Amtszeit von ihrem Posten. Sie verlasse die Behörde Anfang 2013 in dem Wissen, "dass das Boot die richtige Richtung eingeschlagen hat", erklärte Jackson. Ein Nachfolger wurde bislang nicht benannt.

Jackson war in den USA maßgeblich an der umfassendsten Eindämmung der Luftverschmutzung in den letzten zwei Dekaden verantwortlich. Als Leiterin der EPA setzte sie unter anderem erstmals landesweite Standards für den Ausstoß von Abgasen fest und ergriff Maßnahmen zur Regulierung giftiger Emissionen aus Kohlekraftwerken.

Bei vielen Republikanern und Unternehmensvertretern war sie mit diesen Schritten auf harsche Kritik gestoßen, Jackson wurde vorgeworfen, einen "Krieg gegen die Kohle" zu führen. Umweltorganisationen schätzten sie dagegen als hochrangigste Vertreterin ihrer Anliegen innerhalb der Obama-Regierung.

Der Präsident lobte Jacksons "tadelloses Engagement", sie sei ein wichtiger Bestandteil seines Teams gewesen. Die EPA habe unter ihrer Leitung "konkrete und wichtige Maßnahmen" zum Schutz von Luft und Wasser ergriffen. Der New York Times zufolge hatte die 50-jährige den Präsidenten bereits kurz nach dessen Wiederwahl im November über ihre Entscheidung informiert, ihren Entschluss aber erst jetzt öffentlich gemacht.

Bei ihrem Antritt hatte Jackson den Kampf gegen die Erderwärmung und die Verbesserung der Luftqualität zu ihren Prioritäten erklärt. In ihre Amtszeit fiel die größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte: die Ölpest im Golf von Mexiko nach der Explosion der Plattform Deepwater Horizon im Frühjahr 2010.

Jacksons Abtritt ist einer von mehreren Personalwechseln in der Regierung nach der Präsidentenwahl. Außenministerin Hillary Clinton wird durch den Senator John Kerry ersetzt, auch Finanzminister Timothy Geithner und Verteidigungsminister Leon Panetta scheiden voraussichtlich aus.