Mali-KriegWie Berlin Bündnissolidarität mit Frankreich praktiziert
Seite 2/2:

Berlin will 20 Millionen Euro an Mali geben

Nachgefragt, ob deutsche Soldaten auch die europäische Ausbildungsmission direkt in Mali unterstützen werden, antwortet der Sprecher von Thomas de Maizière: "Ich schließe aus, dass die Ausbildung auf dem Mond stattfindet – ansonsten ist vieles denkbar." Nur mit Erwägungen und Planungen dürfte die Bundesrepublik international bald nicht mehr weiterkommen.

Im äthiopischen Addis Abeba treffen sich derzeit die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union mit internationalen Vertretern der EU, UN, Frankreich, Großbritanniens, den USA und Deutschlands zu einer Geberkonferenz für Mali. Sie beraten, wie es mit dem Militäreinsatz weitergehen soll. Die Afrikaner haben angekündigt, ihren konkreten Bedarf zu nennen. Berlin versprach jetzt, Mali mit rund 20 Millionen Euro zu unterstützen. Außerdem wolle man eventuell die afrikanischen Truppen mit Uniformen und Lastwagen unterstützen, werde aber erstmal sehen, welche Wünsche die afrikanischen Friedenstruppen überhaupt haben.

Keine Waffen und Munition aus Deutschland

In den vergangenen Jahren hatte die Bundesrepublik die malischen Streitkräfte mit Altbeständen aus dem Fahrzeugpark der Bundeswehr versorgt, dazu mit Zelten und Sanitätsmaterial. Die Islamisten im Norden des Landes zu stoppen, dazu waren die malischen Streitkräfte dennoch nicht in der Lage. Waffen und Munition werde Deutschland nicht liefern, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Am Dienstag wurden aber 50 Splitterschutzwesten sowie Sonden zum Abtasten aus Deutschland nach Mali geschickt. Die Regierung Malis hatte sich die Schutzwesten für ihre Armee bei einem Besuch von Westerwelle im vergangenen Jahr in der Hauptstadt Bamako gewünscht. Immerhin rund 100.000 Euro sei die Lieferung wert, hieß es beim Auswärtigen Amt. Was Deutschland darüber hinaus leisten wird, muss die Bundesregierung spätestens am 12. Februar erklären. Dann soll der europäische Ausbildungseinsatz in Brüssel beschlossen werden.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. so Laurent Louis, der Vorsitzende der von ihm gegründeten Bewegung für Freiheit und Demokratie, “Mouvement pour la liberté et la démocratie”:

    http://www.youtube.com/watch?v=e5fsWKbUn5Y&feature=player_embedded

    Hier wird von Neokolonialismus gesprochen.

    4 Leserempfehlungen
    • vonDü
    • 29. Januar 2013 14:45 Uhr

    und die Haltung der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland zu Kriegseinsätzen und deren Unterstützung ist mehr als klar.

    Bis Oktober, werden die Franzosen also mindestens damit leben müssen, dass außer warmen Worten von Berlin nur wenig Unterstützung kommt.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und die deutsche Regierung handelt im Auftrag und im Interesse des deutschen Volkes. Oder etwa doch nicht?
    Wenn nun also die Mehrheit dagegen ist, wie kann dann die Bundesregierung dafür sein?

    Welcher Bürger hat denn schon den richtigen Informationsstand? Wohl kaum jemand, denn ihm stehen nur die Informationen aus der Presse zur Verfügung. Die unterliegen jedoch im Regelfall einer anderen Meinung oder einem bestimmten Interesse. Wir müssen uns angewöhnen, nicht zu allem eine Meinung zu entwickeln und vor allen Dingen, den Anspruch auf Wahrheit und Richtigkeit stellen. All zu leicht wird man zum Werkzeug irgend welcher Interessen.

  2. Und die deutsche Regierung handelt im Auftrag und im Interesse des deutschen Volkes. Oder etwa doch nicht?
    Wenn nun also die Mehrheit dagegen ist, wie kann dann die Bundesregierung dafür sein?

    13 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Es stehen Wahlen an"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wer heute glaubt, dass es unsere "Volksvertreter" interessiert, was das Volk meint, der lebt im Märchenland.

    und richtige wenn auch unbeliebte Entscheidungen zu treffen hat, was sie in diesem Fall leider nicht macht.

    Die Regierung ist nicht verpflichtet sich dem aktuellen Stimmungsbuld in der Bevölkerung bei Ihren Entscheidungen unterzuordnen. Wenn dies so wäre, und die Mehrheit fordert doppelte Renten, Löhne usw. dann sollte sich die Bundesregierung davon ja auch nicht leiten lassen.

    So einfach wie sie sich die Welt vorstellen, ist sie leider nicht.

    Auch die deutsche Meinung zu Auslandseinsätzen, insbesondere Mali ist nicht klar:
    http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksAr...

  3. Die heutigen Politiker sind durchs Reden in ihre Positionen gekommen, direkt von der Schulbank, wie soll da jemand mit Taten überzeugen können? das ist doch völlig atypisch für einen Politiker, wo soll er das auch gelernt haben?

    Sieht man auch schön an all den Projekten, wo Politiker mitmischten.

    Die Zeiten, wo ein Schmidt die Leitung bei der Flutkatastrophe 1962 übernahm, sind vorbei, Heute brauchen Politiker nich mal mehr eine Katastrophe, um eine selbige zu produzieren.

    6 Leserempfehlungen
  4. 5. [...]

    Bitte verzichten Sie auf diffamierende und aggressive Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    vom militärischen Standpunkt teile ich Ihre Position zu 100% !

    Diese Propaganda von Beliebigkeitspazifisten ist schon eine Zumutung, nicht nur für die Kameraden im aktiven Dienst.

    Mich erstaunt allerdings die fortgesetzte Unverfrorenheit mit der in deutsche Medien die "paasenden Lagebilder" herbeigeschrieben werden.

    Glücklicherweise zeigen die meisten Kommentare dass das nicht funktioniert!

    Beste Grüße CM

    • zimra1
    • 29. Januar 2013 14:58 Uhr

    den treffenden Begriff "Operettenarmee" gehört.
    Diese Armee ist Maßgeschneidert für unseren Operetten Außenminister.

    5 Leserempfehlungen
  5. mit der sozialistischen Regierung unter Monsieur Hollande zusammenarbeiten? Aber jetzt doch nicht, aber wie lang wird die Absage halten?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    seit Hollande nicht mehr vor die Tür gehen kann aufgrund seiner Premiumpolitik, haben selbst die Genosse der Bosse verstanden, dass der Mann nicht hip ist.
    Die billige PR mit Obama geht dem Volk aber auch schon auf den Senkel. Nicht zuletzt geistert der Slogan durchs Netz: "Obama=Überbewertet".

  6. Frankreich hat ein ureigenes Interesse Nordafrika zu stabilisieren. In Frankreich gibt es eine große malische Gemeinde. Außerdem hat Frankreich Rohstoffinteressen.
    Deutschland hat diese Interessen nicht.

    Natürlich könnte Außenminister Westerwelle das laut herausbrüllen und damit Frankreich brüskieren. Solange er es nicht macht, kann mancher Zeitgenosse diesen Einsatz nicht von Afghanistan abgrenzen und ja es wirkt dann eben etwas unlogisch. Daraus die Forderung einer militärischen Unterstützung abzuleiten, ist aber leichtfertig.

    8 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Frankreich hat wenig Interesse in der Entwicklung Osteuropas, hat kein damaliger Kanzler als Berater eines Gazkonzern in Russland, darf sich dann an dieser region
    wenig interessieren.
    Und so wollen wir Europa aufbauen... nur national Egoismus

    Mali exportiert 6,8% seiner Waren nach Deutschland! Wenn möglich exportieren wir auch Waren nach Mali. Die BRD ist Entwicklungshelfer seit Jahrzehnten. Es leben Deutsche in Mali. Die politischen Stiftungen und NGOs sind ebenfalls in Mali beratend tätig.

    Auch die Sahara-Geiseln wurden vor einigen Jahren über die guten Kontakte zu Mali freigelassen.

    Natürlich ist Mali wirtschaftlich für Deutschland unbedeutend.

    Wer aber kein Interesse an der Migration aus Afrika hat, der sollte ein Interesse an stabilen afrikanischen Staaten haben. Und nur wer dort aktiv mithilft, kann seinen Einfluss zum „good governance“ geltend machen.

    Zu Mosambik, ehemals portugiesisch, gibt es gute Beziehungen aus Zeiten der DDR. Dort wird ein Rechnungshofwesen nach deutschem Vorbild und mit deutscher Unterstützung aufgebaut. Korrupte Politiker wandern jetzt ins Gefängnis, was die Korruption erschwert. Der Rechnungshof trägt jetzt schon wesentlich zur Finanzierung seines Aufbaus bei, damit sie jederzeit an jeder Stelle des Landes Prüfungen vornehmen können.

    Erzählen Sie also nicht, dass Deutschland keine Interessen in Afrika hat! Sie erkennen diese nur nicht!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service