UnzufriedenheitDer deutsche Protest ist alt, klug und männlich
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Die Männer dominieren den Protest

Die Studie fasst zusammen: "In einer Partizipationsdemokratie haben diejenigen ohne Bildung, ohne eine tragfähige materielle Basis, ohne Berufsstolz nichts zu lachen. Hier geben die Magister und Doktoren den Takt vor."

Frauen protestieren vor allem für Bildung

Den deutschen Protest dominieren klar die Männer. Sie sind in den Aktivistengruppen stark vertreten, meist in den führenden Positionen. Unter den untersuchten Protestierenden waren gut 70 Prozent männlichen Geschlechts.

Besonders stark männlich geprägt sind die Protestaktionen gegen die Europäische Union, die Occupy-Bewegung und die Protestaktionen im Internet. Immerhin ein Drittel Frauen findet sich bei den Demonstrationen im Sektor Energie und Stadtentwicklung. Das "feminine Terrain schlechthin bilden die Initiativen im Bildungs- und Schulbereich", heißt es in der Studie. Hier sind rund 75 Prozent weiblichen Geschlechts.

Verachtung der Eliten

In ihren Interviews stießen die Wissenschaftler häufig auf Verachtung für das bestehende System. Politiker würden häufig nur als "Karrieristen, Postenjäger, Beutemacher" gesehen. Im gleichen Atemzug würden oft die Medien, Verbände und der Lobbyismus gegeißelt. Diese Verachtung der Eliten sei auch in anderen europäischen Ländern ein charakteristischer Zug, sagen die Autoren der Studie und beschreiben das Phänomen mit dem Begriff Misstrauensgesellschaften.

Ebenso typisch wie die Unzufriedenheit der Aktivisten ist die Ziellosigkeit dieses Unmuts. Häufig registrierten die Autoren einen Mangel an Gegenkonzepten. Präzise Vorstellungen über eine andere Form der Demokratie – jenseits der oft eher leidenschaftslos vorgetragenen Bekenntnisse zur Basisdemokratie und zu Volksentscheiden – fanden sie selten.

Was heißt das für die Zukunft?

Die Autoren kommen zu einem durchaus pessimistischen Schluss. Sie finden es beunruhigend, dass zu den schon länger bekannten Verdrossenen (meist der unteren Schichten) jetzt noch die Empörten (überwiegend aus der Mitte) hinzugekommen sind. Gleichzeitig, schreiben sie, profitiere das politische System auch vom Protest: "Hinter dem Engagement von Bürgern stehen Wissen, Information, Ideen, Einfälle und beträchtliche Energien, derer sich der Staat bedienen kann."

Im alternden Deutschland der kommenden Jahrzehnte, sagen die Forscher voraus, werden die Bürgerprotestler vermutlich noch stärker die Rolle als "Organisatoren der Unzufriedenheit" übernehmen. "Spätestens zwischen 2015 und 2035 werden sich Hunderttausende hochmotivierter und rüstiger Rentner in den öffentlich vorgetragenen Widerspruch begeben."

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Leserkommentare
  1. Die Ursache ist unsere Führung, die unser Geld verbrennt, sich eigene Denkmäler setzt und gefühlt 2 Mrd. Lichtjahre vom Volk entfernt operiert.

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    • fennek
    • 02. Februar 2013 12:19 Uhr

    Ich hoffe mal Ihr Kommentar war zynisch gemeint, in diesem Fall: Mein Mitleid.

    Sagt doch die Studie gerade aus, dass seitens der "Empörten" Gegner ausgemacht sind (Karrieristen, Politiker etc), die zu bekämpfenden Massnahmen auch. Was fehlt - und das ist das Schlimme an der Studie - ist jegliche Art von gemeinsamen Gegenkonzept. Zum Einen für den jeweiligen konkreten Sachverhalt, als auch die Art und Weise der Problemlösung.

    Der von Ihrem Kommentar wahrscheinlich unfreiwillig auf den i-Punkt gebrachte Ausdruck von Hilflosigkeit und Alternativkonezpten (TINA) ist genau das Bedenkliche. Man hat die "Verdrossenen" verloren und nun verliert man die "Empörten" aus der Teilname am gesellschaftlichen Entscheidungspozess. Die Empörten regen sich nur noch auf. Lautstark zwar aber leider konzeptlos.

    Gesellschaft verändern! Entscheidungsprozesse verändern. Das muss da Ziel sein. Transparenz allein genügt nicht.

    Ach. Ein Ole von Beust, der Hamburg ein 500 Mio.-Konzerthaus herbeiklüngelt, der mag ja "verändert" werden können. Ich wüsste zwar nicht wie, aber ausschließen kann ich es nicht.

    Unserer Führung hängt aber am Tropf der Industrie und Wirtschaft. Und das ist ein so übermächtiger Gegner, dass es völlig normal ist, dass Menschen a) resignieren (ich z.B., mittlerweile können "die da oben" alles mit mir machen. Wenn dann irgendwann meine Mieter, Stromrechnung und Kraftstoffkosten mein Einkommen übersteigen, werde ich mich einfach in einen Sperrholzsarg legen und Abgase einleiten) oder b) ihre Wut dorthin kanalisieren, wo es weh tut. Und so müssen Käfer als Grund für einen Baustopp herhalten.

  2. Da wehren sich Bürger gegen geselschaftlich nicht geklärte Sachverhalte, Projekte oder Gesetze - wo ist das Problem?

    Waren die Demonstranten für die Republik seine Zeit auch Wutbürger? In meinen Geschichtsbüchern werden sie Demokraten genannt, auch mal gerne Republikaner, aber den letzteren Begriff haben die US Amerikaner in Grund und Boden missbraucht.

    Was ist das Gegenstück zu Wutbürger - we steht auf der anderen Seite? Ein Begriff im Englischen trifft das, aber eine deutsche Entsprechung kenne ich nicht: fat cats.

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    • lm.80
    • 02. Februar 2013 12:07 Uhr

    Hat den Begriff nicht die BILD-Zeitung zu S21 salonfähig gemacht?

    Der Begriff "Wutbürger" ist eine geschickt eingeführte Diffamierung, welche gegen diejenigen gerichtet ist, die nicht jede Kröte schlucken wollen.
    Wenn ich an die Bilder von der Eskalation im Schloßpark in Stuttgart denke, komme ich zu der Überzeugung, daß die deutlich wütenderen Menschen auf der Seite S21-Durchprügler sitzen. Herr Grube mit seinem leicht reizbaren Gemüt, seinen Ausfällen gegen Journalisten etc. ist doch der wahre Wutbürger. Der Polizist, der im Rausch auf sitzende Schüler einschlägt, ist doch wütend.
    Diejenigen, die lauthals "Wutbürger" schreien und mit dem Finger auf friedliche Demonstranten zeigen, sollten bedenken, daß dabei vier Finger auf einen selbst zeigen. SUV-Fahrer sind meist auch viel wütender als die politisch korrekten Kleinwagenbändiger.
    Nach FDP-, ADAC-, RWE-, Merkel- oder Grube-Definition wäre ich auch ein "Wutbürger". Ich hatte noch nie in meinem Leben eine körperliche Auseinandersetzung. Und ja, ich bin gegen S21 und gegen Atomkraft. Aber fragt uns doch mal, wofur wir sind: Ich bin für Windstrom, ich bin für einen Ausbau des Schienengüterverkehrs. Der Grube-Merkel-RWE-Altmaier-Wutbürger ist gegen alles: Gegen die Energiewende (Altmaier macht sie schließlich gerade kaputt), gegen den Fahrradverkehr, gegen den Schienengüterverkehr, gegen soziale Gerechtigkeit, gegen sebstständig denkende Menschen. Und sie greifen zu wirklich wütenden Mitteln: Prügelpolizisten, Lügen, dubiose Gesetze, Kartellen, Cliquenwirtschaft, Unterdrückung....

    Danke, TimoKiel und vroomfondel, für die Klärung und Positionierung.
    Die Rolle der Medien in unserer Demokratie ist ja nicht so, wie sie uns dieselben glauben machen wollen: unabhängig. Wenn die BILD mal nicht den Leuten die Birne voll..... kann, dann ist sie wütend (aber nicht unabhängig) und brandmarkt diejenigen, die ein Thema länger als BILD auf der ersten Seite halten kann, mit dem Makel WUTBÜRGER.

    Und was machen die übrigen Medien? ABSCHREIBEN, wie in der Schule, wenn einer zu wenig vorbereitet ist. Eine interessante Meinungsführerschaft innerhalb der Medienlandschaft offenbart sich hier.

    Und MEDIENHÖRIGE Politiker? Die plappern gerne nach, was Medien gerne abschreiben. So viel zur Vielfalt in einer Mediendemokratie.

    Fazit: Unsere Medien-Demokratie vereinfacht gerne vereinfachte Studien (200 Untersuchte, eine waaaahnsinnig breite Basis!?!?!) und vereinfacht gerne DEN BÜRGER. Pressefachleute sehen diese Vereinfachung als erfolgreichste Strategie, die VIERTE KRAFT in der (welcher?) DEMOKRATIE zu bleiben.

    Bleibt die Frage eines DIALOG-Bürgers: Sollten wir real existierenden Bürger, die uns auch im direkten GESPRÄCH die ein oder andere Meinung bilden, indem wir anderen zuhören, uns angesichts des Spieles der Medien bedauern oder beglückwünschen???

    Also wenn da ein Trupp Rentner in irgendeinem Kaff gegen eine Stromleitung protestiert, die von ihren Häusern aus gerade mal als feine Linie am Horizont noch wahrzunehmen sein wird und welche die Stromversorgung von wirtschaftlichen Ballungszentren absichert, dann ist das kein anständiger, sachlich zu rechtfertigender Büergerprotest mehr, sondern einfach nur Altersstarrsinn. V.a. wenn die Rentner den Bau der Leitung vermutlich gar nicht mehr erleben werden und ihr Dorf in ein, zwei Jahrzehnten sowieso ausgestorben sein wird, da die Jungen in die wirtschaftlichen Ballungszentren ziehen, wo es Arbeit gibt.

  3. Weiss ich nicht.
    Ich bin alt und männlich. Aber zu berufsbeschäftigt (nicht öffentlich sondern privat und selbständig - muss meine Rente, meine Krankheit selbst bezahlt voreinander bringen - keine Zeit für Klugheit.
    Nebenan in den threads sieht man aber zum Ausgleich, dass es auch anders geht. Von wegen, alt, klug, männlich.
    Dafür laut, bissig und dynamisch.
    Ist ja schon ein guter Anfang - jeder fängt mal unten an.

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    • Isi 1st
    • 02. Februar 2013 15:02 Uhr

    Den „Wutbürger“ als Phänomen dieser Zeit zu bezeichnen ist pures Unwissen oder Geschichtsklitterung!
    Unsere Obrigkeit versucht uns immer wieder einzureden, dass wir eben keine Revolutionäre wären – gar Schlafschafe sind, die immer wieder ehrfürchtig dem französischen Protesten und Streiks nachträumen.
    Das ist falsch!
    Rund alle 20 Jahre gibt es in deutschen Landen eine kleine Revolution.
    Nur wir verstehen den Begriff falsch. Für Deutsche ist Krieg etwas Großes, wie der II. Weltkrieg und eine Revolution, so groß wie die Französische Revolution von 1789 (die Franzosen feiern sie jedes Jahr, weil mehr ist da nicht!), aber es geht auch kleiner:
    - 1848 Deutsche Revolution – ohne wirklichem Gedenken
    - 1918 Novemberrevolution – wird nahezu „Tod geschwiegen“ !
    - 1953 Volksaufstand – steht in keinem Kalender mehr!
    - 1968 Studentenproteste – seit dem hat die Regierung Angst vor „Bildung“
    - 1989 Mauerfall – geklaut durch H. Kohl
    - 2012 Atomaustritt – geklaut durch A. Merkel

    In den größeren Abständen hatte der Staat das Heft stark und streng in der Hand – Deutschland befand sich im Krieg!

    • Isi 1st
    • 02. Februar 2013 15:03 Uhr

    …und jetzt versucht ein Monopolist wie BP uns einzureden, dass der Wutbürger ein Phänomen der Zeit ist?
    …und wie kommt der Autor dazu, die Zukunft als pessimistisch zu sehen?
    Ist es den nicht großartig, wenn Frührentner ihre Zeit dazu nutzen sich in verschiedene Materien einzuarbeiten? Sie ihren reichhaltigen Sachverstand dazu nutzen Kritik einzubringen und somit unseren von Lobbyisten getriebenen „Verwaltern/Beamten/Politikern“ auf die Finger zu schauen, damit die Industrie die Gesetze eben nicht zu sehr beugt? Siehe Kohlenstoffmonoxid Pipeline von Bayer bei Krefeld…
    Haben die Wutbürger von Stuttgart sich etwa nicht mit der Materie auseinander gesetzt?

    Auf Deutschland auf – das irgendwann der goldene Balken unserer Fahne in die Höhe zeigt (wie ursprünglich von den Demokraten vorgesehen)!

  4. Na, das ist im Lichte aktueller Dispute ja fürchterlich.

    Im Übrigen protestieren nach der Erhebung gerade die, deren Lebensleistung zu genau den heutigen Verhältnissen geführt hat und etliche Proteste sind rein zu deren Konservierung angelegt.

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    • Infamia
    • 02. Februar 2013 11:17 Uhr

    Das erinnert mich doch fatal an Schilder, die als Kind oft lesen musste "Spielen für Kinder verboten". Was das damit zu tun hat? Bei den Protestierenden handelt es sich überwiegend um verknöcherte Besitzstandswahrer, denen die Zukunft ihrer Nachkommen ziemlich egal ist. Die wollen, das alles so bleibt wie es ist und haben wenig Ambitionen, ihre Komfortzone zu verlassen. Dass so keine Zukunft gestaltet wird, dürfte klar sein. Wir sollten weniger auf alte, weiße Männer hören.

    ..., dass alte gelangweilte Männer meist aus Bequemlichkeit die Chancen der jungen Generation blockieren -.-

  5. Politiker SIND häufig "Karrieristen, Postenjäger, Beutemacher". Medien, Verbände und der Lobbyismus GEHÖREN kritisiert.

    "Die Autoren der Studie beschreiben das Phänomen mit dem Begriff "Misstrauensgesellschaften"." Interessante Deutung.

    Ich beschreibe die Eliten des bestehenden Systems als Parallelgesellschaft.

    Ein alter Mann

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  6. diffamierende Begriff Wutbürger. Ist es denn nicht möglich, dass die Presse lernt, solche Unwörter nicht zu verwenden. Die Verwendung erscheint mir höchst unanständig.

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    Die Presse wird auf diesen Begriff leider nicht verzichten. Sie ist zu stolz auf dieses Unwort, das sie selber erfunden hat.

    Denn es bringt zum Ausdruck, dass etliche der Leute, die hier protestieren, in ihrem Protest sich unreflektiert von der eigenen Wut leiten lassen. Beispielsweise sind die Frankfurter Wutbürger, die wegen angeblichem Fluglärm auf die Straße gehen, häufig diejenigen, die in ihren jüngeren Jahren, als sie noch beruflich tätig waren, den Flughafen genutzt haben wie keine andere Gruppe - sei es aus geschätlichen Gründen, sei es, um zu verreisen. Sie haben häufig genug sogar Wohnungen in Flughafennähe gesucht, oder in Flughafennähe gebaut, um schneller zum Flieger zu gelangen. Das macht ihren Protest ja auch so heuchlerisch und selbstgerecht. Denn mehr noch als angeblich unerträglichen Lärm fürchten etliche dieser Leute den Wertverlust ihrer Immobilie. Aus diesem Grund kam es auch vor, dass Wohnungseigentümer ihre Wohnungen und Häuser dort verkauft haben, um fortan dennoch darin wohnen zu bleiben. Das Lärmargument ist also nur vorgeschoben. Freilich sind es diese Leute selbst, die den Wert ihrer Immobilien schädigen, wenn sie Flughafennähe neuerdings und lautstark auf der Straße als Nachtteil definieren.

    In der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe konnte man sich über fünf Semester zu einem solchen ausbilden lassen.

    Peter Sloterdijk kritisierte anläßlich der Diplomverleihung letzten Juli das Versagen des Berufsstandes 'Profi-Politiker' und stellte heraus, daß es die Bürger selbst sind, welche die Gesellschaft noch einigermaßen am Laufen halten. Die Professionalisierung der BürgerInnen müsse also voran getrieben werden.

    Die Schlußveranstaltung stand unter dem Motto: "Bürger ist, wer nicht vergißt, was sehr wohl zu ändern ist."

    • rhcp
    • 02. Februar 2013 16:04 Uhr

    Wütende Bürger regen sich über den Begriff Wutbürger auf. Ich finde die Analyse trifft auch super auf viele Kommentatoren hier zu. Immer wieder wird hier gegen "die Politker", "die Banken", "das System" und so weiter gewettert ohne Alternativen anzubieten. Hauptsache alles ist schlecht.

    War mir damals schon klar, dass sich der Spiegelredakteur, der das Wort erstmals verwendet hat, in erster Linie selbst ein Denkmal setzen wollte. Selber schuld, wenn die anderen Medien diesen dümmlichen Begriff übernehmen.

    • Infamia
    • 02. Februar 2013 11:17 Uhr

    Das erinnert mich doch fatal an Schilder, die als Kind oft lesen musste "Spielen für Kinder verboten". Was das damit zu tun hat? Bei den Protestierenden handelt es sich überwiegend um verknöcherte Besitzstandswahrer, denen die Zukunft ihrer Nachkommen ziemlich egal ist. Die wollen, das alles so bleibt wie es ist und haben wenig Ambitionen, ihre Komfortzone zu verlassen. Dass so keine Zukunft gestaltet wird, dürfte klar sein. Wir sollten weniger auf alte, weiße Männer hören.

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    Die älteren haben in Ihrem Leben andere Zeiten gesehen. Sie haben mitverfolgt wie beispielsweise der Sozialstaat abgebaut wurde (Überigends schon seit ca. 1976, auch wenn das niemand wahr haben will, sie kennen noch Zeiten in denen ein Politiker zumindest sagte, wir wollen mehr Demokratie wagen.)

    Viele demonstrieren lediglich nicht, weil für sie die Fahrkarten zur Demo zu teuer sind, oder simple, weil Sie das Wegfahren bei der Arge melden müssten.

    Entfernt, da kein konstruktiver Beitrag. Die Redaktion/au

    „...überwiegend um verknöcherte Besitzstandswahrer, denen die Zukunft ihrer Nachkommen ziemlich egal ist. Die wollen, das alles so bleibt wie es ist und haben wenig Ambitionen, ihre Komfortzone zu verlassen. Dass so keine Zukunft gestaltet wird, dürfte klar sein.“

    Sie meinen also, wenn nachts Flugzeuge über Wohnhäuser fliegen, diene es dem Fortschritt? Oder wenn die Bahn einen kropfunnötigen Bahnhof für eine unbekannte Menge Geldes bauen will? Bei der Elbphilharmonie und bei BER gab es übrigens keine Demonstrationen. Ihrer abstrusen Definition leben in diesen Städten also die Fortschrittsfreunde, die an ihre Kinder denken?

    Die Studie macht deutlich, die Protestierenden sind „… vor allem Menschen mit hoher Bildung, hohem Einkommen und einem großen sozialen Kontaktnetz“. Nach meiner Beobachtung Männer und Frauen die vor 40, 30 Jahren ergänzende, alternative Kultur- und Bildungseinrichtungen, Lebens- und Wohnformen etc. institutionell verwirklicht haben, die mit einem soziokulturellen Blickwinkel z.B. gerechte und würdige Lebensverhältnisse für die Menschen wünschen, und sie tun (oder haben) einiges (getan) um die Situation des einzelnen zu verbessern. Sie sind politisch, aber keine Politiker. Die (Politiker) haben in den letzten 10 Jahren die Geldmenge (Münzen und Scheine) verdoppelt, den Staat auf 2 Billionen Euro verschuldet (Gläubiger sind vor allem Banken und Versicherungen im In- und Ausland). Dagegen sanken die Renten und Löhne der abhängig Beschäftigten bis 2011 um ca. 10%. Das Mehr-Geld ging auch nicht an Kindergärten oder Schulen .
    Dagegen wollen eine Reihe der Politiker maßlose Projekte verwirklichen, Profiteure sind meist Baukonzerne, Immobilienspekulateure und deren Dienstleister. Sie sichern sich Einkommen, die (einschl. der Pensionsansprüche) Beim 30 BIS 40 fachen des Hartz IV –Empfängers liegt. Ich denke, es gibt noch viel zu demonstrieren, nicht nur für „Alte“.

    Immer wieder werden Beiträge ins Netz gestellt als Beleg für "dümmer geht ümmer".

    ich persönlich will daß es so böeibt wie es ist, viel lieber noch würde ich das Rad ein wenig zurückdrehen. Af die Idee, daß ältere Menschen seit längerer Zeit beobachten konnten wie sich die Dinge immer mehr zum Schlechteren entwickeln, und deshalb protestieren, kommen Sie wohl nicht?
    Ich weiß nicht wie jung Sie sind. Aber warten Sie mal ab bis Sie Ü50 sind, und dann reden wir weiter. Wahrscheinlich sind Sie dann noch "verknöcherter" als meine Generation, denn die Welt dreht und veränder sich immer schneller, und wie gesagt nicht zu unserem Vorteil

  7. Vielleicht haben wir ältere eine ganz gut funktionierende Demokratie kennengelernt, auch aufgebaut und sehen diese die letzten Jahre schwinden.
    Ich bin gerne "Wutbürger", denn noch darf in D offen die eigene Meinung zum Ausdruck gebracht werden und das soll auch so bleiben!

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