Wie groß ist Meisners Einfluss in der katholischen Kirche?
Sehr groß. Das Kölner Erzbistum mit seinen 2,1 Millionen Katholiken ist das größte und reichste unter den 27 deutschen Bistümern, entsprechend viel Geld fließt aus Köln nach Rom. Meisner hat zudem gute Freunde im Vatikan, er gilt als Entdeckung von Papst Johannes Paul II., und auch zu Papst Benedikt XVI. sucht er die Nähe. Weil der Kölner Kardinal in Rom erfolgreich Druck gemacht hatte, mussten die deutschen Bischöfe im Jahr 2000 aus der Schwangerenkonfliktberatung aussteigen.
Als Mitglied der Römischen Bischofskongregation schafft es Meisner auffällig oft, seine Schüler auf Bischofsstühlen zu platzieren. So geschehen in Würzburg, Hildesheim und mit Rainer Maria Woelki in Berlin. Vor einer Woche hat der Papst den Kölner Weihbischof Heiner Koch zum neuen Bischof von Dresden-Meißen ernannt. Kritiker fürchten, dass sich in der Deutschen Bischofskonferenz dadurch mehr und mehr eine konservative Strömung durchsetzt.
Meisner wird im Dezember 80 Jahre alt. Dann müssen auch katholische Kardinäle ihr Amt üblicherweise aufgeben. Doch womöglich macht Rom für Meisner eine Ausnahme.
Ändert sich jetzt etwas für katholische Krankenhäuser?
Grundsätzlich gilt in der Kirche: Bevor es keine neue Instruktion aus Rom gibt, bleibt es bei der alten Lehre und die Pille danach verboten. In einer Stellungnahme der erzbischöflichen Pressestelle, die Meisners Äußerungen ergänzen sollen, heißt es: Die Ärzte müssten "aus eigener wissenschaftlichen Einschätzung abwägen", inwieweit ein Präparat so wirke, dass es die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle verhindert. Christoph Leiden, Sprecher der Cellitinnen-Stiftung in Köln fürchtet, dass die Ärzte jetzt wieder genauso verunsichert sein werden wie vor Beginn der Debatte. Zur Cellitinnen-Stiftung gehört auch das Kölner Krankenhaus St. Vinzenz, das durch die Abweisung der mutmaßlich vergewaltigten Frau die Debatte ausgelöst hatte.
Kardinal Meisner ist bekannt für seine Stimmungsänderungen. Im persönlichen Gespräch kann er sehr freundlich sein. Doch ein falscher Satz, und er kann sehr unangenehm werden und sehr nachtragend sein. Sentimentalität und verbale Brutalität liegen bei dem Kirchenmann nicht weit auseinander. Der Kölner Stadt-Anzeiger schrieb 2006, dass im Kölner Erzbistum "die Angst umgeht". Vertreter der Kölner Katholiken und Priester berichteten von Meisners "feudalherrschaftlichem Gefolgsanspruch". In "vorauseilendem Gehorsam" versuchten viele Priester und Laien seitdem, sich auf keinen Fall "unbotmäßig zu verhalten", schrieb die Zeitung. "Über jedem, der nicht spurt, hängt das Damoklesschwert der Versetzung oder Kündigung."
Dass sich militante Abtreibungsgegner für ihren Kliniktest ausgerechnet Köln aussuchten, ist deshalb kein Zufall. Bei kaum einem anderen Bischof stoßen Denunziationen aus der rechtskatholischen Ecke auf solch offene Ohren wie bei Meisner. Daran dürfte sich auch so schnell nichts ändern.
- Datum 02.02.2013 - 11:42 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Ärzte mußten schon immer aus eigener wissenschaftlicher Einschätzung abwägen, inwieweit ein Präparat so wirke, dass es die Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle verhindert und (!) hätten die Patientinnen schon immer dahingehend aufklären müssen. Die Entscheidung dafür oder dagegen obliegt der persönlich betroffenen Patientin.
Laut den Menschenrechten sind alle Menschen gleich. Und die jüngsten Urteile vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte lassen auch diesen Fall einer vergewaltigten Frau in neuem Licht erscheinen. Jetzt muss die RKK ganz neu denken!
15/01/2013: Europa-Gericht: GLAUBE RECHTFERTIGT KEINE HOMO-DISKRIMINIERUNG
http://www.queer.de/detai...
Wegweisende Entscheidung aus Straßburg: Religiöse Menschen dürfen in Europa wegen ihres Glaubens nicht mehr sexuelle Minderheiten diskriminieren.
Und der Folgeartikel ist auch interessant:
17/01/2013: VATIKAN VERLANGT RECHT AUF DISKRIMINIERUNG
http://www.queer.de/detai...
Der vatikanische Außenminister ist entsetzt über den Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben in Europa: Bei "kontroversen Themen" wie Homosexualität müsse "das Gewissen respektiert werden".
Die RKK bleibt in Europa in der Defensive bis die erste Lesbe Päpstin ist!
Laut den Menschenrechten sind alle Menschen gleich. Und die jüngsten Urteile vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte lassen auch diesen Fall einer vergewaltigten Frau in neuem Licht erscheinen. Jetzt muss die RKK ganz neu denken!
15/01/2013: Europa-Gericht: GLAUBE RECHTFERTIGT KEINE HOMO-DISKRIMINIERUNG
http://www.queer.de/detai...
Wegweisende Entscheidung aus Straßburg: Religiöse Menschen dürfen in Europa wegen ihres Glaubens nicht mehr sexuelle Minderheiten diskriminieren.
Und der Folgeartikel ist auch interessant:
17/01/2013: VATIKAN VERLANGT RECHT AUF DISKRIMINIERUNG
http://www.queer.de/detai...
Der vatikanische Außenminister ist entsetzt über den Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben in Europa: Bei "kontroversen Themen" wie Homosexualität müsse "das Gewissen respektiert werden".
Die RKK bleibt in Europa in der Defensive bis die erste Lesbe Päpstin ist!
Aber auf das kommt es eigentlich nicht an.
Die Definition des Beginns eines Menschen mit dem Zeitpunkt der Befruchtung einer Eizelle ist absurd.
Genauso absurd ist natürlich die katholische Auffassung, dass Geschlechtsverkehr nur erlaubt ist, wenn dabei die Möglichkeit einer Empfängnis besteht. Dass Menschen das nur so zum Spass machen wollen, steht außerhalb der Einsichtsfähigkeit der zölibatär lebenden Bischöfe.
Die Haltung der katholischen Kirche zu diesen Themen scheint kaum fundiert religiös begründbar und ist auch mit moralischen und sittlichen Argumenten kaum zu unterlegen.
Diese Auffassung entspringt offenbar nur der Berührungsangst der römischen Kirche mit jeder Art von sexuellen Handlungen. Im Prinzip ist diese Haltung sogar menschenfeindlich.
Der Kölner Kardinal, der alles andere als sprunghaft ist, hat mit seinem Statement m. E. eindeutig die Königsteiner Erklärung unterstützt. Für jemand, der strikt an der katholischen Lehre festhält, ein Novum, ja fast eine Revolution.
Hier geht es nicht so sehr um die Abtreibungspille - die nach wie vor für Katholikinnen grundsätzlich verboten bleibt, nein, es geht um die Pille und damit um Verhütung - und das ist die Kursänderung des konservativen Würdeträgers. Auf kommende Diskussionen zu diesem Thema darf man gespannt sein.
Wenn man einen Zeitpunkt festlegen möchte, an dem menschliches Leben beginnt, so muss dies immer willkürlich sein. Zwei Zeitpunkte lassen sich klar definieren und kämen damit in Frage: Zum einen eben die Empfängnis, zum anderen die Geburt. Warum soll ein sechs Monate alter Fötus eher Mensch sein als ein zwei Monate alter? Wenn ich menschliches Leben nach einem Monat töten darf, warum nicht auch eine Stunde vor der Geburt? Oder danach?
Ich – kein Katholik – bin der Meinung, man muss bei Abtreibung nicht von Mord reden. Wohl aber von der Tötung menschlichen Lebens. Je nach Moralvorstellung und Umständen kann man es als in Ordnung betrachten, menschliches Leben zu töten. In den meisten Fällen würde ich es ablehnen.
"Die Haltung der katholischen Kirche zu diesen Themen scheint kaum fundiert religiös begründbar und ist auch mit moralischen und sittlichen Argumenten kaum zu unterlegen."
Was ist schon "fundiert religiös begründbar"?
In allen Religionen ist nichts fundiert und schon gar nichts fundiert begründet, sondern alles nur "geglaubt".
Die wahren Beweggründe sind letztlich banale Machterlangung bzw. Machterhaltung.
Aber ansonsten gebe ich Ihnen natürlich Recht.
Der Kölner Kardinal, der alles andere als sprunghaft ist, hat mit seinem Statement m. E. eindeutig die Königsteiner Erklärung unterstützt. Für jemand, der strikt an der katholischen Lehre festhält, ein Novum, ja fast eine Revolution.
Hier geht es nicht so sehr um die Abtreibungspille - die nach wie vor für Katholikinnen grundsätzlich verboten bleibt, nein, es geht um die Pille und damit um Verhütung - und das ist die Kursänderung des konservativen Würdeträgers. Auf kommende Diskussionen zu diesem Thema darf man gespannt sein.
Wenn man einen Zeitpunkt festlegen möchte, an dem menschliches Leben beginnt, so muss dies immer willkürlich sein. Zwei Zeitpunkte lassen sich klar definieren und kämen damit in Frage: Zum einen eben die Empfängnis, zum anderen die Geburt. Warum soll ein sechs Monate alter Fötus eher Mensch sein als ein zwei Monate alter? Wenn ich menschliches Leben nach einem Monat töten darf, warum nicht auch eine Stunde vor der Geburt? Oder danach?
Ich – kein Katholik – bin der Meinung, man muss bei Abtreibung nicht von Mord reden. Wohl aber von der Tötung menschlichen Lebens. Je nach Moralvorstellung und Umständen kann man es als in Ordnung betrachten, menschliches Leben zu töten. In den meisten Fällen würde ich es ablehnen.
"Die Haltung der katholischen Kirche zu diesen Themen scheint kaum fundiert religiös begründbar und ist auch mit moralischen und sittlichen Argumenten kaum zu unterlegen."
Was ist schon "fundiert religiös begründbar"?
In allen Religionen ist nichts fundiert und schon gar nichts fundiert begründet, sondern alles nur "geglaubt".
Die wahren Beweggründe sind letztlich banale Machterlangung bzw. Machterhaltung.
Aber ansonsten gebe ich Ihnen natürlich Recht.
"Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass zwei katholische Kliniken in Köln eine Frau abgewiesen hatten, die fürchtete, betäubt und vergewaltigt wo(R)den zu sein."
da fehlt ein r.
Wer sich darüber so erregt tut mir .... nein. garnicht, der hat immer was zu meckern und schweift vom Thema ab. Da fehlt ein R , ehrlich,
ich glaub ich spinne, hier geht es in 1. Linie um sinnvolle
Beiträge und Meinungen. Gute Orthogaphie ist schön, kann hier doch in einem gewissen Rahmen übersehen werden, weil es um ein bestimmtes Thema geht, was dadurch nicht leiden muss.
Wer sich darüber so erregt tut mir .... nein. garnicht, der hat immer was zu meckern und schweift vom Thema ab. Da fehlt ein R , ehrlich,
ich glaub ich spinne, hier geht es in 1. Linie um sinnvolle
Beiträge und Meinungen. Gute Orthogaphie ist schön, kann hier doch in einem gewissen Rahmen übersehen werden, weil es um ein bestimmtes Thema geht, was dadurch nicht leiden muss.
Der Kölner Kardinal, der alles andere als sprunghaft ist, hat mit seinem Statement m. E. eindeutig die Königsteiner Erklärung unterstützt. Für jemand, der strikt an der katholischen Lehre festhält, ein Novum, ja fast eine Revolution.
Hier geht es nicht so sehr um die Abtreibungspille - die nach wie vor für Katholikinnen grundsätzlich verboten bleibt, nein, es geht um die Pille und damit um Verhütung - und das ist die Kursänderung des konservativen Würdeträgers. Auf kommende Diskussionen zu diesem Thema darf man gespannt sein.
Meisner ist jetzt 79 Jahre alt und mischt sich sicherlich schon lange in die Sexualität anderer Leute ein, und ihm ist JETZT im "Gespräch mit Fachleuten" aufgefallen, dass es Pillen mit unterschiedlichen Wirkungen gibt?
Kondome wirken ganz sicher nicht "frühabtreibend", und doch werden sie von der katholischen Kirche verteufelt. Das Argument ist also Augenwischerei.
Das Problem ist, dass Männer wie Meisner und Ratzinger mit Sex und Partnerschaft etwa so viel Erfahrung haben wie ein Hamster mit dem Tauchen. Kein Wunder, dass da nur weltfremde Theorie bei rauskommen kann.
Es ist ein möglicher finanzieller Verlust (Zuwendungen an Steuergeldern)der zu dem Statement geführt hat, nicht Einsicht in der Sache .Die Katholische Kirche ist bis jetzt eine Welt für sich und es ist oft Druck von aussen der zu Enthüllungen
und Millimeter weise zu Veränderungen führt.
Es gibt immer mehr Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen, die von beiden Kirchen betrieben werden, weil Kommunen den Betrieb ausschreiben. Der Staat bzw. Sozialversicherungen zahlen weiterhin die Kosten. Es gibt jetzt drei Lösungen für die Probleme mit den Tendenzbetrieben.
1. Es werden säkulare Betreiber bevorzugt.
2. Bund oder Länder gründen eine Betriebsgesellschaft, um die Kommunen zu entlasten.
3. Oder der Staat muss die Sonderrechte der Tendenzbetriebe einschränken.
Verdi unterstützt 3. mit Klagen vor Arbeitsgerichten, deren Rechtssprechung sich langsam wandelt.
Die Kommunen könnten bessere Verträge aushandeln. So könnten sie fordern, dass kirchliche Sonderrechte nur auf Priester anzuwenden sind. Staatliches Recht gilt für alle anderen Bediensteten. Kirchenmitglieder dürfen nicht bevorzugt werden (Diskriminierungsverbot). Auch der Leistungsumfang kann festgelegt werden. Keine Einschränkung der Mitarbeiter aufgrund religiöser Dogmen.
Früher waren 50% der Beschäftigten Priester und Pfarrer. Heute sind es nur etwa 10%. Das wäre Grund genug für Politiker, die Sonderrechte der Tendenzbetriebe zu überarbeiten. Wahrscheinlich werden aber zuerst wie in Königswinter die Kommunalpolitiker aktiv werden und den Betreiber wechseln.
Es ist auch bedenklich, dass Berufsberater den MuslimInnen nicht empfehlen, Krankenschwester, Altenpfleger oder andere soziale Berufe zu erlernen, weil sie in kirchlichen Betrieben nicht eingestellt würden!
Kirche braucht den Gewinn!
Es gibt immer mehr Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen, die von beiden Kirchen betrieben werden, weil Kommunen den Betrieb ausschreiben. Der Staat bzw. Sozialversicherungen zahlen weiterhin die Kosten. Es gibt jetzt drei Lösungen für die Probleme mit den Tendenzbetrieben.
1. Es werden säkulare Betreiber bevorzugt.
2. Bund oder Länder gründen eine Betriebsgesellschaft, um die Kommunen zu entlasten.
3. Oder der Staat muss die Sonderrechte der Tendenzbetriebe einschränken.
Verdi unterstützt 3. mit Klagen vor Arbeitsgerichten, deren Rechtssprechung sich langsam wandelt.
Die Kommunen könnten bessere Verträge aushandeln. So könnten sie fordern, dass kirchliche Sonderrechte nur auf Priester anzuwenden sind. Staatliches Recht gilt für alle anderen Bediensteten. Kirchenmitglieder dürfen nicht bevorzugt werden (Diskriminierungsverbot). Auch der Leistungsumfang kann festgelegt werden. Keine Einschränkung der Mitarbeiter aufgrund religiöser Dogmen.
Früher waren 50% der Beschäftigten Priester und Pfarrer. Heute sind es nur etwa 10%. Das wäre Grund genug für Politiker, die Sonderrechte der Tendenzbetriebe zu überarbeiten. Wahrscheinlich werden aber zuerst wie in Königswinter die Kommunalpolitiker aktiv werden und den Betreiber wechseln.
Es ist auch bedenklich, dass Berufsberater den MuslimInnen nicht empfehlen, Krankenschwester, Altenpfleger oder andere soziale Berufe zu erlernen, weil sie in kirchlichen Betrieben nicht eingestellt würden!
Kirche braucht den Gewinn!
Wer sich darüber so erregt tut mir .... nein. garnicht, der hat immer was zu meckern und schweift vom Thema ab. Da fehlt ein R , ehrlich,
ich glaub ich spinne, hier geht es in 1. Linie um sinnvolle
Beiträge und Meinungen. Gute Orthogaphie ist schön, kann hier doch in einem gewissen Rahmen übersehen werden, weil es um ein bestimmtes Thema geht, was dadurch nicht leiden muss.
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