NSU-Prozess: Türkei stellt Neutralität der Münchner Richter infrage
Der für Türken im Ausland zuständige Vizepremier verlangt, dass im NSU-Prozess auch türkische Medien Platz finden. Er wirft den Münchner Richtern Parteinahme vor.
© Daniel Naupold/dpa

Die türkische Zeitung "Hürriyet" titelt am Dienstag: "Türkische Presse nicht erwünscht".
Die türkische Regierung hat das Münchener Oberlandesgericht wegen der Verweigerung fester Sitzplätze für türkische Diplomaten und Medienvertreter beim Prozess gegen die Rechtsterror-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund scharf kritisiert. Da acht der zehn Mordopfer türkische Wurzeln hatten, sei die Türkei direkt betroffen, sagte der für die Auslandstürken zuständige Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag dem Nachrichtensender A Haber. Wenn die Türkei in einem solchen Verfahren nicht vertreten sein könne, "wo denn sonst?", fragte Bozdag.
Er zweifelte an der Unparteilichkeit des Gerichts. Er frage sich, was die Richter im Falle einer objektiven Herangehensweise bei Anwesenheit türkischer Vertreter im Saal zu befürchten hätten, sagte Bozdag. "Das bedeutet doch, dass sie sich fürchten, weil es eine subjektive Haltung gibt."
Die regierungsnahe Zeitung Today's Zaman argumentierte in eine ähnliche Richtung. Sie kommentierte in einem Leitartikel, das Vorgehen des Gerichts zeuge von einer "schützenden Haltung gegenüber Rassisten und rechtsextremen Gruppen" in Deutschland.
Der NSU hatte acht türkischstämmige Migranten, einen griechischen Einwanderer und eine Polizistin ermordet. Der Prozess gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer soll am 17. April beginnen. Das Münchener Oberlandesgericht hatte am Montag die Liste der zugelassenen Medien veröffentlicht. Die Richter gingen strikt nach der Reihenfolge der Anmeldungen vor. Große ausländische Medien etwa aus der Türkei erhielten demnach keinen der 50 garantierten Presse-Sitzplätze. Insgesamt sind 123 Medien akkreditiert. Medien ohne Sitzplatz dürfen nur in den Saal, wenn ein Reporter mit Sitzplatz nicht kommt. Das Gericht lehnte auch ab, dass Medien ihren festen Platz an türkische Zeitungen abgeben. Ebenso hält es eine Videoübertragung des Prozesses in einen anderen Raum des Gerichts für unzulässig.
Das Gericht reservierte unter Verweis auf die Strafprozessordnung auch dem türkischen Botschafter in Berlin, Hüseyin Avni Karslioglu, keinen festen Platz im Saal. Er muss sich jetzt wie alle anderen Besucher in die Warteschlange einreihen.
- Akkreditierung
Am 17. April beginnt der Prozess gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer der rechten Terrorzelle. 123 Redakteure, Reporter und freie Journalisten hatten sich beim Oberlandesgericht München (OLG) um eine Akkreditierung bemüht. Unter ihnen waren acht türkische Medien. Insgesamt vergab das Gericht 50 feste Presse-Plätze. Die Akkreditierungsanträge wurden dabei in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Die Bedingungen zur Akkreditierung wurden mit der Sicherheitsverfügung vom 04.03.2013 öffentlich. Sämtliche Sitzungen finden im Sitzungsaal A 101 im OLG München statt.
- Ablauf am Prozesstag
Für die Akkreditierten stehen im Sitzungssaal insgesamt 50 Sitzplätze zur Verfügung, die an jedem Sitzungstag bis 15 Minuten vor Beginn der Verhandlung für die festgelegten Journalisten reserviert sind. Sollten die Plätze bis dahin nicht eingenommen sein, werden sie an weitere wartende akkreditierte Medienvertreter in der Reihenfolge ihrer Ankunft vor dem Sitzungssaal vergeben. Wenn keine weiteren akkreditierten Medienvertreter warten, werden die freien Sitzplätze an sonstige wartende Zuhörer vergeben. Medienleute, die keinen Sitzplatz gefunden haben, müssen den Sitzungssaal vor Beginn der Sitzung verlassen.
- Akkreditierte Medien
Sieben öffentlich-rechtliche Sender haben einen Platz bekommen: ZDF, Deutschlandfunk und auch die in der ARD zusammengefassten Sender BR, MDR, WDR, SWR, NDR. Auch die Nachrichtenagenturen dpa, dapd und Reuters sind vertreten, ebenso der Münchner Lokalsender Arabella. Eine genaue Liste der beim Prozess zugelassenen Medien und mögliche Nachrücker hat das OLG aus seiner Internetseite veröffentlicht.
Trotz der Haltung der Münchner Richter wollen Botschafter Karlsioglu und auch führende Parlamentarier aus Ankara zur Prozesseröffnung nach München reisen. Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament, Ayhan Sefer Üstün, sagte, er hoffe noch immer auf die Unterstützung durch die deutschen Behörden.
Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) hatte am Mittwoch eine Änderung des Gerichtsverfassungsgesetzes vorgeschlagen, um in künftigen Prozessen zu verhindern, dass Gerichte in ähnliche Zwangslagen kämen. "Ich werde solche Vorschläge machen. Das NSU-Verfahren muss freilich nach geltendem Recht geführt werden", sagte sie.
Wenn das OLG eine Übertragung der Hauptverhandlung in einen anderen Raum aus Rechtsgründen abgelehnt habe, müsse man diese Entscheidung des unabhängigen Gerichts respektieren. Politiker, die andere Lösungen forderten, sollten nicht das Gericht kritisieren, sondern Vorschläge zur Gesetzesänderung einbringen.





"...Trotz der Haltung der Münchner Richter wollen Botschafter Karlsioglu und auch führende Parlamentarier aus Ankara zur Prozesseröffnung nach München reisen. Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament, Ayhan Sefer Üstün, sagte, er hoffe noch immer auf die Unterstützung durch die deutschen Behörden...."
Es gibt nur EINE angemessene Reaktion auf diese Provinzposse: BOYKOTT. Nicht nur des Botschafters, nicht nur durch unsere Medien, auch die Opferangehörigen als Nebenkläger sollten dem Prozess GESCHLOSSEN fernbleiben. Bitte KEINE Türken im Gerichtssaal. Stattdessen macht von Eurem Demonstrationsrecht Gebrauch. Errichtet "Mahnwachen" unter dem Motto "ICH BIN TÜRKE - ICH MUSS DRAUSSEN BLEIBEN."
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au
es ist eine Provinzposse rund um das Gerichtsverfahren. Aber wir Deutschen haben halt dieses Kleinkarierte mit der Muttermilch aufgesogen. (Meine Kinder haben eine englische Mutter - ja, so macht mans ...)
Und jetzt zu Ihnen, fse69: Ihr Auftreten in diesem Forum macht den Unterschied. Sie dürfen sich hier frei - im Rahmen der üblichen ZO-Regeln frei äußern. Und das ist auch gut so. (Damit meine ich weniger die redaktionellen Reglementierungen). Aber, wäre eine so freimütige Meinungsäußerung in der Türkei in dortigen Medien/Foren auch möglich? Ganz gleich, ob durch Türken oder Nicht-Türken?. Ich bezweifele dies, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
um draußen zu bleiben, ist es ...ach ja... zu spät...
wer sich rechtzeitig akkreditiert hat, hat auch einen platz im gerichtssaal, egal ob türke oder nicht.
es sind keine türkischen medienvertreter ausgeschlossen worden, wie man in einigen beiträgen lesen kann. vielmehr haben auch viele andere medienvertreter keine plätze mehr bekommen.
ich würde gern mal sehen, was passieren würde, wenn deutsche politiker einen türkischen strafprozess kommentieren oder die unabhängigkeit eines türkischen gerichts in frage stellen würden.
warum beschäftigt sich der ausschuss für menschenrechte des türkischen parlaments nicht mit vorfällen in eigenen land? amnesty international beurteilt die lage sehr kritisch.
da man weder den opfern, den angehörigen, den ermittlern, noch den medien bei diesem thema auf augenhöhe begegnet ist, muss man sich zumindest den vorwurf gefallen lassen, dass dies nun auch mit medienvertretern aus dem (betroffenen) ausland geschieht. vollkommen unerheblich, wieso wir permanent so unnachvollziehbar reagieren, wie wir es letztendlich tun.
es ist allerdings beeindruckend, zu welchen anlässen - und seien sie noch so unangemessen - die üblichen verdächtigen mit ihrem rhetorikbaukasten aus opfer-rolle, nationalstolz und drohendem zeigefinger unter ihrem stein hervorgekrochen kommen, um aus einem nazi-serienmordprozess eine debatte über angeblich unpünktliche türkische journalisten zu machen, die ordnungsliebende deutsche zu diskriminieren. zu sowas gehört schon eine ordentliche portion kaltschnäuzigkeit und/oder dummheit.
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/au
es ist eine Provinzposse rund um das Gerichtsverfahren. Aber wir Deutschen haben halt dieses Kleinkarierte mit der Muttermilch aufgesogen. (Meine Kinder haben eine englische Mutter - ja, so macht mans ...)
Und jetzt zu Ihnen, fse69: Ihr Auftreten in diesem Forum macht den Unterschied. Sie dürfen sich hier frei - im Rahmen der üblichen ZO-Regeln frei äußern. Und das ist auch gut so. (Damit meine ich weniger die redaktionellen Reglementierungen). Aber, wäre eine so freimütige Meinungsäußerung in der Türkei in dortigen Medien/Foren auch möglich? Ganz gleich, ob durch Türken oder Nicht-Türken?. Ich bezweifele dies, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.
um draußen zu bleiben, ist es ...ach ja... zu spät...
wer sich rechtzeitig akkreditiert hat, hat auch einen platz im gerichtssaal, egal ob türke oder nicht.
es sind keine türkischen medienvertreter ausgeschlossen worden, wie man in einigen beiträgen lesen kann. vielmehr haben auch viele andere medienvertreter keine plätze mehr bekommen.
ich würde gern mal sehen, was passieren würde, wenn deutsche politiker einen türkischen strafprozess kommentieren oder die unabhängigkeit eines türkischen gerichts in frage stellen würden.
warum beschäftigt sich der ausschuss für menschenrechte des türkischen parlaments nicht mit vorfällen in eigenen land? amnesty international beurteilt die lage sehr kritisch.
da man weder den opfern, den angehörigen, den ermittlern, noch den medien bei diesem thema auf augenhöhe begegnet ist, muss man sich zumindest den vorwurf gefallen lassen, dass dies nun auch mit medienvertretern aus dem (betroffenen) ausland geschieht. vollkommen unerheblich, wieso wir permanent so unnachvollziehbar reagieren, wie wir es letztendlich tun.
es ist allerdings beeindruckend, zu welchen anlässen - und seien sie noch so unangemessen - die üblichen verdächtigen mit ihrem rhetorikbaukasten aus opfer-rolle, nationalstolz und drohendem zeigefinger unter ihrem stein hervorgekrochen kommen, um aus einem nazi-serienmordprozess eine debatte über angeblich unpünktliche türkische journalisten zu machen, die ordnungsliebende deutsche zu diskriminieren. zu sowas gehört schon eine ordentliche portion kaltschnäuzigkeit und/oder dummheit.
ist nach der Vorgeschichte nur allzu berechtigt.
...haben sich mit der NSU schon Gerichte befasst?
...haben sich mit der NSU schon Gerichte befasst?
Es ist einfach nur noch furchtbar, was sich türkische Medien und Offizielle erlauben. Deutschland ist kein Bananenstaat (jedenfalls nicht in allen Bereichen). Wir haben Prozessordnungen. Es ist eben gerade das Zeichen eines Rechtsstaats, dass man die Verfahrensregel nicht für einen beliebigen Fall ändert, auch wenn dieser ein besonders schreckliches Verbrechen betrifft. Die Damen mag schuldig sein, aber in unserem Land erst wenn es das Gericht sagt. Nicht wenn es die (türkischen) Medien sagen.
Haben die türkischen Medien / Offiziellen eigentlich verstanden, dass derjenige, der die Presseakkreditierung vornimmt nicht der verhandelnde Richter ist?
In Deutschland kann eben nicht mal ein Herr X Botschafter, weil er Botschafter ist einen Sonderstatus bekommen. Nach deutschem Recht könnte nicht mal Herr Gauck, oder Frau Merkel einen Sonderstatus bekommen. Wenn das in der Türkei anders ist, dann spricht das nicht unbedingt für die Unabhängigkeit türkischer Gerichte. Von dieser "Unabhängigkeit" können genügt Menschen ein Lied singen.
"...In Deutschland kann eben nicht mal ein Herr X Botschafter, weil er Botschafter ist einen Sonderstatus bekommen. ..."
... hat ein Botschafter grundsätzlich einen "Sonderstatus", was denn sonst?
Der Kachelmann-Prozess hat doch gezeigt, dass es auch anders geht. Sind schweizer Bürger bessere Menschen oder wieso kann man, wenn es um schweizer Bürger geht, ein Extra-Kontingent für schweizer Journalisten reservieren, wenn aber Türken ermordet wurden, obwohl man dies hätte verhindern können, wenn es nicht ein komplettes Totalversagen der deutschen Behörden gegeben hätte, dann hält man es nicht für erforderlich, Plätze für türkische Medien vorzuhalten.
Es war die deutsche Justitz und deutsche Staatsanwaelte, die deutsche Polizei mit Unterstuetzung krimmineller, unkontrollierter deutscher V-Leute und deutschen Innenministern (Plural) die ueber 10 Jahre wirklich voellig versagt haben und gar in einer bislang beispiellosen Art und Weise, Opfer zu Taetern gemacht haben. Der Begriff Bananenrepublik ist angesichts solcher Fehlleistungen, noch sehr milde. Wenn das in einem Rechtsstaat ein beliebiger Fall sein sollte, dann aber gute Nacht.
Diese meisten Kommentare hier zeigen eigentlich nur eines, Deutschland hat sich nicht geaendert und ist ein auslaenderfeindliches Land geblieben, von politischem Instinkt gar nicht zu reden. Deutschland ist dabei sich immer mehr zu isolieren und merkt es nicht mal.
Nochmals für den fse69,
natürlich hat der Botschafter Sonderrechte, diese sind aber bei weitem nicht so weiterreichend, dass er sich Kraft seines Amtes bevorzugten Zugang zu einem Gerichtsverfahren, beschaffen kann. Ich denke das wissen Sie auch.
Nach StPO mag das Gericht wohl korrekt gehandelt zu haben. Die Kritik aus der Tuerkei ist aber aus meiner Sicht durchaus verstaendlich. Es macht keinen guten Eindruck, wenn in der Tuerkei der Eindruck entsteht, tuerkische Medien wuerden - aus welchen gruenden auch immer - von der Berichterstattung ausgeschlossen.
Stellen Sie sich doch mal den umgekehrten Fall vor. Eine fanatische kleine Gruppe Rechtsradikaler macht ueber Jahre hinweg in der Tuerkei Jagd auf Deutsche. Anstatt 1 und 1 zusammenzuzaehlen, beschuldigt die tuerkische Polizei die Opfer, Kontakte zum organisierten Verbrechen gehabt zu haben und ermittelt nur in diese Richtung. Nach vielen Jahren kommt endlich der ganze Skandal ans Tageslicht: der offensichtliche xenophobe Hintergrund der Mordserie wurde systematisch vertuscht, Hinweisen nicht nachgegangen, weitere Taten nicht verhindert.
Und dann, sozusagen als Kroenung, schliesst man bei der Tatverhandlung deutsche Medienvertreter aus. Den (berechtigten) Aufschrei in Deutschland moecht ich hoeren!
Nochmal: eine absolut nachvollziehbare Forderung. Hier geht's nicht ums Rechthaben, sondern darum, den Ruf Deutschlands nicht noch weiter zu beschaedigen.
Vielleicht waere eine Verlegung in einen groesseren Saal moeglich, um auch tuerkische Medienvertreter zu beruecksichtigen. Dringend notwendig waere es auf jeden Fall.
na, da wäre ich doch nicht ganz so forsch...
Sie singen das Hohe Lied der unabhängigen bayerischen Richter. Vielleicht ist da doch nicht alles so, wie es sein soll, könnte das nicht auch sein?
Ah, ja, nee, ist klar. So wie sie an den Vorgaben festhalten, ist anzunehmen, dass sie nie Regeln aus gesundem Menschenverstand brechen.
Sie gehen wahrscheinlich nie über eine rote Ampel, wenn dort kein Verkehr herrscht, fahren niemals schneller als es erlaubt ist, halten penibel alle Recyling-Regeln ein, etc etc...
Dass hier der gesunde Menschenverstand nicht angewandt wird, nur weil angeblich Regeln im Weg stehen ist lächerlich und dieses "wie Du mir so ich Dir" ("Von dieser "Unabhängigkeit" können genügt Menschen ein Lied singen.") ist dermassen erbärmlich....
Wie der Artikel schon schreibt, gibt es aber noch die Topf-Methode oder die Quotenmethode. Das aus dem Mittelalter stammende "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" dürfte sich vielleicht für unwichtige Prozesse anbieten, bei dem eh niemand erwartet wird, nicht für derart wichtige, bei denen die Welt auf Deutschland schaut. Wenn das ausgewählte Gericht sich schon bei der Vergabe der Sitzplätze dermaßen stur und willkürlich verhält, ist es für dieses Verfahren ohnehin ungeeignet.
"...In Deutschland kann eben nicht mal ein Herr X Botschafter, weil er Botschafter ist einen Sonderstatus bekommen. ..."
... hat ein Botschafter grundsätzlich einen "Sonderstatus", was denn sonst?
Der Kachelmann-Prozess hat doch gezeigt, dass es auch anders geht. Sind schweizer Bürger bessere Menschen oder wieso kann man, wenn es um schweizer Bürger geht, ein Extra-Kontingent für schweizer Journalisten reservieren, wenn aber Türken ermordet wurden, obwohl man dies hätte verhindern können, wenn es nicht ein komplettes Totalversagen der deutschen Behörden gegeben hätte, dann hält man es nicht für erforderlich, Plätze für türkische Medien vorzuhalten.
Es war die deutsche Justitz und deutsche Staatsanwaelte, die deutsche Polizei mit Unterstuetzung krimmineller, unkontrollierter deutscher V-Leute und deutschen Innenministern (Plural) die ueber 10 Jahre wirklich voellig versagt haben und gar in einer bislang beispiellosen Art und Weise, Opfer zu Taetern gemacht haben. Der Begriff Bananenrepublik ist angesichts solcher Fehlleistungen, noch sehr milde. Wenn das in einem Rechtsstaat ein beliebiger Fall sein sollte, dann aber gute Nacht.
Diese meisten Kommentare hier zeigen eigentlich nur eines, Deutschland hat sich nicht geaendert und ist ein auslaenderfeindliches Land geblieben, von politischem Instinkt gar nicht zu reden. Deutschland ist dabei sich immer mehr zu isolieren und merkt es nicht mal.
Nochmals für den fse69,
natürlich hat der Botschafter Sonderrechte, diese sind aber bei weitem nicht so weiterreichend, dass er sich Kraft seines Amtes bevorzugten Zugang zu einem Gerichtsverfahren, beschaffen kann. Ich denke das wissen Sie auch.
Nach StPO mag das Gericht wohl korrekt gehandelt zu haben. Die Kritik aus der Tuerkei ist aber aus meiner Sicht durchaus verstaendlich. Es macht keinen guten Eindruck, wenn in der Tuerkei der Eindruck entsteht, tuerkische Medien wuerden - aus welchen gruenden auch immer - von der Berichterstattung ausgeschlossen.
Stellen Sie sich doch mal den umgekehrten Fall vor. Eine fanatische kleine Gruppe Rechtsradikaler macht ueber Jahre hinweg in der Tuerkei Jagd auf Deutsche. Anstatt 1 und 1 zusammenzuzaehlen, beschuldigt die tuerkische Polizei die Opfer, Kontakte zum organisierten Verbrechen gehabt zu haben und ermittelt nur in diese Richtung. Nach vielen Jahren kommt endlich der ganze Skandal ans Tageslicht: der offensichtliche xenophobe Hintergrund der Mordserie wurde systematisch vertuscht, Hinweisen nicht nachgegangen, weitere Taten nicht verhindert.
Und dann, sozusagen als Kroenung, schliesst man bei der Tatverhandlung deutsche Medienvertreter aus. Den (berechtigten) Aufschrei in Deutschland moecht ich hoeren!
Nochmal: eine absolut nachvollziehbare Forderung. Hier geht's nicht ums Rechthaben, sondern darum, den Ruf Deutschlands nicht noch weiter zu beschaedigen.
Vielleicht waere eine Verlegung in einen groesseren Saal moeglich, um auch tuerkische Medienvertreter zu beruecksichtigen. Dringend notwendig waere es auf jeden Fall.
na, da wäre ich doch nicht ganz so forsch...
Sie singen das Hohe Lied der unabhängigen bayerischen Richter. Vielleicht ist da doch nicht alles so, wie es sein soll, könnte das nicht auch sein?
Ah, ja, nee, ist klar. So wie sie an den Vorgaben festhalten, ist anzunehmen, dass sie nie Regeln aus gesundem Menschenverstand brechen.
Sie gehen wahrscheinlich nie über eine rote Ampel, wenn dort kein Verkehr herrscht, fahren niemals schneller als es erlaubt ist, halten penibel alle Recyling-Regeln ein, etc etc...
Dass hier der gesunde Menschenverstand nicht angewandt wird, nur weil angeblich Regeln im Weg stehen ist lächerlich und dieses "wie Du mir so ich Dir" ("Von dieser "Unabhängigkeit" können genügt Menschen ein Lied singen.") ist dermassen erbärmlich....
Wie der Artikel schon schreibt, gibt es aber noch die Topf-Methode oder die Quotenmethode. Das aus dem Mittelalter stammende "wer zuerst kommt, mahlt zuerst" dürfte sich vielleicht für unwichtige Prozesse anbieten, bei dem eh niemand erwartet wird, nicht für derart wichtige, bei denen die Welt auf Deutschland schaut. Wenn das ausgewählte Gericht sich schon bei der Vergabe der Sitzplätze dermaßen stur und willkürlich verhält, ist es für dieses Verfahren ohnehin ungeeignet.
und die Bundesregierung ist nicht in der Lage ein paar Plätze zur Verfügung zu stellen.
Ein riesiges Armutszeugnis für Deutschland.
... darin, dass es bei vielen nicht nur an der Wertschätzung der Gewaltenteilung fehlt, sondern sie manchen offenbar völlig unbekannt ist.
oder die Foristen entscheiden über die Verteilung der Sitzplätze, sondern das Gericht. Die Öffentlichkeit wird ausreichend informiert. Was wollen Sie noch?
Einen Schauprozess mit Todesstrafe als krönenden Abschluss?
die bundesregierung hat mit der rechtsprechung in deutschland nichts zu tun, [...]. man nennt das gewaltenteilung...
die gerichte in deutschland sind unabhängig, auch gegenüber druck von ausländischen ploitikern und medien.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik. Danke, die Redaktion/sam
Sie haben das Problem offenbar überhaupt nicht verstanden.
... darin, dass es bei vielen nicht nur an der Wertschätzung der Gewaltenteilung fehlt, sondern sie manchen offenbar völlig unbekannt ist.
oder die Foristen entscheiden über die Verteilung der Sitzplätze, sondern das Gericht. Die Öffentlichkeit wird ausreichend informiert. Was wollen Sie noch?
Einen Schauprozess mit Todesstrafe als krönenden Abschluss?
die bundesregierung hat mit der rechtsprechung in deutschland nichts zu tun, [...]. man nennt das gewaltenteilung...
die gerichte in deutschland sind unabhängig, auch gegenüber druck von ausländischen ploitikern und medien.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik. Danke, die Redaktion/sam
Sie haben das Problem offenbar überhaupt nicht verstanden.
waren durchaus noch türkische Staatsangehörige - und das dürfte sich eigentlich nach den letzten Tagen auch herumgesprochen haben.
Abgesehen davon, dass die Wahrnehmung von Deutschen türkischer Herkunft als Deutsche sich vor allem in Deutschland nicht durchgesetzt hat - in der Türkei werden sie als "Deutschländer" bezeichnet...
ausschliesslich auf den text dieses artikels.
zitat:"Da acht der zehn Mordopfer türkische Wurzeln hatten, sei die Türkei direkt betroffen, ..."
ich sprech auch nicht aus der sicht der türken, da ich keiner bin. ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal wie sie die leute sehen die hier eingewandert sind. meine aussage in meine kommentar war lediglich, das dies , wo es ja von den (deutschen(?)) medien verbreitet wird, eher wieder die unterschiede zwischen deutschen und deutschen hervorhebt. was die sichtweisen angeht ist mir das ehrlich gesagt schnuppe, darauf zielte mein kommentar auch nicht.
ausschliesslich auf den text dieses artikels.
zitat:"Da acht der zehn Mordopfer türkische Wurzeln hatten, sei die Türkei direkt betroffen, ..."
ich sprech auch nicht aus der sicht der türken, da ich keiner bin. ist mir ehrlich gesagt auch ziemlich egal wie sie die leute sehen die hier eingewandert sind. meine aussage in meine kommentar war lediglich, das dies , wo es ja von den (deutschen(?)) medien verbreitet wird, eher wieder die unterschiede zwischen deutschen und deutschen hervorhebt. was die sichtweisen angeht ist mir das ehrlich gesagt schnuppe, darauf zielte mein kommentar auch nicht.
"...In Deutschland kann eben nicht mal ein Herr X Botschafter, weil er Botschafter ist einen Sonderstatus bekommen. ..."
... hat ein Botschafter grundsätzlich einen "Sonderstatus", was denn sonst?
aber nicht vor Gericht. Da ist er eine Person wie jeder andere Bürger.
Sie wissen sehr wohl, dass der Sonderstatus "Botschafter" sehr genau definiert ist und damit auch klar festgelegt ist wo er besondere Privilegien hat und wo nicht.
Sparen Sie sich also dieses Scheinargument.
aber nicht vor Gericht. Da ist er eine Person wie jeder andere Bürger.
Sie wissen sehr wohl, dass der Sonderstatus "Botschafter" sehr genau definiert ist und damit auch klar festgelegt ist wo er besondere Privilegien hat und wo nicht.
Sparen Sie sich also dieses Scheinargument.
...gesunder Menschenverstand und Rechtstaatlichkeit gegenseitig im Wege stehen...
herr özdemir beklagt, dass das gericht bei der vergabe der presseplätze "wohl zu sehr auf die paragraphen geschaut hat". er wünscht sich vom gericht mehr "gesunden menschenverstand".
vielleicht ist das in anderen ländern anders, aber ich finde es doch beruhigend, dass das verfahren in deutschland der strafprozessordnung folgt. [...]
vor gericht gelten also paragraphen, es wird nach geltendem recht entschieden. dagegen kann man nichts haben, wenn man sich als aufgeklärter demokrat in einer modernen gesellschaft versteht. oder?
[...]
hier wird massiv versucht, noch vor beginn des prozesses meinung zu machen, und den prozessverlauf zu beeinflussen. das ist undemokratisch, und erinnert an nichts gutes...
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Polemik. Danke, die Redaktion/sam
herr özdemir beklagt, dass das gericht bei der vergabe der presseplätze "wohl zu sehr auf die paragraphen geschaut hat". er wünscht sich vom gericht mehr "gesunden menschenverstand".
vielleicht ist das in anderen ländern anders, aber ich finde es doch beruhigend, dass das verfahren in deutschland der strafprozessordnung folgt. [...]
vor gericht gelten also paragraphen, es wird nach geltendem recht entschieden. dagegen kann man nichts haben, wenn man sich als aufgeklärter demokrat in einer modernen gesellschaft versteht. oder?
[...]
hier wird massiv versucht, noch vor beginn des prozesses meinung zu machen, und den prozessverlauf zu beeinflussen. das ist undemokratisch, und erinnert an nichts gutes...
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf provozierende Polemik. Danke, die Redaktion/sam
Wie wäre es, wenn irgendwo in "Muslimistan" zehn Deutsche (noch schlimmer: Bayern) ermordet worden wären und die deuschen Medien zur Hauptverhandlung gegen die mutmaßlichen Mörder nicht bevorzugt zugelassen worden wären?
Fassen wir es schlicht zusammen: Was in München geschen ist und geschieht, schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt.
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/au
das heftig. Das Beispiel Kachelmann hat ja gezeigt, daß es auch anders ginge.....wenn man denn wollte.
Man will wohl aber nicht.
Bei der Vorgeschichte des Falles und den Fakten ist es in meinen Augen völlig normal, daß türkische Journalisten und der türkische Botschafter an diesem Prozeß teilnehmen.
Im umgekehrten Fall möchte ich nicht wissen, wie sich hier die Deutschen entrüsten würden, wenn in der Türkei keine deutsche Presse im Falle eines Prozesses gestattet wäre - da wäre sicher ein heftiger shitstorm fällig.
Es macht wirklich den Eindruck, man möchte die türkische Presse draußen halten - und dafür sollte Deutschland sich schämen (vom Gericht in München ganz abgesehen).
Entfernt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/au
das heftig. Das Beispiel Kachelmann hat ja gezeigt, daß es auch anders ginge.....wenn man denn wollte.
Man will wohl aber nicht.
Bei der Vorgeschichte des Falles und den Fakten ist es in meinen Augen völlig normal, daß türkische Journalisten und der türkische Botschafter an diesem Prozeß teilnehmen.
Im umgekehrten Fall möchte ich nicht wissen, wie sich hier die Deutschen entrüsten würden, wenn in der Türkei keine deutsche Presse im Falle eines Prozesses gestattet wäre - da wäre sicher ein heftiger shitstorm fällig.
Es macht wirklich den Eindruck, man möchte die türkische Presse draußen halten - und dafür sollte Deutschland sich schämen (vom Gericht in München ganz abgesehen).
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren