Bundeswehr-Einsatz : Deutscher Soldat bei Gefecht in Afghanistan getötet

Aufständische haben im Norden Afghanistans auf Isaf-Truppen geschossen. Dabei starb ein deutscher Soldat. Er gehörte der Elitetruppe KSK an.
Isaf-Soldat der Bundeswehr ©Johannes Eisele/dpa

Erstmals seit fast zwei Jahren ist ein Bundeswehrsoldat im Afghanistan-Einsatz getötet worden. Er sei bei einem Angriff von Aufständischen im Norden des Landes umgekommen, teilte die Bundeswehr mit. Ein weiterer deutscher Soldat sei verwundet worden. Die Angehörigen seien informiert worden.

Der getötete Soldat habe der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) angehört. "Es ist der erste KSK-Soldat, der in Afghanistan gefallen ist", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière. "Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht. Sie erschüttert uns alle." Die Bundeswehr und ganz Deutschland trauerten um den gefallenen Soldaten, sagte der Minister. 

Deutsche Spezialkräfte hätten laut Bundeswehr eine afghanische Operation nördlich des Außenpostens OP North in der Provinz Baghlan unterstützt. Als Aufständische die Soldaten beschossen hätten, habe das Militär Luftunterstützung angefordert.

Anschließend seien Soldaten vorgerückt, um die Schäden des Luftschlags zu untersuchen. Dabei seien sie erneut beschossen worden. "Zu Verlusten aufseiten der afghanischen Kräfte liegen noch keine abschließenden Informationen vor", heißt es in dem Bericht. "Vermutlich wurden mehrere Aufständische getötet." Zivilisten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Nachricht "mit Trauer und Betroffenheit" aufgenommen. Ihre tiefe Anteilnahme gelte den Angehörigen, ließ sie mitteilen. Dem verletzten Soldaten wünschte die Kanzlerin eine vollständige und rasche Genesung.

Ebenfalls am Samstag waren in Afghanistan sieben US-Soldaten getötet worden. Fünf davon starben bei einem Anschlag im Süden des Landes. Im Westen erschoss ein afghanischer Soldat zwei US-Kameraden. Der Samstag war damit der verlustreichste Tag für die internationale Schutztruppe Isaf seit Jahresbeginn.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

60 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Von wegen im Lager rumsitzen..

Vielleicht sollten Sie sich ein bisschen genauer informieren was unsere Truppen in Afghanistan so alles treiben.. ! Das ist keine Klassenfahrt ins grüne wo man den ganzen tag im Lager rumhängt. Die Kameraden vom Stab sind meistens im Lager okay das muss ich zugeben aber der Rest ist täglich auf den Straßen unterwegs und geht seiner Arbeit nach. Wir Pflegen den Kontakt zu den umliegenden Dörfern, sichern Kreuzungen und Brücken oder Kämpfen gegen wahnsinnige die sich in die Luft jagen und Unschuldige Menschen töten. Meinen Sie denn nicht das man da der Bevölkerung in Afghanistan helfen muss ? Wir könnten uns sicherlich auch was besseres Vorstellen als Monatelang im Dreck zu sitzen und vielleicht einen unseren Kameraden Fallen zu sehen..! Würden Sie das mit unseren Augen sehen hätten Sie die Kackstatistik nicht hier reingestellt sondern eher ihr Beileid an die Familien der gefallen bekundet ! Es ist keine schöne Aufgabe die wir haben aber es gibt immer wieder kleine Anzeichen dafür das die "normale Afghanische Bevölkerung" es uns doch dankt auf ihre eigene komische weise. Bringt uns zwar nichts aber es sind diese kleinen Momente die es ertragbarer machen.. Es wär schön wenn wir von der Deutschen Bevölkerung etwas mehr Rückhalt und weniger solch dummer naiver Bemerkungen bekommen würden. Wir KÄMPFEN ja auch für euch !
(Jaja ich weiß ihr habt uns nicht darum gebeten)

Mfg

HG Mueller
Feldjäger