Erstmals seit fast zwei Jahren ist ein Bundeswehrsoldat im Afghanistan-Einsatz getötet worden. Er sei bei einem Angriff von Aufständischen im Norden des Landes umgekommen, teilte die Bundeswehr mit. Ein weiterer deutscher Soldat sei verwundet worden. Die Angehörigen seien informiert worden.

Der getötete Soldat habe der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte (KSK) angehört. "Es ist der erste KSK-Soldat, der in Afghanistan gefallen ist", sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière. "Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht. Sie erschüttert uns alle." Die Bundeswehr und ganz Deutschland trauerten um den gefallenen Soldaten, sagte der Minister. 

Deutsche Spezialkräfte hätten laut Bundeswehr eine afghanische Operation nördlich des Außenpostens OP North in der Provinz Baghlan unterstützt. Als Aufständische die Soldaten beschossen hätten, habe das Militär Luftunterstützung angefordert.

Anschließend seien Soldaten vorgerückt, um die Schäden des Luftschlags zu untersuchen. Dabei seien sie erneut beschossen worden. "Zu Verlusten aufseiten der afghanischen Kräfte liegen noch keine abschließenden Informationen vor", heißt es in dem Bericht. "Vermutlich wurden mehrere Aufständische getötet." Zivilisten seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Nachricht "mit Trauer und Betroffenheit" aufgenommen. Ihre tiefe Anteilnahme gelte den Angehörigen, ließ sie mitteilen. Dem verletzten Soldaten wünschte die Kanzlerin eine vollständige und rasche Genesung.

Ebenfalls am Samstag waren in Afghanistan sieben US-Soldaten getötet worden. Fünf davon starben bei einem Anschlag im Süden des Landes. Im Westen erschoss ein afghanischer Soldat zwei US-Kameraden. Der Samstag war damit der verlustreichste Tag für die internationale Schutztruppe Isaf seit Jahresbeginn.