Die Maschine des bolivianischen Präsidenten Morales auf dem Flughafen Wien-Schwechat. © Heinz-Peter Bader/Reuters

Die Maschine des bolivianischen Präsidenten Evo Morales hat am Dienstagabend unplanmäßig in Wien landen müssen. Sie kam aus Moskau. Hintergrund war laut der Regierung in La Paz die Vermutung, dass der Whistleblower Edward Snowden an Bord sei. Das sei allerdings nicht der Fall gewesen.

Wie die bolivianische Regierung mitteilte, hatten zuvor Frankreich und Portugal die Überflugrechte verweigert. Grund seien "unbegründete Verdächtigungen" gewesen, dass sich der von den USA gesuchte Ex-Geheimdienstler an Bord befinde, sagte Außenminister David Choquehuanca.  

Auf der privat betriebenen Netzseite flightradar24.com ist zu erkennen, wie die Maschine vom Typ Dassault Falcon900EX mit der Kennung FAB-001 in Moskau um 18.35 Uhr deutscher Zeit startet und über Weißrussland, Polen und Tschechien nach Österreich fliegt. Sie ist schon fast in Salzburg, da dreht sie über den Alpen plötzlich um nach Osten und landet schließlich in Wien-Schwechat.   

Ein Sprecher des österreichischen Außenministeriums sagte ebenfalls, Snowden sei nicht an Bord gewesen.

Zwischenlandung in Lissabon geplant

Nach Angaben von Boliviens Verteidigungsminister Rubén Saavedra korrigierte Frankreich schließlich seine Entscheidung und gewährte dem Flugzeug von Morales schließlich doch das Überflugrecht. Die Regierung in Paris habe so ihren Fehler zugegeben, sagte Saavedra dem venezolanischen Fernsehsender Telesur. Ihm zufolge blieben allerdings Portugal, Italien und Spanien bei ihrem Nein zu einem Überflug. 

Der Flug FAB1 des bolivianischen Präsidenten Morales © Screenshot/Flightradar24 AB

Zuvor hatte Saavedra dem staatlichen Radiosender Patria Nueva berichtet, die Präsidentenmaschine hätte französischen Luftraum überfliegen und eine Zwischenlandung in Lissabon einlegen wollen. Als das Flugzeug bereits in der Luft war, seien sie informiert worden, dass es den französischen Luftraum nicht überfliegen könne. Deshalb sei die Maschine in Wien gelandet.

Venezuela äußert Verständnis für Snowden

Venezuelas Regierung kritisierte Frankreich und Portugal für den Entzug der Überflugrechte. Dies sei eine Verletzung der Immunität, die jedem Staatschef zustehe, sagte Außenminister Elías Jaua.

Snowdens Hoffnungen könnten sich auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro konzentrieren, der sich zurzeit ebenfalls in Moskau aufhält. Maduro sagte, Venezuela habe noch keinen Asylantrag Snowdens erhalten. Er verteidigte aber den früheren NSA-Systemanalysten. "Wer muss Snowden schützen? Das ist die Frage. Dieser junge Mann von 29 Jahren war tapfer genug zu sagen, wir müssen die Welt vor der imperialistischen amerikanischen Elite schützen. Wer soll ihn also schützen? Die ganze Menschheit, Menschen in aller Welt müssen ihn schützen."