Der syrische Machthaber Baschar al-Assad und Russland haben die USA und den Westen vor einer Militäroffensive in Syrien gewarnt. Assad sagte der russischen Zeitung Iswestija, die USA würden bei einem militärischen Eingreifen in seinem Land einen "Fehlschlag" erleiden, "genau wie in allen früheren Kriegen, die sie angefangen haben, vom Vietnamkrieg bis in die heutige Zeit".

Assad bestritt, im Bürgerkrieg Chemiewaffen gegen seine Gegner einzusetzen. "Das ist Nonsens", sagte Assad. Den USA warf er vor, erst entsprechende Anschuldigungen zu formulieren und dann Beweise zu sammeln. Assad hatte am Wochenende überraschend zugestimmt, UN-Inspekteure die Lage vor Ort untersuchen zu lassen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte ebenfalls vor einer US-Militäraktion in Syrien. Lawrow habe US-Außenminister John Kerry gesagt, dass ein solches Vorgehen "extrem gefährliche Folgen" haben würde, teilte das Außenministerium in Moskau mit. In einem Telefongespräch am Sonntag habe Lawrow Kerry erklärt, seine Regierung sei "zutiefst besorgt" über jüngste Äußerungen aus Washington zu einem möglichen Eingreifen der US-Armee in Syrien. Dies könne schwerwiegende Folgen für "die ganze Region des Nahen Ostens und Nordafrikas" haben, sagte Lawrow.

Assad sagte der Iswestija, das Szenario der arabischen Revolutionen habe sich überholt. "Wenn jemand davon träumt, aus Syrien eine Marionette des Westens zu machen, dann wird es das nicht geben. Wir sind ein unabhängiger Staat", sagte Assad. "Was in Syrien passiert, ist keine Volksrevolution und keine Forderung nach Reform. Das ist Terrorismus."

Er forderte ein Ende des Waffenschmuggels sowie der Entsendung immer neuer islamistischer Rebellen zu Kämpfen in Syrien. "Wenn dieser Schritt vollzogen ist, wird es viel leichter werden, einen politischen Dialog mit allen syrischen Seiten über die Zukunft des Staates, der Gesetze und der Verfassung zu organisieren," sagte Assad.

Assad sagte, Russland erfülle seine Rüstungsverträge mit Syrien. "Russland stellt Syrien das bereit, was erforderlich ist, um sein Volk zu schützen", sagte Assad, ohne Details zu nennen. Russland hatte unter anderem die Lieferung von S-300-Abwehrsystemen zugesichert.