Chinas Außenminister Wang Yi (rechts) und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius © Wang Zhao/AP

Nach mehreren westlichen Staaten hat auch China den Abrüstungsplan für Syriens Chemiewaffen begrüßt. "Dieses Abkommen wird ermöglichen, die Spannungen in Syrien zu reduzieren", sagte Außenminister Wang Yi bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Peking. Die von den USA und Russland ausgehandelte Vereinbarung ermögliche eine friedliche Lösung. Der Syrien-Konflikt müsse mit diplomatischen Mitteln im Rahmen der Vereinten Nationen und des Sicherheitsrates beigelegt werden. 

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hatten sich in Genf auf einen Plan zur Vernichtung aller syrischen Chemiewaffen verständigt. Innerhalb einer Woche muss das Regime von Baschar al-Assad seine Arsenale an Chemiewaffen auflisten. Bis spätestens Mitte 2014 sollen die Waffen dann außerhalb des Landes zerstört werden.

Der Abrüstungsplan fand international breite Zustimmung unter anderem bei UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Großbritanniens Außenminister William Hague.

Die syrische Opposition hingegen lehnt die Vereinbarung ab und will weiter gegen die Regierung von Assad kämpfen. In den USA kam Kritik von den einflussreichen republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham. Die Regierung in Damaskus werde die Vereinbarung nutzen, um Zeit zu schinden und die Weltgemeinschaft zu täuschen, teilten die Politiker in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Der Plan sei "der Beginn einer diplomatischen Sackgasse". Beide Senatoren befürworten einen Angriff auf Syrien als Strafe für den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen durch die Regierung.

Ganz ausgeschlossen ist ein Angriff auf Syrien noch nicht. US-Präsident Barack Obama nannte die Genfer Einigung zwar einen "wichtigen konkreten Schritt". Doch drohte er erneut mit einem Eingreifen, sollte Syrien die Zusammenarbeit verweigern.  

Iran sieht Funken von Vernunft bei den USA

Für den Iran zeigt die russisch-amerikanische Übereinkunft ein "Minimum von Vernunft" bei den USA. "Wir hatten immer gehofft, dass die Amerikaner noch ein Minimum an Vernunft haben und in Syrien keine militärischen Maßnahmen ergreifen", sagte Parlamentspräsident Ali Laridschani der Nachrichtenagentur ISNA zufolge. "Die Übereinkunft mit Russland zeigt, dass dieses Minimum zumindest vorhanden war." Der Iran steht auf der Seite von Syriens Präsident Assad und ist vehement gegen einen westlichen Militäreinsatz.