Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat die erste Gruppe von insgesamt 5.000 syrischen Flüchtlingen begrüßt, zu deren Aufnahme sich Deutschland verpflichtet hat. Der CSU-Politiker empfing die 107 Flüchtlinge auf dem Flughafen von Hannover.

Sie kommen im Rahmen eines Sonderprogramms der Bundesregierung nach Deutschland. Seit dem Beginn des Aufstands gegen Diktator Baschar al-Assad sind nach Angaben der UN etwa zwei Millionen Menschen aus Syrien auf der Flucht. 

Es ist unklar, wie lange die Syrer in Deutschland bleiben dürfen. Zunächst sollen sie eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre bekommen.

SPD und Grüne kritisieren den ihrer Ansicht nach geringen Umfang des Programms. So forderte der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, die Regierung bereits im August auf, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und die Kommunen bei deren Unterbringung zu unterstützen. 

50.000 weitere Flüchtlinge

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin hat zuletzt von einer Aufnahme von mehr als 50.000 weiteren Flüchtlingen gesprochen. Angesichts der Größe Deutschlands sei das Land auch "verpflichtet, die meisten Flüchtlinge aufzunehmen", sagte Trittin. Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte sich dafür ausgesprochen.

Minister Friedrich forderte die rasche Einberufung einer europäischen Konferenz zur Flüchtlingsproblematik. "Wir brauchen eine europäische Antwort, Deutschland gibt jetzt die Richtung vor", sagte er in Hannover.

Friedrich wollte sich nicht festlegen, ob Deutschland mehr als 5.000 Flüchtlinge aufnehmen wolle. Mit Blick auf Europa sagte er: "Wir werden uns gemeinsam über Zahlen verständigen müssen."