BundestagswahlSpitzenkandidaten kämpfen um Unentschlossene

Am Tag vor der Bundestagswahl müssen Parteien und Kandidaten um jede Wählerstimme buhlen. Die letzten Umfragen sagen eine knappe Entscheidung voraus.

Briefwähler füllen ihre Stimmzettel im Neuen Rathaus in Hannover aus.

Briefwähler füllen ihre Stimmzettel im Neuen Rathaus in Hannover aus.  |  © Julian Stratenschulte/dpa

Am Tag vor der Bundestagswahl kämpfen die Spitzenpolitiker von CDU, SPD und FDP heute noch einmal um Wählerstimmen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren letzten Wahlkampfauftritt in ihrem Wahlkreis in Stralsund. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht in Frankfurt am Main. Die FDP beendet ihren Wahlkampf in Düsseldorf mit einem Auftritt von Außenminister Guido Westerwelle und Parteichef Philipp Rösler.

Nach den jüngsten Umfragen kann sich Merkel Hoffnung auf weitere vier Jahre Regierungszeit machen. Völlig offen ist aber, mit welchem Koalitionspartner sie an der Macht bleiben könnte. Nach den letzten Umfragen vor der Wahl gibt es zwischen Regierungslager und der Opposition im Bundestag ein Kopf-an-Kopf-Rennen oder ein minimales Plus für Schwarz-Gelb. Nur bei der Kanzlerfrage liegt Merkel deutlich vor Steinbrück.

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Entscheidend könnte sein, ob es die euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) auf Anhieb ins Parlament schafft. Laut den Umfragen könnte sie an der Fünfprozenthürde scheitern. Die Piraten haben trotz Erfolgen bei Landtagswahlen kaum Chancen.

Gebuhlt wird vor allem um die sogenannte Zweitstimme, die die Wahl letztlich entscheidet. Insbesondere die FDP setzt darauf, dass Merkel-Anhänger für sie stimmen, damit sie im Bundestag bleibt und Schwarz-Gelb weitermachen kann. Die Union will das Bündnis mit der FDP ebenfalls fortsetzen, wehrt sich aber gegen die Zweitstimmenkampagne des bisherigen Partners.

SPD und Grüne streben offiziell weiterhin ein rot-grünes Bündnis an, obwohl dies die Umfragezahlen nicht hergeben. Eine Koalition mit der Linkspartei oder eine Duldung durch diese lehnt die SPD ab. In dieser Frage sei sich die gesamte SPD-Führung einig, bekräftigte Kandidat Steinbrück im Tagesspiegel.

Für die Grünen ist trotz schlechter Umfragewerte "noch überhaupt nichts entschieden", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Spitzenkandidat Jürgen Trittin nannte bei ZEIT ONLINE ein besseres Ergebnis als bei der Bundestagswahl 2009 als Wahlziel. Damals holten die Grünen 10,7 Prozent.

Insgesamt gehen morgen bei der Wahl für den 18. Deutschen Bundestag 34 Parteien mit annähernd 4.500 Kandidaten ins Rennen. Sicher ist, dass Union (2009: 33,8 Prozent), SPD (23), Linkspartei (11,9) und Grüne (10,7) wieder ins Parlament kommen. Die FDP, die vor vier Jahren ein Rekordergebnis von 14,6 Prozent holte, muss zittern. 

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Leserkommentare
  1. Und bitte nicht die drei Standartausreden:

    1. Die machen hinterher doch ohnehin, was sie wollen.
    Falsch. Der Erfolgsausweis eines Politikers besteht darin wiedergewählt zu werden. Jeder Abgeordnete schaut sehr genau, welche Schichten in seinem Wahlkreis ihn gewählt, seine Partei gewählt haben - und welche nicht.
    Um die Probleme seiner Wähler kümmert er sich dann auch, denn deren Stimmen will er ja wiederhaben. Nichtwähler sind für ihn so interessant, wie Wähler der anderen Seite...

    2. Die sind eh alle gleich und es gibt kaum Unterschiede.
    Das Argument ist derart falsch, daß es fast nicht lohnt darauf einzugehen.
    Ich stelle einfach mal die Gegenfrage: Streiten die sich so oft, weil sie alle das gleiche wollen?

    3. Die Wahl ist eh gelaufen.
    Scheinbar. Das ist es ja, was man uns einreden will.
    Gut. Merkel bleibt wahrscheinlich Kanzlerin, aber es ist ja nicht so, daß die Gute 4 Jahre im Stile einer absoluten Monarchin regieren kann. Schon die Frage welche Koalition sie eingehen muß, welche Zugeständnisse sie machen muß, verändert die Republik.

    Schraubt die Erwartung an die Politik runter.
    Die Welt ist am Tage nach der Wahl selbst bei einem Regierungswechsel die Selbe. Veränderungen geschehen langsam.
    Die Erfolge oder Mißerfolge einer Politik spürt man meist erst 5-10 Jahre später - außer natürlich es geht unmittelbar ans Geld, das spürt man sofort.

    10 Leserempfehlungen
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    Wenn der ironische Unterton etwas schwächer gewesen wäre, hätte man glauben können, Sie rufen tatsächlich dazu auf, zur Wahl zu gehen. "Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert." (Carl von Ossietzky) Daran hat sich in achtzig Jahren leider wenig geändert.

    • Agorist
    • 21. September 2013 19:07 Uhr

    Wer wählt, akzeptiert damit die Spielregeln dieses Systems, also auch, dass das, was die Politiker dann treiben, legitim ist. Damit macht man sich zumindest moralisch mitschuldig an allen Verbrechen, die dann von der Regierung begangen werden. Und dies selbst dann, wenn man eine Partei gewählt hat, die nicht in die Regierung kommt - eben wegen der Akzeptanz des verbrecherischen Systems an sich, in dem Verbrechen wie der Afghanistan-Krieg oder das Einsperren harmloser Drogennutzer ganz legal sind.

    • H.v.T.
    • 21. September 2013 7:26 Uhr

    Und nun soll es auf den letzten Drücker eine Art ´politische Erkenntnis´ geben ?

    Eher nicht, aber es gilt weiterhin: Jede Stimme zählt.

    Im übrigen plädiere ich für Volksabstimmungen in den nächsten vier Jahren; falls es nicht so läuft, wie versprochen. :)

    3 Leserempfehlungen
    • HutaMG
    • 21. September 2013 7:33 Uhr

    ... letzten Minute.

    Heute kommt ja auch noch die Wahlbild, gestern gab es (mindestens hier in NRW) noch den wöchentlichen Einkaufsratgeber mit einem großen und "schönen" Merkelfoto auf dem Titelblatt nebst "Interview" im Innenteil. Es erscheinen Anzeigen von Firmen (Tengelmann) und Briefe von Versicherungen. Alles das (und noch viel mehr, wenn ich mir doch recht eindeutige Berichte in den angeblich unabhängigen Medien so anschaue), um die Regierung aus Union und FDP im Sattel zu halten.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich befürchte, dass diese Aktionen auch erfolgreich sein werden. Wahrscheinlich wird es morgen Abend eine knappe Mehrheit für schwarz-gelb geben- politisch verdient haben sie es mMn nicht aber mM ist ja nun nicht ausschlaggebend.

    Vielleicht sollten sich die Anhänger der Piratenpartei mal überlegen, ob sie diesmal ihre Stimme nicht taktisch einsetzen. Ich gehe mal davon aus, dass sie mehrheitlich auch keine Fortsetzung dieser Regierung wünschen. Nur ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Piraten ins Parlament einziehen recht gering. Es besteht also die Gefahr, dass die Piraten irgendwo bei 3 Prozent landen und schwarz-gelb mit 0,5% die Wahl gewinnt- wer das unbedingt verhindern will, sollte mindestens mal nachdenken.

    Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass die Regierung abgewählt wird- sie hätte es verdient.

    2 Leserempfehlungen
    • SK2013
    • 21. September 2013 7:37 Uhr

    38% AfD
    25% CDU
    18% SPD
    7% Grüne
    9% Linke

    Die AfD hat das Interesse von Bürgern aus dem gesamten deutschen politischen Spektrum geweckt, die intelligent genug sind zu verstehen, dass grenzenlose Subventionen von korrupten Regimes in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und Irland nichts bringen.

    Na ja, warten wir mal auf Sonntag, 18:01 Uhr und das sich Deutschland für die Zukunft - AfD - entscheidet und nicht den SPD/Grünen/Linke Unsinn vertraut.

    3 Leserempfehlungen
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    Zitat: "38% AfD 25% CDU 18% SPD 7% Grüne 9% Linke

    Die AfD hat das Interesse von Bürgern aus dem gesamten deutschen politischen Spektrum geweckt, die intelligent genug sind zu verstehen, dass grenzenlose Subventionen von korrupten Regimes in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und Irland nichts bringen."

    Interessant - Sie billigen also nur 38 % der Wähler eine Intelligenz zu?

    Wenn nach Ihrer Auffassung nur diejenigen intelligent sind, die AfD wählen, fürchte ich, sie werden morgen zur Kenntnis nehmen müssen, dass es viel mehr Dumme in Deutschland gibt als Sie sich vorstellen können.

    Aber ich finde es gut, dass Ihr Beitrag einer der ersten ist - so können sich die Leser ein gutes Bild über AfD-Wähler machen.

    • APGKFT
    • 21. September 2013 8:46 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/ff

    • JWS-HH
    • 21. September 2013 8:47 Uhr

    "Korrupte Regime" in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und Irland . ???
    62 % unintelligent Wähler , nach Ihrer Prognose ?

    Als Internet-User sollten Sie sich doch ein etwas realistischeres Bild verschaffen können .

    Meine Empfehlung, besorgen Sie sich ein Beruhigungsmittel für morgen 18 Uhr !

    Bei der Focus-Umfrage sind es 58 !!!

    http://www.focus.de/polit...

    Damit dürfte dann das Intelligenzpotential im Land ausgeschöpft sein - der Rest wählt die Farben.

    Hallo SK 2013,
    ich wünsche mir auch, dass die AfD in den Bundestag kommt. Aber Ihre Schätzung ist absolut nicht nachvollziehbar. Wie sind Sie denn zu diesen merkwürdigen Zahlen gekommen? Wunschdenken?

    • Timonos
    • 21. September 2013 9:19 Uhr

    diese AfD-Wahlwerbung die permanent durch Medien wie Focus und eine große Anzahl von Foristen betrieben wird. Ich kenne schon einige Fälle, die bei dieser ständigen Berieselung durch Foristen und einzelne Zeitungen doch nicht mehr die Stimme der AfD geben wollen. Das ist mir jetzt egal. Die AfD-Führung muss mir Fragen beantworten:

    Nehmen wir mal an die AfD bekommt 53% der Stimmen. Wie will die AfD die Pflöcke wie etwa den ESM wieder entfernen? Solche Pflöcke können beispielsweise nur durch internationales Recht ( u.a. die Wiener Vertragsrechtskonvention) entfernt werden. Wie will sie diese Mehrheit bekommen?

    Nehmen wir weiterhin an, dass die AfD auf 40% kommt und einen Koalitionspartner braucht. Wen wählt sie sich dann aus? Die Linkspartei fährt einen moderaten eurokritischen Kurs. Greift sie auf die Linke zurück? Wenn der AfD das Thema so wichtig ist, ansonsten ist sie nicht glaubwürdig. Die anderen unterstützen massivst diese EURO-Rettung. An dieser Frage entscheidet sich die Glaubwürdigkeit der AfD. Lieber mit einer schwachen Union, FDP, Grünen oder SPD herrschen als das Thema "Euro-Rettung" aufgeben.

    Nehmen wir zuletzt an, dass die AfD als Juniorpartner herhalten muss. Wie will sie dann ihre politischen Ziele umsetzen? Sie wird sicherlich eher bereit sein mit Merkel zusammenzugehen als mit den linken Parteien im Bundestag. Aber wie will sie bei so einer entschiedenen Euro-Retterin wie Merkel ist glaubhaft einen eurokritischen Kurs fahren?

    Das Thema AfD nervt.

    • APGKFT
    • 21. September 2013 9:20 Uhr

    Frankreich wird als korrupt bezeichnet. Zeugt das von Intelligenz? Gerade hat Mercedes gegen ein französisches Gesetz Einspruch erhoben. Wären Sie nicht mehr im Euro, so könnten es für diese Luxusschlitten noch schwieriger werden. Ohne Frankreich im Euro wird die Arbeitslosigkeit in D rasant ansteigen. Das interessiert Lucke und Co (genannt AfD) nicht, denn als Professor muß der Steuerzahler ihn ja weiter aushalten.

    • SK2013
    • 21. September 2013 9:45 Uhr

    Rettungswahnsinn gestoppt werden muss. Deutschland darf nicht immer nur zahlen!

    • SK2013
    • 21. September 2013 9:47 Uhr

    Sonntag, 18:01 Uhr und hoffen, dass sich Deutschland für die Zukunft - AfD - entscheidet und nicht den SPD/Grünen/Linke Unsinn vertraut. Die AfD hat das Interesse von Bürgern aus dem gesamten deutschen politischen Spektrum geweckt, die intelligent genug sind zu verstehen, dass grenzenlose Subventionen von korrupten Regimes in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, Frankreich und Irland nichts bringen. Die entscheidenden Fragen bleiben:
    - Reform des Euro und des EU Apparates,
    - Stopp des EU-Beitrittes der Türkei,
    - Erhalt von Werten,
    - Annäherung an Russland, der wichtigste Partner Deutschlands (Rohstoffe, Absatzmarkt, Kapital).

  2. Es gab eine Zeit, da bin ich gerne zur Wahl gegangen.
    Heute muss ich mich überwinden.

    Die Parteien haben zu viel Porzellan zerdeppert.
    Der Mensch steht nicht mehr im Mittelpunkt der Politik.
    Er steht nicht mehr auf der Gästeliste der Demokratie, sondern auf der Speisekarte eines radikalisierten Marktes.

    Die Parteien tragen nicht zur politischen Willensbildung der Bevölkerung bei. Eher zum politischen Desinteresse. Die Welt ist vernetzt und das politische Leben ist komplex geworden. So paart sich der Unwille der Parteien mit dem Unvermögen. Der Bürger bekommt nur noch Wahlparolen mit dem Aussagewert eines Werbeslogans vorgesetzt.

    Ich gehe trotzdem zur Wahl. Und zwar, weil ich hoffe, dass ich dazu beitragen kann, dass eine gewisse Partei aus dem Bundestag rausfliegt. Das ist doch auch eine Motivation.

    8 Leserempfehlungen
  3. 6. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich an der Diskussion, achten Sie auf Ihre Wortwahl und verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/ff

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    Entfernt. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Danke, die Redaktion/ff

  4. Glauben Sie nicht die gebetsmühlenartig vorgetragenen Vorwürfe, Nichtwähler seien die Totengräber der Demokratie oder Nichtwähler würden der Gesellschaft einen Schaden zufügen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: es gibt gar keine „Herrschaft des Volkes“ in Deutschland. Wir werden - rechts wie links - von Menschen regiert, die sich als Politiker bezeichnen, häufig aber nur Populisten sind und vor allen Dingen die Interessen von Gruppen vertreten, die über die wahren Machtmittel in diesem System verfügen. Warum sonst müssen Institute der Finanzwirtschaft Hilfsleistungen auch dann nicht zurückzahlen, wenn sie wieder Miliardengewinne einfahren? Warum sonst werden Milliarden mit unsinnigen Projekten verschwendet, die den Staat von Anfang an erkennbar deutlich mehr kosten, als sie der Bevölkerung nutzen. Warum sonst leisten wir uns ein total überdimensioniertes politisches System und einen total aufgeblähten Staat, der nur den Status Quo zementiert und zementieren soll. Mit der Chimäre "Wahl" wird die Illusion "Demokratie" am Leben erhalten. Das Problem der Parteien ist nicht, dass schlechte Politik gemacht wird - die hat es zu allen Zeiten gegeben. Das Problem ist, das diese Parteiendemokratie ein System etabliert hat, um schlechte Politik wider besseren Wissens zu machen und der Bevölkerung zu erzählen, es sei "alternativlos". Schicken Sie diesem Staat Ihre Kündigung, er hat Sie längst verraten und verkauft.

    4 Leserempfehlungen
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    ..findet durch Parteien statt, sagt das GG.
    Wer derjenigen, die das infrage stellen ist in einer?
    Ich bin vorletztes Jahr tatsächlich in eine eingetreten.
    Wer mit der Erwartung da reingeht, am Tag danach die Leitlinien der Europapolitik mitzubestimmen, der wird enttäuscht werden.
    Dennoch nehme ich an der Willensbildung teil, nur das mein Wille nicht 1:1 umgesetzt wird.
    Wer das erwartet, der braucht eine politische Landschaft mit 60 Mio. Parteien, eine für jeden Bürger.

    Demokratie geht langsam. Prozesse die unten angestoßen werden, müssen durch zig Gremien, durch alle möglichen Teilverbände, und was die Hessen wollen, können die Schleswig-Holsteiner bekloppt finden.
    Dazwischen werden sie immer ein wenig verwässert, Kompromisse werden gemacht um eine breitere Zustimmung zu gewinnen.
    Aber: all das geschieht! In machen Parteien schneller, in anderen langsamer, jenachdem wie die innerparteiliche Demokratie ausgebildet ist.

    Aber das kostet Freizeit, denn bezahlt werden die Wenigsten dafür, und häufig debattiert man eben darüber, ob das Straßenbaubudget der Gemeinde für den Fahrradwegausbau in Straße A oder Straße B ausgegeben wird. Aber ist nicht auch das Teil der Demokratie?

    • CIRCLE
    • 21. September 2013 8:19 Uhr

    Sind Sie der Meinung, es gebe keine Unterschiede zwischen den Parteien? Ein paar sehen Sie hier: http://www.zeit.de/2013/3...

    Was mich nervt, ist die inzwischen auch bei Intellektuellen von Harald Welzer bis Slavoj Žižek verbreitete Attitüde, bei diesem verkommenen System helfe nur noch Fundamentalopposition durch Nicht-Wählen. Žižek sagt, die vom Kapitalismus Profitierenden wollen von der Demokratie nur das übrig lassen, was "marktkonform" ist (Merkels, nicht Žižeks Ausdruck). Die Verweigerung durch Nicht-Wählen zersetze diese Macht.

    Nein, Herr Žižek! Sie können nicht aus dem System heraustreten. Sie verhalten sich zu dem System. Durch Nicht-Wählen festigen Sie das, was Sie kritisieren. Zum Beispiel das, was Sie in den Wahlwerbespots von Angela Merkel sehen: Manipulation, gefühlig, inhaltsleer. Also nach den Gesetzen des von Ihnen kritisierten Kapitalismus ideal durchgestylt.

    Zitat: "Glauben Sie nicht die gebetsmühlenartig vorgetragenen Vorwürfe, Nichtwähler seien die Totengräber der Demokratie oder Nichtwähler würden der Gesellschaft einen Schaden zufügen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: es gibt gar keine „Herrschaft des Volkes“ in Deutschland."

    Ihr Beitrag hat mich nachdenklich gemacht: sitzen Sie im Konrad-Adenauer-Haus und arbeiten für die "asymetrischen Mobislisierungs-Stratgie" der CDU-Vorsitzenden?

    Ich finde, dann haben Sie zu dick aufgetragen!

    Zitat: "Warum sonst müssen Institute der Finanzwirtschaft Hilfsleistungen auch dann nicht zurückzahlen, wenn sie wieder Miliardengewinne einfahren?"

    Jetzt haben Sie den Bogen überspannt und betreiben Wahlerbung für die Linke!

    Gründen sie doch selbst eine Partei und machen sie es besser.

    Im übrigen, Leuten die nicht wählen gehen spreche ich das Recht ab über politische Angelegenheiten Kritik zu üben, denn sie hätten mit ihren Stimmen den Staat und die Zustände verändern können.

    Außerdem ist die allgemeine Nichtwahl sowieso purer Nonsens, oder meinen sie ohne die Legislative wird alles besser??

    ... und kommt nie zurück!

  5. Wenn der ironische Unterton etwas schwächer gewesen wäre, hätte man glauben können, Sie rufen tatsächlich dazu auf, zur Wahl zu gehen. "Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert." (Carl von Ossietzky) Daran hat sich in achtzig Jahren leider wenig geändert.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Geht wählen!"
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    "Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert."
    -------------------------

    Die einzige Quote, die ich mir wünsche, ist eine Mindestanforderung für Politiker im Bundestag:

    - abgeschlossene/s Ausbildung/Studium
    - 5 Jahre Berufserfahrung im Ausbildungs-/Studienjob.

    Ich bin nicht bereit Studienabbrecher und Berufseinsteiger zu alimentieren.
    Ohne politisches Netz(werk) würde so manch ein Politiker auf dem Arbeitsmarkt als Problemfall gelten.

    Ich werde meine Wahl wohl ungültig machen - bringt aber auch nichts, weil dies wieder herausgerechnet wird.
    Wenigstens unterstütze ich damit niemanden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, kp
  • Schlagworte Angela Merkel | FDP | SPD | Bundestagswahl | CDU | Grüne
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