Frage: Herr Steinbrück, Sie haben sich mit Stinkefinger fotografieren lassen. Was sagt Ihre Frau zu dem Foto?

Steinbrück: Die wusste ja, wofür das ist und dass es um Gebärdensprache geht. An diesem Spiel im Magazin der Süddeutschen Zeitung haben schon viele teilgenommen. Es geht darum, auf Fragen ohne Worte nur mit Grimassen, Gesten oder anderen schauspielerischen Mitteln zu antworten. Ich finde, das ist eher etwas zum Lachen. Auch im Bundestagswahlkampf muss es erlaubt sein, sich gelegentlich unkonventionell zu geben. Sonst greift jene Langeweile um sich, die dann auch wieder kritisiert wird ...

Frage: Ist das jetzt Teil des Wahlkampfes …

Steinbrück: Ach was!

… oder gibt es sieben Tage vor der Wahl auch noch einen privaten Kandidaten in der Öffentlichkeit?

Steinbrück: Überhaupt nicht. Das war ein satirisches Format, das seit Jahren erfolgreich erscheint. Wo ist das Problem?

Frage: Sie haben sich monatelang beschwert, dass die Medien nicht Ihre Politik, sondern nur Ihre Person thematisierten. Jetzt standen mal die Inhalte im Vordergrund, da richten Sie selbst das Interesse wieder auf Fragen des Verhaltens, der Stilsicherheit eines Mannes, der Kanzler werden will. Ist das klug?

Steinbrück: In allen meinen Auftritten stehen Inhalte im Vordergrund, jedenfalls mehr als bei den inhaltsleeren Veranstaltungen von Frau Merkel, wie mir berichtet wird. Daran ändert sich doch nichts, wenn ich daneben mal einen satirischen Auftritt habe. Locker bleiben!

Frage: Wie viele TV-Duelle würden Sie gerne noch mit Frau Merkel austragen?

Steinbrück: Wenn es nach mir gegangen wäre, wären es zwei gewesen. Aber Frau Merkel wollte ja nicht. Heute bin ich froh, dass das TV-Duell früher stattgefunden hat, als ich es ursprünglich für richtig gehalten habe. Denn seitdem kriegen wir Rückenwind.