Chemiewaffen : Syrien legt Unterlagen zu seinem Giftgasarsenal vor

Kurz vor Ende der von den USA und Russland gesetzten Frist hat Syrien Informationen zu seinen Chemiewaffen vorgelegt. Die US-Regierung zeigt sich "angenehm überrascht".
Ein Schüler in der syrischen Stadt Aleppo bei einer Übung für einen Giftgasangriff © AP Photo

Syrien hat eine Woche nach der Einigung auf den Abrüstungsplan für das Land eine erste Bedingung erfüllt. Kurz vor Ablauf einer von den USA und Russland gesetzten Frist sandte die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad Informationen über sein Chemiewaffenarsenal an die Organisation für ein Chemiewaffenverbot (OPCW) in Den Haag. "Eine erste Erklärung" sei eingegangen, teilte die Partnerorganisation der Vereinten Nationen mit. Die Informationen würden nun überprüft. Einzelheiten nannte die OPCW nicht. 

Syrien muss der Organisation ein komplettes Inventar seiner Chemiewaffenbestände und Produktionsstätten übergeben. Unklar ist, ob das Land alle von den USA und Russland geforderten Angaben gemacht hat. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung äußerte sich aber zufrieden mit den vorgelegten Unterlagen. "Wir waren angenehm überrascht von der Vollständigkeit der Darlegungen", sagte er der New York Times. "Es war besser als erwartet."


Die USA und Russland hatten der Regierung von Assad am vergangenen Samstag eine Woche Zeit gegeben, Syriens Bestände an Chemiewaffen offenzulegen. Das ist ein erster Schritt auf dem Weg, die Waffen unter internationale Kontrolle zu stellen und zu vernichten. Assad war darauf eingegangen, um einen drohenden Militärschlag der USA nach dem mutmaßlichen Einsatz von Giftgas durch die Regierung abzuwenden.

Syrien wird am 14. Oktober offiziell der 190. Mitgliedstaat der OPCW. Die Organisation ist für Ausführung und Kontrolle der Konvention für ein Verbot von Chemiewaffen verantwortlich.

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Kommentare

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Erstaunliche Wendung

Diese - auf Vermittlung Russlands - entstandene Wendung ist gut für alle Seiten: Die USA haben einen Gegner mit bedrohlichen Massenvernichtungswaffen weniger. Russland bewahrt sein Gesicht. Und in Syrien können sich die verfeindeten Parteien zwar immer noch gegenseitig mit "normalen" Waffen die Köpfe einschlagen, aber künftig hoffentlich nicht mehr mit Giftgas.

Jag