Das Ansehen der USA ist bei den Deutschen erneut gesunken. Nur noch 35 Prozent bewerten die USA im ARD-Deutschlandtrend als vertrauensvollen Partner. Dies sind im Vergleich zum Juli 14 Punkte weniger. 61 Prozent sagen, die USA seien kein Partner, dem man vertrauen könne.

Auch die Zustimmung der Deutschen zu US-Präsident Barack Obama ist stark gesunken: Nur noch 43 Prozent sind zufrieden mit seiner politischen Arbeit, 52 Prozent zeigten sich unzufrieden. Ein deutlicher Beliebtheitsverlust: Noch im April 2010 war Obama auf eine Zustimmung von 88 Prozent gekommen.

In Whistleblower Edward Snowden sehen die Deutschen dagegen eher einen Helden als einen Straftäter: 60 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht, nur 14 Prozent weisen ihn der kriminellen Seite zu. Bei der Frage, ob die Bundesregierung Edward Snowden politisches Asyl in Deutschland anbieten sollte, sind die Deutschen gespalten: 46 Prozent sind dafür, 48 Prozent dagegen. 

Kann ein No-Spy-Abkommen helfen, das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA wieder zu verbessern? Nein, das sei wirkungslos, sagten 92 Prozent der Befragten. Lediglich sechs Prozent glauben, dass die US-Geheimdienste nach Abschluss eines solchen Abkommens auf Überwachungsmaßnahmen in Deutschland verzichten würden.

Am digitalen Verhalten der Deutschen hat die NSA-Affäre offenbar nichts geändert: Trotz der bekannt gewordenen Überwachung des Datenverkehrs gaben lediglich zehn Prozent an, dass sie persönlich vorsichtiger mit dem geworden sind, was sie am Telefon sagen oder in E-Mails schreiben. Bei 90 Prozent änderte sich gar nichts.

Für den Deutschlandtrend wurden 1.002 Personen am 4. und 5. November befragt.