Vor der nächsten Verhandlungsrunde im Atomstreit mit dem Iran hat US-Präsident Barack Obama die Hoffnungen auf eine schnelle Einigung gedämpft. "Ich weiß nicht, ob wir diese oder nächste Woche einen Deal schließen werden", sagte Obama. Zugleich machte er deutlich, dass die Regierung in Teheran bei einem vorläufigen Abkommen nur auf begrenzte Erleichterungen bei den Sanktionen zählen könne.

Die "stärksten" Strafmaßnahmen etwa bei den Ölausfuhren und im Bankensektor würden auf keinen Fall angetastet, sagte Obama. Er beschwichtigte damit Kritiker aus Israel und im eigenen Land, die dem Iran misstrauen und weitere Sanktionen wollen.

Bei einem Treffen mit US-Senatoren hinter verschlossenen Türen warnte Obama den Kongress davor, die Sanktionen zu verschärfen und damit die Atmosphäre bei den Gesprächen mit dem Iran zu vergiften. Sein Sprecher Jay Carney stellte aber weitere Strafmaßnahmen in Aussicht für den Fall, dass der neue Anlauf in den Atomgesprächen scheitert.

Die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland und die Europäische Union verhandeln heute in Genf auf Beamtenebene weiter mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Der Westen und Israel verdächtigen den Iran seit Jahren, unter dem Deckmantel ziviler Kernenergienutzung die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben. Die Führung in Teheran weist dies entschieden zurück.

In die stockenden Atomgespräche mit dem Iran war erst durch den neuen Präsidenten Hassan Ruhani Bewegung gekommen. Zuletzt hatte es Fortschritte gegeben, aber noch keinen Durchbruch. Russlands Präsident Wladimir Putin ist optimistischer als Obama und sieht eine "reale Chance" auf eine Einigung.

Israel will ein Abkommen mit dem Iran verhindern. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befürchtet, dass der Iran ungeachtet eines möglichen Abkommens weiter Atomwaffen anstrebt, und sieht Israels Sicherheit und die Sicherheit Europas bedroht. Die USA sind bemüht, Israel zu beruhigen.