Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat sich dafür entschuldigt, 2002 als Senatorin im Kongress für den Irakkrieg gestimmt zu haben. "Ich war nicht die einzige, die einen Fehler gemacht hat. Aber ich habe dennoch einen Fehler gemacht. Eindeutig.", schreibt sie nach einem Bericht des TV-Senders CBS in ihrer demnächst erscheinenden Autobiografie. "Ich dachte, in gutem Glauben gehandelt und die beste Entscheidung getroffen zu haben."

Die USA begannen den umstrittenen Militäreinsatz im März 2003. Die Angaben über Todesopfer sind sehr unterschiedlich. Nach einer US-Studie starben etwa 650.000 Menschen an den Folgen des Krieges. Fast 5.000 Soldaten der westlichen Alliierten ließen ihr Leben, 4.474 davon waren US-Soldaten. Ende 2011 zogen die USA ihre letzten Truppen aus dem Irak ab.

Der Sender ist nach eigenen Angaben zufällig auf ein Exemplar des Buches mit dem Titel Hard Choices (deutsche Fassung: Entscheidungen) gestoßen. Es soll erst am 10. Juni erscheinen. In der Autobiographie schildere Clinton vor allem ihre vier Jahre als Außenamtschefin unter Präsident Barack Obama und ihre gegenwärtige Sicht auf das Weltgeschehen. Die 66-Jährige gilt als mögliche Kandidatin für die Präsidentschaftswahl 2016. Ihr Ehemann Bill bekleidete das Amt von 1993 bis 2001.

In dem Buch erzählt sie laut CBS etwa von der Meinungsverschiedenheit mit Obama darüber, ob man die Rebellen im syrischen Bürgerkrieg bewaffnen solle. Sie habe seine Entscheidung respektiert, als er ihren Vorschlag aus Sicherheitsgründen abgelehnt habe. "Für vertrackte Probleme gibt es selten eine gute Lösung", schreibt Clinton unter Hinweis auf die Entwicklung zum syrischen Bürgerkrieg. "Jede Option erscheint schlimmer als die nächste." So sei es im Fall Syrien verlaufen.

Ihre persönliche Beziehung zu Obama spielt in der Biografie offenbar eine größere Rolle. Er hatte ihr 2008 in einem spannenden Vorwahlkampf die Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten weggeschnappt. Die angekündigte Präsentationstour für ihre Memoiren wird zum Teil als Versuch verstanden, einen Probelauf für das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zu unternehmen.