Nordkoreas Militär hat nach südkoreanischen Angaben zwei Kurzstreckenraketen an der Ostküste in Richtung offenes Meer abgefeuert. Es seien vermutlich zwei Raketen des Typs Scud mit einer Reichweite von 500 Kilometern gewesen, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Die Armee ging demnach davon aus, dass die ballistischen Raketen am frühen Morgen binnen weniger Minuten im Südosten nahe Wonsan abgefeuert wurden.

Nordkorea testet regelmäßig Raketen von kurzer Reichweite, zuletzt am vergangenen Donnerstag. Dabei hatte es sich nach Erkenntnissen aus Südkorea um drei Raketen mit einer Reichweite von 190 Kilometern gehandelt. Nur einen Tag später berichteten die staatlichen Medien Nordkoreas, es sei eine neuartige Lenkrakete getestet worden.

Seit Anfang des Jahres haben sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder erhöht. Nordkorea hatte im Februar und März verschiedene Raketentypen abgefeuert, darunter auch mehrere Kurzstreckenraketen und zwei Mittelstreckenraketen. Nord- und Südkorea sind formal im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen wurde. 

Der Weltsicherheitsrat untersagt Nordkorea per Resolution den Start von Raketen "unter Verwendung ballistischer Raketentechnik". Die Tests wurden auch als Antwort des kommunistischen Regimes auf die südkoreanisch-amerikanischen Frühjahrs-Militärmanöver gesehen.

Das Abfeuern der Raketen könnte aber auch als Zeichen der Verärgerung Nordkoreas über den bevorstehenden Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping am 3. und 4. Juli in Südkorea interpretiert werden. Üblicherweise besuchen chinesische Präsidenten zunächst Nord- und dann Südkorea. Xi reiste aber bislang nicht nach Pjöngjang.