Mitglieder der Republikaner in Texas © Tannen Maury/dpa

Die Republikaner im US-Bundesstaat Texas wollen Schwule und Lesben mit psychologischen Therapien "heilen". Die knapp 10.000 Parteimitglieder nahmen den Punkt bei ihrer jährlichen Versammlung in Fort Worth ins Parteiprogramm auf, berichtete CNN.

Das geplante psychotherapeutische Programm erkennt eine "wiedergutmachende Therapie und Behandlung" für alle Patienten als rechtmäßig und effektiv an, die "nach Heilung und Ganzheit ihres homosexuellen Lebensstils streben". Kein Gesetz und keine Anordnung dürfe den Zugang dazu behindern. 

"Ich glaube nicht, dass Homosexuelle schwul geboren werden", sagte die federführende Republikanerin Cathie Adams CNN. "Niemand kann seine Hautfarbe oder seinen Geburtsort ändern, aber der Lebensstil kann in jedem Fall gewählt werden", so Adams.  

Die Republikaner werden für ihren Beschluss teils heftig kritisiert. In der medizinischen Fachwelt werden Therapien, die auf eine Änderung der sexuellen Orientierung abzielen, einhellig abgelehnt. Mit dem Beschluss wandten sich die Republikaner insbesondere gegen Regelungen der Staaten Kalifornien und New Jersey, wo solche höchst umstrittenen Behandlungen für Minderjährige seit vergangenem Jahr ausdrücklich verboten sind. Kritik gibt es jedoch auch in der eigenen Partei. Rudy Oeftering, Vizepräsident einer Gruppe von homosexuellen Republikanern in Texas sagte laut dem Sender ABC, nur eine kleine Minderheit wolle die Partei in der Vergangenheit festhalten. 

Eine Reihe von Verbänden von Medizinern und Psychologen haben sich in den USA deutlich gegen die Therapie zur "Konvertierung" von Schwulen ausgesprochen. Dies sei von allen Berufsständen zu geistiger Gesundheit abgelehnt worden, schreibt die American Psychological Association (APA). 

Auch New Jerseys Gouverneur, der Republikaner Chris Christie, hatte sich mit dem Verbot der umstrittenen Therapien für Minderjährige auf die APA berufen. Bemühungen, die sexuelle Orientierung zu ändern, könnten zu Depressionen, Drogenmissbrauch, sozialem Rückzug, einem geringeren Selbstwertgefühl und Suizidgedanken führen.