Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat der Ukraine im Konflikt mit Russland Hilfe in Aussicht gestellt. "Die Nato steht bereit, die Ukraine zu unterstützen", sagte Rasmussen bei einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko. Gedacht sei an Berater und "andere Mittel".

Bei seinem Besuch in Kiew warf Rasmussen Russland vor, die Ukraine weiterhin zu destabilisieren und die prorussischen Separatisten zu unterstützen. Durch den Konflikt im Osten des Landes seien die Freiheit und die Zukunft der Ukraine bedroht, sagte Rasmussen. Der Nato-Generalsekretär rief die Regierung in Moskau auf, ihre Truppen von der Grenze abzuziehen. Auf Twitter schrieb Rasmussen: "Ich bewundere den Mut des ukrainischen Volkes in seinem Kampf für Freiheit." 

Poroschenko verlieh dem Nato-Chef den Orden der Freiheit, die höchste Auszeichnung seines Landes für Ausländer. Rasmussen sei seit vielen Jahren ein "Freund der Ukraine", teilte das Kiewer Präsidialamt mit.

Die Nato wirft Russland vor, in den vergangenen Wochen seine Truppenstärke an der Grenze von 12.000 auf 20.000 Soldaten erhöht zu haben. Zudem ist das Bündnis besorgt, dass Moskau unter dem Vorwand eines Friedenseinsatzes in seinem Nachbarland intervenieren könnte.

Weitere Sanktionen und Kämpfe

Die ukrainischen Streitkräfte versuchen seit Tagen, die beiden östlichen Großstädte Donezk und Luhansk unter ihre Kontrolle zu bringen. Zwar gelang es der Armee bei ihrer Offensive, Slowjansk, Mariupol und andere kleinere Städte von den Rebellen zurückzuerobern, doch geriet der Vormarsch angesichts des heftigen Widerstands der Milizen immer wieder ins Stocken. 

Rasmussen hatte vor wenigen Tagen verstärkte Militärübungen und die Ausarbeitung neuer Verteidigungspläne angekündigt. Man müsse auf Russlands fortgesetzte Unterstützung der Aufständischen in der Ukraine reagieren. 

Der Nato-Generalsekretär äußerte sich in Kiew auch zum russischen Importstopp für Lebensmittel aus westlichen Ländern, die wegen der Ukraine-Krise Sanktionen gegen Moskau verhängt hatten. "Ich zweifle nicht daran, dass, wenn Russland sich weiter einmischt, neue Wirtschaftssanktionen verhängt werden, die sich auf die russische Ökonomie auswirken werden", sagte Rasmussen.