Demonstranten in Hongkongs Finanzdistrikt © Carlos Barria/Reuters

Chinas Regierung will den Forderungen nach mehr Demokratie in der Sonderverwaltungszone Hongkong nicht nachgeben. Das Außenministerium prangerte die anhaltenden Demonstrationen als "illegale Versammlung" an; es sei zu Verstößen gegen Gesetze und rechtsstaatliche Grundsätze gekommen. "Wir sind gegen sämtliche illegalen Akte in Hongkong", sagte Ministeriumssprecherin Hua Chunying. Hongkongs Regierung habe aus Peking die volle Unterstützung für ihr Vorgehen.

Hua kritisierte westliche Staaten wie die USA und Großbritannien für deren offizielle Stellungnahmen zu den Massenprotesten. "Die Geschehnisse in Hongkong fallen in den Bereich der chinesischen Innenpolitik", sagte sie. Ausländische Beobachter sollten sich "in keiner Form in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen". China vertritt diese Linie auch bei internationaler Kritik etwa zur Situation in Tibet oder anderen Unruheregionen.

Staatliche Zeitung wie People's Daily gaben den Demonstranten die Schuld für die Auseinandersetzungen der vergangenen Tage und warfen ihnen vor, die Harmonie und Stabilität Hongkongs zu gefährden.

Hongkongs Regierungschef Leung Chun-ying verlangte ein sofortiges Ende der Demonstrationen. Die Proteste würden China nicht dazu bewegen, zur Wahl der Hongkonger Führung 2017 eine freie Kandidatenaufstellung zuzulassen. "Die Zentralregierung wird ihre Entscheidung nicht zurücknehmen", sagte Leung, der die Linie der Regierung in Peking vertritt. Er selbst werde nicht vor 2017 aus dem Amt scheiden.  

Gerüchte über Räumung

Leung sagte, er gehe davon aus, dass die Occupy-Central-Bewegung "nicht eine Frage von Tagen ist, sondern ziemlich lange Zeit dauern" und das Leben in der asiatischen Wirtschaftsmetropole beeinträchtigen werde.  

Die von Studenten angeführten Demokratieaktivisten verlangten, dass die Regierung bis zum Mittwoch den Forderungen nach echter Demokratie und nach Leungs Rücktritt nachkommt. Anderenfalls werde es noch am selben Tag weitere Akte zivilen Ungehorsams wie Sitzblockaden geben.  

Schon vorab hatte die Stadtverwaltung das für den Nationalfeiertag zur Gründung der Volksrepublik China am Mittwoch geplante Feuerwerk abgesagt – offenbar in der Erwartung, dass die Proteste bis dahin nicht enden werden.       

In den Reihen der Demonstranten machte das Gerücht die Runde, die Straßen Hongkongs würden am Vorabend des Nationalfeiertags geräumt. Die Demonstranten richteten Versorgungsposten mit Wasserflaschen, Früchten, Handtüchern, Schwimmbrillen, Gesichtsmasken und Zelten ein. In manchen Straßen wurden behelfsmäßige Barrikaden aus Absperrgittern errichtet. Demonstranten zeigten sich entschlossen, gerade zum Nationalfeiertag auf den Straßen zu bleiben.