Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) haben eine bekannte irakische Menschenrechtsanwältin gefoltert und öffentlich getötet. Die Extremisten hätten Samira Salih Ali Al-Nuaimi am vergangenen Montag in der nordirakischen Stadt Mossul erschossen, teilte die Vertretung der Vereinten Nationen im Irak mit. Die Tat offenbart nach Ansicht der UN die bankrotte Ideologie des IS.

Die Extremisten hatten Al-Nuaimi am 17. September von ihrem Haus verschleppt, nachdem sie zuvor auf ihrer Facebook-Seite die Zerstörung religiöser Stätten durch den IS als barbarisch kritisiert hatte.

Nach Angaben der UN wurde sie dann von einem IS-Gericht wegen Abfalls vom Glauben verurteilt. Dann sei Al-Nuaimi weitere fünf Tage gefoltert worden, um sie vor ihrer Hinrichtung zur Buße zu zwingen.

Die UN bestätigte Berichte über den Tod Al-Nuaimis, den das Golf-Zentrum für Menschenrechte bereits vermeldet hatte. Das Zentrum würdigte den Einsatz der Anwältin für die Bürger in Mossul und nannte ihre Tötung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Die Terrorgruppe IS hatte Mossul, die zweitgrößte Stadt im Irak, Anfang Juni eingenommen. Die Miliz geht in den Gebieten unter ihrer Kontrolle brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor.

Einwohner aus Mossul berichteten, zehn frühere Parlamentskandidaten seien vor einer Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz getötet worden. Das Schicksal von Dutzenden weiteren Ex-Kandidaten in der Gewalt der IS sei unbekannt.