Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hat ihre Herrschaft im Norden Syriens weiter ausgedehnt. Die Extremisten eroberten 21 vor allem von Kurden bewohnte Dörfer an der Grenze zur Türkei. Die Orte rund um die Stadt Ain al-Arab gehören zu einer Enklave, die noch von kurdischen Volksschutzeinheiten beherrscht wird. Sollten die IS-Kämpfer das Gebiet einnehmen, würde die Gruppe etwa ein Drittel der mehr als 800 Kilometer langen türkisch-syrischen Grenze kontrollieren. Der IS versucht seit Monaten, die Enklave zu erobern.

Die Terrormiliz habe bei ihren Angriffen in der Region Panzer und Artillerie eingesetzt, berichteten syrische Menschenrechtler. Zahlreiche Menschen seien auf beiden Seiten ums Leben gekommen, darunter auch Zivilisten. Der IS beherrscht im Norden und Westen Syriens bereits ein Drittel der Fläche des Landes.

Laut den Beobachtern hat die Terrormiliz die Stadt Ain al-Arab, die auch unter ihrem kurdischen Namen Kobanê bekannt ist, sowie umliegende Dörfer eingeschlossen. Die Einwohner könnten nur noch in Richtung Türkei entkommen. Aus Angst vor den IS-Kämpfern seien viele Menschen in benachbarte Gebiete geflohen, hieß es weiter. Die türkische Nachrichtenagentur Dogan sprach von 3.000 Flüchtlingen.