Die ukrainische Armee den umkämpften Flughafen Luhansk aufgegeben. Das teilte ein Sprecher der Streitkräfte mit. Demnach lieferten sich ukrainische Fallschirmjäger am Montag eine schwere Schlacht mit einem Panzerbataillon der russischen Streitkräfte um den Flughafen. Schließlich habe die Armee den Befehl zum geordneten Rückzug erhalten, um weitere Verluste zu verhindern. Der Flughafen von Donezk ist weiterhin umkämpft. In den vergangenen 24 Stunden seien sieben Soldaten getötet worden. 

Präsident Petro Poroschenko machte Russlands Verwicklung in den Krieg als Grund für die jüngsten Erfolge der Rebellen aus. "Eine direkte und offene Aggression wurde von einem Nachbarstaat aus gegen die Ukraine begonnen. Dies hat die Lage in der Konfliktzone auf radikale Weise verändert", sagte er in einer Rede an einer Militärakademie in Kiew. Dabei kündigte das Staatsoberhaupt auch eine materielle Modernisierung der Streitkräfte und Personalwechsel in der Armeeführung an.

Der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine twitterte, es befänden sich mindestens vier russische Bataillone mit jeweils 400 Soldaten, Artillerie und Flugabwehrgeschützen auf ukrainischem Territorium. 


Russland wies alle Vorwürfe zurück, Soldaten zum Kampf an der Seite der Separatisten in die Ukraine geschickt zu haben. Am Montag dementierte Russland erneut ein militärisches Eingreifen in dem Nachbarland. "Es wird keine Militärintervention geben", sagte Außenminister Sergej Lawrow. Die russische Regierung trete einzig für eine friedliche Beilegung der Krise ein. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte der italienischen Tageszeitung La Repubblica, wenn er wolle, könne er Kiew binnen zwei Wochen einnehmen.

Separatisten melden Abschuss weiterer Militärhubschrauber

Die prorussischen Separatisten teilten mit, erneut ein Kampfflugzeug und zwei Militärhubschrauber abgeschossen zu haben. Etwa 100 Soldaten seien zudem bei Gefechten in der Region Donezk verletzt oder getötet worden, teilten die Aufständischen am Montag russischen Agenturen zufolge mit. Sie behaupteten zudem, erstmals im Asowschen Meer zwei Boote der ukrainischen Küstenwache versenkt zu haben.

Der Grenzschutz bestätigte, dass zwei seiner Schiffe am Sonntag in der Nähe der Hafenstadt Mariupol unter Beschuss geraten waren. Dabei seien sieben Grenzschützer verletzt worden, sagte ein Sprecher in Kiew dem Sender 112.ua. Zwei Besatzungsmitglieder gelten als vermisst. Örtliche Medien machten Russland für den Vorfall verantwortlich – auf Twitter kursieren Bilder, die den Angriff auf die Schiffe vor Mariupol durch Kampfflugzeuge zeigen sollen.  

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk treffen sich heute erstmals seit Ende Juli die Mitglieder der Ukraine-Kontaktgruppe. Mit Separatistenführer Andrej Purgin sind dabei erstmals die prorussischen Separatisten vertreten. Purgin sagte, für die Separatisten habe die Anerkennung ihrer Unabhängigkeit in der Ostukraine Priorität. Man sei auch bereit, über einen Gefangenenaustausch und einen vorübergehenden Waffenstillstand zu sprechen. Die Kontaktgruppe setzte sich bisher aus Vertretern der russischen und der ukrainischen Regierung sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammen.