Wahlplakat der Alternative für Deutschland © Hannibal/Reuters

Nach den Erfolgen der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) bei den jüngsten Landtagswahlen haben konservative Unionspolitiker einen Kurswechsel verlangt. Die Strategie der Union, die AfD zu ignorieren, sei fehlgeschlagen, heißt es in einem Manifest des konservativen Berliner Kreises der CDU/CSU, aus dem die Bild-Zeitungzitiert.

Besonders im liberal-konservativen Bereich habe die Union in den vergangenen Jahren deutlich an Anziehungskraft verloren, schreiben die Autoren, zu denen CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und Hessens früherer CDU-Fraktionschef Christean Wagner zählen. 

Die Unionsspitze fordern sie auf, programmatisch auf die konservativen Wähler der AfD zuzugehen. In Zeiten einer Großen Koalition bestehe die Gefahr, dass das Profil der Parteien leide, und damit auch das Profil von CDU und CSU. Auch vor diesem Hintergrund dürfe die Union im Hinblick auf ihre ureigenen Kernthemen "keinen politisch-programmatischen Raum für andere Parteien lassen". Wenn ihr das nicht gelinge, schwäche sie das bürgerliche Lager und trage dazu bei, "dass das Pendel nach rechts ausschlägt".

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), verlangte eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD. "Wir müssen uns  nicht mit der AfD beschäftigen. Aber wir müssen uns dringend mit den Themen beschäftigen, aufgrund derer die Wähler zur AfD wechseln", sagte Fuchs der Rheinischen Post. "Das ist die Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie die Sicherheitspolitik."

Die Union müsse sich mit den Themen befassen, die die Leute interessierten. Er gehe davon aus, dass die AfD nicht einfach wieder verschwinde, fügte der CDU-Politiker hinzu. 

Unionfraktionschef Volker Kauder schloss eine Zusammenarbeit mit der AfD erneut kategorisch aus. "Wir haben einen klaren Kurs, keine Koalitionen mit der AfD", sagte er im ZDF. Die Union müsse sich mit den Themen der AfD auseinandersetzen, nicht mit der Partei.

Die AfD hatte bei der Landtagswahl in Brandenburg 12,2 Prozent und in Thüringen 10,6 Prozent der Wählerstimmen bekommen.